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ADHS ADS Selbsthilfe
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vor 15 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
mami-maus

Zappelphilip:Medikation macht nicht abhängig

Startbeitrag von mami-maus am 31.07.2001 17:41


Ärzte Zeitung, 23.05.2001



Zappelphilip: Medikation macht nicht abhängig

Bisher gibt es keine Hinweise

BERLIN (ikr). Drei bis elf Prozent aller Kinder in Deutschland haben
ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS). In letzter Zeit
akzeptieren die Eltern eine medikamentöse Behandlung besser, so
daß jetzt mehr Chancen bestehen zu helfen.

Darauf hat Professor Waltraut Kruse aus Aachen beim Deutschen
Ärztekongreß in Berlin hingewiesen. Außer einer ständigen motorischen
Unruhe fällt es den Kindern schwer, sich zu konzentrieren. So klagen die
Eltern, daß diese Kinder immer wieder Tätigkeiten beginnen, ohne sie zu Ende
zu bringen und daß sie leicht ablenkbar sind. Und über kurz oder lang kommt
es zu Spannungen in der Schule und im Elternhaus.

Viele Eltern befürchteten bisher, Kinder könnten durch die Medikation, etwa
Psychostimulanzien wie Methylphenidat, abhängig werden. Diese Bedenken
haben sich aber nicht bestätigt, wie Diplom-Psychologe Michael Simons vom
Universitätsklinikum in Aachen berichtet hat.

Keinesfalls kann man aber mit Psychopharmaka allein der Krankheit gerecht
werden: Ohne ein entsprechendes Elterntraining und eine Verhaltenstherapie
können die Probleme der Kinder mit Sicherheit nicht gelöst werden. Außerdem
sollte man bei Krankheitsverdacht eine entsprechende Diagnostik einleiten,
um eine gesicherte Abgrenzung von anderen Verhaltensstörungen zu
erreichen. Die Aufmerksamkeitsstörung sei, so Simons, auch deswegen nicht
einfach zu diagnostizieren, da sie mit Hyperaktivität und auch ohne
Hyperaktivität auftreten kann. Eine ADS mit Hyperaktivität ist leichter zu
diagnostizieren als ohne.

Keinesfalls hat eine Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität mit
Minderbegabung zu tun. Hoch begabte Menschen können ebenso unter einer
Aufmerksamkeitsstörung leiden wie Minderbegabte. Wichtig sei die Diagnose,
so Simons, da hier durchaus eine effektive Behandlung möglich sei. Hier sollte
aber auch die pädagogische Betreuung einsetzen. Meist würden die Eltern mit
dem provozierenden Verhalten des Kindes nicht fertig, und es gebe Probleme
im sozialen Umfeld.

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