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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
suse, Wilma, Dagmar, Heike35

verzweifelt...

Startbeitrag von suse am 26.08.2001 14:54

Hallo,

ich bin etwas verzweifelt und hilflos.

Durch das schöne Wetter gehe ich mit meinem Sohn William (2,5 Jahre) jeden Tag ins Freibad. Er liebt es im Wasser zu toben.
Doch verlassen mich außerhalb vom Wasser die Kräfte.

Alle Kinder sitzen im Sandkasten uns spielen miteinander. Mein Sohn geht auch hin und möchte scheinbar mitspielen. Das erste was er unternimmt, um aufzufallen, ist mit Sand zu werfen oder die bereits erbauten Sandfiguren der Kinder zu zerstören.
(Sand wirft er meisten so, dass die Kinder es in die Augen bekommen)

Alle schreien und die Mütter natürlich auch.

Ich predige nun wieder, dass wir das nicht dürfen und er weiß es auch. Wir gehen nun gemeinsam in den Sandkatsen und spielen. Nach einer Weile zerstört er wieder erbaute Dine von anderen. Oder wenn ein Kind an seine Dinge kommt, kann es passieren, dass er tritt oder schlägt. ich erkläre dann (zum 100. mal), dass sein Verhalten die anderen Kinder ärgert, er sich bitte entschuldigt und ihnen zeigt, wie schön er spielen kann. Dann klappt es. Für kurze Zeit. Gehe ich weg, dann passiert wieder etwas.
Bekommt er das Eis nicht oder andere Dinge wird er sofort wütend.
Hat er irgenein Ziel focusiert, rennt er sofort los, egal ob ich hinterher schreie oder hinterherlaufe.

Was mich verzweifeln lässt, ist , dass er ein intelligenter Junge ist, der alles genau wissen will. Er spricht hervorragend.
Durch dieses Verhalten (sh.oben) grenzt er sich so negativ aus. Und die Müttter sagen teilweise "Ach der William wars schon wieder"
Auch wenn ihn keine Schuld trifft.

Heute bin ich mit ihm vorzeitig nach Hause, da sein "Ärgern" nicht abriss und ich keine andere Wahl hatte. Irgendwie muß ich ihm doch zeigen, dass sein Verhalten andere ärgert und verletzt. Doch ich bin trauríg, da ich weiß wie gerne er im Wasser ist.
Was mache ich falsch oder kann es auch ADS sein?

Jetzt schoneinmal DANKE

Suse

Antworten:

Hallo Suse,

das ist wirklich eine schwierige Situation.

Nur eine Frage zum Verständnis: Ist es notwendig im Schwimmbad noch in den Sand zu gehen?
So wie es sich anhört, ist er ja gerne im Wasser und da klappt alles auch ganz gut. Es scheint euch beiden Spaß zu machen. Nach dem Wasser geht ihr zum Sandkasten und dort kommt es zum Konflikt. (Wenn ich das nicht richtig verstanden habe, dann korrigiere mich noch mal :-)))

Nun denke ich so von außen: Könntet ihr nach dem Wasser nicht noch ein bisschen auf der Decke bleiben, evtl. was vorlesen, sofern das geht und dann nach Hause gehen, ohne Sandkasten? Dann hättet ihr die schöne Situation genossen, die schwierige anschließend ausgelassen und euer Schwimmbadbesuch wäre ein voller Erfolg.

Gibt es einen Grund warum der Sandkasten notwendig ist? Dann müsste man neu überlegen, wie die Situation gestaltet werden kann.
Es gab eine Anfrage einer Mutter in einem anderen Forum, die auch eine Spielplatzsituation betrifft. Vielleicht hilft dir meine Antwort dort weiter:


Wenn nicht, melde dich noch mal :-))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 26.08.2001 16:40
Hallo Dagmar,

DANKE für Deine Nachricht.

Die positive Situation auszunutzen und nachklingen zu lassen, hier hast Du vollkommen recht.

Die Sache mit dem Sandkasten ist folgende: wenn wir aus dem Wasser kommen, dann möchte sich William natürlich mit den Kindern beschäftigen und mit Ihnen spielen. In diesem Kinderschwimmbad ist dafür eine kleine Spielecke eingerichtet mit Sandkasten, zwei Schaukeln und kleinere Wippen. Hier trfifft er auf gleichaltrige, kleinere und größere. Wir liegen immer unmittelbar neben dieser spielecke. So dass wir immer hier spielen können, wenn wir eine Pause zwischen den Schwimmgängen einlegen. In den Pausen schauen wir auch Bücher an, aber die anderen Kinder sind spannender. Ich lass ihn zu beginn auch immer alleine hingehen, um zu schauen wir er sich eingliedert. Er soll auch Selbstvertrauen spüren. Wenn er sich positiv verhält (z.B. sagt, was er möchte zu anderen Kindern "wie heißt du oder was machst du?" ) dann zeige ich ihm, dass ich mich darüber freue.

Dein Vorschlag im Eltern Forum gefällt mir. das positive Verhalten zu belohnen. Genau wie ich das negative verhalten "belohne" (z.B.das angekündigte nach Hause fahren). das ist genau ein Ansatz, der mir den ganzen Tag durch den Kopf geht. dass das negative Verhalten so verstärkt wird. Deshalb werde ich diesen Vorschlag von Dir umsetzen. DANKE
Für weiter Anregungen und Vorschläge bin ich immer dankbar.Frei nach dem Motto "ich seh den Wald vor lauter Bäume nicht"
Von außen fällt einem immer mehr auf.

Liebe Grüße Susan

von suse - am 26.08.2001 19:54
Hi Suse,
ich kann deine Sorge total verstehen, es ist bestimmt sehr anstrengend.

Aber auch bei mir kommt die Frage auf, muß denn ein Schwimmbadbesuch immer mit dem Spielplatz verbunden werden?

Weshalb legst du dich in die Nähe des Spielplatzes, ich (selbst Mutter eines ADS-Kindes) würde den Spielplatz eher meiden, und nach dem Baden eine ruhigere Ecke bevorzugen. Ert ist vom Baden noch sehr aufgebracht und teilweise auch fertig und soll sich dann auf das Zusammenspiel mit den anderen Kindern einlassen - schwer!

Wie verhält sich dein Sohn auf dem Spielplatz außerhalb des Schwimmbades? "Stänkert" er dort auch mit den Kindern? Geht er in eine Kindertagesstätte? Ist er es gewohnt, mit anderen Kindern "umzugehen"? Auch das ist eine Sache, die erst erlernt werden muß.

Sollte es auf einem "normalen" Spielplatz auch "chaotisch" zugehen, würde ich dort meine Aufmerksamkeit drauf lenken. Vielleicht den Besuch beginnen, wenn nicht so viel Kinder auf dem Spielplatz sind. Dann kann man eher eingreifen. Ich würde auch das Kind noch nicht allein lassen. Es kann scheinbar mit einigen Situationen nicht umgehen und benötigt Hilfe von aussen. Natürlich nicht bei jeder Handlung, denn immerhin muß er ja auch lernen, alleine zurecht zukommen. Aber nur in Situationen, wo kein anderes Kind zu Schaden kommen kann.

Du als Mutter weißt, wann dein Kind zu unerwünschten Mitteln greift, versuche vorher einzugreifen, diese Situationen zu vermeiden. Und das allerwichtigste - loben!!!

Vielleicht kannst du vor dem Speilplatz- oder Schwimmbadbesuch mit deinem Kind ausmachen, wie du dir diesen Besuch vorstellst. Z.B. sagst du ihm, dass es heute kein Eis gibt oder nur eins ;-)). Dann ist er schon "vorgewarnt" und nicht mehr so stark enttäuscht, wenn du mit deiner Meinung von seinen Vorstellungen abweichst. Vielleicht schmälern diese Abkommen etwas die Wutanfälle.

Vielleicht konnte ich dir etwas helfen, ich wünsche dir mit deinem Bübchen noch alles erdenklich Gute!

Liebe Grüße von Heike

von Heike35 - am 26.08.2001 20:30
Hallo,
ich würde ihn auf jeden Fall auf ein ADHS testen lassen. Er scheint ja schon jetzt in eine Außenseiterposition zu geraten. Wenn Du weißt, was die Ursache für sein Verhalten ist, kannst Du besser damit umgehen und ihn vielleicht jetzt schon behandeln lassen. Eine Ergotherapie könnte ihm z.B. gut tun.
Gruß
Wilma

von Wilma - am 28.08.2001 16:27
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