Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
heidi s., Jessica, anne05, Britta, heidi

Könnte auch meine Tochter ADS haben?

Startbeitrag von Jessica am 08.08.2001 02:23

Hallo,

bei meinem Neffen (7) wurde kürzlich das ADS Syndrom festgestellt.
Das er ein schwieriges Kind ist, habe ich schon gewußt und auch das er oftmals sehr agressiv auf meine Schwester losging wußte ich. Genauso wie ich ahnte das irgendetwas nicht mit ihm stimmt, genauso wußte ich das es mit Sicherheit kein Erziehungsfehler meiner Schwester sein konnte das der Junge so ist wie er ist.
Die Familie und auch der Kinderpsychologe meinten lange das er wohl ein Problem damit habe seine Mutter (sie ist alleinerziehend) eben auch als Erziehungsperson zu akzeptieren. Erst jetzt nachdem ich im Netz erstmals etwas über ADS erfahren habe und meiner Schwester ein paar Infos mitgab und sie den Kinderspychologen darauf hinwies wurde er tatsächlich daraufhin getestet und der Verdacht bestätigte sich. Auf Ritalin ist er allerdings schon länger eingestellt und er kommt gut damit zurecht.
Nun aber zu meiner eigentlichen Frage.
Vor kurzem habe ich erstmals einen Wutausbruch (es war schon eher ein Anfall blinder Wut) meines Neffen erlebt und war sehr erschrocken. Nicht weil oder wie es passierte, sondern weil ich dabei meine 11 jährige Tochter wiedererkannt habe. Meine Schwester und ich unterhalten uns gerade in letzter Zeit sehr viel über das Verhalten unserer Kinder und erschreckend viele Dinge kommen so wieder in mein Bewußtsein und mit jedem neuen Anfall meines Neffen meine ich meine Tochter zu sehen.
Allerdings unterscheiden sich beide Kinder sehr. Mein Neffe ist ein unstetes Kind das immer und überall zwischenfunkt. Er hat Probleme in der Feinmotorik und auch mit der Konzentration hapert es. Auch wird er sehr schnell ungeduldig und kann nicht lange an einem Fleck verharren zB. beim spielen.
Meine Tochter hingegen kann sich stundenlang allein beschäftigen, zieht sich sehr viel zurück und malt und zeichnet mit Begeisterung. Aus diesem Grund nahm sie in der Schule auch als Wahlpflichthauptfach Kunst.
Sie hat auch ein bemerkenswertes Gedächtnis für Namen und Zahlen. Dies jetzt nur mal um die Unterschiede aufzuzeigen. Gemeinsam mit meinem Neffen hat sie: Die Aufbrausende Art. Wenn ihr irgendetwas nicht in den Kram paßt explodiert sie regelrecht und wird beleidigend. Die Fordert mich regelrecht hinaus, ja provoziert mich so bis ich meinerseits laut werde. Damit verschlimmere ich das Verhalten meist dann noch (aber auch ich bin nur ein Mensch) und sie wird noch lauter und beginnt sich selbst zu schlagen. Nach einer Zeit muß ich dann reagieren und versuche sie zu bremsen. Daraufhin schreit sie mich an ich könne sie ja schlagen, täte ich ohnehin immer und überhaupt könnte ich sie ja abgeben da sie ja nichts wert sei. Ich schwöre bei Gott das ich niemals so etwas erwähnt habe.
Auch gemeinsam mit meinem Neffen hat sie: Die Schwierigkeit Freundschaften zu knüpfen. Sie ist sehr Kontaktscheu doch wenn sie einmal jemanden gefunden hat beansprucht sie die Freundin für sich allein, reagiert agressiv auf eine dritte Person und riskiert dadurch das keiner mehr mit ihr spielen will. Mit der Zeit passiert das auch immer wieder und dann richten sich diese Agressionen gegen mich und sehr sehr oft gegen ihre kleinere Schwester (9) die dann die Welt nicht mehr versteht.
Die kleinere Tochter ist ganz anders als die große und ich habe mit ihr überhaupt keine Schwierigkeiten. Ich sage für mich immer sie ist ein normales kleines freches Mädchen das sich aber sehr leicht lenken läßt. Also das genaue Gegenteil zu meiner Großen.
Ist es möglich das ADS vererbbar ist ? Und ist es ratsam meine Tochter ebenfalls mal darauf testen zu lassen? Und an wen wende ich ich mich dann zuerst. Meine Schwester meinte das ich das OK vom Jugendamt bräuchte um zu einem Kinderspychologen gehen zu können (wegen der Kosten) oder gibt es da auch noch andere Anlaufstellen?
Ohje, jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben aber ich wäre trotzdem dankbar ein paar Tips zu bekommen.
Vorab schon mal vielen lieben Dank
Mit lieben Gruß Jessica

Antworten:

Hallo Jessica,
so wie du deine Tochter beschreibst, hat sie viel Ähnlichkeit mit meiner. Meine Tochter hat eine ADS mit H, z.Zt. in der Pubertät und da gleicht sie einer wandelnden Schlaftablette.
Bei uns übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Kinderpsychiatrischen Behandlung.
Inzwischen weiß man, dass ADS vererblich ist. Ich würde sie auf alle Fälle testen lassen und gleichzeitig mit der Schule Rücksprache halten.
Gruß Heidi

von heidi - am 08.08.2001 06:08
Hallo Jessica,

du hast in deinem Bericht auch erzählt, daß deine Tochter im Denken sehr fit ist. Wenn du sie auf ADS testen läßt, dann lass auch gleich einen Intelligenztest machen. Es gibt erstaunlich viele Kinder die ADS haben und überdurchschnittlich intelligent sind oder sogar hochbegabt. Und mehr an Intelligenz bedeutet für die Kinder auch "anders sein" und dadurch Unausgeglichenheit, Wutausbrüche,kein Selbstbewußtsein, etc. Muß nicht sein, ist aber möglich! Schau mal dir mal die Homepage
[eigen-sinn.bei.t-online.de] an!! Da werden beide Sachen angesprochen.
liebe Grüße Britta

von Britta - am 08.08.2001 06:54
Hallo Britta und auch Heidi,

zunächst mal vielen Dank für die raschen Antworten.

Heidi, ich habe einmal über die Vererbung nachgedacht und habe feststellen können das es sehr viele Parrallelen zu mir selbst bestehen und auch bei einem erneuten Gespräch mit meiner Schwester fanden sich schnell Dinge die auch auf sie zutreffen. Ein Grund mehr der Sache auf den Grund zu gehen.

Britta, ich bin dem Link sofort gefolgt und habe mir fast alles durchgelesen und bin geplättet.
Besonders als ich Sebastians Geschichte laß. Von Anfang an dachte ich das ist mein Kind was dort beschrieben wird und mit jedem Satz festigte sich dieser Gedanke.
Ja, ich werde meine Tochter testen lassen!
Demnächst haben wir einen Gesprächstermin mit unserer Sozialbetreuerin vom Jugendamt und ihr werde ich Sebastians Geschichte vorlegen (habs sofort ausgedruckt). Ich komme mit der Frau super zurecht und habe schon lange Kontakt zu ihr. Ich erhoffe mir das sie mir helfen kann schneller einen Termin bei einem Kinderspychologen zu bekommen, da die Wartezeiten hier mitunter bis zu einem Jahr sind. Außerdem weiß ich ja auch nicht welcher sich mit ADS auskennt.
Was aber kann ich bis dahin tun? Noch sind Ferien und im Moment ist meine Tochter recht umgänglich ( logisch da ja kein Schuldruck-und Zwang besteht) doch ich denke mit grauen an den Schulbeginn. Witzigerweise meint meine Tochter sie würde sich auf den Schulbeginn freuen (was ich ihr auch glaube) aber ich weiß auch bereits jetzt das spätestens am dritten Tag der Alltag wieder eintritt und unsere allmorgendlichen Kämpfe bestehen wobei sie sich weigert zur Schule zu gehen (wegen Schulschwänzens auch das eingeschaltete Jugendamt meinerseits). Ich habe Angst das es wieder eskaliert und ich habe auch Angst vor den Reaktionen meiner Nachbarn (8 Mietparteien die allesamt Druck machen) die sich verständlicherweise beschweren. Es ist so das sie Abends (mitunter sogar Nachts) nicht ins Bett will (Geschrei, verbale Äußerungen gegen mich, gegen sich selbst gerichtete Agressionen in Form von Schlägen zB. auf die Beine bis hin zu lauten Hilferufen nach Polizei und ähnlichem. Das gleiche Spektrum dann morgens um 6 Uhr und zwar solange bis ich resigniere. Ich habe Angst da ich an meine Grenzen angekommen bin und ich habe in solchen Situationen Angst vor mir selber. Leider habe ich keinerlei Hilfe ( bin alleinerzeihend) und außer dem Austausch mit meiner Schwester kann ich bisher mit niemandem reden.
Ich habe sie auch schon des öfteren geschlagen (der Teufel soll mich holen) aber ich wußte einfach nicht mehr weiter. Der Streß Zuhause, der Druck von außen mit den Nachbarn, Schule und anderen Eltern, all dem fürchte ich nicht mehr gewachsen zu sein. Auf keinen Fall will und werde ich sie in eine Einrichtung geben aber ich brauche unumstritten Hilfe wie ich in Zukunft mit ihr umgehen kann um es auf ein erträgliches Maß zu bringen. Und da ist auch noch meine kleinere Tochter die ohnehin manchmal,nein viel zu häufig auf der Strecke bleibt. Ich möchte aus ihr nicht auch ein Problemkind machen habe aber Angst das sie auf Dauer nicht mit der Situation zurechtkommt, denn schon jetzt ist sie unglaublich selbstständig und geht mE. viel zu früh und zu schnell eigene Wege. Auf der anderen Seite ist sie sehr verständnisvoll was ihre Schwester betrifft (ich erklärte ihr das ihre Schwester anders ist als sie) allerdings kann ich mir nicht vorstellen das sie auf Dauer verstehen wird warum ich bei ihrer Schwester Dinge durchgehen lasse (um Konflikte zu vermeiden) und bei ihr nicht ohne das es spurlos an ihr vorbei geht.
Viele Dinge und Ängste die mich beschäftigen, doch ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben und mich endlich austauschen kann.

Mfg Jessica

PS: Ich wohne in Essen an der Ruhr, leider konnte ich noch nichts über ADS erfahrene Ärzte und Psychologen hier herausfinden und da ich kein Auto habe sind meine Möglichkeiten weiter weg zu fahren sehr eingeschränkt (allein schon wegen Geldmangels). Weiß jemand etwas mehr?

von Jessica - am 08.08.2001 15:50
Hallo Jessica,
du kannst dich auch an die freien Wohlfahrtsverbände wenden, an Kinderkliniken mit psychiatrischen Abteilungen, im Branchenbuch nach Kinderpsychiateren nachsehen. Es könnte sein, dass ich heute abend noch einige Adressen ausfindig machen könnte.
Nach dem Alter nach steckt deine Tochter in der Pubertät und ich kann mir gut vorstellen wie es dir und deinen Kinder geht. Vor allen Dingen darfst du dir keine Vorwürfe machen, gerade als Alleinerziehende ist man mit einem Problemkind total überfordert. Und diese Mädels fordern von einem alles ab. Da kann ich das gleiche Lied singen.
Versuche sie in der Kunst zu fördern und zusätzlich in einem Mal- Bastel- Werk- oder Töpferkurs unterzubringen. Dort könnte sie Anerkennung bekommen, die sie in der Schule nicht unbedingt hat.
Bis später! Heidi S.

von heidi s. - am 08.08.2001 17:52
Hallo Jessica,

ich bin die Mutter von Sebastian ... dessen Schilderung Du auf meiner homepage "Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder" gelesen hast.

Um einen adäquaten Arzt zu finden ist es ratsam, sich an eine örtliche Selbsthilfegruppe zu wenden. Adressen findest Du hier:

[www.ads-hyperaktivitaet.de]

Ansonsten solltest du vielleicht eine Anfrage unter dem Titel "Arzt im PLZ-Bereich ... gesucht" hier ins Forum stellen - sicher ist jemand aus Deiner Gegend dabei.

Wenn Du einen Arzt gefunden hast, solltest Du auf jeden Fall nachfragen, ob bei der ADS-Diagnostik auch IQ-Tests durchgeführt werden ... wenn nicht, ist die Diagnose nicht in Ordnung, da auch z.B. Hoch- oder Minderbegabung (gibt's beides separat oder oft in Verbindung mit ADS) zu ADS-ähnlichen Symptomen führen können. Also auf jeden Fall in _alle_ Richtungen schauen (ggf. auch nach Hochbegabungs-SHG Ausschau halten).
Auch weitere Ausschlussdiagnosen müssen gestellt werden.

Als "Erste-Hilfe-Maßnahme" ist es sicherlich auf jeden Fall ratsam, das Selbstbewusstsein zu stärken. Dies klappt meist sehr gut, wenn Du die offensichtlichen Stärken und Talente Deines Kindes förderst, sodass sie ERFOLGE verbuchen kann. Daher ist der Rat von Heidi S. sehr gut.

Vielleicht meldest Du sie zu einem Aquarell-Kurs bei der Volkshochschule an ... oder was es sonst in Eurer Gegend an kreativen Dingen gibt, an denen sie Spaß hat.

Ich drück Dir die Daumen
liebe Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 08.08.2001 18:36

Hallo Jessica,
schaue bitte mal unter [www.psychologie-online.ch]
nach. Ich selber bin im SeHT (Selbständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwäche) -Verein. ADS gilt auch als Teilleistungsschwäche.
Adresse:Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen
Karl-HeinzJestädt, Pfarrer-Jägersstr.8, 48351 Everswinkel
Tel:: 02582/1729 Fax: 02582/659428
Übrigens fördere ich das musikalischeTalent meines Sohnes besonders. Er spielt 5 Instrumente, singt im Jungen Chor, spielt in der Schulband und bei seinem Vater in einer Erwachsenen Rockband mit. Er fühlt sich damit nicht überfordert, sondern dies ist Erholung für ihn.
Bis bald!
Heidi S.

von heidi s. - am 09.08.2001 07:24
Hallo,

ich möchte mich nun mal wieder melden, denn gestern war ich absolut nicht in der Lage einen klaren Kopf zu bewahren. Ich folgte vielen Links und laß mir auch sehr viele Geschichten durch und mir rauchte der Kopf. In so vielen Geschichten erkenne ich meine Tochter wieder, mal mehr mal weniger und ich war auch überrascht wie viele Kinder und auch Erwachsene davon betroffen sind.
Nun zog ich Bilanz. Ich dachte über meine eigene Kindheit nach und auch über das Familienleben mit meinen Kindern. Natürlich hat auch meine Neugier einen Hintergrund. Eigentlich habe ich drei Kinder aber davon leben nur zwei in meinem Haushalt. Und wenn ich schon mal anfange dann möchte ich auch erhlich sein. Hier habe ich das Gefühl gut aufgehoben zu sein mit meinen Problemen.
Mit 16 bekam ich mein erstes Kind (heute 13). Ich wollte es haben (aus einer dummen Teenagerlaune herraus!?) War es nicht vielleicht die Liebe die ich meine in meinem Elternhaus nicht bekommen zu haben und die ich einem eigenen Kind geben wollte?! Ich wohnte noch Zuhause und meine Eltern haben mir zwar geholfen aber eben nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Statt mich zu ünterstützen nahmen sie mir die Erziehung meines Sohnes (den ich wahnsinnig liebe) aus der Hand. Meine Autorität wurde dauernd untergraben und so kam es wie es kommen mußte. Mit 17 zog ich zu dem erstbesten Mann der mich mitsamt Kind haben wollte. Das Zusammenleben mit meinem Kind war anstrengend denn ich merkte das ich zuwenig von meinem Kind wußte. Das Zusammenleben mit meinem Mann erwies sich umso schwieriger. Er war Alkoholiker aber das schreckte mich nicht ab ihn zu heiraten. Ich dachte das ich ihn ändern könne(naiv wie ich war). Das 2 Kind kündigte sich an.Nicht geplant und von meiner Seite aus auch nicht gewollt aber ich bekam sie. Ich hatte das Gefühl ich lebte nicht, sondern ich überlebte nur. Der Sohn hatte Neurodermitis und das in sehr schwerer Form. Da ich dauernd beim Kinderarzt war und der kleine Nachts in meinem Bett schlief(ich hielt ihm Hände und Füße fest damit er sich nicht blutig kratzte) bemerkte ich auch nicht so recht was mit meiner Tochter war. Im Rückblick fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Sie war anders aber dadurch das ich ohnehin kein gesundes Kind hatte, fiel es mir auch nicht auf.
Als ich mit meinem 3 Kind schwa´nger war reichte ich die Scheidung ein Dieses Kind was gewollt und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl reif zu sein tatsächlich Mutter zu werden. Das war auch so. Viele Dinge sah ich nun anders und machte einen Fehler nicht zweimal. Ich fand wieder einen Partner und vor Liebe blind merkte ich nicht das er mich wollte aber meine Kinder nicht. An allem was die Kinder taten hatte er etwas auszusetzen außer die kleinste Tochter die behandelte er wie ein eigenes Kind (sein Liebling). Auch diese Beziehung scheiterte weil ich irgendwann aufgewacht bin und merkte das mit meiner mittleren Tochter was nicht stimmt. Sie wurde einfach nicht sauber, zog sich zurück, hatte vor alles und jedem Angst. Wurde sie bedrängt sei es von Seiten ihres Bruders, fremde Leute oder mich, schrie sie das ganze Haus zusammen. Nachts kletterte sie aus dem Gitterbett und spielte. Ich wunderte mich immer wieder warum sie am morgen auf dem Fußboden lag und tief und fest schlief (sie konnte wohl raus aber nicht wieder ins Bett rein klettern). Schon als Säugling zeigte sie deutlich das sie keine Berührungen wünscht sie schrie und schrie und schrie. Erst wenn ich meinerseits laut wurde hörte sie auf und lachte mich an.
Auch mein Sohn entwickelte sich zunehmend problematischer. Er konnte nicht still sitzen, redete ununterbrochen und sein Wissensdurst schien unersättlich. Er machte auch nur Unsinn und zerstörte alles Mögliche von Spielsachen angefangen bis übers Telefon zu kleinen Möbelstücken. Keine Wand hatte mehr durchgehend Tapeten oder wwaren nicht bemahlt. Eines Tages fing er an das Kinderzimmer vollzupinkeln und seiner kleineren Schwester gefiel das so gut das sie es nachmachte. Nur die ganz kleine zog nicht mit. Sowohl mein Sohn als auch seine Schwester waren erst im Alter von 5 Jahren zuverlässig sauber. Die kleinste bereits mit 2 1/2. Ich möchte einen Zeitsprung machen.
Ich beendete meine Beziehung und verlor meine Wohnung. Zog für 8 Monate wieder bei den Eltern in der Mansarde ein. Ich genoß das ich viele Dinge abgenommen bekam (auch die Erziehung meiner Kinder) und merkte nicht wie sehr sich mein Sohn an meine Eltern band.Nach diesen 8 Monaten fand ich eine Wohnung udn zog aus. Der Anfang war sehr schwer. Ich mußte alles wieder neu lernen alles wieder allein machen und organisieren. Ich meldete meinen Sohn der inzwischen eingeschult wurde in der anderen Schule an. Drei Wochen lang ging er dort hin, nein, besser er ging nur selten hin. Er sträubte sich mit Händen und Füßen und da er sehr viel Kraft hatte war es mir nicht möglich ihn dort hin zu bringen. Fix und fertig sprach ich mit meiner Mutter und wir einigten uns mit Abspache des Jugendamtes darauf das mein Sohn von da an bei meinen Eltern leben sollte. Da das auch sein Wunsch war geschah das alles sehr schnell. Ich besuchte mit den Mädchen eine psychologische Einrichtung in der nicht meine Kinder sondern ich therapiert wurde.Es war gut so denn so lente ich einige Dinge die das Zusammenleben erleichterten. Meine Große wurde eingeschult und Anfangs lief es auch sehr gut aber mit der Zeit wollte sie nicht mehr hingehen obwohl sie gut war. Sie erfand Krankheiten von Kopfschmerzen über Bauchschmerzen bis hin das sie tatsächlich Fieber bekam. Ich nahm ihr alles ab denn ich war froh endlich Zugang bekommen zu haben. Lange habe ich dafür kämpfen müssen das sie überhaupt körperlich Nähe zuläßt (aber nur wenn sie will). Die Grundschule schaffte sie auch. Und obwohl sie eine gute Schülerin war erheilt sie kaum positive Rückmeldungvon der Lehrerrin. Immer hatte sie im beisein meiner Tochter was zu bemängeln. Sie wäre zu ruhig, will keine Teamarbeit machen und pflege keine Kontakte zu anderen Kindern. Sie mache zwar alles richtig aber eben viel zu langsam. Positiv fiel nur auf das sie sehr genau war in dem was sie tat. Sie schrieb die Bustaben nicht, sondern sie malte sie regelrecht was das Tempo natürlich ausmachte. Sie verlor sich ganz wenn sie Bilder malen konnte und von Anfang an viel auf das sie nicht über die Linien malte. Passierte das doch mal begann sie ein neues Bild. Wollte sie Lehrerin das verhindern weinte sie.Die Lehrerin war leider nicht dazu bereit mit mir und unserer Psychologin zusammenzuarbeiten (diese war in der Schule um mit ihr zu sprechen) und so konnte ich mich ihr nicht mal anvertrauen wenn wieder etwas war. Meine Tochter wurde zunehmend agressiver und das hauptsächlich im häuslichen Bereich. Sie wechselte auf eine weiterführende Schule (Gesamtschule) und es gingich sehr gut an. Nach einiger Zeit verweigerte sie jedoch immer öfter den Schulbesuch. Anfangs erfundene Krankheiten die nach Schulschluß auf wundersame Weise verschwunden waren. Arztbesuche konnte ich mir sparen denn jedesmal waren die Untersuchungen oB.Dann begann sie mich morgens zu tyrannisieren (ich berichtete in meinem ersten Posting) und so schaltete ich das Jugendamt ein.Parrallel suchte ich im Internet nach eventuellen Lösungen und stoß zum ersten mal auf ADS.
Ich weiß das ich mit diesem ellenlangen Text keine Antworten auf die Postings gebe aber es erleichtert mich ungemein mich austauschen zu können. Eure Antworten haben aber bewirkt das ich heute bei einem Kinderpsychologen angerufen habe. Dieser verwies mich aber an einen Kollgen (der einzige hier bei uns ) der sich mit ADS auskennen würde. Dieser ist aber erst am 13 wieder da (Urlaub) und so lange muß ich wohl noch warten irgendetwas zu unternehmen. Zu Kursen wie Töpfern usw will ich mich später äußern denn das ist ein eigenständiges Problem. Ich danke euch für eure herzliche Aufnahme und das ihr mir Mut gemacht habt.
Mfg Jessica

von Jessica - am 09.08.2001 15:00
Hallo Jessica,
habe deinen Bericht gelesen und ich muss sagen, du hast in deinem Leben eine Menge durchgemacht.
Übrigens meine Kinder gehen auch auf eine Gesamtschule. Dieses Schulsystem ist bestimmt für ganz viele Kinder die ideale Schulform nur leider nicht für
ADS - ler, da zuviel Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Experimentierfreudigkeit verlangt wird. Außerdem sind die Klassen zu groß (30 Kinder). Der Vorteil an unserer Schule ist, dass viele Lehrer mit dem Erscheinungsbild ADS vertraut sind und unsere Rektorin sich bestens darin auskennt.
Außerdem sind mein Kids mit den Wochenplänen total überfordert.
Meine Tochter wird übrigens nach einem Schwimmbesuch zufriedener.
Gruß Heidi S.

von heidi s. - am 10.08.2001 08:12
Hallo Jessica,
habe deinen Bericht gelesen und ich muss sagen, du hast in deinem Leben eine Menge durchgemacht.
Übrigens meine Kinder gehen auch auf eine Gesamtschule. Dieses Schulsystem ist bestimmt für ganz viele Kinder die ideale Schulform nur leider nicht für
ADS - ler, da zuviel Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Experimentierfreudigkeit verlangt wird. Außerdem sind die Klassen zu groß (30 Kinder). Der Vorteil an unserer Schule ist, dass viele Lehrer mit dem Erscheinungsbild ADS vertraut sind und unsere Rektorin sich bestens darin auskennt.
Außerdem sind mein Kids mit den Wochenplänen total überfordert.
Meine Tochter wird übrigens nach einem Schwimmbesuch zufriedener.
Gruß Heidi S.

von heidi s. - am 10.08.2001 08:12
Hallo Jessica,
habe deinen Bericht gelesen und ich muss sagen, du hast in deinem Leben eine Menge durchgemacht.
Übrigens meine Kinder gehen auch auf eine Gesamtschule. Dieses Schulsystem ist bestimmt für ganz viele Kinder die ideale Schulform nur leider nicht für
ADS - ler, da zuviel Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Experimentierfreudigkeit verlangt wird. Außerdem sind die Klassen zu groß (30 Kinder). Der Vorteil an unserer Schule ist, dass viele Lehrer mit dem Erscheinungsbild ADS vertraut sind und unsere Rektorin sich bestens darin auskennt.
Außerdem sind mein Kids mit den Wochenplänen total überfordert.
Meine Tochter wird übrigens nach einem Schwimmbesuch zufriedener.
Gruß Heidi S.

von heidi s. - am 10.08.2001 08:12
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.