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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
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Schule hat mir geraten, das Kind stationär in die Psychiatrie zu stecken

Startbeitrag von Doris am 28.07.2001 14:12

Hallo,

ich wollte Euch einmal um Eure Einschätzung bitten, vielleicht bin ich ja blind vor Mutterliebe.

Unsere Situation kennen vielleicht einige:

Victoria hat ADS, ist seit einem Jahr zum 2.Mal diagnostitiert, erhält seit August 2000 Ritalin, geht einmal pro Woche in die Ergo, in Logopädie und in die Verhaltenstherapie.

Das Zeugnis war super. (Ist irgentwo hier auf dem Forum).

Sie hat noch immer etwas Probleme mit der Gruppe. Die Schule betont, die Klasse würde sie akzeptieren und ihr helfen, aber Victoria hätte Verhaltensweisen, die bestimmt nicht zu ADS gehören würden z.B.

- Agressivität
- mag keine Ballspiel (Zeugnis: im Sport sollte sie mehr Einsatz zeigen)
-hat sprachliche Probleme, die besonders im Formulieren bestehen, Lesen kann sie super
- reagiert auf Kritik schnell mit Weinen
- hat Probleme mit Teamwork

Wir führen ein Berichtsheft mit der Lehrerin, darin stehen zwar auch die negativen Vorfälle, aber auch
- erledigt Arbeiten in der Vorgegebenen Zeit
- arbeitet selbständig
- versteht sich zunehmen besser mit den Kameraden
- konzentriet sich gut
(wie sonst wäre sie in Mathe gut)


Ich gehe den ganzen Tag arbeiten, mein Mann ist zu Hause.
Er ist krank, Schmerzpatient, mit den psychischen Folgen, die sich jeder ausmalen kann (ganzer Tag Schmerzen, kaum Schlaf,,,)

Die Termin der Kleinen hält er aber ein, egal was ist. Der Haushalt klappt nicht so gut, aber es gibt schlimmeres, dann arbeiten wir das eben abends und am Wochende auf.

Er kocht täglich, kauft ein und ist immer für das Kind da, egal wie schlecht es ihm geht. Von Natur aus ist er ein Eigenbrötler und ziemlich schwierig.

Unsere Tochter ist oft allein, hat keine Spielkameraden, deshalb geben wir sie nach den Ferien in den Hort, auch um meinen Mann zu entlasten.

Da es gegen Schuljahresende einige Vorfälle gegeben hat, die eigentlich in meinen Augen Peanuts sind und es meinem Mann sehr schlecht ging, hat meine KG, die auch meinen Mann behandelt gemeint, schildere doch mal der Schule eure Lage, denn Victoria ist höchst gefährdet, könnte mal unter die Räder kommen ect... Auf meine Frage wieso: Ja sie hat keine Führung, keine Leitung, das Sozialverhalten ist nicht altersgerecht.

Sie ging übrigens mit. Mir sagte der Direx, er würde das ZI empfehlen, denn er zweifelt die Fähigkeiten von der Ärztin, dem Psychologen, der Logopädin und der Ergotherapeutin an.

So was könne man doch gar nicht ambulant machen.

Dabei sind sich alle Therapeuten einig, dass Victoria ein 1000% ADS mit H ist.

Ich war zwar im ZI, einen Tag war die Kleine als Tagespatientin dort. Die wollen sie ja gleich aufnehmen.

Grund:
- Entwicklungsverzögerung
-Sprachliche Problem
- baut schnell Kontakt auf, hält aber keinen Blickkontakt
- ist trotz Ritalin doch sehr quirlig (die sollten die Kleine mal ohne erleben).


Ich bin voll dagegen einem Kind so etwas anzutun, denn hier hat sie alles: Liebe, Fürsorge

Außerdem so quirlig ist sie ja auch nicht, sie hat Temperament.

Ich habe auch schon erlebt, dass Kind ohne Grund meine Tochter ärgern . Das war im Hort, sie war kaum zur Tür herein und schon fingen die Jungs sie an zu ärgern. Victoria hat da wirklich nichts getan!! ich war dabei.

Seit diesem Gespräch geht mir vieles durch den Kopf, soll ich so etwas tun. Ich könnte mein Kind nicht einmal jeden Tag besuchen.

Oder kann es eine Retourkutsche des Rektors sein, weil ich ihm zu Anfang des letzten Schuljahres die Hölle heiß gemacht habe, sich endlich mal vom hohen Ross zu begeben und etwas über ADS zu lesen? Erst dann hat er nämlich eine Fortbildung dazu gemacht. Er hält sich jetzt für einen Fachmann.

Seit der Fortbildung sind übrigens 3 weitere Kinder in der Klasse meiner Tochter diagnostiert worden, alle nach meiner Tochter. Vorher gab es kaum ADS´ler an der Schule. Jetzt gibt es in jeder Klasse mindestens 2.

Würdet ihr Euer Kind in eine geschlossene Station geben, aus dem Umfeld reißen, obwohl erst seit einem Jahr Ergo läuft und seit 10 Stunden VT?

Das bracht doch alles seine Zeit. "Versäumnisse" von Jahren sind doch nicht von heute auf morgen weg.

Natürlich spielt die Erkrankung meines Mannes auch eine Rolle.
Er braucht dringend Hilfe, aber nur weil der Vater Depressionen hat, gibt man sein Kind doch nicht weg. Er ist wirklich sehr mies dran.

Ich leide momentan wirklich.

Aber außer den Ärzten im ZI, den Lehrern und der KG, gibt es keinen, der die Forderung nach Psychiatrie versteht.

Die Ärztin hat es fast umgehauen, weil sich unsere Tochter doch so gut gemacht hat. Der Psychologe schüttelt nur den Kopf und die Ergotherapeutin wollte in der Schule anrufen.

Gut dieÄrzte im ZI wollen sich ihre eigene Meinung bilden und behaupten, sie können das nur in 2 Wochen stationär.

Alle anderen, Freunde, Bekannten, Therapeuten schütteln nur den Kopf und raten mir davon ab.

Sorry, dass es so lang ist, aber ihr seit auch betroffen und versteht mich vielleicht etwas.

Doris

Antworten:

Re: Schule hat mir geraten, das Kind stationär in die Psychiatrie zu stecken- Ergänzung

Damit ihr mal eine Eindruck habt, wass unsere Tochter so alles kann
- Waschmaschiene bedienen
- Trockner bedienen
- Spülmaschine bedienen

momentan ist die Spülmaschine kaputt, sie hilft beim Abtrocknen, heute hat sie beim putzen geholfen und das Zimmer wieder aufgeräumt.

Ich habe seit Stunden nichts von ihr gehört, sie hört Musik, häkelt oder liest. Sie hat nichts angestellt (habe nachgesehen!)

Das ist doch super, Victoria ist doch erst 9 und kommt in die 3 Klasse.
Sie kann sich Tee kochen, geht einkaufen, beim Laden um die Ecke, wenn etwas fehlt.

Sie erledigt alles ohne Motzen (naja fast).

Nur in der Schule gibt es angeblich Probleme (laut Rektor).

Doris

von Doris - am 28.07.2001 14:22
Hallo Doris,

mensch, das ist ja wirklich alles sehr schwierig für euch .

Wäre es denn nicht gut, wenn die Ärztin, die Ergo und der Psychologe mal mit der Schule sprechen oder schreiben?
Die können doch dem Direktor mal die enormen Fortschritte und die positiven Dinge erklären, oder?

Diese ganzen Haushaltsdinge und alleine lange beschäftigen mach Arne mit nun gerade 13 J. nicht annähernd, ist doch klasse.

Ich kenne deine Tochter ja nicht aber Arne würde es das Herz brechen, wenn ich ihn stationär weggeben würde.
Bis es so weit käme, müssten ganz andere Dinge geschehen.

Ich möchte dir noch etwas zu dem Verhalten besonders am Schuljahresende mitteilen:
Arne hat ja leider immernoch keine VT aber er geht schon sehr lange privat zu einer Lerntherapeutin, die war früher auch Lehrerin im öffentl. Schuldienst und die hat mich nochmals ganz eindringlich darauf hingewiesen, dass die Kinder erschöpft sind, es Zeit wird,dass das Schuljahr zu Ende geht und die Kinder restlos ausgepowert sind in den letzten Wochen.
Obwohl die Frau mit dieser Praxis selbständig ist, hat sie schon eine Woche vor den Ferien mit den Kindern aufgehört, damit sie endlich mal Ruhe haben.
In den letzten drei Wochen vor den Ferien fand bei uns in der Schule fast nichts mehr nach Plan statt und dass ist für unsere Kinder noch viel schlimmer als der normale Ablauf, für Arne war alles schon abgehakt und davor haben sie alle nur noch im letzten Moment bermerkt, ach Schreck wir müssen ja noch hier und da eine Arbeit schreiben, Mappen einsammeln u.s.w.- Stress pur

Meine Mutter war gerade zwei Wochen in Hamburg im UKE in der Schmerzklinik, wäre das mal etwas für deinen Mann?

Habe dir sicher nicht viel geholfen, möchte dir aber Mut machen, ihr gebt eurer Tochter doch schon so viel Hilfen und es klappt doch gut, oder?

Melde dich bitte mal wieder,
alles Gute und lieben Gruß
Inge

von Ingeborg - am 28.07.2001 15:00
Hallo Doris,

solche Vorschläge habe ich auch schon oft gehört. Ich möchte Deine Zurückhaltung (was die Aufnahme in einer Psychiatrie angeht) eindeutig unterstützen.

Es gibt zwar oft Fälle, wo auch ich als Psychotherapeut mir eine weitere Meinung einer Psychiatrie einhole. Wenn Dein Therapeut jedoch der Meinung ist, es läuft gut, dann halte ich eine Psychiatrie (erstmal) für völlig unnötig.

Aus meiner Sicht gibt es in einigen Lehrerköpfen (aber nicht nur die sind betroffen
;-), und auch nicht alle!!! ) noch ein verqueres Bild der Psychiatrie als Reparaturanstalt: "Kind hinschicken und das Problem ist weg" Aus meiner Sicht entledigt sich die Schule eines sicherlich vorhandenen Problems, aber durch Wegschicken löst man das nicht.

Zudem sind Lehrer nun wirklich nicht kompetent genug, um zu unterscheiden, wann eine ambulante Therapie erforderlich ist, und wann es eine stationäre Maßnahme braucht.

Wichtig wäre, sich an einen Tisch zu setzen (möglichst alle beteiligten, wobei das ZI nicht dabei sein muss, weil die das ind noch nicht kennen) und Klartext zu reden. Dann muss bezüglich der schulischen Probleme ein Plan erstellt werden, wie man mit diesem Problem umgeht; und das erfordert eine enorme Mitarbeit der Schule, was leider oft genug nicht machbar ist. Ich will hier nicht die Schule oder Lehrer verteufeln, man hat da leider ein Problem des Systems .... :-(


Soo, das war noch mein Senf dazu

Ist das Wetter bei Euch auch so schwül ?

Schönes Rest - WE


wünscht


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 28.07.2001 15:48
Hallo Doris,
die Sachen, die Du beschrieben hast, sind doch eigentlich typische Begleiterscheinungen von ADS. Bei meinem Großen sind diese Dinge wesentlich ausgeprägter als bei Deiner Tochter, und zum Thema Haushalt hatten wir heute mal wieder Riesenstreit, aber ich käme nicht auf den Gedanken, dass er stationär in die Psychiatrie sollte.
Was ich allerdings versuchen will, ist eine Kinderkur für ihn zu bekommen, bei der ich ihn begleite und auch noch Anleitung erhalte, habe ich bis jetzt aber noch nicht angegangen.
Vor allem: Die Leute, die Ahnung haben UND Dein Kind kennen, halten nichts von einem Psychiatrieaufenthalt, also würde ich der Schule Bescheid stoßen und versuchen, mich nicht zu sehr zu ärgern.
Kopf-hoch-Grüße
Michaela

von Michaela# - am 28.07.2001 16:27
Ich schicke dir gerade noch eine mail!
Barbara.

von Barbara - am 28.07.2001 16:59
Hallo Doris

Du lebst in einer irrsinnig schwierigen Situation. Es tut mir alles so leid...

Ihr braucht alle Drei ganz schnell Hilfe.
Ich bin der Meinung, das Deine Tochter nicht in die Psychatrie gehört, auch nicht zum testen!!!
Aber ich bin auch der Meinung, das Dein Mann mit ihrer Erziehung eindeutig überfordert ist, weil er ja mit sich selber so viel zu tun hat. Er braucht ja auch dringend Hilfe.
Ich hatte das glaube ich schon mal geschrieben, als Du von Euch erzählt hast. Gibt es nicht jemanden, der Deinen Mann in Bezug auf Eure Tochter täglich entlasten könnte??? Das würde wohl beiden helfen?

Wegschicken ist immer der leichtere Weg, den andere vorschlagen. Helfen ist da schon schwerer...
Yvonne

von Yvonne König - am 28.07.2001 17:15
Hallo Yvonne,

nach den Ferien kommt sie in den Hort. Dort ist sie dann bis ca 16.30, macht die HA und kann mit anderen Kindern spielen.

Das wird sicher helfen.

Ich versuche gerade meinen Mann zu überreden, sich bei Fachleuten helfen zu lassen.

Am Montag hat er einen Termin beim Neurologen. Da gehe ich dann mit, um die Sachlage aus meiner Sicht zu schildern.

Ich hoffe, dass wir hier für Ihn Hilfe erhalten.

Doris

von Doris - am 28.07.2001 18:06
Hallo Bernhard,

es tut gut, wenn ein Fachmann meiner Meinung ist.

Schulisch gibt es nur Probleme beim freien Formulieren und freien Erzählen, aber ansonsten ist die Kleine gut.

Sie hat vor allem Probleme beim Sozialverhalten, aber da ist es schwer sich einen guten Ruf zu schaffen, wenn man erst einmal aufgefallen ist. Denn es gibt immer einige, die bewusst und absichtlich die "Außenseiter" ärgern.

Dagegen tut die Schule nichts, wenn es kein Lehrer sieht.

Doris

von Doris - am 28.07.2001 18:10

Bloß nicht

Hallo Doris,

das klingt wirklich nicht gut.

Was soll im ZI eigentlich gemacht werden? Du brauchst doch gar keine neue Diagnose, wenn die Kinderärztin, der Kinderpsychologe, die Ergotherapeutin und die Eltern der gleichen Meinung sind. Eine stationäre Therapie ist sicherlich erwägenswert, wenn sämtliche ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Davon ist bei euch aber keine Rede. Wieso kann die Schule darüber entscheiden? Was kann die Schule eigentlich tun, wenn ihr euch nicht an ihre Vorgaben haltet? Sonderschule droht euch doch nicht. Ich verstehe nicht, inwiefern die Kleine von einem Krankenhausaufenthalt profitieren könnte, aber mir fallen spontan sehr viele Gründe ein, warum so etwas abscheulich ist.

Andererseits geht es um zwei Wochen Diagnose, nicht um einen monatelangen Aufenthalt. Vielleicht hängen das alle zu hoch.

Die Sprachprobleme, die Entwicklungsverzögerungen und die sozialen Probleme werden doch bereits behandelt. Wichtig ist doch nur, dass die Probleme erkannt wurden und Abhilfe geschaffen wird. Wieso kommt es darauf an, ob man das nun ADS nennt oder nicht und wieso hat die Schule überhaupt ein Mitspracherecht über Therapien? Es mag sein, dass alle Probleme auf das ADS zurückzuführen sind, es ist ebenso gut möglich, dass Victoria noch andere Dinge belasten. Du wirst den Schulleiter nicht von seinem Standpunkt abbringen können und er dich nicht. Diese Diskussion ist einfach sinnlos.

Was soll die Schule eigentlich für Victoria tun?

Im Hort hat Victoria ja auch bald die Chance mit anderen Kindern zusammenzukommen. Vielleicht können ihr die Erzieherinnen ja zu einem angemesseneren Sozialverhalten verhelfen. Natürlich ist es für ein Kind schrecklich, keine Freunde zu haben. Aber ihr tut doch einiges, damit das besser läuft. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch mal eine Gruppentherapie für Victoria.

Was hat eure Krankengymnastin eigentlich mit dem Kind zu tun? Wieso befürchtet sie, dass das Mädchen unter die Räder kommen könnte? Ist sie distanzlos und würde mit jedem flüchtig Bekannten mitgehen? Schlägt sie die Zeit tot, um ihrem kranken Vater nicht zur Last zu fallen? Vielleicht braucht sie ja wirklich noch mehr Hilfe (bzw. andere Hilfen), aber wieso soll da eine Klinik helfen können?

Auf Victorias Hilfsbereitschaft und ihr hausfrauliches Können kannst du natürlich zu Recht stolz sein. Pass trotzdem ein bisschen auf: Wenn ein Elternteil so lange Zeit schwer krank ist, versuchen Kinder oft ihn zu entlasten und überfordern sich selbst dabei. Viele dieser Kinder möchten diesen Elternteil auch nicht mehr mit ihren Problemen belasten. Falls bei euch so etwas droht, sollte natürlich möglichst auch etwas geschehen. Die wirksamste und wichtigste Maßnahme wäre aber, dass dein Mann endlich Hilfe bekommt, wobei völlig gleichgültig ist, ob das ambulant oder stationär geschehen kann. Solange dein Mann so krank ist, lastet ja auch auf dir ungeheuer viel Verantwortung. Denk ruhig auch mal an dich!

Es gibt durchaus auch noch andere Möglichkeiten als einen Aufenthalt in der Kinderpsychiatrie. Auch die Jugendämter können in solchen Fällen helfen, indem Helfer in die Familie geschickt werden. (Das heißt nicht, dass SozialarbeiterInnen vom ASD kluge, aber nutzlose Vorträge halten. Es gibt auch Haushaltshilfen, stundenweise sozialpädagogische Betreuungen und einiges mehr. Falls Victoria im Hort überfordert sein sollte, wäre z.B. auch an Tagespflege in einer Familie mit Kleinkindern zu denken.) Diese Möglichkeit würde ich durchaus in Betracht ziehen, wenn dich die Situation sehr belastet und du den Eindruck hast, dass du Entlastung und Victoria noch mehr Hilfe braucht. In jedem Fall kooperieren die Ämter eng mit den Eltern und tun nur in Extremfällen etwas gegen deren Willen.

von Mimi - am 28.07.2001 18:39

Re: Bloß nicht

Hi, ich bin schon ziemlich geschockt. Aber ich denke dem was hier gesagt wurde brauch ich nichts mehr hinzu zu setzen. Nur eine Frage noch, könnte die Krankenkasse nciht eine Haushaltshilfe finanzieren um deinen Mann zu entlasten? Denn er ist ja ziemlich krank und du berufstätig und Victoria noch nciht 12....

Gruß Petra

von Hexe - am 28.07.2001 21:44

Re: Bloß nicht

Hallo Petra,

so etwas sieht meine Privatkasse leider nicht vor. Von meiner Beihilfe (ich bin Beamtin) würde das auch nur für kurze Zeit gewährt, z.B. bei einem Krankenhausaufenthalt.

Ich habe auch schon mal mit dem JA gesprochen, solche Hilfen wie Haushaltshilfe muss ich mir privat besorgen. Unterstützung bekäme ich nicht, weil ich ja genug verdiene. Die Organisationen vor Ort (Sozialdienst, Club für Behinderte) sind ziemlich teuer, da ja die Helfer ordentlich versichert sein müssen.

Aber ich werde trotzdem mal versuchen, ob es nicht eine Lösung gibt.

Doris

von Doris - am 29.07.2001 05:44

Re: Bloß nicht

Hallo Mimi,

natürlich hat die Schule überhaupt kein Mitspracherecht. Die Schule kann auch nichts tun, wenn wir das nicht tun. Es sei denn der Direx schaltet das Jugendamt ein. Aber da waren wir ja schon, um uns Hilfe zu holen bzw. um Rat zu fragen. Außerdem scheint mir, hat der Direx nachgeholfen, damit das mit dem Hortplatz klappt.

Das Gespräch fand zu einer Zeit statt, als es bei meinem Mann wirklich furchtbar war und dann paralell einiges bei Victoria schief lief.

Außerdem hängt man in der Schule das Thema Sozialverhalten ziemlich hoch. Man sieht aber nur, wenn jemand mal haut oder zwickt. Verbale Gewalt, also ärgern und hänseln, wird entweder wirklich nicht gemerkt (in der Pause kann die Aufsicht nicht überall sein) oder es wird bagatellisiert.

Es gibt Kinder, die Victoria absichtlich ärgern (macht ja Spass, wenn jemand empfindlich ist), das beste Beispiel war ja im Hort.
Wie soll denn ein Kind reagieren, wenn es z.B. nicht weiterkommt mit den guten Ratschlägen von Eltern (Hör nicht hin, Sag :Ich will Ruhe haben, Sag :ich will keinen Streit) ?
Denn ich finde es bedenklich, wenn ein Kind irgentwo auftaucht und sofort einige Kinder kommen und es ärgern, ohne dass das betroffene Kind auch nur ein Wort gesagt hat.

Unsere KG kennt uns sehr gut und hat Victoira von klein auf erlebt. Sie kennt die Probleme aus dem Kiga. Dort rieten ja die Erzieherinnen schon zum Sokiga, aber das FFZ riet zum Regelkindergarten. Das war für mich ausschlaggebend. Hätten die zum Sokiga geraten, wäre die Sache eine andere gewesen.

Unsere KG kennt auch noch Ereignisse in der Schule aus der "Vorritalinzeit" , sie hat diese Dinge live erlebt bei der Einschulung ihrer eigenen Tochter. Sie hat Victoria ja auch schon oft erlebt (z.B. in den Ferien, wenn der Papa KG hat) und erkennt Züge des Vaters im Verhalten, die sie bedenklich findet. Sie fürchtet, wenn Victoria weiter so ein Außenseiter ist, könnte das zu Depressionen führen. Wenn dann im Teenageralter nur Ablehnung vorhanden ist, hat Michaela (die KG) die Befürchtung, dass dies auch zum Suizid führen kann.
Außerdem meint sie, dass die weiterführenden Schulen, wenn Victoria in ein paar Jahren noch so ist, keine Kompromisse machen.

Was meinst Du mit Zeit totschlagen. Wenn es dem Papa schlecht geht, dann lässt sie ihn in Frieden und erledigt die Hausaufgaben, spielt, geht nach draußen, usw.

Was kann die Schule für das Kind tun?
Zunächst einmal sollte nicht jede Kleinigkeit auf die Goldwaage gelegt werden. Dann sollte (hoffentlich) die Situation in der Dritten so sein, dass nur erfahrene Lehrer und nicht ein ziemlich großer Teil der Stunden allein von einer unerfahrenen Referendarin gehalten werden. Die meisten Probleme gab es nämlich bei der Referendarin und der Religionslehrerin.
Ich bin auch nicht gegen Konzequenz und Strenge, wenn dies sinnvoll ist, also keine dämlichen Strafarbeiten oder Nachsitzen.
Außerdem sollte die Schule auch konsequent gegen verbale Gewalt vorgehen, denn es gibt mehr Kinder, die so gepiesackt werden.

Die Diagnose steht zwar, aber es geistert noch ein Asperger Syndrom durch den Raum. Die Übergänge sind da ja teilweise fließend.

Ich warte erst einmal den Beginn des neuen Schuljahres ab.
Der Besuch (2 mal) im ZI hat übrigens eins auf jeden Fall gebracht: Ein Attest, dass Victoria Probleme mit der Grobmotorik hat und man dies bei der Wahl des Schreibgerätes beachten sollte.

Da ist jetzt der Direx im Zugzwang, denn er schlug ja den Besuch im ZI vor (grins). Er hatte mir nämlich schriftlich mitgeteilt, dass in jedem Fall ein Füller benutzt werden muss.

Hier ist nämlich auch Handlungsbedarf, denn warum sollte man so akribisch jeden Buchstaben der Vorgaben folgen, egal ob es Einzelfälle gibt, die Probleme haben.

Ich bin erst mal gespannt auf die neue Lehrerin, sie soll älter sein und streng. Das schadet ja nicht.

Doris

von Doris - am 29.07.2001 06:23

Randbemerkung

Was mich bei solchen Geschichten immer ärgert, dass anscheinend anstandslos ein 2-wöchiger Aufenthalt im Krankenhaus bezahlt werden würde, aber eine Haushaltshilfe - nein, das geht nicht. Dabei könnte man wohl mit einem Tagessatz etliche Stunden Haushaltshilfe finanzieren ... und der Bedarf ist ja offensichtlich, wenn der Vater Schmerzpatient ist.

Für mich sieht das so aus, dass einerseits Gelder für ambulante Lösungen nicht gegeben werden, aber stationär würde gezahlt werden. So werden billigere Lösungen nicht genutzt. (Und keine Rede, dass es auch humaner ist, aber dass das gesehen wird, kann man vielleicht nicht mal erwarten.)

Klar, das sind verschiedene Kostenträger, aber für mich stimmt da etwas im System nicht!

Verdammt noch mal.

von Pia - am 29.07.2001 09:04

Re: Randbemerkung - off Topic

Hallo Pia,

tja, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Irgendwas läuft in unserem Gesundheitssystem nicht so ganz geradeaus. Einer muss immer darunter leiden, bzw. draufzahlen.

Ich bin alleinerziehende Mutter und muss natürlich ab und zu auch mal arbeiten. Aber das ist gar nicht so leicht, denn die Arbeitgeber sehen in Kindern immer potentielle Fehlzeiten der Mutter, die sich ja dann um die Kids kümmern muss.

Einmal wurde mir ein Job angeboten, aber nur, wenn ich gleichzeitig den Namen einer "Ersatzkraft" nennen könnte, die dann für mich einspringt. Da bringe ich mir also meine Krankheitsvertretung gleich mit? Kann man die irgendwo mieten? Es geht ja nur um einzelne, wenige Tage im Jahr. Also das klappte nicht.

Kurios ist folgendes: Wenn ich selbst so krank bin, dass ich die Kids nicht selbst versorgen und betreuen kann, dann zahlt mir die Krankenkasse in der Zeit eine Haushaltshilfe. Ich erhalte also im kurzfristigen Fall mein Gehalt weiter und bekomme zusätzlich die Hilfe.

Sind aber meine Kinder krank, so kann ich keine Haushaltshilfe und Betreuung für die Kinder von der Kasse bekommen, die dann, während ich arbeite, aufpasst. Manchmal würde das nämlich schon ausreichen. Nein, ich muss mich vom Arbeitgeber freistellen lassen. Üblicherweise natürlich ohne Gehalt. Dafür bekomme ich von der Kasse Krankengeld.

Für viele Arbeitgeber ist das aber nicht akzeptabel, denn eine alleinerziehende Mutter hat Anspruch auf 20 Kalendertage Krankengeld pro Kind, jedoch im Jahr nicht mehr als 50 Kalendertage.

Soviel zu unserem verkorksten Gesundheitssystem. Ich denke jetzt lieber nicht zu sehr darüber nach, es gibt noch soviele unsinnige Dinge darin...

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 29.07.2001 09:18

Schmerz und Depression

Hallo Doris,

Du hast geschrieben, dass Dein Mann chron. Schmerzen und Depressionen hat (ist ja bei Schmerzen nicht selten!).

Seit Ihr da in spezieller Schmerztherapeutischer Behandlung, oder macht das der Hausarzt? Ich frage das, weil oft nicht bekannt ist, dass es auch einige spezialisierte psychol. Schmerztherapeuten gibt, mit denen man das Doppelpack "Depression, Schmerz" in den Griff bekommen könnte.


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 29.07.2001 15:41

Das Kind stationär in die Psychiatrie zu stecken

Es gibt weitere staatliche Hilfen, die Ihr in Anspruch nehmen solltet:

Einzelfallhilfe oder Hilfe zur Erziehung

Diese Hilfen stehen Euch unter Umständen zu und sie könnten Euch entlasten, grad wenn der Mann nicht immer "auf dem Damm" ist.

Was war gleich noch einmal die Erkenntnis der Schule, die in Richtung Klinik zeigt? Welche Form der Förderung soll dies eröffnen? Welche Übergänge von psychiatrischem Befund zum normalen Schulalltag hatte sich die Schule so vorgestellt?

Gibt es Förderungsbedarf, den die Schule vielleicht übersehen hat und habt ihr schon eine Förderkonferenz (Förderausschuss) eingefordert, wozu ihr übrigens jederzeit das Recht habt. Dort treffen sich dann all die mit dem Kind beschäftigten Parteien und dass kann dann schon recht dämpfend auf einseitige Beiträge wirken. Plötzlich werden die Vorträge vorsichtiger und nur noch das Wesentliche und Haltbare wird vorgetragen...

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 29.07.2001 18:40

Und alles kehrtum, Halt.

Liebe Doris,

man sollte dies vielleicht besser privat schreiben, aber nachdem Du hier schon soviel erzählt hast, ist es vielleicht doch richtiger, an diesem Beispiel mal klar zu machen, wie alle Ferndiagnosen und Fernratschläge nur Tappen im Nebel sind.

Das ist diese Falle im Internet, wo vieles gut gemeint ist und meist die gegebenen Informationen schon die gewünschte Antwort provozieren, die dann helfen soll.

Also, vor kurzem habe ich Victoria einige Zeit beobachtet und sie gefällt mir wirklich gut, sie wirkt etwas verzaubert und mittelalterlich, aber das täuscht nur.

Und ich schließe mich den Leuten an, die sagen, dass sie ein Problem zu haben scheint, was über ADS hinausgehen könnte. Ich habe Dir das auch schon gesagt.

Ich empfehle dringend eine EEG und die Überwachung ihrer Absencen (wenn da keine sind, dann umso besser). Wenn der Vater auch solche hat, wie Du sagtest, dann deutet das doch in eine andere Richtung, so besprachen wir es dann auch.

Wenn man diese kleinen Wegtreter hier nicht erwähnt, die Victoria anscheinend hat, dann redet man hier nur über ADS und wehrt sich gegen eine Untersuchung in der Klinik, die vielleicht doch angesagt wäre. Vielleicht kann das auch in Form der Tagesambulanz geschehen, so daß es nicht an die Substanz geht.

Ich bin wirklich von Victoria begeistert, sie hat etwas Ophelia-haftes an sich und ist geistig recht rege, man kann sie eigentlich nur mögen.

Aber ihre Probleme kommen aus dieser hier angedeuteten Angelegenheit (kann ich nur vermuten) und da wäre ein Ausschluß von neurologischen Faktoren schnellstens angesagt - jedenfalls, wenn Du mich fragst.

Die anderen Kinder merken, dass da was mitschwingt und ich schätze, sie wacht öfter in Situationen auf, wo Kinder um sie herum stehen und sie anfeinden, ohne dass sie weiß weshalb. Und dann schlägt sie zurück und kriegt selber erst recht auf die Mütze. So habe ich es in Berlin erlebt.

Und weil ich Dir dies auch schon gesagt hatte, sage ich es hier noch einmal, die Vertraulichkeit in der Sache bleibt mehr oder weniger gewahrt, was weitere Details angeht, die hier nicht ausgebreitet werden müssen.

Also, alles kehrt um Marsch und die Suche über ADS hinaus erstrecken. Es ist für Victoria ... nicht für die Lehrer.

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 29.07.2001 19:09

Re: Wenn es aber noch was ist?

Liebe Doris,

man sollte dies vielleicht besser privat schreiben, aber nachdem Du hier schon soviel erzählt hast, ist es vielleicht doch richtiger, an diesem Beispiel mal klar zu machen, wie alle Ferndiagnosen und Fernratschläge nur Tappen im Nebel sind.

Das ist diese Falle im Internet, wo vieles gut gemeint ist und meist die gegebenen Informationen schon die gewünschte Antwort provozieren, die dann helfen soll.

Also, vor kurzem habe ich Victoria einige Zeit beobachtet und sie gefällt mir wirklich gut, sie wirkt etwas verzaubert und mittelalterlich, aber das täuscht nur.

Und ich schließe mich den Leuten an, die sagen, dass sie ein Problem zu haben scheint, was über ADS hinausgehen könnte. Ich habe Dir das auch schon gesagt. Ich empfehle dringend eine EEG und die Überwachung ihrer Absencen (wenn da keine sind, dann umso besser).

Wenn man diese kleinen Wegtreter hier nicht erwähnt, die Victoria anscheinend hat, dann redet man hier nur über ADS und wehrt sich gegen eine Untersuchung in der Klinik, die vielleicht doch angesagt wäre. Vielleicht kann das auch in Form der Tagesambulanz geschehen, so daß es nicht an die Substanz geht.

Ich bin wirklich von Victoria begeistert, sie hat etwas Ophelia-haftes an sich und ist geistig recht rege, man kann sie eigentlich nur mögen.

Aber ihre Probleme kommen aus dieser hier angedeuteten Angelegenheit (kann ich nur vermuten) und da wäre ein Ausschluß von neurologischen Faktoren schnellstens angesagt - jedenfalls, wenn Du mich fragst.

Die anderen Kinder merken, dass da was mitschwingt und ich schätze, sie wacht öfter in Situationen auf, wo Kinder um sie herum stehen und sie anfeinden, ohne dass sie weiß weshalb. Und dann schlägt sie zurück und kriegt selber erst recht auf die Mütze. So habe ich es in Berlin erlebt.

Und weil ich Dir dies auch schon gesagt hatte, sage ich es hier noch einmal, die Vertraulichkeit in der Sache bleibt mehr oder weniger gewahrt, was weitere Details angeht, die hier nicht ausgebreitet werden müssen.

Also, alles kehrt um Marsch und die Suche über ADS hinaus erstrecken. Es ist für Victoria ... nicht für die Lehrer.

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 29.07.2001 19:10

Schuster, bleib bei Deinen Leisten

Hallo Michael und Doris,

merkst Du Michael, wie Du zu diagnostizieren beginnst?

Ok, Du kennst nun die Tochter persönlich, da hast Du einen Vorteil. Aber kannst Du deshalb die psychotherapeutischen und sonstigen therapeutischen Empfehlungen verwerfen?

Wir müssen uns sicherlich in der Diagnostik alle raushalten, auch die Fachleute hier im Forum.

Man merkt schon wieder: ADS spaltet, die Ursachenattribution ist je nach eigener Erfahrung wohl anders.

Aus meiner Sicht, rate ich dringend, den Therapeuten zu folgen, die in gutem Kontakt zum Kind stehen, der Rat der Schule sollte hinten anstehen - die haben einfach nicht sie Ausbildung in einer so schwierigen Sache wie ADS (Damit meine ich nicht nur das diagnostische Wissen, sondern auch das Wissen um die spaltende Potenz der ADS)


meint Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 29.07.2001 19:27

Förderkonferenz

Michael,

das Thema Förderkonferenz ist interessant. Gibts dieses Recht in allen Bundesländern?

In der Praxis wird es wahrscheinlich oft schwer zu verwirklichen sein, alle therapeutisch Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Ich kann mir nur schwer vorstellen KG, Ergo, Psychotherapie und Hausärzte an einem Tisch zu haben, weil das doch jeweils einen erheblichen verdienstausfall darstellt.

Aber: Schreib doch bitte ein wenig mehr dazu


bittet

Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 29.07.2001 19:33

Re: Wenn es aber noch was ist?

Ja, das ist die Schwäche von Onlineforen.

Und das war auch mein ungutes Gefühl heute morgen.

Wisen wir wirklich, wie die Situation aussieht? Ohne ein Kind persönlich zu kennen, über den Sinn eines Klinikaufenthalts zu entscheiden, ist schon fast fahrlässig.

>ihrer Absencen

Nehmen wir mal an, sie hat sie wirklich, was ich ja jetzt auch nur durch einen Forumsbeitrag erfahren habe ... kann es dann nicht so sein, dass z.B. nur die Schule / Lehrerin, die ein Kind ja den ganzen Vormittag 5 mal die Woche sieht, das mitbekommen kann?

Alle anderen Therapeuten sehen Victoria in einer 1 zu 1 Situation, oder? Jeweils 50 Minuten oder so?

So stellt sich die Situation schon anders da und liefert eine Erklärung für widersprüchliche Aussagen.

Wir, die Forumsleser, können nur vermuten und danebenliegen. Und mir - liegt es fern, ein Urteil über den tatsächlichen Sachverhalt abzugeben, aber wir sollten alle mehr im Auge haben, dass

>Das ist diese Falle im Internet, wo vieles gut gemeint ist und meist die gegebenen Informationen schon die gewünschte Antwort provozieren, die dann helfen soll.

eine Schwäche ist und daher vielleicht statt ab- oder zuzuraten, mehr durch Fragenstellen eine Diskussion voranzubringen.

von Pia - am 29.07.2001 19:33

Das ist doch kein therapeutisches Forum ...

...hier ist doch eine Betroffenengruppe am schreiben , um Tipps zu bekommen.

Ich sehe das ein wenig anders als Ihr beide - und es ist gut dass es verschiedene Meinungen gibt.

Doris hat um Rat gefragt, und um Hinweise gebeten. Manchmal braucht man doch einfach Hinweise, Meinungen von anderen, um selbst wieder Sicherheit zu erhalten.
Sie hat die Situation beschrieben, und wir haben zu dem, was sie beschrieben hat, eine Meinung abgegeben - nicht mehr nicht weniger.

Pia, Deinen Vorschlag kann ich zwar gut verstehen, aber: Er führt doch fast zu einer Internetgruppentherapie. Wenn man dieses neugierige Nachfragen tatsächlich realisiert. Und gerade das rate ich hier niemanden, sich derart zu öffnen, seine Schwächen offen darzulegen. In den thematischen ADS-Foren gibts doch immer wieder diese ignoranten Draufhauer, die dann traumatisieren könnten.


Meint Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 29.07.2001 19:46

Re: Schuster, bleib bei Deinen Leisten

"merkst Du Michael, wie Du zu diagnostizieren beginnst?"

Lieber Bernhard,

lass einfach stecken, was Du da zu meinen meinst. Ich diagnostiziere nicht, ich rate zu einer Diagnose, die weiter geht. Und die mache nicht nicht. Und das solltest Du wissen.

Halt einfach mal den Atem an und lass Doris nachdenken. Sie weiß mehr über Absencen, als ich ihr erklären muß. Das habe ich mit ihr schon besprochen gehabt. Was Du nicht wissen kannst.

Also, einfach mal auf ruhig schalten und keine Sprüche klopfen, Bernhard.

Michael
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von Michael - am 29.07.2001 21:51

Re: Das ist doch kein therapeutisches Forum ...

"In den thematischen ADS-Foren gibts doch immer wieder diese ignoranten Draufhauer, die dann traumatisieren könnten."

Es geht hier um erwünschten Rat.

Wenn dies nicht Thema ist, dann ist es nur sein Spiel, mit diesem Forum?

Michael
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von Michael - am 29.07.2001 21:56

Re: Förderkonferenz

Nun, was soll ich dazu sagen.

Es ist tatsächlich so. In Berlin kann man eine Förderkonferenz einberufen, ich glaube es ist anfangs sogar unabhängig davon, ob der Förderbedarf berechtigt ist.

Es treffen also zusammen - der behandelnde Arzt, der Jugendpsychologische Dienst, die Förderstellenleiter des Bezirkes, die Klassenlehrer(in) und ....

Dann wird gemeinsam über den Förderbedarf entschieden und ein Förderplan aufgestellt. Dieser Förderplan wird in regelmäßigen Abständen mit der Förderkonferenz überwacht, überprüft. Die Abstände wechseln, es gibt in bedeutenden Übergangsstufen dichtere Abstände, also z.B. zwischen der 5. und 6. Klasse muß ein Treffen stattfinden.

Weitere Details vielleicht ein andermal.

Und ... natürlich sollen die Konferenzteilnehmer sich einfinden, egal ob nun Geld verloren wird oder nicht. Wäre ja noch schöner - grad dort wo es Not tut braucht man die Fachleut an einem Tisch.

Michael
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von Michael - am 29.07.2001 22:06
Liebe Doris,

ich habe selbst vor kurzem hier im Forum über ein "Psychiatrie-Problem" geschrieben (Thema: Tagesklinik). Meine Tochter (11) ist seit etwa 4 Jahren diagnostiziertes ADHS-Kind. Sie entwickelte unter hohen Dosen Ritalin eigenartige Ängste, weshalb ich sie im letzten Jahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Kiel vorstellte. Dort wollte man sie auch gleich stationär aufnehmen. Ich habe das damals verweigert, da der Aufenthalt bis zu 6 Monaten hätte dauern können und die Einschulung in die 5. Klasse anstand und natürlich, weil ich mit dem Gedanken, die Kontrolle über das, was mit meiner Tochter passiert, herzugeben, nicht zurecht kam.

Eine goldrichtige Entscheidung, wie ich heute weiß!

Anfang Mai diesen Jahres gab ich Madeleine teilstationär in die Tagesklinik der oben genannten Einrichtung. Von Anfang an gab es Meinungsverschieden-
heiten mit den Ärzten/Therapeuten/Lehrern. Hätte nicht Madeleine abends erzählen können, was da so abläuft, von dem ich als Mutter nicht informiert wurde, die Probleme wären größer statt kleiner geworden!
Aber da der Aufenthalt täglich nur von morgens bis nachmittags dauerte, hatte ich die Möglichkeit, einen Überblick zu behalten.

Vor kurzem habe ich meine Tochter wieder aus der Tagesklinik genommen. In sieben (7!) Wochen haben die keine Diagnose zustande gekriegt, aber alle anderen Ärzte/Lehrer in Frage gestellt und wollten mir und meiner Familie (in Ermangelung der Familie des Kindesvaters) psychische Vorbelastung unterstellen. Madeleine sei ja gar kein ADS-Kind und die Probleme (die diese "Profis" ja nicht mal genau benennen konnten) seien darin begründet, dass ich keinen Partner habe und mein Kind zu sehr einenge usw., blablabla. Wahrscheinlich der Einfachheithalber.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hier vor allem finanzielle Aspekte im Vordergrund standen und Eltern grundsätzlich nicht ernst genommen werden.

Nochmal: "Stationär" bedeutet, du gibst die Verantwortung und auch die Kontrolle in fremde Hände. Dein Kind ist unter Umständen monatelang fort und du siehst es nur am Wochenende. Was in der Klinik mit deinem Kind gemacht wird, erfährst du eher selten, wenn überhaupt. Egal, ob du mit etwas einverstanden bist oder nicht.

"Teilstätionär/Tagesklinik" bedeutet, dein Kind ist von morgens bis nachmittags in der Klinik und schläft zuhause. Es verliert nicht die Geborgenheit der Familie, wird nicht von Freunden/Umfeld getrennt. Und du erfährst, was passiert und ob etwas völlig schräg läuft.

Mein Tip: Lass dir das Heft nicht aus der Hand nehmen! Mir konnte niemand einen wirklichen Grund für eine stationäre Aufnahme (im Vergleich zur Tagesklinik) nennen. Abends und Nachts findet keine Therapie/
Behandlung statt!

Lass dir nichts erzählen, informiere dich und stelle Fragen, soviel du willst. Und beziehe auch deine Tochter mit ein. Sprich mit ihr, höre ihr zu.
Ich werde Madeleine jetzt einem externen Kinder- und Jugendpsychologen vorstellen. Nie wieder Psychiater!!

Und mal ehrlich: Was hat ADS mit 'Psychiatrie' (der Lehre von den Geisteskrankeiten) zutun?
Die Ursachen sind organisch und die Auswirkungen/
Auffälligkeiten fallen in den Bereich 'Psychologie'.

Alles Gute und viel Kraft

Anke.

von Anke - am 30.07.2001 00:11
Liebe Doris,

ich habe selbst vor kurzem hier im Forum über ein "Psychiatrie-Problem" geschrieben (Thema: Tagesklinik). Meine Tochter (11) ist seit etwa 4 Jahren diagnostiziertes ADHS-Kind. Sie entwickelte unter hohen Dosen Ritalin eigenartige Ängste, weshalb ich sie im letzten Jahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Kiel vorstellte. Dort wollte man sie auch gleich stationär aufnehmen. Ich habe das damals verweigert, da der Aufenthalt bis zu 6 Monaten hätte dauern können und die Einschulung in die 5. Klasse anstand und natürlich, weil ich mit dem Gedanken, die Kontrolle über das, was mit meiner Tochter passiert, herzugeben, nicht zurecht kam.

Eine goldrichtige Entscheidung, wie ich heute weiß!

Anfang Mai diesen Jahres gab ich Madeleine teilstationär in die Tagesklinik der oben genannten Einrichtung. Von Anfang an gab es Meinungsverschieden-
heiten mit den Ärzten/Therapeuten/Lehrern. Hätte nicht Madeleine abends erzählen können, was da so abläuft, von dem ich als Mutter nicht informiert wurde, die Probleme wären größer statt kleiner geworden!
Aber da der Aufenthalt täglich nur von morgens bis nachmittags dauerte, hatte ich die Möglichkeit, einen Überblick zu behalten.

Vor kurzem habe ich meine Tochter wieder aus der Tagesklinik genommen. In sieben (7!) Wochen haben die keine Diagnose zustande gekriegt, aber alle anderen Ärzte/Lehrer in Frage gestellt und wollten mir und meiner Familie (in Ermangelung der Familie des Kindesvaters) psychische Vorbelastung unterstellen. Madeleine sei ja gar kein ADS-Kind und die Probleme (die diese "Profis" ja nicht mal genau benennen konnten) seien darin begründet, dass ich keinen Partner habe und mein Kind zu sehr einenge usw., blablabla. Wahrscheinlich der Einfachheithalber.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hier vor allem finanzielle Aspekte im Vordergrund standen und Eltern grundsätzlich nicht ernst genommen werden.

Nochmal: "Stationär" bedeutet, du gibst die Verantwortung und auch die Kontrolle in fremde Hände. Dein Kind ist unter Umständen monatelang fort und du siehst es nur am Wochenende. Was in der Klinik mit deinem Kind gemacht wird, erfährst du eher selten, wenn überhaupt. Egal, ob du mit etwas einverstanden bist oder nicht.

"Teilstätionär/Tagesklinik" bedeutet, dein Kind ist von morgens bis nachmittags in der Klinik und schläft zuhause. Es verliert nicht die Geborgenheit der Familie, wird nicht von Freunden/Umfeld getrennt. Und du erfährst, was passiert und ob etwas völlig schräg läuft.

Mein Tip: Lass dir das Heft nicht aus der Hand nehmen! Mir konnte niemand einen wirklichen Grund für eine stationäre Aufnahme (im Vergleich zur Tagesklinik) nennen. Abends und Nachts findet keine Therapie/
Behandlung statt!

Lass dir nichts erzählen, informiere dich und stelle Fragen, soviel du willst. Und beziehe auch deine Tochter mit ein. Sprich mit ihr, höre ihr zu.
Ich werde Madeleine jetzt einem externen Kinder- und Jugendpsychologen vorstellen. Nie wieder Psychiater!!

Und mal ehrlich: Was hat ADS mit 'Psychiatrie' (der Lehre von den Geisteskrankeiten) zutun?
Die Ursachen sind organisch und die Auswirkungen/
Auffälligkeiten fallen in den Bereich 'Psychologie'.

Alles Gute und viel Kraft

Anke.

von Anke - am 30.07.2001 00:11

Re: Ein schöner Kristall

Liebe Doris,

Eure Victoria hat wirklich etwas wunderbares und eigenes an sich, dass sie ganz selten und wertvoll macht. In einer anderen Welt wäre sie gewißlich dazu bestimmt, eines Tages viele Menschen zu verzaubern und jeder würde ihr mit Bewunderung begegnen.

Ein seltener Kristall, der etwas einsam leuchtet und schöner sogar ist, alles viele es sehen können. Will sagen, Victoria hat mich sehr beeindruckt und ich wünsche ihr alles Gute dieser Welt.

Ich ahne aber auch, dass wenn sie sich ganz "normal" in den Alltag einfügen soll, wenn sie einfach nur "unerkannt" von den kleinen Gemeinheiten der anderen Kindern mitlaufen soll, dann wird man diese Besonderheit vielleicht nicht mehr vorfinden können. So schade es wäre.

Vielleicht sollte ich meinen Ratschlag damit schließen lassen und mich aus dem noch folgenden heraus halten.

Mit vielen Grüßen

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 30.07.2001 06:43

Re: Das Kind stationär in die Psychiatrie zu stecken

Hallo Michael,

die Schule ist zum einen der Meinung, dass ja bestimmt nicht richtig diagnostitiert wurde. Sprich: Sie halten die Ärztin für inkompetent. Auch halten sie die frühere Diagnose des FFZ für inkompetent (da waren wir 4 Jahre - da kann man bestimmt einiges merken).

Außerdem findet die Schule, dass die ambulanten Therapien doch bestimmt nicht wirkungsvoll sein können.

Orginalspruch vom Direx: Das mit dem ZI haben wir schon öfters empfohlen, die Kinder kamen wie verwandelt zurück.

Also hält die Schule das ZI für eine Art "Reperaturbetrieb".
Welche Auffälligkeiten die anderen Kinder hatten, sagte der Direx aber nicht.

Auf dem Jugendamt war ich schon, jetzt haben wir einen Hortplatz (Direx hat mitgeholfen).

Die Sache mit der Förderkonferenz ist sogar mir neu. Das wäre natürlich eine Idee.

Doris

von Doris - am 30.07.2001 06:49

Re: Und alles kehrtum, Halt.

Hallo Michael,

ich war ja schon 2 mal im ZI, aber die wollen das Kind stationär aufnehmen. Das will ich dem Kind nicht antun.

Ich suche nach Möglichkeiten, das ambulant abklären zu lassen.
Denn EEG und sonstige Untersuchungen müssen ja nicht stationär gemacht werden.


Doris

von Doris - am 30.07.2001 06:53

Re: Schuster, bleib bei Deinen Leisten

Also Michael,

Deine Antwort provoziert. Viele finden das ja gut. Ich nicht. Ob Du diagnostizierst oder nicht, da könntest *Du* sicher eine lange Diskussion anfangen. Solche Art von Diskussionen halteich für kontraproduktiv.

Du scheinst mich sehr misszuverstehen, wenn Du von 'Atem anhalten', 'Sprüche klopfen' sprichst. Ich glaube, Du kennst mich zu wenig, meine beiträge nicht gut genug, um mich in diese Schublade zu stecken. (Das ist auch eine Form des Diagnostizierens / oder Klassifizierens) Warum fragst Du nicht nach, wenn Dir was unklar ist?

Zweite Frage: Wenn Du nicht willst, dass die Forumsleser auf deine Beiträge antoworten, warum postest Du im Forum?

Wenn Du ich mit mir auseinandersetzen magst, wäre wahrscheinlich die Liste 'Diskussion' besser.

meint Bernhard


> Ich
> diagnostiziere nicht, ich rate zu einer Diagnose, die weiter
> geht. Und die mache nicht nicht. Und das solltest Du wissen.
>
> Halt einfach mal den Atem an und lass Doris nachdenken. Sie
> weiß mehr über Absencen, als ich ihr erklären muß. Das habe ich
> mit ihr schon besprochen gehabt. Was Du nicht wissen kannst.
>
> Also, einfach mal auf ruhig schalten und keine Sprüche klopfen,
> Bernhard.
>
> Michael
> www.hypies.de
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Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 30.07.2001 07:24

Re: Schuster, bleib bei Deinen LAIEN

Lieber Bernhard,

mach Dich einfach nicht zum Problem und halt einfach die Luft an.
Es geht nicht um Dich.

Es geht darum, wie grad eben hier in der Frage einer zusätzlichen
Diagnostik für ein Mädchen viele Leser sich zu einem beherzten
"Bloß nicht..." bekannten, obwohl sie nur mangelhafte Informationen
gekamen und genau dieser Rat vielleicht das Falsche ist.

Es geht nicht darum, die Laien zu schelten und zur Beruhigung
irgend einen Arzt zu finden, der Fehler nicht findet, "nicht finden,
das kann jedes Kind".

Im Zweifelsfall geht es darum, die Suche zu verfeinern, wenn es
hierfür Anhaltspunkte gibt. Warum sollte man hier zu kurz gehen?

Es wundert mich, wie wir hier die Rollen tauschen. Plötzlich spreche
ich für die "neurologische Genauigkeit", während sich der umtriebige
Therapeut des Forums für "Alles lassen wie es ist, wenn doch ein Arzt
es unterschreibt" entscheidet - und in den Saal ruft, alle Laien sollten
als "Schuster" bei ihren "Leisten bleiben".

Das ist genau die Sch... die mich ärgert. Aber das ist Bernhards Welt
der "Obrigkeiten" und da habe ich nichts verloren, nicht wahr?

Und weil es nichts bringt, möchte ich diesem Beitrag nichts mehr
anfügen und Bernhard darf noch einen saftigen Beitrag hinterher-
setzen, es sollte mich nicht kümmern.

Denn es geht hier nicht um Bernhard.

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 30.07.2001 08:00

Re: Das ist doch kein therapeutisches Forum ...

>Pia, Deinen Vorschlag kann ich zwar gut verstehen, aber: Er führt doch fast zu einer Internetgruppentherapie.

>Wenn man dieses neugierige Nachfragen tatsächlich realisiert.

Es geht nicht um Neugierde. Nur um das Sammeln wichtiger Informationen, um überhaupt beurteilen zu können - bloß, die Grenzen sind da eng gesteckt, da niemand wirklich Bescheid weiß. (und ich spreche jetzt von so großen Entscheidungen wie ein Klinikaufenthalt, wobei ich niemanden unterstelle, diese Entscheidung vom Forum abhängig zu machen)

Jeder hat seine eigenen Gründe, sich an ein Forum mit seinem Problem zu wenden und solange man im Kopf behält, dass alle Ratschläge nur aufgrund der vom Fragenden gegebenen Infos erfolgen können, dass die allermeisten aus ihrer eigenen Betroffenheit antworten (andere Müter, die z.B. ihr eigenes Kind auch nicht gerne in der Psychiatrie sehen würden und daher nicht neutral antworten (können)) ... solange einem das bewusst ist und niemand mit dem Gefühl geht, das Forum hat dazu geraten oder zu jenem und deshalb ist das richtig so, solange ist es ja alles kein Problem.


>Und gerade das rate ich hier niemanden, sich derart zu öffnen, seine Schwächen offen darzulegen. In den thematischen ADS-Foren gibts doch immer wieder diese ignoranten Draufhauer, die dann traumatisieren könnten.

Wahrscheinlich müsste genau das erfolgen, die Schwächen offenzulegen, um überhaupt zu einem "fundierten" Urteil zu gelangen. (und ich spreche immer noch über Klinikaufenthalte) Dass das problematisch werden kann, ist klar, aber auch hier gilt: wenn sich jeder, besonders alle Ratsuchenden im Klaren darüber sind, dass Antworten im Forum nur aufgrund einer gefilterten "Quellenlage" (ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt) erfolgen, ist es an sich nicht problematisch.

>Internetgruppentherapie

Ich weiß nicht, was das sein sollte ... nur sollte man auch im Auge behalten, dass ein Forum kein zuverlässiger Ratgeber ist, was wohl meistens unproblematisch ist, nur bei größeren Dingen sollte man die Grenzen im Auge haben.

Keine Gruppentherapie, aber auch nicht zuverlässig für Entscheidungen über Klinikaufenthalte.

Und da wir für das Kind sicherlich alle ein gutes Leben wünschen, in dem es das entwickeln kann, was in ihm steckt, sollte in alle Richtungen gedacht werden.

(P.S. Und auch meine Meinung ist geprägt durch die Vergangenheit, als mein behandelnder Psychologe zu einem Klinikaufenthalt geraten hat, den meine Mutter und ich (?) nicht wollten. Allerdings war ich da 13 und es ging um andere Probleme, nur - dieser Klinikaufenthalt kam dann ein paar Jahre später, als die Probleme offensichtlich wurden.)

Also: vielleicht einfach abchecken der Möglichkeit finanzieller Unterstützung im Haushalt, diese Schulkonferenz und gleichzeitig noch andere Dinge im Augen haben als ADS, die zusätzlich eine Rolle spielen können.

P.P.S. Und dieser Rat wurde geschrieben aufgrund der Info der Mutter, eines Beitrages von jemanden, der das Kind ein Wochenende erlebt hat und meinem spärlichen Wissen und meiner Vergangenheit. - Die Mängel liegen auf der Hand.

von Pia - am 30.07.2001 08:45

Re: Schuster, bleib ...

Ach Michael, ;-)

das spricht für sich selbst.


Kein weiterer Kommentar dazu.

Wenn Du am Meinungs-Austausch interessiert bist, dann gerne per PM.

In der Elterngruppe hat das nix zu suchen


meint Bernhard zu einem Hypie

;-)
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 30.07.2001 09:23

Re: Das ist doch kein therapeutisches Forum ...

Danke Pia, für Deine ausführliche Antwort !!! :-)

Ích muss nun in die Praxis, möchte aber gerne darauf eingehen

Einen schönen Tag wünscht noch Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 30.07.2001 09:26

dafür gibt es doch das Diskussionsforum...

Hallo ihr beiden,

wie wäre es, wenn diese Diskussion im Diskussionsforum geführt würde?

Es ist schon erschreckend, wie schnell hier mit Ratschlägen "geholfen" wird. Fast alle kennen sich nur aus diesem Forum bzw. aus dem Chat. Was wir hören sind immer Teile eines Puzzles, von dem wir vielleicht, nach vielen Beiträgen, ein grobes Bild bekommen.

Aus der Ferne lässt sich auch vieles empfehlen oder abraten, was sich in der konkreten Situation des Betroffenen nicht umsetzen lässt, weil dort die rationale Distanz eben nicht mehr vorhanden ist. Denken wir doch nur an Ehe-Probleme im Umfeld von ADS.

Schublade auf, Lösung rausnehmen, Schublade zu. Problem gelöst?

Ich persönlich bin der Meinung, selbst mit der Diagnose ADS sollte man immer auch für weitere Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten und die daraus resultierenden Probleme offen bleiben. Eine zusätzliche Abklärung ist sicherlich nicht verkehrt. Und wenn dies in einer Klinik passieren soll, in der Fachleute versammelt sind, umso besser.

Wer kennt sie nicht, die Eltern hier im Forum und anderswo, die von einem Arzt zum anderen laufen, bis ihnen endlich einer zuhört und ihren Verdacht ADS bestätigt. Sie geben nicht auf, nehmen eine negative Diagnose nicht hin und suchen weiter. Genauso hartnäckig sollten wir hinterher sein, andere Ursachen auszuschließen.

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 30.07.2001 09:39

Moment mal

Hallo,

natürlich kann niemand von uns beurteilen, ob Victoria noch weitere behandlungsbedürftige Probleme hat und ob andere Therapien nicht sinnvoller wären.

Außerdem wäre es natürlich Unfug zu behaupten, sämtliche denkbaren sozialen Probleme dieser Welt seien durch ADS hinreichend erklärt, womit die Suche nach anderen Problemen überflüssig wäre.

Das sollten wir wirklich den Profis überlassen. Nur haben viele von uns ja die erfahrung gemacht, dass auch jeder Fachmann etwas anderes feststellt. Mein Sohn hatte nach Meinung seines Kinderpsychiaters eindeutig ADS, nach Meinung seiner Kinderpsychologin (gleichfalls ADS-Spezialistin) ebendo eindeutig reaktive Probleme infolge (damals unauffindbarer) familiärer Konflikte. Insofern verstehe ich Bernhard nicht ganz. Die Profis, die das Kind nur selten sehen, können doch nicht besser als Eltern und Lehrer beurteilem. ob die therapie etwas bringt oder nicht. (Wir hätten dann nicht einmal zum Kinderpsychiater geen dürfen.)

Wichtig ist doch zu sehen, was die Behandlungen bewirken. Die Frage, wer nun eigentlich recht hat, werden wir ohnehin nicht beantworten können.

Wenn mein Kind trotz ADS-Therapie massiv darunter leidet, dass es überhaupt nicht mit Menschen klar kommt, braucht es möglicherweise andere Hilfen. Und wenn Victoria wirklich Abscencen haben sollte, muss das natürlich neurologisch abgeklärt werden. Ob das wirklich nur stationär möglich ist, ist eine andere frage, die wir natürlich auch nicht beantworten können. Ich würde allerdings erst einmal zu einem niedergelassenen Kinderpsychiater oder in eine Ambulanz gehen. Vielleicht reicht das ja, weniger belastend für das Kind wäre es allemal.

Wir können ja nicht einmal wissen, wie es dem Kind geht.

Ich glaube aber auch nicht, dass jemand ernsthaft seine Entschdung für oder wider eine stationäre Diagnostik von unseren Beiträgen abhängig macht. Das wäre auch schrecklich, dann könnte jeder Tipp eine Katastrophe auslösen. Hier geht es doch eher darum zu hören, dass andere die gleichen Probleme hatte und sie meistern konnten. Mehr kan niemand von uns leisten und ich mir helfen die Tipps der anderen oft ein ganzes Stück weiter.

von Mimi - am 30.07.2001 10:30

Re: Moment mal

>Nur haben viele von uns ja die erfahrung gemacht, dass auch jeder Fachmann
>etwas anderes feststellt. Mein Sohn hatte nach Meinung seines
>Kinderpsychiaters eindeutig ADS, nach Meinung seiner Kinderpsychologin
>(gleichfalls ADS-Spezialistin) ebendo eindeutig reaktive Probleme infolge
>(damals unauffindbarer) familiärer Konflikte. Insofern verstehe ich Bernhard nicht
>ganz.


Hallo Mimi,

lass mich meinen Rat nochmal erläutern:
Doris schrieb, Ihre Ärztin, der Psychotherapeut, der Ergotherapeut machen alle in der Therapie mit dem Kind gute Fortschritte. Auch Doris sieht die Fortschritte.
bei Computern gibt es ja den Spruch: Never change a running System. Das gilt auch für die Therapie bei ADS.

Nur die Schule sieht es anders. Die Fachleute meinen, es tut sich was, die Schule (sicherr keine Fachleute was ADS angeht) sehen noch Probleme im Sozialverhalten, was Doris auch bestätigt.


Was soll denn da eine Diagnose aus dem ZI noch bringen? Es geht nun darum, wie Michael (und nebenbei bemerkt: Ich auch) ganz richtig schreibt, dass sich alle an einen Tisch setzen, einen Förderplan aufstellen, die Aufgaben an alle verteilt werden .... um mit dem auffälligen Sozialverhalten klar zu kommen. Warum noch eine medizinische Stellungnahme, das ist mir völlig unklar; die psychische Situation ist offenkundig. Wer glaubt: "Je mehr Atteste ich hole, desto sicherer werde ich", der irrt im Psychobereich ganz gewaltig. Frage 4 Psychotherapeuten und Du bekommst 5 Meinungen! Und genau so könnte man Lehrer, Ergos, SozPäd einsetzen ..... ;-)

Wichtig ist es, sich auf die jetzige Therapie ganz einzulassen und nicht zu einem Therapeutenshopping / Diagnostik shopping zu gehen.


Ich bekomme oft mit, dass aus der Schule nach der Psychiatrie gerufen wird. Noch einmal (ich habs in einem früheren Posting schon erwähnt): Lehrer sind nicht in der Lage, zu entscheiden, ob eine Psychiatrie angemessen ist oder ein ambulante Psychotherapie. Die Schule sollte sich vielmehr (mit dem Einverständnis der Mutter) mit den behandelnden Therapeuten in Verbindung setzen und deren Rat einholen. Das ist ja anscheinend nicht gelaufen, was ein kapitaler mangel ist.



Ich hoffe, ich konnte etwas erklären, fragt bitte ggf nach



Bernhard
Was ist hks-ads?


von Bernhard - am 30.07.2001 11:45

Re: dafür gibt es doch das Diskussionsforum...

>Ich persönlich bin der Meinung, selbst mit der Diagnose ADS sollte man immer
>auch für weitere Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten und die daraus
>resultierenden Probleme offen bleiben. Eine zusätzliche Abklärung ist sicherlich
>nicht verkehrt. Und wenn dies in einer Klinik passieren soll, in der Fachleute
>versammelt sind, umso besser



Hallo Abra,


ich habe eben Mimi geantwortet, die Antwort hätte auch an Dich gehen können. Ich will mich nicht wiederholen. Ich stimme Dir ausdrücklich zu, dass jeder seine Entscheidungen (besonders in bezug auf Psychiatrie) schon verantwortlich selbst treffen wird, von daher haben unsere Ratschläge natürlich nur begrenzten Wert.

Ich bin nicht Deiner Meinung, was das Einholen vieler Expertenmeinungen angeht. Doris hat schon ganz kompetente Meinungen eingeholt und aus ihrer Sicht (und sie ist für mich die beste Expertin) stimmen die auch. Warum ein gut funktionierendes System noch erweitern mit einer weiteren Meinung? Die Hoffnung, dass alle einer meinung sind wird oft genug bestraft - so eine Harmonie gibt es nur selten - zumal im bereich ADS wo es so viele verschiedene Ursachenattributionen , also Zuschreibungen, was wohl die wahren Ursachen sind, kursieren. Stell Dir vor, sie kommt zu einem Familientherapeuten. Das schmeisst das ganze System durcheinander!!!

Ferner teile ich nicht Deinen Optimismus bzgl Psychiatrie. Ich kenne den personalmangel und den mangel an psychoth. kompetenten Leuten zur genüge!
Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich für richtig halte, habe ich in der Antwort an Mimi beschrieben. Und für diese Emfehlung braucht man nicht mehr Wissen über die Situation. Das ist immer gut.


meint Bernhard
Was ist hks-ads?


von Bernhard - am 30.07.2001 11:58

Re: Und alles kehrtum, Halt.

Dann sollte man versuchen, für diesen Teilbereich einen Fachmann zu finden, der dort unten bei Euch sitzt und sich genau für Euch zuständig fühlt.

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 30.07.2001 12:35
Hallo,

jetzt lese ich hier bereits die ganze Zeit mit ... und finde die Situation sehr bedrückend und auch "er"drückend.

Nur - ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine Menge Probleme allein dadurch entstehen, dass die Eltern - bedingt durch das schwierige Verhalten des Kindes - in einem Bannkreis gefangen sind, aus dem sie sich alleine nicht lösen können ... und dieses Im-Kreis-Herumrennen wirkt sich absolut negativ auf das Kind aus - so dass auch das Kind irgendwann in diesen Teufelskreis gerät - und dies zusätzlich zu der schwierigen Situation, in dem es sich durch das ADS schon "von Haus aus" befindet.

Da macht und tut man alles von Seiten der Eltern ... aber die Lösung des Problems ist es nicht.

Hier sollten sich die Eltern fragen, ob sie nicht zuerst einmal alles daran setzen sollten, dass sie die eigene Situation "in den Griff" bekommen ... nämlich die Schmerzen und Depressionen des Vaters sowie das sicherlich sehr blank liegende Nervenkostüm der Mutter.

Ferner könnte ggf. ein Schulwechsel angedacht werden ... vielleicht ergäbe sich so die Chance, dass Victoria _unvoreingenommen_ neu beginnen könnte.
Eine weiter gehende Testung kann man immer noch vornehmen ... und ein EEG lässt sich ja wohl auch bei einem niedergelassenen Fachmann schreiben, ohne gleich in die Mühlen einer Klinik zu geraten.

Aber - wie gesagt - ICH würde dem Kind eine Auszeit gönnen und zusehen, dass Vater und Mutter wieder auf die Reihe kommen ... habe es selbst erlebt und kann nur behaupten:
Geht's der Mutter (Vater) gut, geht's dem Kind gut.
Es ist zwar ein langer Weg bis dahin ... aber er lohnt sich!

Viele Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 30.07.2001 12:42

Re: Förderkonferenz

Ich habe hier einen Link auf eine entsprechende Fundstelle im Internet, wer will wird sich damit vertraut machen.

Kinder mit Lernschwierigkeiten.
Systemisch-konstruktivistische Perspektiven in ihrer Bedeutung für die pädagogische Förderung
BEHINDERTENPÄDAGOGIK, 37. Jg., Heft 1/1998, Seite 11-21
Rolf Werning

[bidok.uibk.ac.at]

Wer die Rechtsquelle für z.B. Berlin sucht, der kann im neuen Schulgesetz für Berlin einen entsprechenden Absatz finden, wer für andere Regionen sucht ... entsprechendes Gesetz finden und ... ab geht die Post.

Die Beteiligung der Ärzte ist nicht immer so glücklich und freiwillig, jedoch haben wir selbst gute Erfahrungen mit unserem gemacht (weswegen wir ihn auch anderen Leuten empfehlen). Das sind dann so die kleinen Unterschiede zwischen einem Arzt und einem guten Arzt.

Michael
www.hypies.de


von Michael - am 30.07.2001 13:43

Re: Moment mal

Hallo Mimi und wer sich angesprochen fühlt:-)
Immer wieder lese ich hier wie gut Lehrer doch über Kinder ihrer Klassen Bescheid wissen...nun gut, ich gebe zu ich habe eine gewisse Lehrerallergie...Aber ich behaupte das mancher LEhrer nichts über die Kinder seiner Klasse weiss! Manche Lehrer auch nach monatelangem Unterricht durchaus noch Schüler verwechseln...mancher Lehrer auch nach jahrelangem Unterricht und Besuch auf Elternabenden und Sprechntagen noch nicht die Eltern den Kindern zuordnen kann - und die sollen beurteilen können ob ein Kind ADS hat oder eine Psychische Störung????
In der Grundschule galt men Herr Sohn immer als liebenswerter kleiner Kerl, etwas wirr im Kopf und zerstreut und extrem vergesslich..aber lieb, hilfsberiet und bemüht...Bis zur 3. Klasse hatte er durchaus gute Noten. In der 4. bestand ich drauf das man mal überlegte warum dieses Kind enfach nicht lesen und schreiben will und teilweise auch kann...Die Schulpsychologin wurde von MIR eingeschaltet...es kam zur Diagnose Legasthenie. 1. von der Schulpsychologin 2. von der Kinder und Jugendpsychiatrischen Ambulanz.
Hm, naja, was ist nun zu tun? Lehrerin und SChulpsyxhologin waren sich einig....ind dann machte ich den FEhler ich fragte ob die Schule Förderunterricht geben könne ( steht den Kindern angeblich zu). Plötzlich erfuhr ich, das mein Kind garantiert kein Legatheniker ist sondern störrisch und faul. Das er seit JAHREN im Unterricht nicht mitarbeitet und ICH mich ja für nichts interessiere...
Erst die Schulpsychologin und mein Hinweis auf das Zeugniss Klasse 3 führten zu "stotterndem irgendwas" Aber mir gegenüber hat die Direktorin gesagt : ihr Kind ist pychisch krank, Legastheniker ist der kener , das weiss ich besser als die Ärzte!"......

Man erzählt sich das sie inzwischen gehört hat das er ADS haben soll....angeblich sagte sie : "ICH hab doch gleich gesagt das dieses Kind psychisch gestört ist."

Bitte glaubt also nicht das alle LEhrer sind wie "Dr. Specht" natürlich geben sich die meisten Mühe, und vielfach ist die Situation einfach Schuld dran das sie nicht anders können......

Petra ( die sich entschuldigt das es sooo lang geworden ist.)

von Hexe - am 30.07.2001 23:28

Re: Moment mal

Berhard,

Du hast es vielleicht nicht mitbekommen, aber es ist nicht alles auf dem Gleis.

Darum freue ich mich auch über die neue Entwicklung (die sich weiter oben abzeichnet) und würde vorschlagen, dass man das ganze nicht länger unter der Voreinstellung "Never change a running system" abhandeln wollen.

Vor allem nicht, wenn Du ernst nimmst, was hier bisher gesagt wurde und an Informationen erhältlich war.

Bye

Michael

von Michael - am 31.07.2001 12:27
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