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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
PetraT, Jana, Moni 01, Kirsten, Ricki, Simone, Kerstin, Mimi, Hexe, Yvonne König, Thorsten

ich habe schwierigkeiten weil mein Sohn ADS hat

Startbeitrag von Thorsten am 30.07.2001 15:26

Hallo,

Ich bin ein Vater, dessen Sohn 7 Jahre alt wird und bei dem ADS festgestellt wurde. Ich liebe mein Sohn sehr, das könnt ihr mir glauben. Aber ich habe Schwierigkeiten das umzusetzen was ich lese oder was ich vermittelt bekomme.
Mein sohn war früher schon, d.h. so vor 3 Jahren ein sehr lebendiges Kind, doch als Vater versuchte ich , gerade in dieser Gesellschaft etwAS Authoritärer zu sein, was auch manchmal geholfen hat. Doch nach einiger Zeit wurde die Schwierigkeiten unkontrollier bar, also gingen wir zu einem Psychologen oder besser gesagt zu einer Kinderärztin die sich mit anderen Fachärzten zusammen schloss um Kindern zu helfen. Da wurde ADS diagnostiziert. Guit dachte ich mir das ich jetzt weiss das es nicht an ihm ( Robin ) liegt, sondern das es eien Krankheit ist. War auch garnicht so schwer das zu akzeptieren, doch mit der zeit nach dem ich einiges gelesen habe stelle ich fest das ich trozdem probleme habe es umzusetzen. Er haut andere Kinder, sucht sich meist jüngere Kinder zum spielen aus um sie herumzukommandieren, zappeln unaufhörlich herum, streitet viel, schaut mich immer mit einem Ausdruck an ( der mich erschauern lässt), gibt schnell auf wenn ihm Aufgaben zu schwierig werden, fängt was an zu speilen bricht ab und sucht sich schnell was anderes braucht immer jemanden der ihn annimiert, ich weiss ihr kennt diese Symptome doch ich denke es erleichert meine Seele darüber mal zu schreiben, ich hoffe das ich hier nicht rumweine,und das ist auch eigentlcih nicht mein Anliegen. Ich suche Gleichgesinnte um Erfahrungen auszutauschen. Ich bin Frührentenr habe Wirbelsäuleprobleme und daher viel Zeitfürmein Sohn aber momentan kann ich ihm nicht helfen, es ist sehr schwierig für mich auf ihn einzugehen.
Die Therapie fängt erst im September an. Robin kommt dann auch erst in die Schule, von Medikamenten halte ich erstmal nix.
Kann mir jemand Tipps oder Ratschläge geben wie ich mich für meinen Sohn ändern kann??
ich bin für jede Mitteilung dankbar, ich will meinem Sohn helfen doch es fällt mir sehr schwer.

Antworten:

Hallo,
bei meinem Sohn (ebenfalls 7 Jahre) wurde vor einigen Monaten ADH diagnostiziert. Auch wir haben uns anfangs sehr schwer getan, zu begreifen was überhaupt los ist, Ihn zu verstehen. Aber mittlerweile gelingt es uns immer besser. Da auch er im Sep. in die Schule kommt haben wir uns nach langem, langem hin und her zu Ritalin entschlossen, da wir Ihm einen guten Schuleinstieg wünschen, der , so glauben wir, ohne kaum möglich sein kann. Wir haben viel gelesen und uns informiert und denken die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber wer weiß das schon 100%?
Kennst Du das Buch: ADS-So stärken Sie Ihr Kind von Uta Reimann-Höhn? Ist echt empfehlenswert. Ich kann Dir wahrscheinlich auch nicht so richtig weiterhelfen, da wir auch noch "Frischlinge" auf dem Gebiet sind und auch für uns noch alles schwierig ist, aber ich kann Dir nur raten, Dich gut über alle Möglichkeiten zu informieren, um für Dich selbst einen Rückhalt zu finden. Uns tut es echt gut immer mehr darüber zu lesen und auch immer wieder bestätigt zu werden. Wir schließen uns jetzt auch einer Elternselbsthilfegruppe an. Austausch ist wichtig.
Alles gute für Euch!!!!!!!!!!

von Kerstin - am 30.07.2001 15:48
Hallo Thorsten,

was du gerade erlebst, erleben wohl alle Eltern von unbehandelten ADS-Kindern. einen Ausweg kenne ich leider auch nicht. Wenn du Behandlung greift, verbessert sich auch die Familiensituation schnell, jedenfalls war das bei uns so.

der übliche Ansatz, bei einem so auffälligen Kind wäre allerdings eine medikamentöse therapie in Verbindung mit Verhaltenstherapie. Max - auch 7 - hatte durch das Ritalin wieder die Chance, weitgehend normal zu spielen und auch besser zu lernen. Dabei macht ein Kind natürlich viele Alltagserfahrungen, die ihm weiterhelfen. Bei uns war die Verhaltenstherapie sogar erfolglos, trotzdem geht es dem Jungen jetzt sehr viel besser.

Wenn die Situation dich und das Kind wirklich so sehr belastet, wäre es vielleicht doch sinnvoll, das in Erwägung zu ziehen.

Wenn du dich dagegen entscheidest, könnte vielleicht auch eine Erziehungsberatung helfen.

Bist du alleinerziehend?

von Mimi - am 30.07.2001 16:08
Hi, ich habe heute eine GEschichte erzählt bekommen, ob sie dir hilft weiss ich nicht.Das Kind einer Bekannten einer Freundin *g* hat ADS und die Eltern wollten erst auch nicht ran an die Medis ( genau wie auch ich damals). Inzwischen nimmt das Kind Ritalin und ist ein verträgliches Kind , mit vielen Freunden und gut in der Schule. Die neuen LEhrer glauben kaum was sie von früher hören....Nun fuhr das Kind- ohne Ritalin- mit einer Jugendgruppe weg.....es war für das Kind schlimm...kein KOntakt funktionnierte, es gab Ärger und Streit, das KInd war schlecht gelaunt und unverträglich, weinte und wollte nach Hause.....
Es heißt das würde nach greifen der VT besser und dann könnte auch die Meditherapie reduziert werden....

Gruß
Petra

von Hexe - am 30.07.2001 23:12
Hallo Thorsten

ja, das kennen wir wohl alle. Mein Sohn, 7 Jahre, hat ADS+H und wurde zum ersten mal vor 1 1/2 Jahren diagnostiziert. Ich habe also schon viele Jahre verstreichen lassen, bevor ich mir eingestanden habe, das was nicht stimmt.
Dann habe ich diese 1 1/2 Jahre genutzt, mich zu informieren, und mich strikt gegen Ritalin zu wehren!!
Mein "Erfolg" war, das mein Sohn im Kindergarten die größten Schwierigkeiten hatte, keine Freunde fand, isoliert war, immer aggressiver wurde usw.
Ich ließ mir die Diagnose noch mals bestätigen und nun bekommt er seit 1 Woche Ritalin. Es ist ein Genuß!! Wir haben nach 7 Jahren angefangen zu leben.

Mein Mann hatte auch die größten Probleme, mit seinem ADS um zu gehen. Mehr vielleicht als ich.
Aber es gibt nur einen WEg, Deinem Sohn zu helfen: Du mußt als erstes sein ADS vollkommen akzeptieren. Die Krankheit muß für Dich allgegenwärtig sein, sodas Du bei seiner nächsten "Missetat" sofort schaltest und weißt, er macht es nicht mit Absicht. Trotzdem muß natürlich eine sofortige Konsequenz folgen!

Ich kann nur raten, ihm eine Ritalintherapie nicht vor zu enthalten. Gerade jetzt, wo er zur Schule kommt. Du machst es ihm und Euch dadurch um vieles einfacher!!

Wenn Du siehst, wie er mit Medikament wieder er selber wird, kannst Du ihn auch mit anderen Augen sehen.

Viel Glück und viel Kraft weiterhin,
Yvonne

von Yvonne König - am 31.07.2001 06:57
Hallo Thorsten!

Mein Sohn Danny bekommt nun schon seit drei Jahren Ritalin. Da Danny aber ADS ohne Hyperaktivität hat, sind seine Probleme und Signale nicht ganz so deutlich zu sehen gewesen. Doch als er in die Schule kam, fiel er in ein tiefes Loch. Die Behandlung mit Ritalin hilft ihm wirklich sehr, doch das ist bestimmt nicht alles. Aber es ist ein erster wirklich großer Schritt. Wir haben eine wirklich gute Kinderpsychologin, die mir genauso zuhört wie meinem Sohn. Das ist für mich auch sehr wichtig. Denn sie hat Erfahrungen mit ADS Eltern und deren Ängste und Sorgen. Denn ihr werdet Jemanden brauchen mit dem ihr sprechen könnt. Denn in der Schule werden Anforderungen an Robin gestellt, denen er warscheinlich nicht in vollem Umfang gerecht werden wird.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man bei den Lehrern gegen Windmühlen kämpft. Da ADS bei euch schon vor der Schule diagnostiziert wurde, solltet ihr so früh wie möglich mit dem Klassenlehrer über eure Sorgen reden und ihm erklären worum es dabei geht. Die Psychologen haben da auch Infomaterial für Lehrer. Bitte mal darauf ansprechen. Ihr werdet sehen, das es mal bergauf und mal bergab geht, aber laßt euch nicht entmutigen.
mein Sohn fängt jetzt eine Verhaltenstherapie an. Ob es was bringt? Ich weiß es nicht. Ich wünsche es mir für meinen Sohn auf jeden Fall.

Und euch wünsche ich alles Gute und frag einfach nach, wenn du mal wieder nicht weiter weißt.

von Simone - am 31.07.2001 08:15
Halo Thorsten!

Auch mein Sohn(8 Jahre) hat ADS+H und ist seit einem 3/4 Jahr diagnostiziert.

Er hat auch nur zeitweise mal einen Freund,da er sehr schnell rummotzt und dann
auch massiv rumschimpft.

Ich bin mittlerweile schon bei der 2. Psychologin mit ihm,aber Ritalin bekommt er
nach wie vor nicht und so ist er auch in der Schule furchtbar zerstreut und bekommt nur die Hälfte mit.

Ab Sommer wird er eine Schule für Erziehungshilfe besuchen,weil er der Regel-
schule die er besuchte,zu anstrengend war.

Aber nun zum Guten.
Seitdem ich über seine Eigenarten besser Bescheid weiß und auch die Tip´s aus den Büchern zum Thema ADS befolge,klappt es bedeutend besser zwischen meinem Sohn und mir.

Er murrt und quengelt zwar noch den ganzen Tag und schmeißt auch schon mal
seine Zimmertür zu,aber er diskutiert nicht mehr ewig,weil ich es nicht mehr dazu
kommen lasse.
So werden die Dinge,die ich von ihm verlange,schneller erledigt.

Nur Mut
und frag ruhig immer wieder im Forum,wenn Du speziell etwas wissen möchtest.
Ich habe hier auch schon so manches mal weitergeholfen bekommen.

Liebe Grüße
Ricki

von Ricki - am 31.07.2001 09:07
Hallo Thorsten,

bei unserem Sohn (8 Jahre, 2. Klasse) wurde erst vor wenigen Wochen ADS diagnostiziert. Viel zu spät! Seine schulischen Misserfolge haben sein Selbstwertgefühl sehr strapaziert. Ads Kinder merken sehr schnell, dass sie anders sind als andere, auch wenn sie es nicht ausdrücken können.

Unser Sohn ist nicht hyperaktive und darum wurde er in der Schule immer als Leistungsverweigerer hingestellt. Durch Zufall sind wir auf ADS gestossen und haben uns informiert. Während wir auf einen Termin beim Psychologen warteten, haben wir einige Ratschläge auf den Foren und der Fachliteratur befolgt. Wir hatten gleich Erfolg. So dass selbst die Lehrerin durch unsere Verhaltensänderungen und unsere Unterstützung zu Hause eine schulische Veränderung feststellen konnte.

So possitiv diese Veränderungen auch waren, sie genügten nicht dem Schulaltag. Und erst durch die medikamentöse Behandlung wurden auch seine Leistungen in der Schule sehr viel besser, so dass er das Klassenziel für den übertritt in die 3. Klasse packte.

Ich bin froh, dass wir uns für Ritalin entschieden haben. Mich macht es sehr traurig, dass uns nicht früher jemand über ADS aufgeklärt hat und unser Sohn 2 Jahre lang in der Schule leiden musste. Mein Sohn fragte mich: "Wie bringt man sich um? Ich bin doch zu blöd für diese Welt!" Es war der schlimmste Moment in meinem Leben.

Wie immer man sich entscheidet, es ist nicht leicht!

Viel Glück!

Petra T

von PetraT - am 31.07.2001 10:03
Hallo Torsten!

Seit 2 Jahren ist mein Sohn diagnistiziert ( heute ist er 7). Auch ich habe ein Jahr gebraucht, um mich damit abzufinden und dann auch endlich angefangen was darüber zu lesen. Seitdem geht es mir besser ( dadurch habe ich auch festgestellt, dass ich ebenfalls ADHS habe).
Kurz vor seiner Einschulung habe ich beschlossen im Ritalin zu geben, weil ich nicht will, dass mein Sohn auf eine Sonderschule geschoben wird ( bei einem Bekannten hat man es vor 14 tagen erst festgestellt und er war in einer Schule für lernbehinderte Kinder und doch eigentlich zu schlau dafür)
Er hat sein 1. Schuljahr prima gemeistert und mittlerweile viel auch der Verdacht auf Hochbegabung. Ohne seine Medikamente ( die ich in den Ferien verringere) liest er schlecht und schreibt nur Linien. Ich weiß, dass mein Sohn ohne sein Rita den Schulalltag nicht meistern könnte.
Denk bitte auch an dein Kind.

Viel Glück... Jana

von Jana - am 31.07.2001 17:45
Hallo Thorsten,

auch ich habe einen Sohn der ADS-Hyperaktiv ist, jedoch ist der einzige Unterschied, das mein Junior erst mit 13!!!!! diagnostiziert wurde, und daher 6 verlorene Schuljahre hinter sich hat. Er bekommt jetzt seit knapp 1 Jahr Ritalin und ich muss sagen, dass es ihm gut hilft sich zu konzentrieren. Trotzalledem macht er jetzt ab Montag die 7. Klasse in der Realschule nochmals. Wir warten jetzt schon seit 11 Monaten auf einen Platz bei einer Verhaltentherapie. Doch evtl. soll diese im September starten.

Ich würde mich an eurer Stelle nicht zu sehr gegen medikamentöse Behandlung wehren, denn bei vielen Kindern hilft "nur" die medikamentöse und die psychologische Therapie gemeinsam.

Es gibt sehr gute Bücher über dieses Thema. Am meisten kann ich das ADS Buch von Frau Aust-Claus empfehlen. Dort wird das Thema sehr gut erklärt.

Trotzalledem wünsche ich euch viel Kraft und Stärke für Euch und euren Sohn, denn ich glaube das könnt ihr wie wir alle mit "Hypies" brauchen.

Grüße Moni

von Moni 01 - am 01.08.2001 09:27
Die vielen positiven Antworten auf deinen Brief sollten dir Mut machen über eine medikamentöse Behandlung für Robin nachzudenken.
Bei meinem Sohn (14Jahre)wurde ADS mit H erst im Dez.2000 diagnostiziert.
Die 13 Jahre davor waren für meinen Sohn (und für alle die Umgang mit ihm hatten)
eine Qual.Alle die von dir beschriebenen Probleme sind uns gut bekannt.Er hatte von der 1. Klasse aus an Lern-und Konzentrationsschwierigkeiten,das hieß für ihn immer am untersten Limitt kämpfen.Nach der 4. Klasse musste er auf eineSonderschule wechseln,wo er aber von Anfang an von sich sagte "da gehöre ich nicht hin,ich bin anders wie die Kinder dort!"
Seit Dez.2000 bekommt er Medikinet,und hat sich total positiv verändert. Er kann sich auf einmal konzentrieren,hat Spaß am lernen und viele Erfolge zu verbuchen.Auch alle Personen( Lehrer, Freunde und Verwante)die vor der Behandlung Schwierigkeiten mit ihm hatten,sind überrascht wie gut es ihm geht.
Aber das wichtigste ist seine eigene Erfahrung:,, Endlich!!! bin ich so wie ich sein wollte,aber nicht konnte." Er wechselt auf Empfehlung jetzt zur Hauptschule.
Bitte!!! informiere dich intensiv über eine Behandlung und gebe Robin die Chance auf mehr Lebensqualität damit er nicht diese Irrwege gehen muß wie viele andere unbehandelte ADSler.

von Kirsten - am 01.08.2001 20:19
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