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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Simone A., Ricki, Maximilian, anne05, Angelika, Mimi, pipi langstrumpf, Wally

Was genau ist eine E-Schule ?

Startbeitrag von Simone A. am 05.08.2001 08:49


Hallo Forum

Unserem Kind, 7 Jahre, ADS+H, IQ weit überdurchschnittlich, droht die Einweisung in eine E-Schule ( Sonderschule entfällt wegen hohem IQ).

Schule und Privatleben sind wie 2 Welten und wir wollen ihm eigentlich eine "normale" Schullaufbahn gönnen, da er ja im privatem Bereich weitgehends "normal" funktioniert. Dies ist möglich, da wir mit ADS umgehen können.
Dazu ist noch zu sagen, daß wir die offizielle Diagnose erst seit 4 Wochen haben, daß er nun Ritalin bekommt und wir noch bei der optimalen Einstellung sind.

Was genau läuft in einer E-Schule ab ? Sind die Lehrer auch gleichzeitig Psychologen ? Welche Kinder werden da im allgemeinen unterrichtet ?
Ist es überhaupt sinnvoll ?

Wir haben noch ein Kind (ohne ADS), daß sich völlig normal entwickelt.

Antworten:

Hallo Simone,

ich hoffe ich schreibe jetzt nichts falsches.

Aber soviel ich weiss, meint man damit eine Schule für
Erziehungshilfe. Bin mir aber nicht ganz sicher.

Gruß
Maximilian
Selbsthilfegruppe Köln


von Maximilian - am 05.08.2001 11:11
das ist eine schule für erziehungshilfe,die im gegensatz zur regelschule nur ca.8-10 kinder pro klasse hat.diese scuulen sind sonst vom stoff her mit anderen vergleichbar


lieben gruß und viiiiiiel erfolg

von pipi langstrumpf - am 05.08.2001 11:44
Hallo Simone!

Mein Jüngster muß jetzt,nach zwei ätzenden Schuljahren auf eine E-Schule
wechseln.

Dort gibt es Klassen mit höchstens 10 Schülern und zudem 2 besonders geschulten Lehrern pro Klasse.

Es geht auf solchen Schulen hauptsächlich um die Disziplinierung der Schüler,
denn das E steht für Erziehungshilfe.

Der Unterrichtsstoff ist der gleiche wie an Regelschulen und Ziel ist es,die Schüler wieder zurückzuschulen.

Wir haben Glück mit unserer Schule,denn der Rektor ist gut über ADS informiert.
So ist mein Sohn hoffentlich wohl in guten Händen.

Liebe Grüße
Ricki

von Ricki - am 05.08.2001 14:39
Hallo Simone,

eine E-Schule ist wirklich eine Schule für erziehungshilfe. Dort wird der Stoff der normalen Grund- bzw. Hauptschule behandelt, aber es herrschen die Bedingungen einer Sonderschule. die Klassen sind also kleiner, oft sogar sehr klein, oft arbeiten zwei Lehrer in einer Klasse.

Das kann natürlich segensreich sein, es hat aber auch einige Nachteile. Natürlich versucht die E-Schule die Kinder wieder regelschulfähig zu machen, aber es ist sehr unsicher, ob eine Realschule oder ein Gymnasium dann bereit ist, das Kind aus der E-Schule aufzunehmen.(In manchen Bundesländern müssen die staatlichen Schulen es aber sogar. Die meist besonders guten kirchlichen Schulen sind nirgends dazu verpflichtet.) Die Hauptschule ware bei einem sehr begabten Kind ja nicht optimal.

Der Grund für die Sonderbeschulung ist meistens extreme Agressivität. Die E-Schule beaufsichtigt die Kinder zwar dementsprechend, aber ein traumhaftes Umfeld ist es trotzdem nicht gerade.

Außerdem sind 8 bis 10 extrem schwierige Kinder (in manchen Schulen weniger) ganz und gar keine kleine Gruppe.

Ich würde der Sonderbeschulung nur zustimmen, wenn es keine realistische Alternative gibt. Meist hast du Möglichkeiten die Sonderbeschulung zu vermeiden. Wenn ein Kind in der E-Schule ist, hast du so gut wie kein Mitspracherecht mehr, wann es wieder in die regelschule kommt. Es könnte ja auch sein, dass nicht der erste, sondern erst der spätere Lehrer ADS für Unfug hält usw. usw.

von Mimi - am 05.08.2001 19:08

Jetzt bin ich echt geschockt !!



Hallo

Unser Kind ist keinesfalls aggressiv ( nur impulsiv). Er ist halt der klassische Störenfried und hält sich oft nicht an die Regeln. Zudem ist er unterfordert und hat motorische Störungen, die das Fach Sport zum Höllentrip machen.

Seine sozialen Schwierigkeiten bestehen darin, daß, wenn er geärgert wird und sich wehrt, kein Ende findet, d.h. er merkt nicht, wenn der Streit eigentlich schon vorbei ist.

Er klaut nicht, er bedroht niemanden, zerstört keine Sachen oder schlägt nicht grundlos.

Da er nicht weiß, wie man Freundschaften aufbaut, versucht er es über Körperkontakt wie schubsen oder drücken, was natürlich oft mißverstanden wird.

Aber ich denke nicht, daß er schon ein Fall für die E-Schule ist.

Kann die Schule ohne Einverständnis der Eltern sowas entscheiden ?

von Simone A. - am 05.08.2001 21:20

Re: Jetzt bin ich echt geschockt !!

Nach meiner Information (ich hoffe, das ist richtig) kann ein Kind nicht gegen den Willen der Eltern in eine E-Schule überwiesen werden. Ich würde mich dagegen wehren und mal abwarten, wie sich das Verhalten deines Sohnes mit Ritalin entwickelt.
gruss wally

von Wally - am 05.08.2001 21:45

Re: Jetzt bin ich echt geschockt !!

Hallo Simone,

mail mich bitte privat an, dann kann
ich dir als Antwort Auszüge aus der Gesetzeslage
deines Bundeslandes schicken.

Darin geht es über schulische Intergration usw.

Denn dafür müsste ich wissen, wo Euer Wohnort liegt.

Gruß
Maximilian
Selbsthilfegruppe Köln


von Maximilian - am 05.08.2001 21:52

Re: Jetzt bin ich echt geschockt !!

Hallo Simone,
wir haben genau das gleiche Problem! Allerdings ist unser Sohnemann
(heute 11 J)schon schnell agressiv. Die Hemmschwelle ist bei ihm sehr gering. Er ist bereits im Schulkindergarten als E-Schüler eingestuft worden.
Wir haben uns damal die E-Schule angesehen und auf Grund des angetroffenen Umfeldes uns dagegen entschieden.
Somit kam er in eine normale Grundschule mit gemeinsamen Unterricht von "behinderten" und nicht behinderten Schülern. Es waren 17 Kinder in der Klasse, wovon 3 (1=Lernbehindert, 1=sehbehindert und unser als E-Kind) Kinder Behinderungen hatten.

E-Kinder können (und sollten m.E. unbedingt) integrativ eine "normale" Schule besuchen. Ein schlechtes Umfeld ist für unsere Kinder das schlimmste, da sie sich Verhalten in jeder Form abgucken.

Für unseren Sohn beginnt nach den Sommerferien die weiterführende Schule und als E-Schüler wird er auch dann eine "normale" Schule integrativ besuchen.

Du mußt Dein Kind nicht auf eine E-Schule geben, wenn Du es nicht willst.
Leider ist man immer wieder von "Pädagogen" umgeben, die lieber mit handzahmen Kindern arbeiten.

Laß Dich nicht unterkriegen! Du tust es Für Dein Kind und nicht für die Lehrer.
Viiiiel Erfolg
Angelika

von Angelika - am 05.08.2001 22:55
Hallo Simone,

Du schreibst, dass Dein Sohn einen weit überdurchschnittlichen IQ hat ...
Wusstest Du, dass eine Hochbegabung (davon spricht man, wenn der IQ über 130 liegt) durchaus ähnliche Symptome hervorbringen kann wie ein ADS?
Und ADS in Kombination mit Hochbegabung gibt es auch - und dies ist sogar recht häufig bei _den_ Kindern, die eher hypoaktiv und dabei aber sehr impulsiv sind ...

Wenn Du möchtest, schau Dich doch mal auf meiner homepage um (Link findest Du unten) ... dort geht es um hochbegabte Kinder mit ADS.
Kannst mich gerne auch anmailen, wenn Du weitere Fragen hast.

Viele Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 06.08.2001 13:00

Re: Jetzt bin ich echt geschockt !!

Hallo Simone!

Natürlich kannst Du Dich gegen die Einschulung in eine E-Schule entscheiden.
Besser ist natürlich die Beschulung in einer Integrationsklasse.

Damit wurde ich auch geködert und nachher war kein Platz in einer Schule in unserer Nähe zu haben.

Pascal ist auch nicht aggressiv in dem Maße,daß er prügelt.Aber auch er kommt
aus einem Streit nicht so leicht raus und verwickelt sich in Endlosdiskussionen,
leider auch mit verbalen Entgleisungen,was ihn im Erwachsenenumfeld nicht gerade beliebt macht.Dadurch hat er auch nur sporadisch mal einen Freund.

Was viele nicht wissen (ich auch nicht) ist,daß auf eine E-Schule u.A. auch Kinder gehen,die in sich zurückgezogen sind und dadurch die Mitarbeit in der
Schule verweigern.

Von der Sorte habe ich übrigens auch einen.Er wurde jetzt auf ADS-H untersucht und ich bin mal gespannt,denn er hat schon ab der 1. Klasse Konzentrations-
probleme,sitzt aber ansonsten still auf seinem Platz und muckt nicht auf.

Zweimal habe ich versucht,ihn zurückversetzen zu lassen,aber da hieß es,das sei
nicht nötig.
So hat er sich bis zur Hauptschule durchgehangelt.

Zum Glück wurde dort gerade eine I-Klasse eingerichtet,für die starke Schüler
zum auffüllen gesucht wurden.Daniel wollten sie daher nicht mit reinnehmen.
Es meldeten sich wohl aber nicht genug Eltern und so wurde Daniel doch in diese Klasse aufgenommen.

Die Klassenstärke beträgt 20 Kinder,von denen 7 Sonderschüler sind und in den
Deutsch-,Mathe-,und Englichstunden in einen anderen Klassenraum gehen.
Somit ist die Klasse ziemlich ruhig und Daniel konnte sich sehr verbessern.
Sogar in seinem absoluten Haßfach,Mathe.

Liebe Grüße
Ricki

von Ricki - am 06.08.2001 22:47
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