2.) Hilfe - Vater verweigert Ritalingabe

Startbeitrag von Patricia-K am 17.08.2001 09:30

Hallo,

so nachdem ich nun wieder da bin :-)
hier gleich ein Hilferuf:

Eine gute Freundin von mir hat nun die Diagnose ADS für ihren Sohn (3.Klasse)
9 Jahre.
Die Ärzte befürworten eine Medi-Behandlung.
Da sie geschieden ist mit gemeinsamen Sorgerecht, muss der Vater die Zustimmung geben.
Diese verweigert er aber - von wegen der üblichen Gründe......
ruhigstellen und und und ......
Es ist offensichtlich, das er sich nicht informieren will und auch Termine beim Arzt cancelled -(der sich grosse Mühe gibt ihn aufzuklären)

Meine Frage
Wer hat ähnliches erlebt und gibt es rechtliche Möglichkeiten die Zustimmung zu erzwingen oder aber ohne diese die Medi zu erhalten?

Da meine Freundin kein Internet hat habe ich diesen Hilferuf gestartet.

Danke für eure Hilfe
bereits im Vorfeld

Pat-K (patty)

P.S. Falls es rechtl. von Belang ist, wir kommen aus Niedersachsen.

Antworten:

Hallo Patricia,

ich bin ja auch geschieden und wir haben gemeinsames Sorgerecht.

Aber es ist nie das Thema aufgekommen, dass der Vater damit einverstanden sein muß.

Ich habe das einfach so bestimmt und gut so. Begeistert war und ist er nämlich auch nicht davon und ich habe ihn eigentlich voll vollendete Tatsachen gestellt.

Diagnose ist ja gemacht und die Ärztin hat es verschrieben. Fertig.

Ich weiß auch nicht in wie weit es notwendig ist. (rechtlich gesehen)
Bei OP's, Schulbesuche, Bankkonten etc. da muß er mit einwilligen.

Aber die Regelung ist ja so, das "Dinge des täglichen Lebens" derjenige selber entscheiden kann, bei dem das Kind lebt und das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat.

Ich würde generell die Gabe von Medikamenten als Dinge des täglichen Lebens betrachten. Ich glaube auch kaum, dass es für solche Fälle, speziell ärztlich verordnete "Betäubungsmittel" irgend ein Gesetz gibt, dass das Einverständnis beider Elternteile voraussetzt. Das ist reine Willkür.

Wenn ich die Diagnose stellen lasse, oder eine VT beantrage, frage ich auch nicht erst meinen EX.
Beim Hustensaft, Antibiotikum oder ob das Kind eine Brille tragen muß, brauche ich ja auch kein Einverständnis.

Hat denn die Ärztin speziell die Erlaubnis verlangt? Oder hat sie nur mit ihrem Ex darüber gesprochen?
Generell denke ich, kann man auch das Jugendamt einschalten, wenn der Vater eine ärztliche Hilfemaßnahme zum Wohle des Kindes verweigert. Die können dann darüber hinaus entscheiden. Ist nur die Frage, wie das JA dem ganzen gegenüber eingestellt ist. Da gibt es ja leider auch Unterschiede und der Schuß kann nach hinten losgehen. Also vorher mal auf "Tuchfühlung" gehen.

Ansonsten weiß ich natürlich auch nichts rechtskräftiges.

Liebe Grüße und viel Glück deiner Freundin

Silvia

von Silvia01 - am 17.08.2001 10:17
Hi, also ich hab keine Ahnung von den rechtlichen Grundlagen, aber wie sieht es aus mit Jugendamt? Es geht hier um das Kindeswohl und wenn der Vater sich weigert, trotz Diagnose und Handlungsbedarf dem Kind zu helfen.....( weiss schon einige schreien jetzt auf das das nicht unbedingt Hilfe ist:-) erspart es uns).

Mich hat eigentlich nie jemand gefragt ob mein Mann auch einverstanden ist....aber ich bin ja auch icht alleinerziehend. Aber es ist schon etwas seltsam, man kann doch nicht alles davon abhängig machen? Wenn ein Kind z.B. operiert werden muss und der eine Elternteil sagt nein..was dann??

Verwunderte Grüße
Petra

von Hexe - am 17.08.2001 10:19


Hallo Patricia,

ich habe ähnnliches erlebt, doch das führt hier zu weit zu erzählen,das ist abendfüllend :-)

Sowohl bei der Beratungstelle als auch in der Klinik wurde mir gesagt, das ich die Einverständniss meines von mir getrenntlebenden Mannes brauchte.

In der Beratungstelle hat es schon Klagen gegen die Therapeuten gegeben , weil ein Elternteil nicht über die Diagnostik und Therapie informiert wurde, traurig aber wahr..........

In der Klinik haben wir das Problem so gelöst, das der Psychologe den Kindesvater zum Gespräch einlud, nach abgeschlossener Diagnostik.

Frag mich nicht was ich mir danach alles anhören mußte.....es war gruselig

Außerdem habe ich mich bei meinem Anwalt erkundigt, der sagte mir, das eine einstweilige Verfügung vom Familiengericht innnerhalb von 24 Stunden bei beiliegendem Bericht des Arztes erwirkt werden kann.....weil das Kindeswohl ( juristischer Ausdruck) gefährdet ist.

mein Anwalt kennt die Problematik von Müttern mit ADS-Kindern und hat das auch schon öfter erfolgreich durchgesetzt.........

Die Familiengerichte gehn davon aus, das die Mutter bei der Kind lebt, die Alltagsdinge regeln muß........und zwar nach dem grundsatz zum Wohle des Kindes.

Sollte der Vater mehrmals die Zustimmung zur medizinischen und therapeutischen Behandlung verweigern, verwirkt er nach Ansicht der Familiengerichte das Sorgerecht.

Kommentar meines Anwaltes dazu......eigentlich ist das manchen Müttern zu wünschen, das sich der Vater verweigert, dann haben sie ziemlich schnell das alleinige Sorgerecht

Übrigens wohne ich in NRW

mail mich privat an, wenn Du magst

liebe Grüße an Deine Freundin und natürlich an Dich


gruß

Rhoa

von Rhoa - am 17.08.2001 11:04


Hallo Patricia,

ich habe ähnnliches erlebt, doch das führt hier zu weit zu erzählen,das ist abendfüllend :-)

Sowohl bei der Beratungstelle als auch in der Klinik wurde mir gesagt, das ich die Einverständniss meines von mir getrenntlebenden Mannes brauchte.

In der Beratungstelle hat es schon Klagen gegen die Therapeuten gegeben , weil ein Elternteil nicht über die Diagnostik und Therapie informiert wurde, traurig aber wahr..........

In der Klinik haben wir das Problem so gelöst, das der Psychologe den Kindesvater zum Gespräch einlud, nach abgeschlossener Diagnostik.

Frag mich nicht was ich mir danach alles anhören mußte.....es war gruselig

Außerdem habe ich mich bei meinem Anwalt erkundigt, der sagte mir, das eine einstweilige Verfügung vom Familiengericht innnerhalb von 24 Stunden bei beiliegendem Bericht des Arztes erwirkt werden kann.....weil das Kindeswohl ( juristischer Ausdruck) gefährdet ist.

mein Anwalt kennt die Problematik von Müttern mit ADS-Kindern und hat das auch schon öfter erfolgreich durchgesetzt.........

Die Familiengerichte gehn davon aus, das die Mutter bei der Kind lebt, die Alltagsdinge regeln muß........und zwar nach dem grundsatz zum Wohle des Kindes.

Sollte der Vater mehrmals die Zustimmung zur medizinischen und therapeutischen Behandlung verweigern, verwirkt er nach Ansicht der Familiengerichte das Sorgerecht.

Kommentar meines Anwaltes dazu......eigentlich ist das manchen Müttern zu wünschen, das sich der Vater verweigert, dann haben sie ziemlich schnell das alleinige Sorgerecht

Übrigens wohne ich in NRW

mail mich privat an, wenn Du magst

liebe Grüße an Deine Freundin und natürlich an Dich


gruß

Rhoa

von Rhoa - am 17.08.2001 11:05
Hallo Patty,

hmmm, ich würd ihn gar nicht erst fragen.....wenn das Kind Grippe hat ich bekomme Medizin verschrieben frag ich auch nicht nach.

Und wie wäre das, wenn Kind Insulin braucht, müsste man da auch erst nachfragen??

Mein Ex war auch nicht begeistert, wollte auch nicht darüber lesen und so, aber als Wirkung von Ritalin da war, wurde dann überall von ihm erzählt, wie toll es jetzt wäre. Hahaha, er hat wirklich den totalen Durchblick.

Fazit von mir....Deine Freundin soll das machen, was sie für richtig hält, notfalls keine Medizin mitgeben, wenn Kinder Vater besuchen.

meint Jutta

von Jutta - am 17.08.2001 11:40
Hallo Patty,

wenn es irgendwie geht, wäre eine einvernehmliche Entscheidung der Eltern weitaus besser. Deine Freundin kann das Medikament wahrsceinlich einfah erst einmal geben, wenn sich der Arzt nicht quer stellt. Nur kann sie weder erzwingen, dass der Vater dem kind Ritalin gibt, noch verhindern, dass er das Kind in seinem Sinne "aufklärt". Vielleicht ist der Mann ja eher bereit zuzustimmen, wenn die Mutter erst einmal eine Psychotherapie für den Jungen durchzieht?

Der Vater könnte natürlich gegen die Mutter und den verschreibenden Arzt klagen. Dauer(!)medikationen jeder Art bedürfen seiner Zustimmung, wenn die beiden die gemeinsame Sorgerecht haben. Falls das wirklich geschieht - was unwahrcheinlich ist - wird das Vormundshaftsgericht i.d.R. ein Gutachten anfordern und sich daran halten. Allerdings gehen die wenigsten Väter wirklich so weit. Das ist auch für ihn ein beträchtlicher Aufwand.

Ich vermute, es hängt weniger von dieser Familie, als von der Einstellung des Gutachters ab, wie die Entscheidung ausfällt.

Das Jugendamt würde ich in dieser Situation nicht von mir aus einschalten, zumal nur ein Vormundshaftsrichter die Einwilligung des Vaters ersetzen kann. Es ist auch alles andere als sicher, dass ausgerechnet Jugendamtsmitarbeiter eine Ritalin-Therapie befürworten.

von Mimi - am 17.08.2001 17:11

Re: 2.) Hilfe - DANKE

Hi,

dank euch allen für eure Antworten.

Werde morgen mal ausführlich mit meiner Freundin sprechen.
Denke die Situation ist halt sehr verzwickt, denn der Vater will von ADS
nichts wissen (-Mutter solle-müsste sich nur mehr kümmern - etc.)

Außerdem ist er auch noch nicht über die Trennung hinweg - obwohl schon
lange her (ca.3 J.)
Er nutzt diese Möglichkeit als Ventil seiner Verletztheit.
Schade nicht zum Wohle des Kindes.

Aber danke nochmal - wir wollten auch nur Denkanstöße haben oder wie
andere in dieser Situation gehandelt haben - und was erreicht wurde.
Ih werde mal berichten wie es weiter geht.

Gruß
Pat-K (patty)

von Patricia-K - am 18.08.2001 23:01
Hallo Patricia,

gemeinsam sorgeberechtigt heißt nicht, dass man alles gemeinsam entscheiden muss, sondern, dass jeder stellvertretend für den anderen Elternteil sprechen kann. Das ist genauso, als wäre man verheiratet.

Dass Ärzte das Einverständnis des zweiten Elternteils haben wollen, hängt auch mit ihrer eigenen Sicherheit zusammen. Sie wollen einfach nicht von einer neuen Seite her angefeimdet werden. Außerdem handeln sie im Interesse des Kindes. Denn wenn ein kind regelmäßig gesagt bekommt, was da für ein Gift schlucke, dann kann eine solche Therapie nicht erfolgreich sein. Eine zweite Chance ist verspielt. Das wollen sie dem Kind ersparen.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 19.08.2001 07:50
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