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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
Maximilian, Birgit R., Marianne, Jutta, Familie, PetraT

Höchstgrenze für Verschreibung nach BTMG?

Startbeitrag von Familie am 22.07.2001 17:26

Höchstgrenze für Verschreibung nach BTMG?
Wir wollten für den langen Urlaub ausreichend mit Ritalin SR versorgt sein, aber der Arzt wollte mit Hinweis auf das Betäubungsmittelgesetzt nur normales Ritalin verschreiben (150 Stück).
Gibt es für die Ärzte eine Höchstmenge die sie nur pro Patient verschreiben können?
Gibt es Höchstmengen pro Patient und Quartal?

Vielen Dank für Eure Antworten!

Antworten:

Hallo zusammen,

es gibt eine Höchstgrenze.
Die lag/liegt soviel ich weis bei 1500mG Methylphenidathydrochlorid pro Rezept
und Monat.
Aber, und das ist wichtig, die kann und darf der Arzt auch umgehen. Er muss
dafür das Rezept mit einem kreisumrandeten A kennzeichnen. Er macht dadurch
nur kenntlich das er diese Höchstabgabemenge wissentlich umgeht.

Das ist für Patienten, welche hochdosiert sind, schließlich nicht zu ändern.
Wer wie ich pro Tag auf 6 Tabletten (60mG) eingestellt ist, hat ja schon diese
Höchstabgabemenge überschritten.

Aber mit diesen Feinheiten kennen sich leider manchmal nicht alle Ärzte aus.
Genauso verhält es sich beim Auslandurlaub.
Da diese Medikament unter das BtmG fallen und daher normalerweise nicht
exportiert werden dürfen benötigt man dazu eine Bescheinigung nach dem
Schengener Abkommen. Diese muss der Arzt ausfüllen und man muss sie
sich beim Gesundheitsamt genehmigenlassen.

Ich weiss jetzt nicht ob Dagmar diese hier anbietet, aber ich das Ding hier
zu Hause als PDF Datei. Wenn Ihr sie braucht, mail mich an.
Dann kann ich sie Euch zusenden.

Gruß
Maximilian

von Maximilian - am 22.07.2001 17:43
Hallo Maximilian,

wir fliegen demnächst in die Türkei, dort gilt das Schengener Abkommen nicht. Lt. Auskunft der verschiedenen türkischen Botschaften reicht ein ärztliches Attest. Dieses habe ich mir dann in die türkische Sprache übersetzen lassen.

meint zur weiteren Info

Jutta

von Jutta - am 22.07.2001 18:32
Hallo Ihr,

ich habe mich damit überhaupt noch nicht beschäftigt, da unser Sohn erst sein kurzem Ritalin bekommt, hatte ich ganz andere Sorgen.

Wenn ich die Bestätigung vom Gesundheitsamt habe, gilt die dann für immer oder muss sie jedesmal neu beantragt werden?

Danke für Eure Info!

Petra T.

von PetraT - am 23.07.2001 08:56
Hallo Jutta,

diese Bescheinigungen gelten max. 30 Tage.
Heisst also nichts anderes, als das man die
für jeden Auslandsaufenthalt neu braucht.

Grß
Maximilian

von Maximilian - am 23.07.2001 09:42
Hallo zusammen,

unser Sohn bekommt seit 6 Jahren Ritalin und wir haben nur ein Attest von unserem behandelten Arzt vorzuweisen gehabt, der bescheinigt, dass S. wegen seines HKS medikamentös behandelt wird und dies auch dringend erforderlich ist.
Danach hat aber bisher niemand gefragt.

Bisher hatten wir damit nie Probleme, obwohl wir jedes Jahr in Urlaub waren (Spanien und einmal sogar Australien für 4 Wochen).

Kein Mensch hat bei der Zollkontrolle danach gefragt.

Bin ich nur ein Einzelfall oder ging es anderen Leuten ähnlich.

Birgitr R.

von Birgit R. - am 23.07.2001 18:21
Hallo Birgit,

Einzelfall sicher nicht.
Ich denke im Normalfall fragt auch keiner.

Aber was machst du ohne eine amtliche Bescheinigung,
wenn beim Zoll doch einmal durchsucht wird und Medi's
gefunden werden, welche unter das BtmG fallen.

Ich möchte einfach nicht in diese Situation geraten.
Vorbeugung ist doch besser, als irgendwelche blöde
Scherereien dann zu haben.
Oder?

Gruß
Maximilian

von Maximilian - am 23.07.2001 18:44
Hallo Maximillian,

wie ist denn nach deiner Auffassung die Vorgehensweise bei einem Auslandaufenthalt richtig ?.
Bisher hatte ich ja nie Probleme damit. Ist der bürokratische Aufwand, der hier für die tägliche Medikation von ADS- Kindern/Jugendlichen nicht entschieden zu hoch.

Bei keiner anderen Krankheit fragt jemand danach und ich kann mir vorstellen, dass keine Familie vor ihrem Urlaub preisgibt unter das BTM - Gesetz zu fallen, nur weil eines iherer Kinder von ADS betroffen ist. Wenn man bedenkt, dass soviele Kinder betroffen sind, ist dies doch ein unverhältnismäßiger Aufwand, oder ?

Vielleicht hatte ich ja in den zurückliegenden Jahren nur Glück, aber reicht denn ein Attest des Arztes nicht aus?

Bei all den Belastungen, die eine Familie mit ADS-Kindern und auch meist Erwachsenen durchstehen muß, halte ich es doch sinnvoll hier für eine Erleichterung zu sorgen, zumal wir uns doch mit formalen Diongen so schwer tun !

Liebe Grüße
Birgit R.

von Birgit R. - am 23.07.2001 19:08
Hallo Birgit,

wo, ist der hohe bürokratische Aufwand.
Ein Vorduck, wo der Name des Patienten rein muss,
der verschreibende Arzt seine Daten, sowie die Dosierung pro Tag einträgt
und einmal damit zum Gesundheitsamt zur Beglaubigung.

Die Frage wieso, weshalb und warum Ritalin unter das BtmG fällt
ist sicherlich eine andere Diskussion wert.

Aber derzeit ist es so. Wenns ins Ausland geht, führst dann automatisch
Betäubungsmittel mit aus. Und das ist halt Genehmigungspflichtig.
Damit müssen wir derzeit leben und uns auch dran halten.

Mir ist dieser kleine Aufwand lieber, als an der Grenze beim Zoll, evt.
Erklärungsnöte zu bekommen. Da geht dann wesentlich mehr Zeit drauf
als vorher.

Aber wie und was jeder macht muss er selber entscheiden.

Gruß
Maximilian

von Maximilian - am 23.07.2001 20:14
Seit 01.07.2001 beträgt die Maximalmenge pro Rezept und einem Zeitraum von
30 Tagen nicht mehr 1500mg sondern 2000mg.Es können nun 4x50 Tbl.Medikinet oder Ritalin zu 10mg verordnet werden.
Über diese Änderung wurden alle Apotheken in Deutschland von der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker informiert und müßten dem Arzt darüber Auskunft erteilen können.

Marianne

von Marianne - am 25.07.2001 16:47
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