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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andrea vom Pool, Jutta, Silvia01, Petra, Antje, Gabriele Kreh, Yvonne König, Uschi, anne05, pippi langstrumpf

Diagnose ADS, endogen depressiv, hochintelligent und einkoten

Startbeitrag von Andrea vom Pool am 17.08.2001 21:18

Mein Sohn hat seine Diagnose: ADS, endogen depressiv, hochintelligent und zu allem übel kotet er ein. Er hat starke, feinmotorische Störungen. Er wird bald 9.

Ich komme mit ihm nicht mehr klar. Er setzt seine ganze intelligenz in die destruktion. Das Einkoten stehe für seine Einstellung, "ich scheiße auf das Leben, ich scheiße auf alles"

Ich habe 3 Kinder. Meine Tochter (7) hat auch ihre Diagnose gestern bekommen, bzw eine vorläufige: sie ist auf einem Ohr fast taub, auf dem anderen 50 % Hörkraft. ADS mit höchster Wahrscheinlichkeit, aber, erst mal muß nu die Ohrsache Operiert werden, dann testen wir noch mal. Sie ist auch intelligent, aber, sie braucht all ihre Aufmerksamkeit, um auch nur ein bißchen von der Welt zu hören, da bleibt nicht mehr viel über für schulische Leistung übrig.

Meine kleine (2) hat es auch, natürlich nicht diagnostiziert, aber ich weiß es. Sie ist eine Sonne, sowie auch die Große. Nur Joshua ist so negativ.

Er hat gesagt, wenn er träumt, bringt er sich um, dann ist alles vorbei. Vor ein paar Tagen. Als dreijähriger hat er sich schon intensivst mit dem Thema Tot beschäftigt.

Sein Vater (mein Exmann) hatte schon Suizidversuche, ist depressiver choleriker, seine Mutter endogen depressiv.

Ich kann nicht mehr. Ich muß hilfe annehmen. Joshua mutiert zu einem Arschloch, und ich kann nichts tun. Er wird gemein, fies. Der Vorschlag des Arztes ist, ihn in ein Internat für hochbegabte, psychich kranke zu schaffen, weg aus der häuslichen Umgebung. Um dann nach einer Zeit neu aufeinander zugehen zu können.

Ich brauche doch auch Kraft für die beiden Mädchen, für mich. Ich nehme seit Dezember 2000 Ritalin. Danke. Das ist alles schwer genug, ohne wäre ich wohl wieder hoffnungslos überfordert gewesen.

Mit der Diagnose ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Gleichzeitig der Schmerz, das Versagen als Mutter, welches gar keines ist. Aber, welche Mutter steckt so was weg. Aber, es ist hoffnung auf Ruhe in Sicht.

Ich konnte gestern das erste mal wieder auf meinen Sohn zugehen. Er auf mich. Unsere Beziehung zueinander ist geprägt durch das spüren des anderen. Er checkt mich, ich ihn. Es tut weh.

§ 35a, seelische Behinderung, Jugendamt, Kostenübernahme....., so viele Worte, steif, fremd, die jetzt einen Teil unseres Lebens einehmen werden.

Bitte gib mir die Kraft, die uns verbleibende Zeit so zu nutzen, dass eine gute Grundlage für den Behandlungserfolg gegeben ist. Die Gewißheit gestern war glaube der erste Schritt.

Ich weine. Und jede Träne scheint gut zu sein, wäscht den Schmerz raus.

Andrea
ADS-Infopool

Antworten:

Hallo Andrea

was ich lese, berührt mich sehr! Es tut so weh, zu lesen wie ihr leidet. Und eine Hilfe kann ich Dir auch nicht geben.
Aber ich möchte Dir Mut machen, Du schaffst das, irgendwie. Das mußt Du! Deine Mädchen brauchen Dich, Dein Sohn brauchte Dich mehr, im Moment! Denn er mag das Leben nicht, so wie es ist. Nimm Hilfe an, Hilfe, die ihm zeigt, das das Leben schön sein kann. Er hat es bitter nötig.
Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, das Ihr das schafft!
Yvonne

von Yvonne König - am 18.08.2001 06:38
Hallo Andrea,

Du hast es wirklich sehr schwer. Es verschlugt mir den Atem, als ich es las.

Ja es ist richtig, ihr braucht Hilfe.
Als mein Sohn Philip mit 4 einkotete, habe ich sofort einen Kinderpsychologen angerufen und ihm gesagt, mein Kind kotet ein.
Ich hatte innerhalb wenigerTage einen Termin, das ist ein so heftiger Hilferuf, da muß ein Arzt reagieren.
Viele Gespräche werden nötig sein um den Grund zufinden, aber das schafft Ihr. Ich wünsche Euch vom ganzen Herzen, dass Ihr Hilfe findet und wieder Kraft für einander findet.
Auch sende ich Euch herzliche Grüße und drücke Dich.
Güße Uschi

von Uschi - am 18.08.2001 07:52
Hallo Andrea,

es schmerzt, dies zu lesen ... noch mehr jedoch schmerzt es, wenn ich lese, dass Dein Sohn in ein Internat für hochbegabte PSYCHISCH KRANKE soll.

Wir standen auch vor der Wahl ... Internat für Hochbegabte (... aber nicht für psychisch Kranke! - das finde ich völlig indiskutabel).

Das Kind muss unter Kinder seiner "Denkweise" - aber nicht unter Kinder, die krank sind!

Wir haben uns letztlich gegen das Internat für Hochbegabte entschieden, weil es zu weit weg von zu Hause war ... ich denke, ein Kind dieses Alters braucht - bei allen Problemen - dennoch das Zuhause, die Geborgenheit innerhalb der Familie.
Erst wenn es psychisch gestärkt ist, kann (eventuell) eine Trennung von der Familie erfolgen - wenn das Kind es selbst WILL.

Unser Sohn besucht jetzt eine Schule, in der man sich mit ADS-Kindern bestens auskennt ... sicher, es ist nicht unbedingt das Ideal für Hochbegabte - dennoch wird auch dieser Eigenschaft Rechnung getragen, wenn auch nicht in erster Linie (ABER - unser Kind ist täglich zu Hause und wir merken: es fühlt sich wohl).

DENN: allein durch das Umgehenkönnen dort mit den Problemen, die sich durch ADS ergeben, ist unser Sohn mittlerweile in absolut gestärkter psychischer Verfassung, er kann lachen und fröhlich sein ... alles andere wird kommen.

Logisch, dass wir zuhause zusätzlich geistiges Futter geben (solange er es einfordert) ... aber die Stärkung des Selbstbewusstseins durch Annahme seiner Eigenheiten, seines Andersdenkens in der Schule - all dies ist m.E. vordergründig.
Nur so schafft man den Zugang ... nur so schafft man, dass das Kind ausgeglichener wird.

Der Weg, den wir bisher gegangen sind, hat sich als richtig erwiesen - dies sehe ich jeden Tag, immer deutlicher.

Vielleicht kommt - heute oder morgen - der Tag, an dem unser Sohn mehr intellektuelle Ansprache in der Schule braucht (Springen lehnt er ab) ... dann werden auch wir wohl den Weg gehen, dass er ein Hochbegabten-Internat besuchen wird, weil es örtliche Schulen nicht gibt ... aber bis dahin, ja, bis dahin ist das Selbstbewusstsein unseres Kindes so gestärkt, dass es diesen Weg verkraften wird, ohne einzubrechen, ohne zurückzufallen in Verhaltensweisen, die ihn wieder hinunterreißen.

Ich wünsche Euch die Kraft, die nächste Zeit durchzustehen ... wenn es sich nicht umgehen lässt, dann ein Internat für Hochbegabte ... aber keineswegs eine Einrichtung, in dem psychisch kranke Kinder untergebracht sind.

Ich wünsche Euch, dass Ihr die richtige Schul-Entscheidung trefft.

Liebe Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 18.08.2001 08:49

So viele verschiedene Meinungen und erfahrungen

Hallo Anne05,

bei uns liegt da eine andere Problematik vor: Joshua muß hier weg. Weg aus der häuslichen Umgebung. Weg von mir. Der konflikt der einkoterei steht vordergründig. Ein Konflikt zwischen uns.

Wir brauchen Abstand, um wieder neu aufeinander zugehen zu können, und gleichzeitig Therapeutische Hilfe.

Es gibt hier in der Nähe eine 5-Tage Schule, d.h., von Montag morgen bis Freitag Abend wäre er dann dort untergebracht. Wochenends zu Hause. Dort sind Wohngruppen, tgl. therapeutische Hilfe, Schule in kleinen Gruppen. Ich denke, das wird es fürs erste sein.

Dann wieder neu zugehen aufeinander, Familientherapeutische Gespräche.

Der Doc meinte, das dauert ca ein Jahr.

Ich bin nicht mehr in der Lage, das selber in die Hand zu nehmen. Ich möchte ihn nicht wegschieben, nein. Ich möchte ihm eine Chance geben. Und uns.

Ich sehe ihn dann jedes Wochenende. Später kommt dann die Schule für hochintelligente.

Das Sorgerecht habe ich Alleine. Der Vater (Joshua ist völlig normal, Du spinnst doch, wenn Du ihn zu nem Psychiater bringst) ist nicht gerade der optimale Entscheidungspartner. Mein Fraund ist da für mich, für uns, aber, die letztendliche Entscheidung kann mir keiner abnehmen.


ich bin aber gerade auch ziemlich durcheinander.


Ich werde nun erst mal die Ruhe des Wochenendes genießen. Montag ist wieder arbeiten angesagt, Schule fängt an.


Andrea
ADS-Infopool


von Andrea vom Pool - am 18.08.2001 09:36
Hi andrea,
nimm die selbstmorddrohung ernst und schau das du mit ihm in therapie gehen kannst solange noch kein internatsplatz oder ähnliches gefunden ist.
ich fühle sehr mit dir und habe beim lesen auch sofort gedacht das du deine ganze kraft noch für dich und die beiden mädels brauchst. außerdem hat es mir sehr imponiert des du nicht wischi waschi gefühle betrf. deines sohnes gesagt hast sondern dazu stehst das er dir über den kopf wächst. und wer sagt eigentlich das eine mutter ihre kinder auch über ihre kraft hinaus zwingend lieben muß???
irgendwann kann man einfach nicht mehr.
ich habe lange in heimen für seelich geistig und körperbehinderte gearbeitet. denk nicht das es ein ort des schreckens ist. unseren leuten hat es meist besser mit uns betreuern gefallen wie mit ihren eltern. es sei denn die eltern haben akzeptiert das ihr kind so ist, sie keine übermenschen sind und wissen das es im heim zum teil genauso schön ist wie zu hause. vor allem waren wir betreuer emotional bei weitem nicht so involviert wie betroffene eltern und konnten deswegen viel besser mit zum beispiel aggressionen umgehen. umgekehrt war es für die eltern eine wahnsinns beziehungsförderung nicht mehr 24 h die negativen seiten ihres kindes aushalten zu müssen. und denk daran "du hast nicht versagt als mutter".
ich drüch dir feste die daumen das alles klappt und du einen guten platz findest und weiterhin eine so wahnsinnsmutter bist die sich so viele gedanken über sich und die entwicklung ihrer kinder macht
alles Liebe Gabriele.

von Gabriele Kreh - am 18.08.2001 10:44

Re: Diagnose ADS, endogen depressiv, hochintelligent und einkoten an Andrea

Hallo Andrea,

Dein Schreiben hat mich zutiefst betroffen.Ich kann mich eigentlich nur Yvonnes Worten anschliessen und Dir aus der Ferne wünschen,daß es Euch bald besser geht.
Und mache Dir bitte keine Selbstvorwürfe DU hast nicht versagt!!!!!!!!!!Ich finde es toll,daß Du Dir selbst eingestehst es nicht zu schaffen.
Ich habe dafür damals leider sehr lange gebraucht.Ich habe eigentlich 2 Kids,doch nur eine lebt bei mir.
Ich habe mich vor1,5Jahren ,nach langem hin und her, entschieden meine jüngere Tochter zum Wohle beider Kinder bei meinem Ex-Mann zu lassen.Und das war gut so.Dazu muß ich sagen,daß meine ältere Tochter ADS mit starker Hyperaktivität hat.Trennung von einem Kind tut immer weh,aber es ist manchmal die beste Entscheidung,mann muss nur dazu stehen-sonst versucht das "liebe"Umfeld einen kaputt zu machen
.
Einen ganz lieben Gruß und viel Kraft



Alice

von pippi langstrumpf - am 18.08.2001 11:37
Danke Gabriele,

Deine Worte taten mir gerade sehr gut. Und genau das versuche ich auch gerade für mich klar zu bekommen: ich brauche Hilfe, die Verantwortung für Joshua zu tragen. Ich brauche Kraft. Und Joshua fordert diese eigentlich schon 150%ig. Wo bleibt da noch was für die Mädchen, wo für mich.

Ich bin Kinderkrankenschwester, aber arbeite nicht mehr in dem Bereich. Ich habe damals in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem der Schwerpunkt psychosomatisch war. Auch in der Kindertagesklinik habe ich gearbeitet. Deswegen weiß ich, dass ich mein Kind nicht in eine Psychoabfallwerwahrstation schicke. Nein, ganz im Gegenteil.

Wie Du sagst, die Menschen, die dort für die Kinder da sind, stehen nicht so nah dran, haben den nötigen Abstand. Ich kann nicht nach 8 Stunden sagen, so, Feierabend, bis morgen, oder gar Urlaub nehmen, um die Kraft zu finden, die ich so dringend brauche.

Ich habe eben mit Joshua geredet, ihm ein bißchen von der Diagnose und der Therapieform nahegebracht. Das Ergebnis ist ein gutes, wennauch schwermütiges Gefühl. Seinen Vater habe ich auch endlich erreicht. Er ist so uneinsichtig bezüglich seiner eigenen Problematik und dem Zusammenhang. Blökt mich an, weil ich es gewagt habe, für die Diagnoseanamnese zu sagen, dass es suizidversuche hatte, selber eingekotete hat. Er wäre doch völlig normal, und es ginge hier nicht um ihn. Ich kann nicht mal mehr wütend auf ihn sein, habe eigentlich nur Mitleid über seine Unfähigkeit, sich selber wahzunehmen.


Liebe Grüße


Andrea
ADS-Infopool


von Andrea vom Pool - am 18.08.2001 11:53

Re: Diagnose ADS, endogen depressiv, hochintelligent und einkoten an Andrea

Hallo Alice,

ja, das ist glaube ich das wichtigste. Man muß es akzeptieren, seinen Stolz beiseite schieben, und einfach zum Wohle des Kindes handeln.

Es ist aber auch verdammt schwer das Leben als alleinverantwortliches Elternteil. Es wird einem auch nicht leicht gemacht. Das ist mal Fakt.

Dann noch die Worte anderer Eltern und Erzieher, die einen für diesen Schritt verurteilen. Und gerade als Alleinerziehende mit einem Partnerwechsel wie ich (3 Kinder, 2 Väter, mit keinem mehr zusammen) wird da schnell in eine Schublade geschoben.

Meist sind es gerade die Eltern, die selber Probleme haben, dies aber nie vor sich zugeben könnten.

Egal, meine Entscheidung ist gefallen, ich akzeptiere. Und seit dem hat sich unsere Situation entschieden entschärft.


Danke übrigens auch allen anderen, die hier anteil nehmen, und mir Mut machen in dieser Zeit.


Andrea
ADS-Infopool


von Andrea vom Pool - am 18.08.2001 11:59
Hallo Andrea

Es haben ja schon einige Dir geantwortet und gute Worte gefunden.
Da will ich jetzt auch garnicht mehr viel dazu sagen, sondern nur
ein bißchen beim Trösten helfen.

Bei mir sitzen die Tränen zur Zeit auch etwas "locker" und ich weiß wie
alleine man sich da oft vorkommt.

*Einmalganzliebgedrückt*

Liebe Grüße und alles Gute Antje

von Antje - am 18.08.2001 13:48
Hallo Andrea,

auch ich bin in Gedanken bei Dir und bewundere Dich auf eine Art. Ich bin auch alleinerziehend mit 2 Kids, kein neuer Partner. Und es ist verdammt schwierig, aber so grosse Probleme wie Du habe ich nicht. Das hilft, einem vor Augen zu führen, das man (ich) es doch eigentlich ganz gut hat.

Die Kraft, ein Kind wegzugeben, hätte ich glaube ich nicht. Das mag wohl auch Egoismus von mir sein, oder dir Problematik ist nicht so gross, obwohl man es manchmal denkt.

Aber keine Mutter entscheidet sich gegen ihr Kind, sondern immer zum Wohle des Kindes. Und wenn Du es jetzt für richtig befindest, dann ist es auch so.

Viel Kraft für Euch alle

sagt Jutta

von Jutta - am 18.08.2001 15:38

Hab dir was geschickt - OT

.

von Silvia01 - am 18.08.2001 21:49

Alles ist anders

Hi Ihr Lieben,

noch mal ganz lieben Dank für Eure Worte.

Es ist alles anders geworden seit ich die Diagnose und die Gewißheit habe, uns wird jetzt geholfen.

Gestern war ich mit meinen dreien auf dem Spielplatz. Es war total schön. Ich war so frei von Alltag wie lange nicht mehr. Ich war einfach da, im hier und jetzt. Habe die Zeit mit den Kindern richtig genießen können. Das war mir die letzte Zeit völlig abgegangen, da ich geprägt war von den Sorgen, der Angst, dem Stress.

Der Stress geht zwar erst los, aber es ist anderer Stress, als der, den man hat, wenn man nicht voran kommt.

Solange Bewegung im Leben ist, kann es sich verändern. Vorher war irgendwie Stillstand bis Rücklauf.

Gleich nimmt meine Ma die beiden Mädchen, sodass ich mal die Chance habe, mit Joshua was alleine zu machen. Ich habe gestern mit ihm geredet. Über das, was auf uns zukommen wird. Das Ergebnis war gut. Aber er wird jetzt viele Gedanken in seinem Kopf haben, Fragen. Ich möchte sie ihm beantworten. Alleine. Dazu hat er ein Recht.

Er ist nunmal nicht wie "normale" Kinder. Man kann ihm nichts verschweigen. Ich wußte erst nicht, wie und was ich ihm sagen sollte. Das ist jetzt alles viel klarer. Ich freue mich jetzt richtig auf die Zeit, in der sich alles verändern wird. Ich habe Joshua gesagt, dass es gar nicht schlimm ist, wenn man sich eine Zeitlang nicht so viel sieht, dafür aber in den Momenten, die man hat, um so intensiver.

Ich habe ihm gesagt, dass wir uns dann ja schreiben können. Das ist doch immer so schön, wenn man Post bekommt von Menschen, die man liebt. Ich lese vor, und nehme diese Geschichten auf Kassette auf. Die werde ich ihm mitgeben, dass er nie das Gefühl bekommt, ich hätte ihn weggeschoben, weil ich ihn nicht mehr will.


Joshua besucht ja eine integrative Klasse, aber nicht als Integratives Kind (auch wenn er das ja eigentlich wäre). In dieser Klasse ist die Akzeptanz des Andersartigen, nicht der Norm entsprechenden, doch anders. Ich denke, auch das wird uns behilflich sein.

Liebe Grüße


Andrea
ADS-INFOPOOL


von Andrea vom Pool - am 19.08.2001 07:34
Hallo Andrea,

bisher habe ich nur immer die Beiträge im Forum gelesen, aber Dein Beitrag hat mich gezwungen, selbst einmal zu schreiben.

Mein Sohn (9), leidet unter genau dem gleichen Problem, Deine Geschichte ist fast identisch mit meiner. Auch ich weiß momentan nicht, wie es weitergehen soll.
Mir wurde geraten, mein Kind stationär unterzubringen, denn im häuslichen Bereich sei eine Behandlung des Einkotens nicht möglich (Oppositionelles Trotzverhalten)! Da sich über die Ferien zeitweise eine Besserung gezeigt hat, bin ich aber skeptisch geworden, ob es wirklich notwendig ist, ihn wegzugeben.
Mein Arzt hat mir gesagt, wir könnten einen Behandlungsversuch mit Akatinol machen und abwarten, ob es mit Hilfe dieses Medikamentes zu einer Besserung seines Verhaltens kommt (nimmt seit ca.1 Jahr Ritalin). Das ist nun meine letzte Hoffnung.
Wenn das nicht hilft, dann werde ich in eine Unterbringung einwilligen, denn ich sehe, wie mein Kind unter der ganzen Situation leidet. Seine Intelligenz ist dabei natürlich auch ein Faktor, der den Hass auf sich selbst noch verstärkt.
Auf jeden Fall tut es verdammt weh, zu sehen, wie sich sein eigenes Kind so quälen muss. Die ganze Familie leidet darunter.

Wie Du siehst, bist Du nicht alleine. Vielleicht können wir uns auf diesem Wege gegenseitig ein wenig zur Seite stehen.

Petra

von Petra - am 05.09.2001 09:39
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