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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Solveig, Mimi, Hoschi, Dagmar, Simone A.

Ursachen ADS

Startbeitrag von Solveig am 20.08.2001 21:26

Hallo,
bei unserem Sohn besteht der Verdacht auf ADS .
In der Literatur wird hauptsächlich von Vererbung geschrieben.
In unseren Familien ist niemand betroffen, zumindest nicht offensichtlich.
Wir haben ziemlich weit zurück gegraben aber niemand hatte oder hat Probleme.
Kann ADS auch über mehrere Generationen vererbt werden ohne das Symptome auftreten ?
Oder gibt es auch andere Ursachen ?
Kann uns jemand weiterhelfen?

Lieben Dank, Solveig

Antworten:

Hallo Solveig

Jetzt haben schon so viele deine Frage gelesen, aber noch keiner hat geantwortet ?

Naja, ich bin zwar ein Neuling in Sachen ADS, aber vielleicht habe ich Erklärungsversuche.

In letzter Zeit liest man sehr häufig über die Vererbungstheorie, da manchmal mehrere Familienmitglieder von ADS betroffen sind.

In unserem Fall hat unser Sohn ADS, mein Cousin ebenfalls. In Frage käme somit mein Vater oder mein Onkel, konnte aber keine Symptome feststellen. Dann habe ich meinen Opa unter die Lupe genommen. Er ist mittlerweile 83, somit mit Sicherheit kein akuter Hypie mehr(*prust*). Ich weiß nur, daß er sein Leben ohne meine Oma nicht auf die Reihe gekriegt hat. Sie hat den Ton angeben ( Regeln aufgestellt, Grenzen gesetzt, gesteuert) und er war glaube ich ganz dankbar dafür. Ich hatte nie den Eindruck, er hätte darunter gelitten. Zu spüren war immer eine innerliche Unruhe, hat sich nie richtig Feierabend gegönnt, hat mal hier, mal da rumgekramt.
Die Kindheit von damals kann man mit heute nicht mehr vergleichen. Es galten ganz andere Regeln in der Schule, die Freizeit, falls es die überhaupt gab, wurde fast nur draußen verbracht, zu Kriegszeiten ging es ums nackte Überleben. Da hat keiner gemeckert, wenn ein Kind zu hibbelig oder träumerisch war. Deshalb ist es oft sinnlos, bei so großen Zeitabständen Vergleiche zu heute zu ziehen. ADS ist wohl damals gar nicht aufgefallen, die Leute hatten andere Sorgen.

Ich hoffe, Dir damit irgendwie geholfen zu haben.

von Simone A. - am 21.08.2001 19:36
Hallo Solveig,

wenn dein Sohn ADS hat, dann gibt es auf jeden Fall weitere Familienmitglieder mit...
Nun ist die Frage, wie groß ist die Familie, wie viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es überhaupt.
Frauen können natürlich genauso in Frage kommen wie Männer, sie müssen aber nicht hyperaktiv sein.
ADS gibt es nicht nur in der chaotischen Variante, sondern auch im anderen extrem. Das können super ordentliche und super strukturierte Leute sein, die dies als Kompensationsstrategien aufgebaut haben. Indiz könnte sein, wie sehr die Leute an ihrer Struktur/Ordnung klammern.

Und nicht alle ADS'ler haben Probleme, sei es, weil es gering ausgeprägt ist, oder weil sie einen günstigen Beruf gefunden haben.

Wichtig ist doch, dass ihr eurem Sohn helfen könnt. Das andere ist dagegen sekundär :-))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 21.08.2001 20:11

Re: Ursachen ADS an solveig

hallo solveig,

auch ich habe gestern beim neurologen gefragt ob ich der "verrerber" sein könnte? ich bin sehr strukuriert und extrem ordentlich. spontnität kommt bei mir nicht in frage. alles was meine planung durcheinander bíngen könnte wird von mir bekämpft und abgewiesen....

er meinte ich wäre auf keinen fall ein hypie und ich solle mir nicht die schuld für etwas geben wofür ich nichts könnte.

ich glaube er hat mich mißverstanden. meine schuldgefühle habe ich abgestreift. ich möchte es nur besser verstehen können. ich kenn aber keinen arzt der mich als erwachsener testet.

in 14 tagen habe ich wegen meinem sohn noch mal einen termin und da werde ich ihn mal konkreter fragen was mich betrifft.

auch wenn es sekundär ist wie dagmar schon richtig sagt, versucht man doch immer eine ursache zu finden.

liebe grüße
hoschi

von Hoschi - am 22.08.2001 07:50
Hallo Simone,

sicher ist, dass ADS familiär gehäuft auftritt, d.h. dass fst immer mehrere Fmilienmitgleider ähnliche Symptome haben. Nur musst dudabei bedenken, dass ADS auchgut kompensiert sein kann und dann nicht allzu viele Probleme macht.

Das ist schon wichtig, weil der selbst betroffene Elternteil oft ja auch elbst von einer Behandlung seines eigenen ADS profitieren kann. Bei euch scheint das aber nicht der Fall zu sein.

Da sagt noch nichts darüber au, ob dieses Verhalten angeboren oder erlernt wurde.

Es gibt Indizien dafür, dass ADS organisch bedingt ist und genetisch vererbt wird. Das ist aber nach wie vor umstritten. Bernhard hat dazu eine interessante Artikelserie in die Literaturbörse gestellt.

Wir Eltern werden diese Frage mit Sicherheit nicht klären können, sie ist für uns auch nicht sonderlich wichtig. Für uns kommt es doch darauf an, dass unseren Kindern und vielleicht auch uns geholfen wird. Wenn eine ADS-Therapie gut hilft, ist das eben für euch richtig. (ADS-Therapie ist meist Verhaltenstherapiemit oder ohne Ritalin und oft auch ergotherapie oder spezielle training einzlener Defizite.) Auch wenn sich herausstellt, dass eine Spiel- Familien- oder ähnliche Therapie wirksamer ist, bedeutet das nicht, dass die Eltern an den Problemen "schuld" seien.

Allerdings ist es mit Sicherheit unsinnig sämtliche Alternativmethoden, die nicht einmal theoretisch wirken können (Kinesiologie, leberschädigende Algen, Bachblüten usw. usw.) einzeln auzuprobieren um dann viel zu spät doch beim ADS zu landen.

Hier gilt die simple Fomel: Wer heilt, hat recht.

von Mimi - am 22.08.2001 22:58
Vielen Dank an alle, die sich die Zeit zum Antworten genommen haben.

Es stimmt, das Kind steht im Vordergrund und die Ursachen sind sicher nicht am wichtigsten, obwohl man als Eltern immer auf der Suche nach Erklärungen ist.

Wie gesagt haben wir bei uns weder Hypie noch Hypo ausfindig machen können,
naürlich nur nach unserem Ermessen.

Unser Interesse liegt auch darin begründet, daß wir uns noch ein Kind wünschen und die Angst vor noch einem weiteren
betroffenem Kind sehr groß ist.

Ich ziehe den Hut vor allen Eltern, aber besonders vor denen mit meheren ADS-Kids.
Wir sind schon mit einem zeitweise am verzweifeln.
Als wir den Verdacht noch nicht kannten war unser 2. Sohn unterwegs.Erist jetzt 15 Monate und bisher auch ruhiger.

Wir wünschen uns noch sehr ein Kind (etwas später ),aber reicht dann unserMut noch?
Wir wüßten gern die Wahrscheinlichkeit

Liebe Grüße,Solveig

von Solveig - am 23.08.2001 09:01
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