Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
20
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Iris Tolzmann, Dagmar, abra, Ingeborg, Pia, gipsy, Martina, Uschi

Erfahrungsberichte für Diplomarbeit "ADD" gesucht

Startbeitrag von Iris Tolzmann am 12.08.2001 09:45

Ich schreibe meine Diplomarbeit mit dem Thema "ADD- Eine alternative Sichtweise" und suche Menschen, die mir ihre Erfahrungen mit ADD, Therapie usw. erzählen, damit ich diese verwenden kann.
Danke!
Iris

Antworten:

Hallo Iris,

du hast jetzt oft genug für deine Arbeit geworben. Dies hier ist kein Zulieferforum für Dipl.-Arbeiten, sondern ein Elternselbsthilfeforum.
Ich möchte dich bitten, weitere Hinweise auf deine Arbeit zu unterlassen.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 12.08.2001 12:02
Danke Dagmar, dass Du mir nochmal sagst, dass dies hier ein Elternforum zur Selbsthilfe ist. Diese betreibe ich nämlich gerade!!

Iris

von Iris Tolzmann - am 12.08.2001 14:16
Mir geht und ging das "Erfahrungsberichteposten" auch mächtig auf den Senkel.
Uschi

von Uschi - am 12.08.2001 14:42
Iris und ihr Sohn sind auch selbst betroffen,
schrieb sie weiter unten.

Vielleicht sollte sie die beiden Dinge trennen, Diplomarbeit und Betroffenheit.

Inge

von Ingeborg - am 12.08.2001 15:57
Ingeborg und Dagmar, Ihr seid nicht verpflichtet, sämtliche Foren zu lesen...

von Iris Tolzmann - am 12.08.2001 16:50
Hallo Iris,

du täuschst dich. Ich lese hier alles, weil diese Selbsthilfegruppe zufällig zu meiner Internetseite gehört.

Wenn du deine eigenen Erfahrungen hier beitragen möchtest kannst du das gerne tun. Ein Selbsthilfeforum ist aber kein Selbstbedienungsladen !

Selbsthilfe heißt *gegenseitiges* geben und nehmen.

Ingeborg, Iris schrieb, sie sei selbst betroffen. Ihr Sohn ist es nicht. Auf meine Nachfrage hin schrieb sie nämlich er habe keine Diagnose. Also beruht die ADS-Betroffenheit ihres Sohnes bisher nur auf Spekulationen der Mutter.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 12.08.2001 16:58
Hallo Iris,

nein, verpflichtet sind sie nicht. Es gibt aber auch genug andere Stammleser, für die es leichter ist, den Überblick zu behalten, wenn nicht ständig neue Themen mit gleichem Inhalt eröffnet werden, nur weil sie unten aus der Liste herausgefallen sind.

Hilfreich ist hier die Option "Neueste 10, 15, ..." So findet man schnell, was man sucht - auch Antworten, die auf ältere Themen gegeben werden.

Dagmar ist übrigens Betreiberin der Seite ads-hyperaktivitaet, zu der auch dieses Forum gehört.

abra ;-)
ADS-Literaturtauschbörse


von abra - am 12.08.2001 16:58

Re: Erfahrungsberichte für Diplomarbeit an Dagmar"ADD" gesucht

Alles klar,

hatte es ( wie meistens) auch nur gut und auch als Rat an Iris gemeint.

Schönen Restsonntag wünscht dir
Inge

von Ingeborg - am 12.08.2001 17:02
Jetzt vielleicht mal zum Verständnis für alle, auch für Dagmar...

Ich selbst bin Betroffene, mein Sohn auch, obwohl er nicht dignostiziert ist, er ist noch nicht mal 4 und ich PERSÖNLICH halte nichts von Verhaltenstherapie und Ritalin für 4jährige. (PERSÖNLICH, wie gesagt.) Also lasst doch bitte eure Meckertiraden.
Ich habe mich seit 5 Jahren intensiv mit dem Thema ADD auseinandergesetzt und bin auch gern bereit, darüber zu sprechen, wenn hier von Geben und Nehmen gesprochen wird. Allerdings such ich hier tatsächlich nur Menschen, die gern über ihre Erfahrungen sprechen möchten, da ich dies eben gern verwenden möchte, weil ich mit ADD- Betroffenen arbeite und darüber schreibe. So, was ist also verwerflich daran, hier, in einem ADD- Forum nämlich, danach zu fragen? Ihr werdet es nicht glauben, es gibt tatsächlich Menschen, die ihre Geschichte gern veröffentlichen, sei es aus einem persönlichen Bedürfnis heraus, oder aus irgendwelchen anderen Gründen.

Übrigends, was meine Spekulationen bezüglich meines Sohnes angeht, liebe Dagmar, so fängt es doch wohl immer an, mit Spekulationen. Und wenn man selbst ADD hat, braucht man auch keine Diagnose mehr vom Arzt. Ich will meinem Sohn halt keine VT zumuten und auch kein Ritalin. Zumindest nicht, solange es irgendwie ohne geht, hab da meine ganz persönliche Sichtweise, über die Du gern mehr erfahren kannst, wenn Du es willst!

Iris

von Iris Tolzmann - am 13.08.2001 06:49
Liebe Dagmar,

ich verstehe eigentlich doch nicht so recht, weshalb Dich meine Fragerei so nervt. Und was für ein Verständnis hast Du eigentlich von Betroffenheit? Du bist also die Mitherausgeberin dieser Seite, dann solltest gerade Du doch Verständnis haben und Dich freuen, dass es Interessierte gibt, die am Thema arbeiten und selbst Betroffene sind. Oder stört Dich gerade das??
Was mich ganz besonders stört, sind Deine immer wieder aufkehrenden Hinweise auf Verhaltenstherapie. Du rätst einer Mutter, der Du eingangs des Gespräches sagst, ADD wächst sich nicht aus, bleibt also, dass sie doch eine VT beginnen soll. Bei einer VT lernt man nicht, mit den ADD- Problemen umzugehen, sondern lediglich neue Verhaltensweisen. Wie soll das Kind Deiner Meinung nach alte Verhaltensweisen ablegen, wenn es seine Impulse nicht selbst kontrollieren kann oder wenn es selbst nicht seine motorische Unruhe in den griff bekommen kann? Du sprichst von VT, als könne man damit lernen, die Impulse zu kontrollieren. Gerade das können ADD- Kinder eben nicht. Sie lernen nur noch mehr Anforderungen gerecht zu werden. Sie geraten unter noch mehr Druck, was sich langfristig bemerkbar macht. Was das für Folgeprobleme mit sich bringt, ist wohl allen bekannt. Was ist mit Problemen, die sich schon durch ADD ergeben haben, Depression, Sucht in allen möglichen Formen, usw.. Das tritt auch bei Kindern auf. Willst Du da mit VT etwas erreichen? Hier sind eher ander Therapieformen nötig.
Ich spreche übrigends aus eigener Erfahrung, da Dir das scheinbar wichtig ist, dass hier nur Leute zu Wort kommen, die selbst betroffen sind, was ich übrigends so richtig doof finde und meiner Meinung nach an Einseitigkeit erinnert.
Iris

von Iris Tolzmann - am 13.08.2001 07:05
Hallo,
wie soll sich denn der Erfahrungsbericht zusammensetzen? Hast Du bestimmte "Punkte", die beschrieben werden sollen, oder eher allgemein von Anfang bis heute?
Gruß
Martina

von Martina - am 13.08.2001 07:22
Liebe Martina,
ich stelle mir vor, dass Du, wenn Du magst, erzählst, wie Du mit dem Thema ADD in Berührung gekommen bist, wie die Diagnose war, wie Du behandelt wirst, was für zusätzliche Möglichkeiten Du in Erwägung ziehst und was sich verändert hat. Ich möchte das gern im meiner Arbeit verwenden und brauche hierzu Dein Einverständnis. Vielleicht mailst Du mir an meine Emailadresse: iris.tolzmann@gmx.net, das wäre einfacher für alle hier, denke ich...

Liebe Grüße...Iris

von Iris Tolzmann - am 13.08.2001 07:52
Hallo Iris,

was nervt ist nicht die Bitte an sich, Erfahrungen für eine Diplomarbeit zu Verfügung zu stellen, sondern die Häufigkeit, mit der du dies in einem neuen Thema anbringst.

Ich darf dir mal deine Themenpfade in Erinnerung rufen:

10.08.01, 18:34: Diplomarbeit
12.08.01, 16:19: Alternative Sichtweise
10.08.01, 15:58: Therapie bei ADD im Erwachsenenalter
11.08.01, 12:40: Kunsttherapie bei ADD?
13.08.01, 09:52: Erfahrungsberichte für Diplomarbeit "ADD" gesucht

Das sind innerhalb von 4 Tagen 5 Themen mit gleichem Inhalt. Und das nervt.

abra ;-)
ADS-Literaturtauschbörse


von abra - am 13.08.2001 09:16
Hallo Iris,

als erstes würde ich dir empfehlen, deine Anfrage auch in die anderen ADS Foren zu stellen, denn du willst ja sicher möglichst viele ADSler ansprechen.
als zweites ist dieses Forum als Selbsthilfegruppe gedacht, die in der Regel von Betroffenen aufgesucht wird. Für alles andere steht das Diskussionsforum zur Verfügung.
Welche Therapieformen hälst du denn für sinnvoll?

gipsy

von gipsy - am 13.08.2001 11:04
Hallo Iris,

>>Du sprichst von VT, als könne man damit lernen, die Impulse zu kontrollieren.>>

genau das kann man durch VT lernen.

>>Gerade das können ADD- Kinder eben nicht.>>

Doch das können Kinder lernen. Genau darauf beruht das Therapiekonzept der VT, die seit Jahren in diesem Sinne auch erfolgreich durchgeführt wird. Du hast noch keinen Vortrag von Neuhaus, Hammer, Tittmann, Biegert etc. gehört oder??

Beschreibe doch mal, wie man das Kontrollieren der Impulse durch Malen lernt. Es interessiert mich wirklich. Oder falls man das durch Malen auch nicht lernen kann, was ist denn dann das Lernziel der Maltherapie?

>>Was mich ganz besonders stört>>
>>was ich übrigends so richtig doof finde>>

Du bist freiwillig hier. Keiner zwingt dich hier zu sein.

Übrigens ADS hat für mich erst jemand, wenn er diagnostiziert ist. Vorher besteht der Verdacht auf ADS, evtl. auch ein dringender Verdacht auf ADS. Hast du eine psychiatrische ADS-Diagnose oder ist es bei dir genauso wie bei deinem Sohn, dass du vermutest, du könntest ADS haben?

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 13.08.2001 11:57

An Dagmar, (Erfahrungsberichte ADD)

Liebe Dagmar,
Deine Auffassung von therapeutischen Begleitungen bei einer medikamentösen Behandlung von ADD kann ich nicht teilen. Denn sicher können auch ADD- Kinder neue Verhaltensformen lernen, jedoch besteht hier die Gefahr, da diese Kinder so sensibel und wachsam sind, was komische Situationen innerhalb der Familie angeht, dass sie das tun, um weitere Spannungen zu vermeiden und so zu funktionieren, wie alle anderen auch. Darin besteht für mich eben nicht der Sinn einer Therapie. Ich glaube weiterhin, dass, wie Du ja auch selbst oft sagst, ADD- Symptome nicht wegtherapiert werden können, sich nicht auswachsen und einfach immer da sein werden. Deshalb ist für mich eine Therapie nur sinnvoll, wenn sie sich auch mit den Begleiterscheinungen befasst.
Durch Malen will ich nicht die Impulskontrolle erreichen. :-) Hier geht es eher um eine Therapie, die ganzheitlich wirkt, dass heißt, nicht nur die "Störung" also solche einbezieht, sondern dass, was die Person eh schon mitbringt. Kunsttherapie ist nicht nur Malen, es schließt auch Plastizieren ein, was übrigens bei ADD- Patienten geeigneter ist, da sie sich hierbei an einer Form, die ihnen selbst oft fehlt, orientieren. Formenzeichnen ist auch ein wichtiger Bestandteil. Wenn ich Dir jetzt beschreibe, was wir da genau machen, geht das sehr ins Detail. Weiß nicht, ob Dich das wirklich interessiert...
Zu Deiner Sicht über Diagnose oder nicht: Ich bin "diagnostiziert", nehme auch Ritalin und benötige einfach für meinen Sohn keine Diagnose vom Facharzt. Ist ja klar, ich weiß, wovon ich spreche. Mein Sohn ist noch nicht einmal 4 Jahre alt, ich werde ihn also auf keinen Fall medikamentös einstellen lassen. Er hat mit ADD kein Problem, es sind eher die, die ihn umgeben, für die es schwierig ist. Also finde ich, dass es nicht an ihm ist, sich zu verändern, sonder eher an uns liegt, ein neues Verständnis und eine neue Sichtweise zu entwickeln. Für meinen Sohn heißt das, dass ich versuche, ihn in seinem Selbstbewußtsein zu stärken und ihm zu vermitteln, dass er völlig in Ordnung ist, so wie er ist. Das ist natürlich nicht leicht, aber erscheint mir sinnvoller, als ihn zu manipulieren. ADD gehört eben zu uns und wir haben die Aufgabe, damit zu leben und uns damit auseinander zu setzen. Wir machen viele Dinge anders , als die anderen, aber wer sagt uns, dass es nicht in Ordnung ist, gleichzeitig Radio zu hören und zu arbeiten? Für mich sind Mathezensuren nicht so wichtig, wie sich selbst zu mögen und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, mit Stärken und Defiziten, mit allem, was die eigene Person eben ausmacht.
Ich verstehe dieses Forum als Austausch Betroffener und Interessierter. Es muss ja wohl möglich sein, hier miteinander auch unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren.
Mir ist klar, dass ich hier freiwillig bin. Aber Kritik ist erlaubt, oder??
Iris

von Iris Tolzmann - am 14.08.2001 07:31

Re: An Dagmar, (Erfahrungsberichte ADD)

>Das ist natürlich nicht leicht, aber erscheint mir sinnvoller, als ihn zu manipulieren.

Dich selbst "manipulierst" du schon? Wie soll man deinen Ausdruck überhaupt verstehen??

>Ich bin "diagnostiziert", nehme auch Ritalin

Oder kann es nicht einfach sein, dass an einen 4-jährigen (noch) nicht diese Anforderungen gestellt werden, wie an Schulkinder bzw. Erwachsene.

>ADD gehört eben zu uns und wir haben die Aufgabe, damit zu leben und uns damit auseinander zu setzen. Wir machen viele Dinge anders , als die anderen, aber wer sagt uns, >dass es nicht in Ordnung ist, gleichzeitig Radio zu hören und zu arbeiten?

Ich brauche z.B. absolute Stille beim Arbeiten, sonst werde ich abgelenkt. Aber selbst wenn es so wäre, dass ich Musikhören wollte, ist das NICHT das Hauptproblem. Radio an und fertig. Nein, nein, das ist nicht das Problm. Die liegen woanders ...

>Für mich sind Mathezensuren nicht so wichtig, wie sich selbst zu mögen und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, mit Stärken und Defiziten, mit allem, was die eigene Person eben ausmacht.

Ich kann es fast nicht verhindern, zynisch zu werden, ein kleines Zukunftsszenario, was bei euch natürlich nicht so werden muss:

Warte mal ab, wie sich sein Selbstbewusstsein entwickelt, wenn er in der Schule versagt, weil er nichts mitbekommt, wenn er von Mitschülern gehänselt wird, wenn ihn seine Lehrer nicht mögen, wenn er nicht eingeladen wird usw. Dann sind Mathezensuren wahrlich das geringere Übel ... zumal eine Korrelation zwischen Schulnoten und Selbstbewusstsein nicht zu leugnen ist ....

(Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass ein guter Schulabschluss bei Ausbildungsbetrieben und Universitäten gerne gesehen wird und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium Arbeitgeber zu schätzen wissen. Das hat natürlich einen Einfluss auf das spätere Berufsleben und auf alles, was damit zusammenhängt wie z.B. Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Ansehen usw.)

>Mir ist klar, dass ich hier freiwillig bin. Aber Kritik ist erlaubt, oder??

Dann will ich auch mal. Ich finde deine Sicht auf ADS verharmlosend und verniedlichend.

Warum nimmst du denn Ritalin und "manipulierst" (deine Worte) dich? Du wirst dafür einen Grund haben.

Falls ich dich jetzt missverstanden haben sollte, und du nicht grundsätzlich eine medikamentöse Behandlung für deinen Sohn, falls er denn diagnostiziert wird und es benötigen sollte, in Betracht ziehst, so entschuldige ich die Störung eures Dialoges.

Zur Kunsttherapie: Ein sehr gutes Mittel, wenn die Worte nicht reichen bzw. ein Aussprechen nicht möglich ist, ein weites Feld für Deutungen für verdrängte Anteile, usw., aber als Therapieform für ADS leuchtet mir das nicht ein.

Mich, als kreativen Menschen, interessieren da Anleitungen zum künstlerischen Gestalten, das Kennenlernen verschiedener Techniken, Materialien, Formen usw. viel mehr. Und das hat auch seine gute Wirkung, aufs Selbstbewusstsein z.B., wenn man sieht, was man mit eigenen Händen schafen kann.

von Pia - am 14.08.2001 08:39

Re: An Dagmar, (Erfahrungsberichte ADD)

Hallo Iris,

>>Denn sicher können auch ADD- Kinder neue Verhaltensformen lernen, jedoch besteht hier die Gefahr, da diese Kinder so sensibel und wachsam sind, was komische Situationen innerhalb der Familie angeht, dass sie das tun, um weitere Spannungen zu vermeiden und so zu funktionieren, wie alle anderen auch.>>

du hast wirklich keine Ahnung von Kindern mit ADS. Das ist nicht schlimm, denn jeder fängt am Anfang an. Was mich stört, ist, dass du dennoch der Meinung bist Recht zu haben.

das Leidwesen der ADS-Kinder ist von Anfang an, dass sie natürlich genauso sein wollen wie andere Kinder auch, dass es ihnen aber nicht gelingt. Und wenn sie nun in die Lage versetzt werden, genau ihren Willen zu erreichen, nämlich in der Masse nicht aufzufallen, genau dann sind sie glücklich und froh darüber geholfen zu bekommen.

>>Hier geht es eher um eine Therapie, die ganzheitlich wirkt, dass heißt, nicht nur die "Störung" also solche einbezieht, sondern dass, was die Person eh schon mitbringt.>>

Exakt genau so ist die Beschreibung der recourcenorientierten VT, die Neuhaus und die anderen von mir bereits genannten Fachleute anwenden.
Wo ist also der Unterschied?

>>Wenn ich Dir jetzt beschreibe, was wir da genau machen, geht das sehr ins Detail. Weiß nicht, ob Dich das wirklich interessiert...>>

Wie ich schon schrieb: Es interessiert mich wirklich.

>>Mein Sohn ist noch nicht einmal 4 Jahre alt, ich werde ihn also auf keinen Fall medikamentös einstellen lassen.>>

In dem Alter würde dein Sohn eh keine Medikamente. Du machst dir heute Gedanken, über die Dinge, die ohnehin nicht anstehen. Brauchst du das um dich in deiner fürsorgenden Mutterrolle zu bestätigen?

>>Für meinen Sohn heißt das, dass ich versuche, ihn in seinem Selbstbewußtsein zu stärken und ihm zu vermitteln, dass er völlig in Ordnung ist, so wie er ist.>>

Auch hier unterscheidest du dich in keinster Weise von den anderen Müttern, die hier schreiben. Warum willst du dich als so etwas besonderes sehen und baust diese (nicht vorhandenen) Gegensätze auf?

>>aber erscheint mir sinnvoller, als ihn zu manipulieren.>>
Da du das manipulieren nicht auf Ritalin beziehen kannst, denn du nimmst es ja selbst, beziehst du es wohl auf die VT. Bezeichnest du es als Manipulation, etwas lernen zu dürfen, was man ohnehin lernen wollte? Oder auch, etwas auf Vorrat zu lernen?
Sicher manipulierst du deinen Sohn zu Hause nicht in dieser Weise und beschützt ihn davor Dinge zu lernen. Wenn er also seinen Pullover links herum anzieht, oder das Unterhemd über den Pullover -lauter Dinge, die mein und viele andere ADS'ler tun-, dann lernst du ihn nicht, sich richtig anzuziehen, denn das wäre ja Manipulation, sondern du bestärkst sein Selbstbewusstsein und schickst ihn so in den Kindergarten.
Und wenn dein Sohn bei essen dauernd aufsteht, es nicht schafft ein Bild zu malen, oder etwas auszuschneiden, dann erklärst du das für überflüssig und versteckst all die Dinge, damit er es nur nicht erneut versucht und frustriert wird.

>>aber wer sagt uns, dass es nicht in Ordnung ist, gleichzeitig Radio zu hören und zu arbeiten?>>

Manche ADS'ler brauchen das tatsächlich. Andere ADS'ler brauchen absolute Ruhe. Was ist denn nun richtig? Was ist, wenn es dein Sohn anders braucht, als du?

>>Für mich sind Mathezensuren nicht so wichtig, wie sich selbst zu mögen und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, mit Stärken und Defiziten, mit allem, was die eigene Person eben ausmacht.>>

Das sagst du heute als Erwachsene. Das würde kein Kind so unterschreiben, es sei denn, es hat sich schon vollständig aufgegeben. Kinder wollen gute Noten haben, sonst erleben sie es als Scheitern. Da kannst du als Mutter reden wie du willst. Aber hier schließt sich der Kreis. Du redest ins Blaue, die konkreten Erfahrungen dazu fehlen dir noch.

>>Es muss ja wohl möglich sein, hier miteinander auch unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren.>>

Das kannst du gerne machen. Wie du in den Forumsregeln gelesen hast, gibt es dazu einen zweiten Raum.

Aber du kannst das andere Forum ja.
Falls du die Forumsregeln noch einmal lesen möchtest:


Ansonsten kann ich mich den Fragen und Ansichten von Pia nur anschließen.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.08.2001 12:25

Re: An Dagmar und Pia

Irgendwie scheint mir, verstehen wir uns hier nicht ganz, was ich eigentlich schade finde. Aber gut, noch mal zum allgemeinen Verständnis meiner Sichtweise.
Was ich nicht will: auf keinen Fall ADD verharmlosen oder verniedlichen. Ihr müsst euch nicht ständig angegriffen fühlen, nur weil ich eine andere Meinung habe. Ich will auch nicht meine Sicht der Dinge über eure stellen und damit sagen, so und so habt ihr alle das zu sehen und meine Ansichten sind die einzig richtigen im Universum. Das habe ich nie behauptet. Also warum macht ihr mich ständig an? Vielleicht sind meine Gedanken einfach nur gut, um mal eine andere Sichtweise zu überlegen und vor allem zuzulassen. Ich möchte niemanden verurteilen, der seinem Kind Ritalin gibt, kann mir durchaus vorstellen, dass das notwendig sein kann. Ich für meinen Teil habe anders entschieden und möchte dafür auch nicht verurteilt werden. Das ist nicht zu viel verlangt, auch nicht in diesem Forum!
So, Dagmar und für Dich, ich bin seit über 4 Jahren mit meiner ADD in Behandlung. Da ich Erwachsene bin und die Welt eben nicht mehr mit Kinderaugen erfahren darf, haben sich durch die Unwissenheit meiner Eltern und durch zahlreiche andere Dinge unendlich viele Probleme ergeben. Das ist ja nichts Neues für ADDler. Ich nehme Ritalin seit 4 Jahren und suche ernsthaft nach einer Alternative, weil mich der Gedanke einfach nicht loslässt, durch Ritalin etwas, was ursprünglich zu mir gehörte, auszublenden, nämlich meine Art, die Dinge auf eine besondere Weise anzugehen. Das ist weder verwerflich noch ungewöhnlich. Ich kenne diese Fragen von vielen Betroffenen.
Dich stört, dass ich der Meinung bin, Recht zu haben. Auf was genau beziehst Du das? Darauf, dass ich weiß, dass mein Sohn ADD hat? Da Du ihn natürlich nicht kennst, kannst Du das auch nicht beurteilen. Ich schon! Ich erlebe meinen Sohn, natürlich ist er erst 4 und ich spreche hier auch nur von meinem Sohn, von niemand anderem, nicht als ein Kind, der so sein will, wie alle anderen. Ich möchte genau diesem Wunsch vorbeugen, soweit es eben geht. Ich liebe seine Individualität und er hat mir noch nie Anlass gegeben, dass er damit ein Problem hat. Die anderen haben ein Problem damit, das ist das Problem. Und ich mache mir auch nicht Gedanken um Dinge, die heute nicht anstehen. Für mich stehen diese Dinge an, jeden Tag auf's Neue, das müsste gerade Dir klar sein, wo Du Dich ja mit ADD so auskennst. Ich unterscheide mich natürlich von anderen Müttern, genauso, wie diese sich von mit unterscheiden. Jeder hat seine spezielle Sichtweise, was ADD betrifft. Es gibt für mich kein pauschales Denken und auch keine pauschale Behandlungsweise. Auch mein Sohn schafft es nicht, ein Bild zu Ende zu malen, oder beim Essen sitzen zu bleiben. Auch mich nervt das, natürlich. Und trotzdem spüre ich, dass es für ihn in Ordnung ist und das es meine eigene Frustrationsgrenze überschreitet. Er ist eben so wie er ist und ich versuche, ihn so zu nehmen. Mir ist klar, dass er sich irgendwann anpassen lernen muss. Aber bis dahin werde ich nicht aufhören, ihn in dem zu bestärken, was er nun mal ist. Ich denke, dass ihm so Vieles, was auf ihn zukommen wird, leichter fällt. Und ich bin auch davon überzeugt, dass, um auf die Mathezensuren zurückzukommen, es ihm selbst auch wichtiger sein wird, mit sich selbst zufrieden zu sein, wenn er nicht meinen ständigen Druck spürt, genauso gut sein zu müssen, wie andere Kinder in der Schule. Aber da bin ich noch nicht. Die Erfahrungen werde ich machen, wenn es soweit ist. Wie gesagt, ich habe von mir und meinem Sohn gesprochen, nicht von allen anderen schulpflichtigen Kindern, die ihre Erfahrung mit Leistungsdruck schon gemacht haben.
Mit einer Kunsttherapie, hab ich auch schon erklärt, will ich nicht ADD- Symptome behandeln, Pia. Es geht hier eher um die Sekundärprobleme.
Mir ist das hier auch recht mühsam muss ich gestehen. Ich hab schon vergessen, was ich eigentlich alles geschrieben habe. Liebe Dagmar, ich bin froh, dass es Seiten wie diese gibt und ich wünsche mir auch, dass sie viele Menschen besuchen. Sie ist informativ und gut aufgebaut. Trotzdem habe ich mehr Toleranz erhofft, gerade auf so einer Seite. Schade, dass das anscheinend nicht mal von Betroffenen zu erwarten ist.
Ich wollte niemandem zu nahe treten und auch meine Sichtweise nicht als allgemeingültig erklären. Hab ich auch nie getan. Tut mir Leid, wenn das für Dich so rübergekommen sein sollte.
Da wir wohl ein unterschiedliches Herangehen an ADD und eine Behandlung, Therapie haben, sollten wir es dabei belassen und uns auf das Wesentliche, jeder auf seine Weise konzentrieren.
Ich wünsche Dir Glück im Leben.
Iris

von Iris Tolzmann - am 14.08.2001 16:06
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.