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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar, Mimi, Yvonne

Mein Sohn nimmt sein Medikinet nicht

Startbeitrag von Yvonne am 14.08.2001 09:04

Mein Sohn 9 Jahre alt nimmt seit März diesen Jahres
Medikinet. Was ihm auch sehr geholfen hat, er ist
echt um eine Note in der Schule besser geworden und
auch sonst ist alles einfach besser geworden.

So ab und zu gibt es früh immer Diskussionen ob er
die Tablette nimmt oder nicht. Eigentlich will er
sie nehmen weil er weiss dass sie ihm auch guttut.

Seit ein paar Tagen bemerke ich dass er die Tablette
dann ins Klo spuckt oder sonstirgendwohin.
Natürlich merkt man dann auch dass er sie nicht
genommen hat.
Wenn ich ihn darauf anspreche sagt er immer sie
würde so scheusslich schmecken.
Langsam bin ich echt verunsichert ob er sich damit
nicht gut fühlt oder sowas, was er wahrscheinlich auch
merkt.
Weiss jetzt wirklich nicht mehr was ich machen soll.

Viele Grüsse
Yvonne

Antworten:

Hallo Yvonne,

dieses Problem hatten wir zeitweise auch. einmal habe ich die morgendliche Dosis einiger Tage (die er zuhause nimmt bzw. nehmen sollte!) im Ranzen gefunden. Dieser "Absetzversuch" ging gründlich schief.

Einige Zeit später haben wir wenigstens vorher abgesprochen, dass er ausprobiert, wie die Schule ohne Medikinet läuft. (Das war ein bisschen hässlicher, aber das schreibe ich dir per Pm, wenn du möchtet.) Es war gar nicht so fürchterlich, aber nach ein paar Tagen wollte er es freiwillig wiederhaben.

Max hat sich auch erst einmal über den ekligen Geschmack beklagt. Außerdem wollte er auch ohne Medikinet aufpassen und sich vernünftig benehmen können. Ehrlich gesagt, kann ich das gut verstehen, nur klappt es ohne Medikinet halt sehr viel schlechter.

Nach ein paar Monaten hat Max wenigstens nicht mehr direkt gemerkt, ob er seine Tablette genommen hat. Die Kinder lernen ja auch was dazu. Dann lässt dieser Stress nach. Mit sehr viel Glück kann man dann auch über die Mittagsdosis diskutieren.

Max ist erst 7, aber ich hätte trotzdem ein äußerst ungutes Gefühl dabei gehabt, ihm dauerhaft gegen seinen erklärten Willen Ritalin zu geben. (Das ist nicht verallgemeinerungsfähig und ich will es auch nicht diskutieren.) Es ist aber wichtig, dass das Medikinet regelmäßig oder eben gar nicht genommen wird. Bei Kindern funktioniert es nicht, das Mittel immer nur bei Bedarf zu geben. Das fördert auch Haltungen, die wirklich problematisch sind.

Wenn wirklich der Geschmack das Problem ist, käme Amphetaminsaft als Alternative in Frage. Ich glaube nur nicht so recht, dass das wirklich das einzige Problem ist.

Max habe ich 100mal erklärt, dass schließlich immer noch er lernt oder spielt und dass das Ritalin ihm nur dabei hilft. Das ist vermutlich noch die akzeptabelste Erklärung.

Max wird leicht weinerlich und traurig, wenn wir versuchen die Dosis zu erhöhen. Vielleicht ist dein Sohn ein bisschen zu hoch eingestellt? Das müsstest du mit dem Arzt besprechen.

Viele Kinder merken auch erst, wenn sie Ritalin nehmen, dass sie sich in die Sch... manövriert haben. Auch diese Erkenntnis ist nicht übermäßig aufbauend.

von Mimi - am 14.08.2001 10:16
Hallo Yvonne,

hier geht es gerade um das selbe Thema:


Stell dir mal vor, dein Sohn hat Mittelohrentzündung und will sein Antibiotikum nicht nehmen. Wieviel Mitspracherecht würdest du ihm einräumen?

Zweite Frage: Macht dein Sohn sonst immer alles was du willst? Wie reagierst du da? Lässt du ihm das wirklich durchgehen?

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.08.2001 12:34
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