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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Simone A., Simone, anne05, Gina, Herbert

Positive Erfahrung mit Ritalin...aber in der Schule...

Startbeitrag von Simone A. am 17.08.2001 18:14

Hallo Ihr alle

Unser Hypie , 7Jahre, 2. Klasse,bekommt seit Juli Ritalin. Privat haben wir schon sehr positive Veränderungen festgestellt. Er kann z.B. länger konzentriert spielen, ist wesentlich ruhiger und ausgeglichener (während der Wirkungsdauer). Zudem haben wir ein Punktesystem eingeführt, daß sich bisher super bewährt hat.

Nun aber folgendes : Seine Lehrerin sagte mir , in der Schule hat sich absolut NICHTS verändert. Im Gegenteil, er hätte nun erst recht kein Interesse mehr am Unterrichtstoff. Info (speziell für Anne05) : Er ist IQ getestet, grenzwertig hochbegabt und im Unterricht unterfordert, zumal die Kids immer noch Buchstaben lernen müssen , weil der Stoff der 1. Klasse noch nicht geschafft wurde.
Auch im Umgang mit den Klassenkameraden ist keine Veränderung zu sehen. Er wurde nach den Ferien neben ein auch "auffälliges" Kind gesetzt, per Los,und es gab nur Zoff.
Nun sitzt er vorläufig an einem Einzeltisch, empfindet es Gott sei Dank nicht als Strafe, sondern als Hilfe.
Fazit : Alles beim Alten, so als hätte er gar kein Ritalin genommen.

Wie kann sowas sein ? Privat solche Fortschritte und in der Schule weiterhin Chaos. Bin ich vielleicht zu ungeduldig oder muß die Dosis erhöht werden ? Momentan bekommt er 1 Tabl. morgends und 1 mittags.

Oder kann die ausbleibende Wirkung ganz andere Gründe haben ? Ich denke da an die leider schon festgefahrene Rolle als Störenfried, Außenseiter u.s.w. nach dem Motto :" Ist der Ruf erst ruiniert....."

Was sollen wir machen ?

Antworten:

Hi Simone !
Ich bin neu im Forum, deshalb stelle ich mich einmal kurz vor.
Bin ADS`ler und Vater von einem Sohn mit ADS in Verbindung mit Hyperaktivität.

Vielleicht kann ich Dir helfen, indem ich eine Parallele ziehe:
Mein Sohn Björn bekommt seit Anfang des Jahres Ritalin (Dosis z.Zt.: 1 - ½ - 0, noch nicht optimal eingestellt). Ich habe selbst bei der geringen Dosis eine deutliche Konzentrationssteigerung beobachtet. Nun geht mein Kind erst am Dienstag zur Schule, sodass ich nur über die Kindergartenzeit berichten kann. Aufgefallen ist mir (und von den Kindergärtnerinnen bestätigt), dass Björn nur dann "bei der Sache" ist, wenn er in irgendeiner Weise gefordert wird, d.h. er muss sich angesprochen fühlen.
Ich habe frühzeitig mit der Kindergartenleiterin über sein Defizit gesprochen.
Das kam ihm sehr zugute, da das Personal (wenn möglich) sich intensiver mit ihm beschäftigte und seine Stärken förderte. In der Schule ist das natürlich nicht oder nur im begrenzten Umfang möglich.
Ich will damit sagen, dass auf die Erzieherinnen, Lehrer usw. ein Problem zukommt, mit denen die meisten nicht umgehen können bzw. dem sie nicht gewachsen sind. Anderen wiederum ist zwar Legasthenie ein Begriff, doch wer kennt schon ADS ? Wichtig ist, dass die Lehrerin die Problematik ADS kennt. Weiß sie Bescheid, dann sollte sie keinesfalls ein ADS`ler neben ein auffälliges Kind oder allein setzen. Im Gegenteil: der ADS`ler muss mitgezogen (gefordert) werden.
Ich glaube abwarten, beobachten und den Kontakt zu den Lehrern halten ist besser als dauernd die Dosis zu verändern.
ADS`ler lieben grundsätzlich keine Veränderungen (neue Umgebung, neue Klasse usw.). Das habe ich wieder einmal im Urlaub festgestellt: Die Ritas meines Sohnes hätte ich auch gleich in den Müll werfen können (nerviger Urlaub).

von Herbert - am 17.08.2001 19:44
Hallo Simone,
mit meinem Sohn , 10 Jahre, geht nach den Ferien aufs Gymnasium, habe ich ähnliches in der Grundschule erlebt.

Auch er war den Kindern immer weit voraus, und teilweise war es sehr langweilig für ihn.Die Lehrerin hat ihn dann so weit es möglich war, als " Hilfslehrer " eingesezt, und das klappte auch ganz gut.

Posetive Veränderungen im Umgang mit seinen Mitschülern, waren auch nicht gleich da. Wie Du schon schreibst " festgefahrende Rolle als Störenfried "

Gib Deinen Sohn und seinen Mitschülern noch ein wenig Zeit, bei uns hat es nach Behandlung mit Ritalin auch noch eine ganze Zeit gedauert.

In kleinen Schritten haben wir nach und nach immer mehr positives erlebt. Allerdings haben wir auch viel der Lehreri zu verdanken, die sich viel Mühe gegeben hat Daniel zu intigrieren, und oft zwischen den Kindern " vermittelt " hat.

Ab der vierten Klsse waren die Fortschritte so weit, dass hier haüfig das Telefon klingelte, weil sich Klassenkameraden mit Daniel verabreden wollten :-)))))

Das sind nun meine Erfahrungen, aber ich hoffe ich habe Dir ein wenig Mut gemacht!

Ich drücke Dir die Daumen, das Du auch bald über ein Erfolgserlebnis berichten kannst, hab noch etwas geduld.

Gina

von Gina - am 18.08.2001 11:50
Hallo Simone,

habt Ihr schon einmal daran gedacht, Euren Sohn eine Klasse überspringen zu lassen? Ich weiß - ist bei all den Problemen normalerweise der letzte Gedanke ... man denkt eher das Gegenteil, aber es könnte wirklich hilfreich sein.

Neue Reize, wenn er mehr gefordert ist...
Die meisten Schulen bieten die Möglichkeit, dass die Kinder 6 Wochen in der höheren Klasse hospitieren - während dieser Zeit bietet sich die Gelegenheit, den neuen Schulstoff aufzuholen, sich zu integrieren ...

Vielleicht könnt Ihr dies mit der Lehrerin besprechen ... lt. Deinem posting sieht sie ja, dass er unterfordert ist - das ist eine gute Voraussetzung, ein solches Unterfangen auszuprobieren. Jetzt - zu Schuljahresbeginn - wäre die beste Gelegenheit dazu.

Viele Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 18.08.2001 14:26
Hallo anne05

Haben wir schon probiert. Vor den Osterferien war er 2 Wochen in der (damals) 2. Klasse, leider ohne Erfolg. Es konnte nicht mithalten beim Schreiben, viel zu langsam und hat bis dato in der 1. Klasse nicht in Linien schreiben dürfen.
Es war dann doch einfach zu viel aufzuholen, vom Stoff und von den Arbeitstechniken. Zudem konnte er sich auch dort nicht längere Zeit konzentrieren, hatten allerdings auch noch keine ADS-Diagnose und Ritalin. Er wurde erst auf Hochbegabung getestet.
Auf ADS sind wir im Prinzip erst nach dem "Sprung" gekommen. Natürlich war es für ihn eine bittere Niederlage und nicht einfach zu verkraften, hätte ich ihm im nachhein gerne erspart.
Also müssen wir irgend einen Weg finden, wie er in seiner jetzigen Klasse zurecht kommen kann. Die Lehrerin ist zwar willig, aber die Umsetzung klappt sehr oft nicht. Nach ihrer eigenen Aussage hat sie einfach zuviele schlechte Schüler und kann sich nicht um ihn kümmern.

Trotzdem Danke für Deine Antwort.

von Simone A. - am 18.08.2001 16:14
Hallo Simone!

Mein Sohn Danny 9 J. hat ADS ohne Hyperaktivität. Festgestellt wurde das vor zwei Jahren. Wenn ich mal Revue passieren lasse, gab es Momente wo ich geglaubt habe " jetzt packt er es". Doch nun kommt er ins 4. Schuljahr und die letzten Monate haben mir gezeigt, das er trotz Ritalin und seinem eisernen Willen, (er ist sehr ergeizig) nach wie vor nicht richtig klarkommt. Ich werde ihn jetzt mit den Medis neu einstellen und habe nun Jemanden (eine Therapeutin) gefunden, die mit ihm "das Lernen lernt". Außerdem seine Gefühlsausbrüche mit ihm in den Griff zu bekommen. Ich denke das so eine Maßnahme Hand in Hand mit den Medikamenten gehen muß.
Das alles was ich so mit meinem Sohn in den letzten Schuljahren erlebt habe, war wie eine Berg und Talfahrt. Das zeigt mir, das es wahrscheinlich immer auf und ab gehen wird. Aber Lichtblicke und kleine Erfolgserlebnisse gab es auch bei uns und das ist es was uns auch weiterhin motiviert. Also immer dranbleiben !!!

Liebe Grüße
Simone

von Simone - am 18.08.2001 20:33
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