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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
abra, Uschi, Jessica

Immer neue aha`s

Startbeitrag von Jessica am 10.08.2001 23:08

Hallo ihr Lieben,

ich bin ja noch neu in diesem Forum und bis jetzt weiß ich auch nur das ich nichts weiß. Ich meine damit in Bezug auf ADS bei meiner Tochter. Am Montag kehrt der uns empfohlene Kinderpsychologe aus dem Urlaub zurück und erst dann kann ich einen Termin machen.
In der Zwischenzeit war ich aber nicht untätig und habe mich so durchs Internet gewurschtelt und ADS Seiten abgegrast. Ich möchte gut vorbereitet sein wenn ich mit dem Psychologen spreche. In einem anderen Posting erwähnte ich bereits das ich Geschichten laß die der meiner 11 jährigen Tochter gleichen aber heute hatte ich ein aha Erlebnis nach dem anderen. Natürlich bin ich auch über Schulzeugnisse von ADSler Kindern gestolpert und bei manchen hätte man nur den Namen austauschen brauchen und es wäre das meines Kindes gewesen :o)
Ich kramte sofort die Zeugnisse meiner Tochter hervor und verglich sie mir denen der ADS Kinder und sogar mit meinen eigenen (habe sogar meine Grundschulzeugnisse noch (* stolzguck*) . Auch hier ein lautes AHA. Gedankliche Rückblicke ließen erahnen wie sehr meine Tochter mir gleicht. Während mein Steckenpferd immer die Musik war ist dies bei meiner Tochter die Kunst. Extrem aufgefallen ist mir zudem das sowohl bei mir als auch bei meiner Tochter ausgerechnet die Note in dem Fach das wir sehr mögen mit dem Übergang auf die weiterführende Schule (erstes Halbjahr im 5 Jahrgang) um eins gesunken ist um im darauffolgendem Halbjahr wieder besser zu werden. Aufgefallen ist mir auch der schnelle Leistungsabfall und ebenso schnelle Anstieg vom Halbjahr zum Versetzungszeugnis und das in den unterschiedlichsten Fächern. Immer wieder hieß es (sowohl bei der Tochter als auch bei mir) würde sich das Kind mehr konzentrieren wäre es weit aus mehr zu leisten im Stande.Zufall??? Ups ich schweife ab denn das ist nicht das was ich eigentlich mitteilen wollte.
Über die Internetseiten bin ich auch auch die Literaturtips gestoßen. Ich konnte nicht länger warten und kaufte mir direkt drei verschiedene. Da meine Tochter schon 11 ist sprach mich das mit dem Titel Hyperaktive Judendliche.....von Cordula Neuhaus sofort an. Und wen wunderts, fand nicht nur meine Tochter sondern auch mich selbst dort wieder. Bin noch beim Anfang und vieles verstehe ich noch nicht so genau aber ich begreife mehr und mehr und komme demnach zu immer mehr aha`s. Ich erkenne eigene Verhaltensmuster im Umgang mit meinem Kind und auch Verhaltensmuster in meiner Kindheit.
Ich bin jedoch auch etwas verunsichert ob es richtig ist mich so viel mit ADS zu befassen owohl ich ja noch nicht mal weiß ob wir betroffen sind oder nicht. Soll ich dem Psychologen meinen Verdacht sofort offenlegen und begründen oder soll er sich erst selbst ein Bild machen? War es falsch meiner Tochter zu sagen das ich Tests machen lassen möchte (habe gestern Abend mit ihr gesprochen) um herrauszufinden was mit ihr (mit uns) los ist? Laut ihrer eingenen Aussagen möchte sie dies genauso wie ich und erklärte sich bereit mitzumachen, sprich freiwillig mit dort hin zu gehen. Sie meinte ihre Wutausbrüche täten ihr eigentlich sofort leid aber sie wäre halt dann so wütend das sie mir das nicht sagen könne. Ein bißchen verwirrend aber ich verstehe was sie damit meint. Überhaupt verstehe ich sie nur allzugut und umso verwirrter bin ich wenn ich feststellen muß wie gemein ich manchmal reagiere wenn sie sich entschuldigen kommt.
Ferner möchte ich fragen, ob ich mir das einbilde wenn ich behaupte das sie, seit ich begonnen habe mich mit ihrem Verhalten auseinanderzusetzen stetig nervöser und zappeliger wird, oder hat wer ähnliche Erfahrungen machen können?
Möglich das ich halt sie, mich und auch meine andere Tochter einfach nur selbstkritischer beobachte und überreagiere aufgrund des neuen Wissens und Eindrücke der letzten Tage? Puh viele Fragen auf die ich vielleicht nicht mal Antworten erwarte sondern nur mein Herz ausschütten wollte :o) Aber es tut doch so gut sich einfach mitzuteilen ( übrigens auch ein Steckenpferd von mir, das Schreiben mein ich).
Liebe Grüße Jessica

Antworten:

Hallo Jessica,

ich bin auch noch nicht so lange dabei, aber eines kann ich bestätigen, den Eindruck, dass mein Kind immer zappiliger wurde um so mehr ich wußte, hatte ich auch.
Erst ein Gespräch mit meiner Mutter, wir haben bis vor drei Jahren sehr eng bei einander gewohnt, zeigte mir, dass Philip sogar ruhiger wird. Also hatte ich meine Augenmerk nur auf die "schlechten" Zeiten gerichtet. Damals begann die Zeit, dass ich jeden Abend etwas gutes mit ins Bett nahm.
Egal was, sei´s ein nette Unterhaltung mit Philip oder mal mit einer Freundin oder das ich mir was gutes getan hatte.
Zur Zeit ist es ganz häufig so, dass ich nicht mehr "fremde" gute Sachen finden muß, sonder sie beziehen sich ganz oft auf Philip und mich.
Das ist einfach wunderbar.
Ich muß aber ´noch ganz viel Lernen.Lernen damit umzugehen, wenn der Kleine noch keine Medikamente genommen hat, lernen seine Spielchen nicht auf mich zubeziehen, lernen einfach etwas mehr loszulassen, lernen total kosequent zu sein (das ist meine größe Schwierigkeit, und die fatalste, denn wenn ich den Kurs verlasse bekomme ich das min. 4 Wochen auf´s Butterbrot geschmiert, "Damals durfte ich das aber!!!"). Das ist super schwer, aber ich nehme es mir jeden Tag vor. Manchmal klappt, manchmal nicht.
Aber informieren finde ich gut, und das Deine Tochter mitmachen will ist doch super klasse. Nutze das scharmlos aus, bis sie sich das anders überlegt.
ADS oder nicht ich habe so aus Deiner Mail gelesen, dass Dein Bauchgefühl sagt , ja wir haben´s. Und mich hat in der letzten Zeit gelehrt, dass das Bauchgefühl meistens das Richtige ist. Also Wissen ist Macht und Macht ist gut.
Also weiter so :-))))))
Herzliche Grüße Uschi

von Uschi - am 11.08.2001 08:12
Hallo Jessica,

ob du beim Psychologen gleich mit der Tür ins Haus fällst, ist so eine Sache. Ist er denn bekannt dafür, dass er sich mit ADS gut auskennt?

Als ich zwecks Diagnose mit meinem Sohn bei einer Spezialistin war, habe ich gar nichts von ADS erzählt, sondern nur so ganz allgemein, wo seine Schwierigkeiten liegen und wie sich das eben auch in der Schule auswirkt. Sie kam ganz alleine drauf.

Für meine eigene Diagnose bin ich ganz anders vorgegangen, denn zuerst wird doch immer gefragt, warum du kommst. Was sollte ich sagen? Mir ging es zwar nicht gut, aber so wie früher, wenn ich in einem depressiven Loch war, ging es mir eben auch nicht. Es gab also keine "akuten" Anlass. Also habe ich gleich von ADS gesprochen und erzählt, dass ich mich da durchaus wiederfände. Das Diagnosegespräch ein paar Termine später lief dann auch dementsprechend. Der Arzt fragte mich, ob ich denn jetzt der Meinung sei, ich hätte ADS. Eigentlich schon, war meine Antwort. Daraufhin erzählte er mir, dass es doch sehr den Anschein hätte.

Jessica, du siehst, beide Wege können zum Ziel führen. Meine Erfahrungen sind immer recht gut ausgefallen, wenn ich bereits sehr über ein Thema interessiert war. Manche Ärzte mögen das allerdings nicht... meine sind irgendwie dankbar. Müssen sie nicht soviel erzählen.

abra ;-)
ADS-Literaturtauschbörse


von abra - am 11.08.2001 10:01
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