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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 5 Monaten
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Mache ich es so richtig ???

Startbeitrag von Hoschi am 22.08.2001 07:26

hallo ihr lieben,

gestern war der von mir langersehnte und langgefürchtete neurologentermin....

was ist geschehen ?? sausebraus war natürlich bei dem termin dabei und zappelte und machte und tat....ich habe 1 stunde mit dem arzt diskutiert.... heraus kam, dass er mir für sausebraus ein btm rezept über ritalin ausstellte.

er erklärte mir sehr ausführlich die wirkung des medis. er meinte wenn wir ihn nicht behandeln würden wäre die gefahr sehr groß, dass er vor allen dingen die sozialen schwierigkeiten nicht mehr in den griff bekommt und die katastrophe für die schule vorprogrammiert ist. er hat ihn aber nicht untersucht sondern sich die diagnose vom kia und meine ausführungen angehört. außerdem hat er sausebraus genau beobachtet und sich eifrig notizen gemacht.

er meinte noch wir sollten "froh" sein, dass das krankheitsbild so rechtzeitig erkannt worden ist. so könnte möglichst früh mit der behandlung begonnen werden. er brachte beispiele von: einem diabetiker gibt man doch auch sein insulin oder : lange wurde epilepsie auch nicht als krankheit anerkannt und so wäre es wohl auch bei ads.

dazu muss ich sagen, dass sausebraus heute auf den tag 4 jahre wird.

ich war geschockt und hatte einen dicken kloß im hals und tränen in den augen. niemand vorher hatte so konkret mit mir darüber gesprochen.

also ich auf leons alter anspielte sagte er: es gibt kein richtiges oder falsches alter bei ads. entweder das kind hat es oder nicht. aber zu sagen mit 6 oder 7 solle man erst ritalin geben sehe er als falsch an da bis dahin die defiziete auch im sozialverhalten einfach zu groß seinen und nicht mehr aufgeholt werden könnten.
(er hat meistens aber wirklich erst kinder im schulalter ins seiner praxis)

wichtig wäre es für sausebraus aus dem teufelskreis herauszukommen in dem er sich befindet. ich würde sehen, dass auch ich nicht mehr launisch , nervös, ungeduldig oder depressiv bin wenn es meinem kind gut geht.

es wäre bewiesen, dass ads eine gehirnstörung bzw. eine stoffwechselerkrankung sei und nur weil keine körperlichen gebrechen bestehen, hätte viele ärzte gegen ads diagnosen eine abneigung.

da leon heute geburtstag hat wollte ich morgen erst mit ritalin anfangen. ich behalte ihn dann auch bis nächste woche zu hause damit ich aufschreiben kann wann ich ritalin gebe, wann die reaktion anfängt und wann sie nachläßt und überhaupt. wir fangen gaaaaanz klein an mit einer halben tablette am morgen....nach 7 tagen sollen es dann insgesammt 3 tabletten am tag werden.

oh man das ist aber eine lange geschichte....ich bin gleich fertig !!

ich bin so hin und hergerissen soll ich es tun oder nicht ??? helfe ich ihm wirklich damit oder nicht?? er ist doch noch so jung!! mir geht es wirklich nur darum, dass es ihm besser geht und nicht, dass ich meine ruhe habe!

was kann ich begleitend tun ?? in ergo ist er ja schon aber was kann ich noch machen?

in 14 tagen habe ich dann einen neuen termin bei dem auch ein eeg gemacht werden soll.

könnt ihr mir sagen was ich von diesem arzt halten soll ?? ich war auf empfehlung da! aber er hat ihn überhaupt nicht untersucht. ist das normal??

danke für eine antwort
die verzweifelte hoschi

Antworten:

Hallo Hoschi,
und ob Du IHM hilfst. Unser Sohnemann (heute fast 12) ist im KiGa als agressiv abgestempelt gewesen. Keiner hatte Ahnung oder gar Erfahrung mit ADHS. Dies hat sein gesamtes Umfeld außerhalb des KiGa so geprägt, daß er noch heute in der Nachbarschaft überall der "Buhmann" ist.
Andere stellen nichts an nur MEINER :-(

Viel Erfolg und vergiß nicht DU machst es für IHN
Angelika

von Angelika - am 22.08.2001 07:43
Hallo

also, ich bin begeistert von dem Arzt, Deinem Erzählen nach!! Sei froh, das Du auf jemanden gestoßen bist, der sich anscheinend auskennt. Was hätte er denn untersuchen sollen??
Man muß sich doch in erster Linie das Verhalten des Kindes ansehen und sich die bisherige Lebensgeschichte erzählen lassen. Daraus kann er dann folgen.

Zusätzlich zu Ritalin würde ich eine Verhaltenstherapie empfehlen. Ich stehe zwar noch immer mit meinem Sohn auf einer Warteliste, aber ich glaube fest daran, das das der beste Weg ist, zum Ritalin.
Denn Ergo macht er nun fast 2 Jahre und es hilft kaum.
Yvonne

von Yvonne König - am 22.08.2001 07:50
daaaaanke !!!!!!!!!!!

ich bin so glücklich, dass ihr so denkt (mir liegt sehr viel daran)

da ich keine erfahrung mit speziellen ärzten habe sondern nur mit dem kia (der sich weigerte ads beim namen zu nennen) wußte ich nicht ob das so üblich ist ohne tests etc.

obwohl er mich als person übergangen hat da ich mich auch testen lassen möchte.....aber anscheinend besteht da für ihn kein bedarf....

danke nochmals
die erleichterte hoschi

von Hoschi - am 22.08.2001 07:54
Hallo Hoschi,

vorweg möchte ich direkt bemerken, das ich kein Gegner einer medikamentösen Behandlung bin. Ich habe selber ADS+H, habe 2 Kinder mit ADS (eins mit und eins ohne H) und meine Süsse ist auch eine von uns. Wir werden alle medikamentös und verhaltenstherapeutisch behandelt.
Allerdings stehe ich trotzdem vielem kritisch gegenüber, was veröffentlich wird bzw. dem was vertreten wird.

Aber über einige deiner "Aussagen" zu deinem gestrigen Neurologenbesuch stolpere ich doch wahnsinnig.

> lange wurde epilepsie auch nicht als krankheit anerkannt...

Ich denke hier werden einfach Äpfel mit Birnen verglichen, und solch eine Aussage von einem Neurologen, ich weiss nicht so recht.

> er hat ihn aber nicht untersucht sondern sich die diagnose vom kia und meine
> ausführungen angehört. ...

Ich frage mich, warum schickt ein KIA dich dorthin. Für ein nettes Gespräch bestimmt nicht.
Beim Neurologen sollen Untersuchungen gemacht werden, welches zur Differentialdignostik gehören.

> er meinte noch wir sollten "froh" sein...

Vom evt. Erkennen einer Krankheit ja. Aber froh ist doch keiner von uns, bzw. sollte meiner Meinung nach keiner sein.

> dazu muss ich sagen, dass sausebraus heute auf den tag 4 jahre wird. ...
> es gibt kein richtiges oder falsches alter bei ads. ...

"Sausebraus" finde ich eine richtig süsse Bezeichnung für einen Hypie.
Und bei einem 4jährigen ADS zu diagnostizieren halte ich persöhnlich für sehr sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich oder einfach zu früh. Aber das ist meine persönlich Meinung.

> es wäre bewiesen, dass ads eine gehirnstörung bzw. eine stoffwechsel-
> erkrankung sei ...

Auch wenn ich die Erklärung der Neurotransmitterstörung bzw. die der Stoffwechselstörung für schlüssig und logisch halte, muss man festhalten, dass der Beweis bis heute nicht erbracht ist. Aus rein medizinischer Sicht ist dieser Nachweis bisher leider noch nicht gelungen.
Dieses wird ja schließlich von den Gegnern immer wieder ins Feld gebracht.
Allerdings sollten wir das nicht in diesem Forum vertiefen.

> in 14 tagen habe ich dann einen neuen termin bei dem auch ein eeg gemacht
> werden soll.

Genau dieses meinte ich z.B. oben mit der Differentialdignostik.
Keine ADS'ler den ich persönlich kenne hat je eine medikamentöse Therapie ohne diese Art von zusätzlichen Untersuchungen beginnen können. Diese dienen schließlich der Abklärung bzw. des Ausschlusses evt. anderer Krankheiten.
Und das ist auch gut so.
In deinem Fall, hätte dann auch der KIA eine Verordnung ausstellen können. Sofern er die dazu benötigte Zulassung besitzt.

Ich hoffe nicht, das du jetzt verunsichert bist. Das möchte ich nun wirklich nicht erreichen. Aber es sind mir einfach viele Ungereimtheiten aufgefallen.

Gruß
Maximilian
Infoseiten ADS SHG Köln


von Maximilian - am 22.08.2001 08:13

Hallo Hoschi !

Super, daß Ihr so schnell Hilfe bekommt. Aber ich staune immer wieder, wie oft den Kindern gleich so eine hohe Dosis verschrieben wird." Sausebraus" ( der Name gefällt mir) wird doch erst 4 und soll innerhalb einer Woche auf 3 Tabletten eingestellt werden ?

Unser Sohn ist 7 und er mußte mit 2 mal 1/4, nach einer Woche 2 mal 1/2 und dann wieder nach einer Woche 2mal eine ganze Tablette nehmen.

Aber vielleicht können die Erfahrenen hier im Forum mehr dazu sagen, insbesondere Dagmar, ich bin auch erst Neuling in diesem Gebiet.

Ansonsten wünsche ich Euch viel Glück.

von Simone A. - am 22.08.2001 08:13
Hi, Hoschi !
Dein Arzt scheint i.O. zu sein.
ADS und ADSH können am besten durch Beobachtung des Kindes diagnostiziert werden.
Zur Behandlung mit Rialin:
Dein Kind könnte später erhebliche Nachteile bezüglich der Konzentration und Lernfähigkeit haben.
Das kann schon im Kindergarten anfangen.
Solange Ritalin Deinem Kind nicht schadet und auch keine "nennenswerte" Nebenwirkungen aufttreten, denk Dir einfach Du gibst ihn ein Bonbon.

Ich musste mich auch überwinden und über meinen Schatten springen. Meine Frau kommt damit noch nicht klar: Sie versucht die Dosis immer wieder (gegen meinen Willen) herunterzusetzen. Ich habe nur ein Ziel im Auge:
Mein Sohn muss später "seinen Mann stehen", und das ohne fremde Hilfe. Ich tue alles, damit er keine Nachteile im Leben hat. Ich brauche ja nicht zu sagen, welche Chancen heute ein Hauptschüler im Berufleben hat und wie es um unsere Ausbildungsplätze steht...Das wird nicht besser, eher schlechter werden.

Gruß Herbert

von Herbert - am 22.08.2001 08:19

Re: Mache ich es so richtig ??? Zusatz

Hi Hoschi,

ich bins nochmal.
Hatte eben etwas überlesen.

> nach 7 tagen sollen es dann insgesammt 3 tabletten am tag werden...

Das ist nun wirklich eine verdammt schnelle Dosissteigerung. Ist mir noch nie untergekommen.

In den Packungsbeilagen von Ritalin und Medikinet steht dazu übrigens folgendes.

"Die Dosis muß den Erfordernissen des Einzelfalles angepasst werden.
Die Therapie mit Ritalin/Medikinet sollte mit einer niedrigen Dosis begonnen und in kleinen Stufen bis zum Erreichen einer verträglichen und genügend wirksamen Dosis gesteigert werden. Hierbei gilt der Grundsatz, die Dosis so klein wie möglich zuhalten.

Die Behandlung sollte mit einer 1/2 Tablette pro Tag, die am Morgen genommen wird, begonnen werden. Anschließend kann die Dosis in wöchentlichen Abstanden um 1/2 - 1 Tablette gesteigert werden, wobei eine maximimale Tagesdosis von 6 Tabletten nicht überschritten werden sollte. Die Gesamttagesdosis wird üblicherweise auf 2-3 Einzelgaben verteilt eingenommen. Die Wirkung tritt bei ausreichend hoher Dosierung innerhalb einer Stunde nach Einnahme ein.

Und diese Vorgehensgehensweise kenne ich auch nicht anders. Sie ist schlüssig und sinnvoll, um die erforderliche Dosis im jeweiligen Einzelfall zu finden.

Ich weiss nämlich aus eigener Erfahrung was es heisst 3 Stunden mit einer Überdosierung herum zulaufen. Nicht unbedingt als angenehm zu bezeichnen.
Und diesem Erfahrungswert sollte man einem 4jährigen nicht zumuten.
Und die Gafahr desen ist bei einer solch schnllen Dosiserhöhung leider vorhanden.

Gruß
Maximilian
Infoseiten ADS SHG Köln


von Maximilian - am 22.08.2001 09:03
Hallo Hoschi,

bist Du Dir wirklich sicher, dass ein Arzt (auch wenn er sehr erfahren ist) auf einen Blick bei einem 4Jährigen feststellen kann, was dem Kind fehlt?
Und das nach 1 Stunde "rum diskutieren" mit der Mutter?

Das Kind kann
- hochbegabt sein
- minderbegabt sein
- sehr lebhaft und eigensinnig sein -> als Charaktereigenschaft
- allergisch auf bedingte Dinge (Nahrung, Kleidung, Materialien etc.) reagieren
- schwerhörig sein
- eine Fehlstellung der Wirbelsäule im Kopfbereich haben
- sehr sensibel auf seine Umwelt reagieren
und und und ...

Der kleine Kerl wird heute 4 ... ein schönes Alter, in dem viele Kinder sehr anstrengend und wild sind ...
Sie wollen alles erkunden, alles sehen, riechen, schmecken ... das ist anstrengend - auch für die Eltern.

ADS heißt in erster Linie mangelnde Aufmerksamkeit und Konzentrationsprobleme ... glaubst Du, das lässt sich bei einem 4jährigen feststellen?

Nein - tut mir leid ... ich kann das Verhalten Deines Arztes nicht nachvollziehen (ich hatte mich in den letzten beiden Wochen schon mehrfach zum Thema ADS bei so jungen Kindern geäußert, möchte mich jetzt nicht in allem wiederholen ...).

Ich denke, bevor man wirklich die chemische Keule ansetzt, sollte man doch alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen ...

Liebe Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 22.08.2001 09:33
Halo Hoschi,

fang so früh wie möglich an. Bei meinem Sohn (10) ist es erst in der Schule entdeckt wurden. Man wollte ihn deshalb auf die Sonderschule schicken. Ich kann Dir nur den Rat geben es zumindest zu testen. Sollte es nicht helfen, bist Du um eine Erfahrung reicher und brauchst Dir keine Vorwürfe anzuhören, warum Du es nicht zumindest versucht hast. Wenn es hilft, hilfst Du damit nicht nur Eurem Kind, sondern auch Euch. Ihr werdet in Zukunft die Kraft noch brauchen!

von Kerstin - am 22.08.2001 10:34
Hallo Hoschi,
ich kann Anne nur zustimmen. Erstens erschien mir die Diagnose zu oberflächlig. Auch mit einem vierjährigen können schon Spieltherapien u.ä. zur Beobachtung gemacht werden. Auch mir erscheint die Dosierung sehr hoch und der Zeitraum für die Steigerung der Dosierung sehr kurz.
Wir haben auch sehr schnell Medikinet verschrieben bekommen. Hauke (7 Jahre) nimmt eine Halbe am Tag. Mittags wenn die Wirkung nachläßt ist er schlimmer als wenn er gar nichts genommen hat! Wir werden deshalb mit den Medis wieder aufhören und zunächst homöopathisch das ganze in den Griff zu kriegen. Ich denke diese Möglichkeiten muß man zumindest versuchen, bevor man den Kinder Psycopharmaka gibt!
Liebe Grüße
Uta

von Uta - am 22.08.2001 10:46
Hallo Hoschi,

du schreibst, der Arzt hat keine Untersuchungen durchgeführt, aber sich eine Stunde Zeit genommen. Das Erheben der Lebensgeschichte des Kindes, der Situation im Kindergarten, die Beobachtung des Kindes *ist* die Untersuchung.

Ich finde es toll, dass der Arzt so offen ist und dich heute schon über die Folgen der Behandlung und Nichtbehandlung aufklärt. Ob dein Kind nun Medis bekommt ist einzig deine Entscheidung. Ich wäre froh gewesen, wenn meinem Kind schon so früh geholfen worden wäre. Wie viel Stigmatisierung und Ausgrenzung wäre ihm erspart geblieben. An den Folgen leidet er noch heute.

Dein Arzt hat Recht, es gibt kein festes Alter um mit einer Behandlung anzufangen. Viele Ärzte sagen, man soll anfangen, bevor die Kinder ausgegrenzt werden und sie anfangen unter ihrem ADS zu leiden. Und das ist je nach Schwere der Betroffenheit zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 22.08.2001 11:17
Hallo Hoschi,

grundsätzlich finde ich es nicht verkehrt, bei einem so jungen Kind auch schon Ritalin zu geben. Vieles klingt auch logisch, was Dein Arzt sagt.

Aber.....so ohne Untersuchung??? Hmmmmm, das gefällt mir nun doch nicht so gut. Anne hat ja schon eine ganze Menge dazu geschrieben. Mir fällt da noch ein, meines Wissens sollte das EEG immer vor Einnahmebeginn sein, um auch alles abzuklären.

und, die Dosis finde ich auch ganz schön heftig für einen 4-jährigen.

Möchte Dich in keinster Weise verunsichern, aber Du hast um Meinung gebeten...meine ist in Eurem Fall, so wie es gelaufen ist, skeptisch. Aber ich kenne Sausebraus ja auch nicht.

meint Jutta

von Jutta - am 22.08.2001 11:34
Hallo Dagmar,

hier muss ich massiv widersprechen.

Dagmar schrieb:
> du schreibst, der Arzt hat keine Untersuchungen durchgeführt,
> aber sich eine Stunde Zeit genommen. Das Erheben der
> Lebensgeschichte des Kindes, der Situation im Kindergarten, die
> Beobachtung des Kindes *ist* die Untersuchung.

Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch.
Das ist keine Untersuchung, die der Differentialdiagnose dient. Diese Art "Untersuchung" hat mit sicherheit dier erwähnte KIA gemacht.
Zu einer neurologischen Untersuchung geht man aus ganz anderen Gründen.
Zur Abklärung ob keine andere Krankheit vorliegt, welche die selben Syptome auslößt. Das solltest du als Ansprechpartner der Regionalgruppe des BV-AH eigentlich wissen.

Oder ist der Informationsfluß bzw. die Fortbildung im Verband, welchem wir als Familie auch angehören, so schlecht.

Dann weiss ich nämlich nicht wofür der Verband da sein soll, bzw. bin froh dass wir uns bisher diesem als SHG noch nicht angeschlossen haben.

Verstehe das bitte nicht verkehrt, damit möchte ich dich keineswegs persöhnlich angreifen. Aber jetzt muss ich mir doch Gedanken zum BV-AH machen.

Gruß
Maximilian
Infoseiten ADS SHG Köln


von Maximilian - am 22.08.2001 11:39
Liebe Hoschi,

also, Deinem Erzählen nach, finde ich den Arzt so richtig sympathisch. Welcher Arzt denn nimmt sich heute noch die Zeit einen Patienten zu beobachten, erzählen zu lassen und aufzuklären?!

Ich finde es echt toll, dass Du so einen Arzt gefunden hast. :-))

Und untersucht worden ist Dein Kind doch schon oft genug. Dein Arzt hat doch die Unterlagen. Und wichtig ist auch vielmehr (meine Meinung) die Erzählungen derer, die am häufigsten mit dem Kind zusammen sind, das bist ja Du.

Meine Psychologin damals sagte, wenn Ritalin nicht indiziert ist, so wirkt es nicht. Und nach einer Odyssee von nervenaufreibenden Versuchen mit anderen Mittelchen und Dingen ist das Ritalin doch noch einen "Versuch" wert.

Du tust Deinem Kind einen Gefallen, und nicht zuletzt auch Dir. Geht es Deinem Kind besser, so wird es auch Dir besser gehen, da hat der Arzt doch recht.
Aber ohne das "auszuprobieren" kannst Du das nicht wissen, wie Dein Kind auf die Einnahme des Medikaments reagiert.
Doch Du hast, wie ich diesen Arzt einschätze, einen Ansprechpartner bei allen Fragen, die bei Dir auftauchen werden.

Ich wünsche Euch jedenfalls viel Glück. Und denke immer daran, dass Du dies alles für DEIN Kind tust.
Halte uns auf dem Laufenden und erzähle bitte, wie es Euch ergangen ist.

Daumen drückender Weise
Corinna

von Corinna - am 22.08.2001 13:05
Hallo,
da ist ein Irrtum in Deinem Brief. Die Hypothese zur Ursache des AD(H)S ist inzwischen gesichert. Prof. Klaus-Henning Krause aus München hat die Wirkweise des Ritalins durch fMR nachgewiesen: Ritalin wirkt als Dopamin-Wiederaufnahmehemmer, so daß die Dopamin-Konzentration im synaptischen Spalt für die Wirkdauer hoch bleibt. Also muß wohl ohne Ritalin ein Mangel vorliegen.
Schöne Grüße
Wilma

von Wilma - am 22.08.2001 13:09

Re: an Anne

Hallo Anne!

Ich muß Deinem Beitrag ein wenig wiedersprechen.

Also wir haben zwei Kinder, Michellè 5 J. (ADS+H) und Timo 2 1/4 J (sehr stark Hyperaktiv, wahrscheinlich auch ADS+H). Ich selber (32 J. ) habe auch ADS. So bei Michellè wurde im Febr. ADS+H diagnostiziert, seitdem wir sie auch mit Ritalin (neben VT und Elterntraining) behandelt. Ich muß aus meiner eigenen Erfahrung sagen, das man auch bei Kindern unter 6 Jahren ein ADS diagnostizieren kann. Denn bei den Kleinen kann man, durch sehr intensive Beobachtung sehen, ob sie Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit und Konzentration und auch der Impulskontrolle haben. Wenn ich Timo beobachte, wenn er "versucht" zu spielen, bzw. sich mit seinen Spielsachen zu beschäftigen, oder auch beim Fernsehen (was unsere Kinder nicht so oft dürfen, da ich nichts davon halte), merke ich immer wieder´, daß er Schwierigkeiten hat seine Aufmerksamkeit für längere Zeit auf eine Sache zu richten. Genauso ging es mir bis zum Febr. bei Michellè. Ich wußte schon ziemlich früh (als sie ca. 2 1/2 - 3 J. alt war), das es für ihr Verhalten eine Erklärung gibt. Nur leider wußte ich damals noch nichts von ADS. Habe aber unseren damaligen KiA schon auf eine Hyperaktivität angesprochen. Welches er nach, meiner Meinung nach nicht ausreichenden, Tests verneinte. Wenn ich damals schon das Wissen über ADS, welches ich mir mitlerweile angeeignet habe, gehabt hätte, wäre uns so mancher Stress und unnütze Rennerei erspart geblieben. Ich wollte damit nur sagen, ich denke, das Ärzte und Therapeuten, die sich mit ADS genau auskennen, sehrwohl durch Beobachtung des Kindes und Berichte vom KiA und Erzählungen der Mutter, ein ADS erkennen können. Und in diesem Fall soll ja noch ein EEG zur Ausschließung anderer Krankheiten erfolgen.

Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt, ich will niemanden belehren o.ä., das ist nur meine Einstellung.

Allen noch einen sonnigen Tag,

wünscht eine Kommentarerwartende

Sonja

von Sonja aus Schwanewede - am 22.08.2001 13:28
hallo wilma,
es lieg kein magel an dopamin vor.es ist schon genug dopamin vorhanden nur es kann nicht richtig verarbeitet
werden.

gruss mami-maus

von mami-maus - am 22.08.2001 13:49
Keine Angst. Bei uns hat es gut geholfen. Der Arzt hat doch recht. Wenn die Krankheit einen anderern Namen hat, gibt es Medizin und keine Diskussion und keine Tränen. Falls es nicht hilft, wieder absetzen. Kein problem!
Alles Liebe für die Zukunft. Sausebraus wird auch so noch viel Kraft kosten.

von Inge - am 22.08.2001 13:52

Re: @ Maximilian

Hallo Maximilian,

>>Das ist keine Untersuchung, die der Differentialdiagnose dient>>

wie sieht denn die entsprechende Untersuchung zu einer Differentialdiagnose bei einem 4-jährigen Kind aus, die von einem Neurologen durchgeführt wird?

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 22.08.2001 14:58
Hallo Wilma,

es liegt keineswegs ein Irrtum vor. Es ist die Vermutung das dort die Ursache liegt.
Der Wirkungsmechanismus von Methylphendat ist ja schon länger bekannt.
Bei Bildgebenden Verfahren (SPECT) wurden auch Unterschiede gefunden. Aber selbst die werden nicht als "der Beweis" dargestellt.
Es wird überall von der Vermutung der Ursache geschrieben, da die bisherigen Ergebnisse keinen anderen Schluss zulassen können.

Wie du in meinem Posting gelesen hast, lehne ich diese Theorie ja schließlich nicht ab. Sie ist schlüssig und logisch in der Erklärung, auch für mich.
Aber es als einen Beweis darzustellen, kann man sich noch nicht erlauben, da leider noch viel zuwenige Ergebnisse vorliegen.

Im Link unten kannst du in den Leitlinien auch nachlesen, dass auch dort von der Vermutung der Ursache die Rede ist.

Gruß
Maximilian
Leitlinien der AD(H)S Diagnostik


von Maximilian - am 22.08.2001 15:04

Re: an Anne

Hallo Sonja,

schön, dass Du mir widersprichst ... aber lass mich bitte Einiges relativieren bzw. ergänzen:

Ich bin nicht gegen die Vergabe von Ritalin - aber ich bin gegen die Vergabe von Ritalin bei sooo jungen Kindern, _ohne_ andere Möglichkeiten auszuschöpfen bzw. überhaupt erst anzubieten und vor Allem _ohne_ vorherigen Ausschluss weiterer Erklärungsmöglichkeiten.

Mir ist klar, dass in Einzelfällen - wenn nichts anderes anschlägt (und hier meine ich in erster Linie eine Verhaltenstherapie) und es auch keine anderen Erklärungsmöglichkeiten (sprich Krankheiten o.ä.) gibt, Medikamente sicher das kleinere Übel sind - aber wie gesagt: erst nachdem andere Dinge zumindest ausgeschlossen sind und weitere Lösungsmöglichkeiten abgeklärt.

Und eben das kommt aus dem posting von Hoschi leider nicht 'rüber: Nämlich das Erkrankungen, Hoch- oder Minderbegabung, Allergien etc. ausgeschlossen wurden.

Ich habe selbst 2 Kinder (11m, 23w), die mit Ritalin behandelt werden, und auch mein Mann nimmt das Medikament.

Nur: Ich weiß, wie die Diagnosestellung zustande kam ... und dazu gehörte wesentlich mehr als ein einstündiges Gespräch mit mir als Mutter.

DENN: Was nutzt die ganze Medikamentierung, wenn die Kinder so weiter machen wie bisher - nach dem Motto: Pille rein und erledigt?

Du selbst schreibst, dass Dein Kind eine begleitende VT und Ihr ein Elterntraining macht ... genau diese Dinge haben wir auch hinter uns (mit sehr großem Erfolg) und ich weiß, dass Ritalin meinen Sohn erst in die Lage versetzt hat, die Verhaltenstherapie anzunehmen.

Ich gebe Dir insofern recht, als dass eine möglichst frühzeitige Diagnose Vieles verhindern kann, und auch ich wäre sicherlich sehr froh gewesen, speziell bei meinem Sohn eine Erklärung vor seinem 9. Lebensjahr gehabt zu haben ...

Nur leider wussten wir vorher nichts von Sachen wie ADS, Hochbegabung und Ahnlichem ... und genau da ist Hoschi doch einen wesentlichen Schritt voraus.
Sie hat sich doch bereits mit dem Thema beschäftigt ... sie weiß doch, welche Möglichkeiten es gibt.
Aber sie sollte auch wissen, dass es noch andere Dinge gibt, die ähnliche Symptome auslösen können ... und genau das sollte sie m.E. abklären lassen und hinterfragen.

Zudem scheint der Arzt sie entlassen zu haben mit der Erkenntnis >

Tja - tut mir leid ... aber ich habe drei Anschauungs-"Exemplare" zuhause, an denen ich die Wirkung von Ritalin sehe ... und die richtige Dosiseinstellung hat - bei jedem ganz individuell - Wochen und Monate gebraucht ... da scheint es sich der Arzt m.E. doch ein wenig einfach zu machen.



von anne05 - am 22.08.2001 15:16

Re: @ Maximilian

Liebe Dagmar,

ich habe dir auch einmal einen Link unten eingefügt.
Die AG-ADHS dürfte dir ja ein Begriff sein.
Die Vereinigung arbeitet schließlich nicht gegen uns, wie viele andere.

Aber eigentlich sollten wir diese Diskussion ja nicht hier im Selbsthilfeforum führen.
Die Frage ist aber nun mal hier gestellt worden, also sollte man dann auch hier ant-
worten.

Wenn du weiter oben gelesen hast, müsstest du erkennen können was ich meine.
Trotzdem einen kurzen Ausschnitt aus diesen Leitlinien:
Ausschlussdiagnostik:
Es muss abgegrenzt werden, ob die Symptome der Patienten andere Ursachen haben als ADHS.
Dies lässt sich in der Regel anhand der jeweils hinweisenden anamnestischen und klinischen
Befunde und des Verlaufs entscheiden.
Solche Ursachen können sein:
1. Altersentsprechend hohes Aktivitätsniveau, insbesondere bei jüngeren Kindern
2. Vorwiegend milieubedingte Verhaltensauffälligkeiten
3. Isolierte Teilleistungsschwächen (Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung, Seh-, Hörstörungen)
4. Anfallsleiden
5. Nebenwirkungen medikamentöser Dauertherapie (z.B. Antikonvulsiva wie Valproat / Phenobarbital)
6. Folgen eines Schlafapnoesyndroms
7. Umschriebene Angststörungen
8. Tic-Störungen, Tourette-Syndrom
9. Zwangsstörung
10. Isolierte Störungen des Sozialverhaltens
12. Psychosen
13. Autismus
14. Fragiles X
15. Schilddrüsenüberfunktion (bei Hyperthyreose, Schilddrüsenhormonresistenz – beides außer-
ordentlich seltene Krankheitsbilder)

Hier etliche Untersuchungen welcher der KIA normalerweise nicht durchführen kann. Wegen fehlender
Geräte, fehlender Fachausbildung, etc. Dazu gehören z.B. die Punkte 3, 4, evt. 6, und 7 bis 14.
Eine fundierte Diagnose AD(HS) benötigt nun einmal Zeit. Und nicht nur ein zusätzliches 1stündiges
Gespräch beim Neurologen. Nur weil ein Arzt einem zuhört zeugt das noch lange nicht von Kompetenz
zu AD(H)S.

Sicherlich wird auch beim KIA oder beim Hausarzt vieles von diesen Untersuchungen durchgeführt,
aber alles mit Sicherheit nicht.
Vor solchen spezifischen Untersuchungen hätte ich meinen Kindern kein Medikament gegeben.
Genauso wenig wie ich es persöhnlich vorher zu mir nehmen würde, bzw. genommen hätte.

Ich halte die Vorgehensweise dieses Neurologen für absolut zu oberflächlich.
Was nicht heissen soll das er kein Wissen hat. Aber er arbeitet nurnicht gewissenhaft genug.
Warum weiss ich schließlich auch nicht.

Ich denke du müsstest doch nun einige Bücher zum Thema gelesen haben.
Mit Sicherheit auch die Schriftenreihe vom Verband.
Auch dort wird nichts anderes beschrieben.

Ich glaube schon, das ich weiss wovon ich schreibe. Und vor allen Dingen weiss ich auch um der
Problematik, welche wir haben kompente Ärzten zufinden. Das wird bei Euch in Frankfurt nicht
anders sein als hier bei uns im Kölner Raum. Aber sich auf solche Vorgehensweise zu verlassen
finde ich nicht richtig.
Wir haben alle hier bei mir in der Familie lange zeitliche Wege hinter uns. Viele Argumente wirst
du kennen welche an einen von aussen herangetragen werden. Über die Kinder und über einen
selber. Und gerade deswegen sollte man die Diagnosestellung gewissenhaft angehen.
Und nicht wie manche so schön meinen: Super, klasse Arzt, der hört wenigstens zu, der redet nicht
dagegen.
Damit erreichen wir absolut nichts, ausser das Vorurteilen, über uns ADS'ler, Eltern, Kinder und
Mediziner, weiter Nahrung gegeben wird.

Mit einem dieser "Fachleute", welche ADS bestreiten, müssen wir uns hier im Kölner Raum herum-
schlagen. Den haben wir leider vor der Haustüre. (ADS, gibst das wirklich?) Ich glaube du weisst
wen ich meine.
Der nimmt solche Aussagen gerne an. Die sind sein Futter. Und leiser hat er manchmal auch recht
damit.

Verstehe das bitte nicht verkehrt. Aber vieles was manche von uns losposten sollte man sich vorher
wirklich überlegen bzw. noch mal durchlesen.
Das geht in keinsterweise gegen dich oder einen anderen persöhnlich. Aber ein wenig mehr Gedanken
und Realität wünsche ich schon manchmal.

Gruß
Maximilian
Leitlinien der AD(H)S Diagnostik


von Maximilian - am 22.08.2001 15:55

Re: an Anne

Hallo Anne,
dein P.S. könnte glatt die Beschreibung meines Sohnes sein. Als Kleinkind war er schon sehr anstrengend,und im Kindergarten ging es dann richtig los.Nur so extrem wie eben dort war er in den Ferien oder bei längeren KiGa-Pausen nicht.Und wir konnten es uns nicht erklären. (Einmal war Kindergeburtstag angesagt,nur als die Party losgehen sollte hatte Philipp den ganzeBelag vom Kuchen gefuttert.Die Erzieherin ist fast geplatzt :-))).Bis bei ihm eines Tages(mit 6Jahren)
eine Lactose-Intoleranz festgestellt wurde.Und da wir Zuhause so gut wie keine Milch trinken(ich ekel mich furchtbar davor),war er in den Ferien deutlich ruhiger und friedlicher und hatte vor allem nicht ständig Durchfall.Mittlerweile ist er fast 11 und ein gaaaanz ruuuuhiger!
Allerding einen Vorteil hatte das ganze Theater:Als es bei Vanessa mit ADS losging, musste ich nicht erst lange nach kompetenten Ärzten und Therapeuten suchen.:-))))

Viele Grüsse

Corina

von Corina - am 22.08.2001 16:42
Hallo Hoschi,

wozu bist dueigentlich zum Kinderpsychiater gegangen, wenn nicht um eine Differentialdiagnotik machen zu lassen?

Da Rezept hätte auch der Kinderarzt ausstellen können.

In dieem Alterkann auch der beste Arzt nur vermuten, ob ein Kind ADS hat oder nicht.

Ich würde wahrscheinlich einem gerade 4-jährigen Ritalin geben, wenn er sonst nicht im Regelkindergarten bleiben kann und auch keine Spielkameraden hat. Auch dann würde ich unbedingt darauf bestehen, dss die Ritalin-Behandlung mit ener Psychotherapie für Eltern und Kind oder wenigstens einem Elterntraining und einer Verhaltenstherapie für den Kleinen begleitet wird und auch nicht lange vorher beginnt.

Wenn der Junge im Kiga einigermaßen klr kommt, würde ich andere Hilfen zuerst versuchen. Da wäre an Ergotherapie gegen Wahrnehmungsstörungen, Verhaltenstherapie u.ä. zu denken. Bei eienr vernünftigen Diagnostik wird übrigens auch abgeklärt, welche anderen Hilfen ein Kind braucht. Dazu ist ein EEG viel zu wenig.

Das Leitsymptom von ADS - Aufmerksamkeits- und Konzentraytionsstörungen - ist noch nicht feststellbar, weil die normale Konzentrationsspanne kanpp 4-jähriger noch so gering ist. ADS hat man zwar aller Wahrscheinlichkeit nach von geburt an, aber alle Kinder haben zeitweise einzelne Verhaltensweisen von ADS-Kindern.

Verhaltensstörungen und Probleme im Sozialverhalten können auch andere Gründe haben. Du läufst ernsthaft Gefahr, andere behebbare Ursachen der Probleme zu übersehen.

Außerdem ist die Behaupung, die Störungen im Sozialverhalten seien später nicht mehr zu beheben pure Panikmache.

Epilepie (=Fallsucht) ist natürlich seit der Antike bekannt. Schau mal in eine Bibel-Konkordanz. Man hielt es mal für ein Zeichen dämonischer Besessenheit. Das ist aber kein Problem des 21. Jahrhunderts und der Vergleich ist lächerlich.

Die Wirkung von Ritalin kann auch ausgesprochen unangenehm sein. Mit gerade 4 kann dasKind dir wahrscheinlich noch nicht einmal sagen, was ihm fehlt. Wie soll die Dosis dan eingestellt werden. (Mein Sohn verträgt Ritalin und profitiert davon, aber wenn die Dosis erhöht wird, wird er traurig und ängstlich.)

von Mimi - am 22.08.2001 17:04

mach ich es so richtig

Hallo hoschi

Bin aus Österreich mein Kind sascha ist acht Jahre alt und von klein auf ein ads
Kind.Nach vielen schwierigkeiten haben wir die erste Klasse geschafft mit lauter
einser Dank Ritalin aber er bekommt nur eine Tablette vor der Schule.Fuer einen vierjaehrigen 3 Tabletten sind sehr hoch da es bei zu hoher Dosierung auf die Leber gehen kann.Ich war mir auch unsicher aber es hilft und hoffe auf keine
Nebenwirkungen die die Leber schädigen.Ich muss alle drei Monate zur Blutabnahme sonst würde ich es auf keinen Fall bekommen.Ich würde sagen die Dosies ist zu hoch. Weiterhin viel Glück

von renate - am 22.08.2001 17:21
Um Himmels willen Hoschi,

WER hat dir nur DIESEN Arzt empfohlen???

Erstens hat er kein gutes Fachwissen, sonst hätte er dir nicht so etwas über ADS erzählt und diesen Vergleich mit Insulin angestellt. Oder diesen völlig absurden Vergleich mit Epilepsie. Kein seriöser Arzt macht so etwas.

Zweitens hat er (wie ja auch andere schon schrieben, besonders Anne) andere Ursachen nicht mal auch nur in Betracht gezogen.

Drittens hat er deinen Sausebraus nicht mal untersucht, eine Beobachtung eines Kindes in einer Ausnahmesituation wie dieser ist nicht im geringsten aussagekräftig.

Viertens arbeitet er mit Angst-Erzeugung bei dir und malt dir Horrorvisionen auch noch IN ANWESENHEIT des kleinen Sausebraus' aus. (Ein schlimmes Verhalten, wenn du mich fragst, denn der Kleine wird ja so ziemlich alles mitkriegen von dem, was gesprochen wird.)

Fünftens scheint er von der Medikation keine Ahnung zu haben, denn Dosis und Steigerung der Dosierung sind viel zu hoch, wie ja auch andere schon schrieben.

Ich würde da nie wieder hingehen und mir einen wirklich guten Arzt suchen!

LG Kirsten

von Kirsten - am 22.08.2001 18:21
Hallo Hoschi,
nein, ich werde Dir nun keinen Rat geben...ich hab ja selbst viel zu wenig Erfahrung damit und du hast hier bereits so viel zu Lesen, das Du wahrscheinlich nicht klüger bist als vorher.
Ich wünsche Dir und Sausebraus nur das alles einen guten Gang für Euch nimmt. Egal welchen Weg Du einschlagen wirst.

Viele Grüße
Petra

von Hexe - am 22.08.2001 20:07
Hallo Hoschi!

Hab mir nicht die Mühe gemacht und alles gelesen.
Mein Sohn bekam mit 5 Jahren seine Diag und nach einem weiteren Jahr war ich bereit ihm Rita zu geben. Teils wegen meiner Nerven, teils wegen meiner Ehe, teils wegen ihm.
Erstes und letzteres sind gerettet, zumindest in einem ertragbaren Limit. Bei meiner Ehe bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Heute muss ich sagen, dass ich hätte viel ehr was machen können, wenn ich diese Seite gekannt hätte. Auch hätte ich Rita ehr verschreiben lassen, weil seine sozialen Kontakte misserrabel sind und waren.
Leider haben wir aber noch keinen Arzt gefunden, bei dem ich mir sicher sein könnte. Unserer läst mich so ziemlich im Regen stehen.
Seit ich vor 5 Monaten auf diese Seite stieß, hab ich schon viel nachgefordert und kenn mich besser aus. Ich finde Rita und auch Rita SR ( nimmt mein Sohn seit ca. 8 Wochen) ist das beste was uns allen passieren konnte... und ruhig gestellt ist mein Sohn damit auf keinen Fall. Er ist immer noch ein " Spring- ins -Feld", Quirl und so... er kann nur besser aufpassen in der Schule und diskutiert nicht mehr 1 Std. ( könnte aber auch an meiner Konsequenz liegen?? wer weiß)
Am Anfang war ich auch von der Wandlung überrumpelt und hatte ein schlechtes Gewissen, aber heute weiß ich, es ist nicht nur für mich... mein Sohn hat auch sehr viel davon ( ohne Rita wäre er schon in der Sonderschule gelandet.. haben 2 mal Rita absetzten müssen in der Schulzeit.. gott sei dank aber nur für 1 Woche).

Also viel Glück und berichte doch mal von Erfolgen und auch deinem Gewissen.

Bye Jana

von Jana - am 22.08.2001 20:27

Höre auf dein Gefühl - du weißt es bereits selbst.

>was ist geschehen ?? sausebraus war natürlich bei dem termin dabei und zappelte und machte und tat....ich habe 1 stunde mit dem arzt diskutiert.... heraus kam, dass er mir für sausebraus ein btm rezept über ritalin ausstellte.

Wie Anne, Maximilian und andere bereits schrieben: eine ordentliche Diagnose ist das auch in meinen Augen nicht. Weil andere Dinge nicht ausgeschlossen wurden ...

Natürlich verunsichern dich gerade solche Postings, aber auch du warst dir ja nicht sicher, denn sonst hättest du deinen Beitrag nicht ins Forum gestellt.

Du schreibst ja selbst:

>könnt ihr mir sagen was ich von diesem arzt halten soll ?? ich war auf empfehlung da! aber er hat ihn überhaupt nicht untersucht. ist das normal??

>danke für eine antwort
die verzweifelte hoschi

Du bist verzweifelt, du weißt nicht, was du von dem Arzt halten sollst, also merkst du selbst, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Mich irritiert auch dein Bericht von der "Diagnose" etwas:

>was ist geschehen ?? sausebraus war natürlich bei dem termin dabei und zappelte und machte und tat....ich habe 1 stunde mit dem arzt diskutiert.... heraus kam, dass er mir für sausebraus ein btm rezept über ritalin ausstellte.

Eine einstündige Diskussion ... warum wählst du diese Worte?

Bitte, denk an dein Kind, es ist erst vier, du hast noch die Zeit, dir eine wirklich gesicherte Diagnose zu holen. Dann fühlst du dich auch besser!

Und alles Gute zum Geburtstag für den Kleinen!

von Pia - am 22.08.2001 21:10

No.

>Meine Psychologin damals sagte, wenn Ritalin nicht indiziert ist, so wirkt es nicht.

Das stimmt nun leider nicht.

von Pia - am 22.08.2001 21:11
>Keine Angst. Bei uns hat es gut geholfen. Der Arzt hat doch recht. Wenn die Krankheit einen anderern Namen hat, gibt es Medizin und keine Diskussion und keine Tränen. Falls es nicht hilft, wieder absetzen. Kein problem!

Ich finde es doch ein bisschen befremdlich, wie hier über die Vergabe eines Psychopharmakas an einen 4-jährigen leichtfertig geredet wird!

Hast du dir mal überlegt, Inge, wie ein 4-jähriger mit der Wirkung umgehen kann, wenn er kein ADS hat und überdosiert ist?

Nimmst du selbst Ritalin? Kennst du den Unterschied mit und ohne?

Also selbst für mich ist das nicht so einfach mit klarzukommen, Rebounds, mal überdosiert, insgesamt die Vorstellung.

Es hilft mir gut.

Ritalin ist aber etwas anderes als der Traubenzucker aus der Apotheke!

von Pia - am 22.08.2001 21:15
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