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ADHS ADS Selbsthilfe
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17
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Uschi, Pia, Dagmar, Kirsten, Friederike, Markus aus Kaiserslautern, Antje, Stefan, Birgit R., martina.w, Magnus

warum wird heute nicht mehr über die Einhaltung einer Diät gesprochen?

Startbeitrag von Magnus am 05.08.2001 21:39

habe gerade den Bericht auf Sat1 gesehen. Ich bin 28 Jahre und war als Kind selbst Hyperaktiv. Damals in den 80ern war diese Krankheit gänzlich unbekannt und nur wenige Ärzte wußten etwas darüber. nach langem Leidensweg (bis zur vierten Klasse) und der Gefahr auf eine Sonderschule zu kommen, wurde ich zu einem Arzt in Aachen geschickt, der mir eine strenge Diät auferlegte (keinerlei Süßigkeiten, keine Fertigprodukte, keine Milch, keine E-Stoffe, keine Zitrusfrüchte und diverses mehr) nach ca 3 Tagen strengster Einhaltung dieser Diät war der Erfolg so groß, dass meine Umgebung glaubte, ein neuer Mensch stehe vor ihnen. höflich, aufmerksam, ruhig und freundlich. Habe ich mich dann doch einmal nicht an die Diät gehalten, so konnte jeder in meiner Umgebung dies binnen weniger Stunden an meinem Verhalten und auch an meiner Handschrift, die sich rapiede verschlechterte, erkennen. Also ich frage mich, warum wird diese Diät heute nicht mehr angesprochen, in den 80ern nicht nur mir sondern vielen anderen Kindern auch damit geholfen werden konnte.

Antworten:

Ich denke das eine Diät nur sehr selten einen so durschlagenden Erfolg hat, wie hier beschrieben. Zudem dürfte es schwierig sein, eine solch strenge Diät bei einem Kindergarten-Kind zu realisieren. Ich denke das man auch nicht vergessen darf, daß hierbei Energiestoffe entfallen die bei kindlichen Aktivitäten sehr wohl benötigt werden.
Ich frage mich ob es sich bei Ihnen nicht eher um eine Art Lebensmittelallergie handelt, bzw. eine Allergie auf bestimmte Stoffe.
Grunsdsätzlich halte ich eine gewisse Einschrenkung von Süßigkeiten etc. für sehr sinnvol (nicht wegen der Zähne), aber mal ehrlich - so ganz ohne is auch nix :-)


Stefan

von Stefan - am 05.08.2001 22:19
Hallo Magnus,

du hast ganz recht, das frage ich mich auch.
Meine Nichte ist auch nach ein paar Tagen "Diät", d.h. Verzicht auf alles süße, keine Kuhmilch und keine Fertigprodukte wegen der Konservierungsstoffe, wie ausgewechselt.
Vielleicht liegt es ja daran, daß die Mütter sich die Arbeit nicht machen wollen, denn meine Schwester muß nun schon mehr Zeit zum Kochen verwenden. Aber meine Schwester sagt auch, bevor sie ihrer Tochter Psychopharmaka gibt, macht sie sich doch lieber ein bißchen mehr Arbeit. Nur denken wohl nicht viele Mütter so. (Der Griff zur Psychopille ist eben einfacher.)

Mir sagte sogar mal ein wirklich guter Heilpraktiker, daß hinter den meisten hyperaktiven Symptomen sich in Wahrheit Allergien verbergen, speziell auf die Stoffe, die du auch schon angeführt hast und dann hat wohl jeder auch noch recht individuelle Allergien, z.b. Erdnüsse.
Das könnte sogar der Grund sein, daß es immer mehr Kinder gibt, die auffällig werden, denn auch die Allergien werden ja immer mehr.

Meine Schwester ist jedenfalls unglaublich beeindruckt, wie extrem der Unterschied zu vorher ist.

lg Kirsten

von Kirsten - am 06.08.2001 00:47
Hallo Magnus,

bezüglich der olioantigen Diät ist von Dr. med. Alexander Marcus eine Studie durchgeführt worden, die belegt, dass nur ein kleiner Teil der betroffenen Kinder auf diese Diät anspricht.
(nachzulesen in Kongressdokomentation "Hyperaktive Kinder" Ev. Akademie Bad Boll)

Anscheinend war dies ja bei dir auch der Fall.

Für Familie mit ADS-KIndern ist es jedoch äußerst schwierig eine solche Diät durchzuhalten, da sie im wahrsten Sinne "mehrfach belastet sind".
Es gibt z.B. jeden Tag Probleme mit dem alltäglichen Tagesablauf z.B. einhalten der Regeln, ganz zu schweigen davon, dass viele ADS Kinder bestimmte Nahrungsmittel bevorzugen und andere, besonders die "gesunden" schlichtweg verweigern, bzw. ablehnen. Für diese Familien beinhaltet die Einhaltung einer solchen schwer durchzuführenden Diät noch viel mehr Zündstoff und Konfliktsituationen.

Wenn dies bei dir geglückt ist kannst du dich freuen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, das diese Duiät selten wirkt und noch dazu schwer durchzuführen ist.
Meist reagieren diese Kinder anscheinend auf diese Diät, weil sie mehr Beachtung bekommen und manchmal wirkt auch der viel beschriebene "Placeboeffekt".

Birgit R.

Liebe Grüße
Birgit R.

von Birgit R. - am 06.08.2001 09:22
Hallo Kirsten,
Dein Posting ist nicht gerade fair. Vor allem der Satz "der Griff zur Psychopille ist eben einfacher" ist schon ziemlich unverschämt. Wenn Du das Forum aufmerksam liest, dürftest Du erkennen, daß es sich hier keiner leicht macht. Nur neben all dem Stress, den man mit ADS-Kindern (und auch gesunden) hat, ist die Einhaltung einer Diät (die erwiesenermaßen nur in den seltesten Fällen etwas bringt) eine Tortur. Ich habe das selber erlebt. Als mein großer Sohn 4 Jahre alt war (damals wußten wir noch nichts von ADS, aber sein Verhalten war katastrophal), hatte er eine schlimme Nerodermitis. Auf Anraten des Aztes haben wir besagte Diät durchgeführt. Die Haut war nach einigen Wochen super. An seinem Verhalten hätte sich ja auch etwas verändern müssen, wenn diese Diät so toll hilft. War aber nicht. Nach einem halben Jahr haben wir es beendet. Es war eine einzige Qual für das Kind und den Rest der Familie (die anderen beiden waren 1 und 3 Jahre alt). Die Neurodermitis ist allerdings nie wieder aufgetreten.
Beim Heilpraktiker waren wir auch schon. Haben alles durch, Globuli, Biofeedback usw. Hat ein wahnsinniges Geld gekostet, die Wirkung war nur gering. Erst Ritalin brachte den durchschlagenen Erfolg.

von martina.w - am 06.08.2001 12:13
Hallo Kirsten.

Ich muß Martina Recht geben!!
Das war wirklich unfair, ich glaube nicht das Mütter ihren Kindern
einfach so "Pillen reinschmeißen", da ist meistens schon ein großer
Leidensweg vorangegangen ehe man sich für diesen Weg entscheidet!!
Es freut mich das es bei Deiner Schwester alleine mit Diät geht,
aber wie hier auch schon gesagt wurde es schlägt halt nicht bei jedem Kind an.
Ritalin übrigens auch nicht, jeder muß für sein Kind den besten Weg herausfinden.
Meine Tochter bekommt übrigens auch (noch?) kein Ritalin, weil Ich es mir
eben (genau wie viele Mütter vor mir) nicht einfach mache!!

Mit freundl. Grüßen Antje

von Antje - am 06.08.2001 12:42
Hallo Kirsten,

das sehe ich auch so, wir haben 1 Jahr lang überlegt ob wir´s machen oder nicht, aber unser Leidensdruck war so schlimm, dass wir es Philip nicht mehr ohne antun konnten. Denn es ist eigentlich für die Kinder gut und nicht für die Eltern. Als wir dann eine Selbsthilfegruppe aufgesucht hatten und von den anderen genau die selben Sorgen hörten, war ich so erleichtert das ich auf dem nach Hause weg geweint habe. Dann, aber erst dann haben wir mit der Medikation begonnen.
Aber haben wir Eltern mit solchen KILLERFRASEN immer zutun?
Ich habe gelernt ein Kind verändert das Leben mehr als total und Eltern geben nicht so schnell auf. Nur diese blöden Fachleute machen uns doch als Eltern fertig. Ich wußte schon früh das was nicht "OK" ist. Jeder hat doch irgenwas in irgendeiner Schublade schmorren, bei uns war´s so das wir junge Eltern sind. Da wurde so lange auf mich als Mama gehauen bis ich in die Klinik mit Nervenzusammenbruch eingwiesen wurde. War das nötig??? Heute weiß´ich das es nicht meine Schuld ist. und werde ein Erlebnis nie vergessen , wie mein Schwiedervater zu meinem Mann sagte (nach einem Wutanfall vom Kleinen am Heiligenabend) -nun bekommst Du alles zurück was wir durchlebt haben... viel Spaß- das war nicht so böse gemeint, aber er hatte recht. Aber wir haben nicht aufgegeben und haben durch unsere liebe Ärztin heraus gefunden was nicht stimmt.
Ich bin leider noch nicht so lange hier, aber kämpft ihr nicht immer wieder mit solchen Aussagen???
Nicht unterkriegen lassen, dafür ist das Erlebnis zu schön von einer Keckshand gestreichelt zu werden gleichzeitig eine tolle Geschichte erzählt zu bekommen und das ganze auf einem Bein.:-) DANKE MEIN LIEBLING
lg Uschi

von Uschi - am 06.08.2001 14:19
Ich weiß nicht, was an meinem Satz (Psychopille ist eben einfacher) unfair sein soll, denn im Grunde bestätigen mir hier alle genau das. Ich weiß, daß die Einhaltung der Diät anstrengend und sehr zeitaufwendig ist, sehe es ja bei meiner Schwester, genau deswegen machen es ja so wenige Mütter sonst, wie schon gesagt: Pillen geben macht weniger Arbeit.

Ganz häufig sind begleitende Dinge wie Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen beim ADS auch noch vorhanden, oder eben bei den Eltern. Allergien sind nämlich genetisch bedingt. Auch in unserer Familie sind diverse Nahrungsmittelallergien verbreitet, und mein Schwager hatte als Kind allergisches Asthma.
Die Kinder, die ich sonst noch so kenne mit ADS oder Hyperaktivität sind ebenfalls von allergischen Anzeichen mitbetroffen, so sind z.B. auch Magen-darmprobleme und dunkle Ringe unter den Augen oftmals ein Hinweis auf Allergien.
Gerade daß bestimmte Nahrungsmittel bevorzugt werden ist eher auch ein Anzeichen davon, denn meistens sind es genau diese Dinge, auf die man allergisch reagiert. Läßt man die dann weg, dann gehts einem erst schlechter, nach einigen Tagen dann umso besser. ich habe es selbst ausprobiert, ich bin auch auf Milch und Eier und einiges mehr allergisch.

Das mit dem Placeboeffekt kann nicht stimmen, sonst würde es nicht einige Tage dauern, bis die Veränderung, dann aber sehr deutlich eintritt. Und auch deswegen nicht, weil bei meiner Nichte durchaus noch vorkommt, daß es quasi Rüchfälle gibt, dann aber im nachherein sich doch rausstellt, daß sie irgendwo etwas gegessen hat, was eben Zucker oder Milch oder Farbstoffe oder so enthielt.
Es ist auch nicht eine allgemeingültige Diät, sondern jeder muß individuell herausfinden, worauf er reagiert, nur ist es ganz häufig, daß Milch und Zucker auf jeden Fall dabei sind.

lg Kirsten

von Kirsten - am 06.08.2001 14:21
Hallo Kirsten,
gerade habe ich mir so viel mühe gegeben Dir alle zu erklären aber ich habe festgestellt Du hörst nicht zu und hast Deine Meinung PUNKT. Also dann brauchen ja keine mehr zu antworten, weil Dein Standpunkt steht. Wenn bei Dir geholfen hat schön, aber bei uns nicht.

-ENDE-

von Uschi - am 06.08.2001 14:27
Hallo Magnus, ich bin heute zum ersten Mal auf dieser Seite, und gleich hab ich viel spannendes gelesen! Nicht nur ich bin ADS-Betroffene, auch bei meinem Sohn (8) wurde ADS ohne Hyp. festgestellt, meine Tochter (5) ist wahrscheinlich auch betroffen. Und beruflich habe ich auch mit ADS zu tun, ich arbeite in einer Kinderarztpraxis, in der wir sehr viel mit ADS zu tun haben. Zur Diät kann ich nur sagen, dass es immer wieder Einzelfälle gibt, bei denen eine Diät hilft (ich kenne ein Kind, das phosphatfrei ernährt wird, so weit es geht und das ADS ist ziemlich unter Kontrolle), aber das sind wirklich Ausnahmen. Leider. Mein Sohn hat nun nicht nur ADS, sondern auch noch Zöliakie (muss sein ganzes Leben glutenfrei ernährt werden, so viel zum Thema "faule Mütter"!!!) und auch noch eine schwer einstellbare Epilepsie. Trotzdem gebe ich meinem Sohn Medikinet (ist im Gegensatz zu Ritalin glutenfrei), denn meinen Lebenslauf möchte ich meinen Kindern ersparen. Du siehst, es gibt Kinder, bei denen man beim besten Willen keine weitere Diät machen kann, und auch sonst ist die Diätfrage ziemlich umstritten. (meine persönliche Meinung: jeder Betroffene soll den Weg gehen, den er selbst für Richtig hält und sich nicht von sogenannten selbsternannten Fachleuten beeinflussen lassen - denn diese Leute haben oft wirklich keine Ahnung wovon sie reden!! Grade heute war im Hamburger Abendblatt wieder mal so ein typischer Artikel, der offensichtlich von jemandem verfasst wurde, der noch nie mit ADS zu tun hatte. Ich werde leider immer wütend, wenn ich so was lesen muss!) Lieber Magnus, ich weiss, das hatte jetzt gar nichts mehr mit Deinem Bericht zu tun, aber wie Du ja sicher weisst, wenn wir erst mal losgelassen sind.... viele Grüße und viel Glück, Friederike

von Friederike - am 06.08.2001 14:32

Unterschiedliche Ansicht, was ADS ist

Es gibt ja jede Menge Theorien dazu, was ADS ist, wie es ausgelöst wurde und wie man es behandeln kann.

Dann gibt es Leute, die die Existenz von ADS als eine Krankheit / Störung / Kategorie x / ... leugnen. Für die gibt es zwar einzelne Symptome, die aber ihre jeweils eigenen Ursachen haben.

Jede dieser Theorien hat ihre Mittel damit umzugehen, was unter dem Namen "ADS" läuft bzw. nicht anerkannt wird.

Ihr werdet nicht auf einen gemeinsamen Punkt kommen, wenn ihr unterschiedlichen Theorien anhängt.

Aber vielleicht muss es das auch nicht sein. So ein bisschen Differenz, solange es nicht auf Kosten der Kinder geht, kann nie schaden.

von Pia - am 06.08.2001 14:50

wie organisieren?

>(keinerlei Süßigkeiten, keine Fertigprodukte, keine Milch, keine E-Stoffe, keine Zitrusfrüchte und diverses mehr) nach ca 3 Tagen strengster Einhaltung dieser Diät war der Erfolg so groß

Ist aber ein eng gesteckter Rahmen, nicht?

Jetzt mal unabhängig von ADS usw.

Ich bezweifle sehr stark, dass man sich im Deutschland 2001 so ernähren kann.


So mit Vorurteilen, klingt es teuer, fad, schwer zu beschaffen, einseitig, zeitlich sehr in Anspruch nehmend usw.

Und wie sieht es mit dem sozialen Leben aus? Partnerschaft (das muss große Liebe sein, die das mitisst), Kindergartenessen, Schulspeisung, Mensa, Kantine, Einladungen, der schnelle Hunger zwischendurch, ...

Wer macht das heute so mit dieser Diät und kann berichten? Über die angesprochenen Aspekte oder andere.

von Pia - am 06.08.2001 14:57
Hallo Magnus,

du hast Recht, vor 15 Jahren wurde ADS in Deutschland, wenn überhaupt, durch Diäten behandelt. Du musst dabei bedenken, dass das Wissen um ADS hier in Deutschland zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckte und ausschließlich auf die Hyperaktivität geschaut wurde.
Die kann bei einzelnen Kindern tatsächlich durch eine Diät verbessert werden. Außerdem fielen damals Kinder, die aufgrund einer Allergie hyperaktiv waren in die Diagnose, einfach, weil die Diagnoseinstrumentarien und -kriterien noch nicht so ausgefeilt waren. Natürlich half auch bei diesen Kindern die Diät.

Heute ist das Wissen weiter. Mehrere Studien konnten eine Wirkung der Diät nicht belegen und es gibt in Deutschland keine einzige Doppelblindstudie, die eine Wirkung der Diät bei ADS belegt. Sollte sich ein solches Ergebnis bei der Testung eines Medikamentes ergeben, würde deren weitere Entwicklung eingestampft.

Ähnlich verlief auch die Entwicklung mit der Diät. Die Phosphatliga, die sich zur Verbreitung des Diätgedankens bei Hyperaktivität gründete, nannte sich wegen der Unwirksamkeit um in AÜK. Heute sagt selbst dieser Verband, dass maximal 3-5% der hyperaktiven Kinder so behandelt werden könnten. Bei den hypoaktiven Kindern wirkt die Diät gar nicht.

Wie schon gesagt, die Diät kann auf die Hyperaktivität wirken, sie wirkt jedoch nicht auf die Aufmerksamkeitsstörung. Nun ist diese heute das Leitsymptom, nachdem ADS diagnostiziert wird. Es wäre also folgendermaßen vergleichbar: Ein Kind hat eine Lungenentzündung. Man behandelt nun ein Symptom, nämlich das Fieber mit Wadenwickeln. Natürlich wird es dem Kind dadurch besser gehen, die eigentliche Ursache der Erkrankung wird allerdings nicht behandelt. Nun kommt es auf den Schweregrad der Infektion an, wie das Ganze ausgeht. Bei einem schwachinfizierten Kind, können die Wadenwickel reichen. Bei einem Kind mit starker Infektion geht es dem Kind erst mal besser, die Infektion wird allerding dennoch ihren Tribut fordern.

Genauso ist es bei ADS. Bei einem nicht so stark betroffenen Kind kann die Diät ausreichen, auch wenn ein gezieltes Verhaltenstraining besser gewesen wäre. Eine stark betroffenes Kind wird auch trotz Diät an seinem ADS straucheln.

Heute nehmen übrigens viele Erwachsene ADS'ler Medikamente, auch wenn sie als Kinder Diät essen mussten. Und ihre allgemeine Einstellung ist, dass sie diese Diät ihrem eigenen Kind nicht zumuten werden.

An Kirsten: Ich kenne deine Argumentation bis zum Abwinken aus der Elterngruppe, die ich damals besuchte. Da gab es die guten Mütter, die für ihre Kinder trotz hohem Aufwand Diät kochten und die hochnäßig und abschätzig auf die schlechten Mütter, die ihrem Kind Medikamente gaben hinabschauten. Obwohl ich damals noch bei den Diät-Müttern war, war es mir fremd verurteilend gegenüber anderen Menschen aufzutreten, die andere Wege gehen als ich.

Ich habe lange für meine Kids Diät gekocht, mich intensiv damit auseinandergesetzt. Jedes Kind wurde von einem Spezialisten einzeln und individuell ausgetestet. Doch trotz all der Erfahrung des Spezialisten und meines Bemühen, hatte die Diät bei 2 meiner 3 Kinder keinen Erfolg. Bei meinem mittleren Kind ging tatsächlich die Hyperaktivität zurück. Sein ADS-Test bei einer Ärztin fand mitten unter der Diät statt und trotz der Verbesserungen war der Test eindeutig für ADS vom vorwiegend hyperaktiven und impulsiven Typ nach DSM IV.

An alle: Kirsten meldet sich hier immer mal wieder mit Totschlagargumenten gegen eine medikamentöse Behandlung zu Wort. Was anderes konnte man von ihr bisher noch nie lesen.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 06.08.2001 16:06
Hallo Dagamar,

das habe ich mir schon fast gedacht das sie einfach nur stänkert und habe deshalb kurz den Anfang vom Forum in eine Nachricht eingefügt und danke Dir für die kurze Info.
hlg Uschi

von Uschi - am 06.08.2001 17:28
Hallo Uschi, hast Du Dir denn mal darüber Gedanken gemacht, ob Du Deinem Kind auch auf andere Art und Weise helfen kannst?
Du weißt doch sicherlich, dass die wirkung von Ritalin vor dem Zubettgehen nachgelassen haben sollte?
Ich suche brennend nach etwas, dass unserer Jaqueline dabei hilft, den Rebound zu mildern und es ihr evtl. auch ermöglicht, ihre Umgebung ohne Rita etwas deutlicher vwahrzunehmen...........es ist einfach nicht einzusehen, dass das Kind einfach in der Zeit, in der man kein Rita geben sollte, mit seinen Prob´s "alleingelassen" werden soll...........
Kirsten hat mit der Kritik schon das richtige angesprochen............, über die Dosierung von Ritalin kannst Du hier in diesem Forum jede Menge Ratschläge bekommen, wenn jemand nach Erfahrungen mit Verhaltenstherapien fragt, herrscht hier leider das "Schweigen im Walde"............

MfG Markus aus Kaiserslautern

von Markus aus Kaiserslautern - am 06.08.2001 22:27

An Markus von Uschi

Hallo Markus,

das kann ich nicht bestätigen. was ich hier in den letzten zwei Wochenalle gelernt habe, ist einfach super.
Aber zu Deiner Frage:
Anfangs war Philip blaß und sah müde aus, die Rebounds waren schrecklich, weil wir nicht wussten, dass es welche sind.
Es dauerte bestimmt 2 Monate bis wir die einigermaßen richtige Einstellung gefunden haben. Den Rebound haben wir dann aufgefangen indem, wir die zweite Dosies etwas früher gegeben haben, also 1/2 Stunde vorm Ende des Wirkbereichs. (Übrigens wurde das auch hier vor kurzen beschrieben).
Schlaflosigkeit.
Abends ins Bett war früher kein Problem, 19 Uhr und wir hatten Ruhe.
Aber mit Ritalin dann 20/21/22 Uhr und Philip war imme noch wach.
Wir sind sozusagen Patrolie gelaufen alle 1/2 nachschauen, bis Philip klar war "Ich muss liegen bleiben." Er schlief dann so gegen 21 Uhr ein.

Dann hatte aber unsere Ergotera. eine super Idee
Das können nicht alle ADS Kinder ertragen,aber bei Philip geht es weil er Probleme mit der eigenen Wahrnehmung hat.

Mit einer Bürste( sieht aus wie eine Nagelbürste)
10x erst über den recht Arm dann den linken, dann das recht Bein das linke, dann den Rücken alles 10x von oben nach unten langsam streichen.
Wir hatte erfolg Philip konnte gegen 20 Uhr Schlafen. Ich habe nicht jeden abens Lust dazu, aber ich bekomme es sofort auf von Philip Butterbrot geschmiert, er schläft dann erst spät ein.
So ist das halt bei uns, wenn Du noch fragen hast,dann helfe ich sehr sehr gern. Ob wir schon was anderes ausprobiert haben? haha Verzweifeltes lachen
Ich hatte gerade unser ganzes Leben geschrieben,aber mein Computer hat mich mal wieder raus geschmießen ahahahah und nun habe ich erst mal keine Lust noch mal alles neu zu schreiben. Erst heute abend wieder wenn es günstiger ist.
Herzliche Grüße Uschi

von Uschi - am 07.08.2001 08:10

Re: Verhaltenstherapie an Markus

Hallo Markus,

deine Verzweiflung kann ich gut verstehen. Wie sieht es denn bei euch mit Verhaltenstherapeuten aus? Konntest du für dein Kind einen Therapeuten finden?

Bei uns in Ffm gibt es lediglich 2 zugelassene Therapeuten, die sich auskennen, davon war die eine jetzt für längere Zeit in Mutterschaftsurlaub. Leider ist das Angebot viel zu wenig. Ist es bei euch besser?

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 07.08.2001 09:52
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