Schule

Startbeitrag von Bernadette am 13.08.2001 19:05

Hallo,
wir waren heute wieder bei der Ergop, hatte mich dann kurz mit dem Mann unterhalten. Er hat auch festgestellt das Sebastian vieles einfach nicht behält. Er sagte wenn man ein Spiel drei mal erklärt hat müsste man das eigentlich können, er versteht es dann aber schon wieder nicht, obwohl der das vorher konnte. Das sind auch die Schwierigkeiten inder Schule. Er weiß oft schon nicht mehr was die in der Schule gemacht haben. Vieles muß ich ihn dann nochmal erklären. Leider haz er da ja auch schwierigkeiten. Wie ist das bei euern Kinder in der Schule. Sebastianb nimmt sich auch immer fest vor kein ärger zu bekommen, was aber nicht immer klappt, er hat auch den Willen dazu das zu können, gibt aber schnell auf. Können euere Kinder gut behalten was die Lehrein sagt, wenn nicht wie helft ihr dem Kind. Wie läuft das sonst in der Schule, wie kommen euere Kinder denn überhaupt so mit. Weiß nicht wie ich ihn für die Schule helfen soll, außer das normale üben.
Gruß Bernadette

Antworten:

Hallo Bernadette,

meiner Tochter geht es genauso, allerdings nicht nur in der Schule, sondern immer. Wie gehe ich damit um? Nerven behalten und so oft wie möglich wiederholen. Ich fordere Aufmerksamkeit, wenn ich etwas zu ihr sage und sie soll mich dabei ansehen. Und ich versuche daran zu denken, dass sie es nicht absichtlich vergisst.

Die Lehrer? Bisher wurde keine Rücksicht genommen. Im Gegenteil, Madeleine wurde ausgeschimpft, sie müsse gefälligst mal zuhören usw. blablabla.

Meine Tochter kommt jetzt auf eine neue Schule, steigt nocheinmal in die 5. Klasse ein. Die Rektorin hat zwar eigenartige Ansichten über die Ursachen von ADS, sieht aber die Kinder nicht von vornherein als unwillig oder doof an.

Was hilft? Reden, aufklären, nicht aufgeben. Und vor allem, das Kind unterstützen, damit die ständige Enttäuschung nicht bald Ablehnung der Schule hervorruft. Bei Madeleine ist das leider passiert und ich bin dabei, bei ihr wieder ein bisschen Begeisterung für Schule zu wecken.

Liebe Grüße

Anke.

von Anke - am 14.08.2001 08:03
Hallo Bernadette,

ich will mal versuchen, mich an ein paar Tipps von Frau Neuhaus zu erinnern.

Also: ADSler brauche 8 bis 18-fache Wiederholung dessen, was sie lernen sollen. Und zwar nicht immer wieder in einer neuen Variante, sondern nach Schema F. Dann ein bischen abweichen und wieder x-mal wiederholen.

Das mit dem darauf aufmerksam machen, wenn man mit dem Kind spricht, ist schon hilfreich, sonst befindet es sich gerade in der 5. Dimension und registriert gar nicht, dass mit ihm gesprochen wird. Angucken ist übrigens nicht unbedingt erforderlich, in hitzigen Situationen auch eher schädlich als förderlich. Das bedeutet konkret: vor Informationsübergabe kurz berühren.

Weil ADSler ihre Sinne meist wie einen Radar benutzen (außer, sie sind im Hyperfokus), registrieren sie bereits Informationshäppchen, die außerhalb der normalen Wahrnehmung liegen. Also: in einem Gespräch mit Dritten die wichtigen Infos einfließen lassen, das Kind bekommt das bestimmt mit. Z.B. am Telefon etc.

Ansonsten noch ein Hinweis für gestresste Eltern: "Probiers mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit...". Das singt Balu der Bär aus dem Dschungelbuch. Den bringt so schnell nix aus der Ruhe und er sitzt auch nicht auf der Palme, sondern gemütlich untendrunter und lässt den Ärger und Stress nicht bis an sich rankommen.

Soweit die Tipps, die in dem Seminar "Träumer und Chaoten" genannt wurden - einige zumindest. Vielleicht können sie dir helfen.

abra ;-)
ADS-Literaturtauschbörse


von abra - am 14.08.2001 12:15
Liebe Abra,

ich habe an Bernadette geschrieben, wie ich versuche, mit dieser "Vergesslichkeit" MEINER Tochter umzugehen.

Ich habe weder gesagt, dass Aufmerksamkeit-Fordern oder Angucken unbedingt erforderlich sei, noch darum gebeten, meine Worte zu beurteilen.

Du kennst nicht meine Tochter oder unsere Situation, geschweige denn unseren Alltag. Menschen sind unterschiedlich, auch ADSler. Die Ausprägung von ADS ist ebenso unterschiedlich und auch die Art von Eltern, damit umzugehen. Wir finden alle eigene Wege, wir haben uns auch informiert und wir versuchen das das Richtige bestmöglich zu tun.

Wenn jemand fragt, teile ich gerne meine persönlichen Erfahrungen mit, so, wie andere auch.

Höre bitte auf, diese zu beurteilen.

Danke.

Anke.

von Anke - am 14.08.2001 18:27
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