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vor 15 Jahren, 9 Monaten
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mami-maus

Kritik am Medikamenten-Pass

Startbeitrag von mami-maus am 28.08.2001 06:14

guten morgen,

ihr ein paar infos....


Rat und Hilfe | Politik & Soziales

A R Z N E I M I T T E L - S I C H E R H E I T
Kritik am
Medikamenten-Pass

Der elektronische Arzneimittelpass für
Patienten soll als Pflichtdokument noch vor der
Bundestagswahl 2002 kommen. Die Pläne der
Gesundheitsministerin sind unter
Datenschützern und Politikern umstritten.

Die Gesundheitsministerin
hatte sich am
Donnerstag mit
Vertretern von Ärzten
und Apothekern auf die
zügige Einführung eines
Arzneimittelpasses
geeinigt. Die Chipkarte
soll einen lückenlosen
Überblick über die
Medikamenten-Therapie eines Patienten bieten und
so das Risiko unerwünschter Wechselwirkungen mit
anderen Mitteln mindern.

Pass obligatorisch, Befreiung im Einzelfall
Gesundheits-Staatssekretär Klaus Theo Schröder
sagte der «Mitteldeutschen Zeitung», ein
obligatorischer Pass für Ärzte, Apotheker und
Patienten sei geplant. Es werde aber geprüft, ob
sich Patienten von dem Pflichtpass befreien lassen
könnten, wenn sie ihn nicht wollten. «Man muss sich
dann aber im Klaren darüber sein, dass man selbst
die Verantwortung für mögliche Risiken bei
Arznei-Kombinationen trägt», sagte Schröder.

Kritik aus den eigenen Reihen und von der FDP
Die geplante Einführung eines Medikamenten-Passes
als Pflichtdokument stieß in den Reihen von SPD und
FDP auf Skepsis. Die gesundheitspolitische
Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Regina
Schmidt-Zabel, plädierte für Freiwilligkeit. Auf keinen
Fall dürfe der Arbeitgeber Einblick in die
gespeicherten Daten bekommen. Ähnlich äußerte
sich der FDP-Gesundheitspolitiker Detlef Parr. Eine
obligatorische Einführung verstoße gegen die
Grundsätze des Datenschutzes, argumentierte er.
Gesundheitspolitiker beider Parteien forderten, dass
ein solcher Pass nur auf freiwilliger Basis eingeführt
wird. Ministerin Schmidt zeigte sich im
ZDF-Morgenmagazin hingegen überzeugt, man könne
die Daten so sichern, dass Unbefugte keinen Zugang
hätten. Die stellvertretende Vorsitzende der
PDS-Bundestagsfraktion, Petra Pau, warf Schmidt
Naivität vor. Der sicherste Datenschutz sei die
Datenvermeidung, erklärte Pau in Berlin.

Die Chipkarte: Kostenersparnis oder
Kostenfaktor?
Eine elektronische Patientenkarte birgt nach Ansicht
des Vorsitzenden des Bundesverbandes der
Pharmazeutischen Industrie (BPI), Bernd Wegener,
ein erhebliches Einsparpotenzial und verhilft Ärzten
und Krankenkassen zu mehr Transparenz.
CSU-Politiker Ferber erklärte dagegen, das deutsche
Gesundheitssystem kranke vor allem an zu
mangelnder Effizienz im Verhältnis zu seinen hohen
Kosten. «Die Einführung einer Arzneimittel-Chipkarte
beseitigt diese Mängel nicht, sondern erhöht die
Kosten unseres Gesundheitssystems nur noch
mehr.»

Datenschützer warnen erneut vor Missbrauch
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz,
Joachim Jacob, sprach sich gegen eine zwangsweise
Einführung der Arzneimittel-Chipkarte aus. Im
DeutschlandRadio Berlin sagte er: «In der
Bundesrepublik sind weit über 80 Prozent der
Mitbürger gesetzlich krankenversichert und diese
fänden sich dann in einer riesigen zentralen Datei
wieder.» Der Pass müsse vielmehr freiwillig sein. Der
Patient solle frei darüber entscheiden können,
welche Informationen auf die Karte kommen und ob
er den Pass einsetzen wolle. Er sehe «keinerlei
Rechtsgrundlage» für den obligatorischen
Arzneimittel-Ausweis. Daten über verschriebene
Arzneimittel ließen immer auch einen Rückschluss auf
den Gesundheitszustand des Patienten zu. «Niemand
kann ausschließen, dass die Informationen
missbraucht werden», sagte Jacob. Nach Angaben
der Financial Times Deutschland bezeichnete der
Datenschutzbeauftragte des Landes Sachsen,
Thomas Giesen, den Plan der Gesundheitsministerin
als „Schnapsidee“. Ohne gesetzliche Grundlage
dürften öffentliche Stellen ohnehin keine Daten
sammeln. Wenn jeder Versicherte einen Pass
bekomme, sei Missbrauch durch den Arbeitgeber,
Versicherungen und Angehörige zu befürchten,
sagte Giesen. Auch die Ärztevereinigung
„Hartmannbund“ warnte davor, dass der
elektronische Medikamentenpass nicht als Einstieg
zur Installation des «gläsernen Patienten»
missverstanden werden dürfe.

(Quelle: dpa)






Zum Thema
Medikamenten-Pass


Bessere Vernetzung -
Krankenkassen fordern das
elektronische Rezept

Hintergrund - Kommt der
Arzneimittel-Pass?



da unter den link kömmt ihr weiter lesen


gruss mami-maus
[www.GesundheitPro.de]

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