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ADHS ADS Selbsthilfe
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14
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Antje, Birgit, Heike Lu, chaotin, Michaela#, Jessica, Uschi, PeeBee, Beate Mahr, Susann B., Ulli, Herbert

"keiner mag mich,niemand spielt mit mir,ich wollt ich wär tot.."(meine Tochter 10 J.)

Startbeitrag von Ulli am 28.08.2001 20:56

Hallo,
meine Tochter besuchte schon die 2 Klasse, bis ich nach dem Lesen des Buches "Das hyperaktive Kind und seine Probleme", quasi mit der selbstgestellten Diagnose ADS bei unserem Kinderarzt auftauchte. Die nachfolgende Diagnostik bei einer Kinderpsychologin bestätigte dies. Einerseits erleichtert endlich zu wissen was mit meiner Tochter los ist und auch endlich Handlungsansätze zu finden, andererseits geschockt über die teilweise drastischen Probleme der Kinder im späteren Leben, wurde das Buch meine Lieblingslektüre. Die Probleme mit der Klassenlehrerin besserten sich teilweise erheblich, denn die Lehrerin war aufgeschlossen und bat mich um Kopien der Schulrelevanten Seiten. Von da an fand ein intensiver Austausch statt und ich wagte mich auch endlich wieder ohne Magenkrämpfe in die Schule zum Elterngespräch. Allerdings hatte Mausi* (ich nenne meine Tochter hier mal so)*,von Anfang an Probleme Freundschaften zu schließen oder sich in die Gruppe zu integrieren. Was die rein schulische Seite betrifft schaffte sie es glaube ich ganz gut.Aber soziale Kontakte sind gleich null, Im Klartext heißt das jeden Tag nach der Schule versuchte sie tlefonisch Verabredungen zu treffen, die aber so gut wie nie stattfanden. Wenn doch mal Verabredungen klappten, entwickelten sich doch nie Freundschaften daraus. Mausis Noten waren immer im Mittleren oder hinteren Bereich was aber für mich nie das große Thema war, weil ich um ihre Fähigkeiten weiß, die oft einfach nur an der Umsetzung scheiterten. Anfang der 3. Klasse kam es immer öfter vor, dass Mausi von sich selbst sagte ich bin "Scheiße", ich kann nichts, ich würde auch so gern mal eine 2 oder 1 schreiben. Seit der 4. Klasse haben wir uns dann für Ritalin entschieden was ich 2 Jahre zuvor noch strikt abgelehnt hatte. Es wurde zeitweise merklich ruhiger bei uns (Mausi hat noch 2 Geschwister 5 u.8 J) und Sie brachte freudenstrahlend ihre erste Mathe 2 (!!) nach hause. Die teilweise verzweifelte Suche nach Freundschaften und das Nichtverstehen warum werde ich abgelehnt, ging indes weiter. Ich bewunderte mein Kind wie sie das tägliche abgewimmelt werden am Telefon, wegsteckt und jeden Tag mit neuem Idealismus ans Werk geht, eine Verabredung treffen zu können. Stänkereien und Schikanen auf dem Schulweg sind inzwischen Alltag. Und jeden Tag versucht sie aufs neue "dazuzugehören".
Mausi hat zwar auch ihre eigenen Aktivitäten denen sie 3 mal in der Woche nachgeht: reiten, was ich als ideal für sie empfinde, schwimmen (DLRG inzwischen hat sie schon GOLD!!) und Leichtathlethik, was die einzige Aktivität ist bei der auch einige Klassenkameradinnen dabei sind und es wohl dadurch hin und wieder zu Problemen kommt. Mausi hat so einen überzeugten Glauben an das Gute, dass sie sofort wenn ein Mädchen nett zu ihr ist glaubt sie hätte eine Freundin gefunden...wenn am Tag darauf wieder das bittere Erwachen folgt, versteht sie die Welt nicht mehr.
Wie gesagt hat sie in den 4 Jahren Grundschulzeit in der Klasse nicht Fuß fassen können. Ich hoffte auf die Förderstufe und auf neue Klassenkonstellationen. Getreu dem Motto "neues Spiel, neues Glück...". Zu meinem Schrecken wurde uns mitgeteilt, dass die Klasse komplett zur Förderstufe kommt und lediglich 5 Kinder aus Nachbarorten hinzukämen. Mein erster Gedanke war Mausi in eine andere Klasse zu bringen, aber nach vorsichtigem Antasten an das Thema brach mein Mausivulkan aus: nur nicht in eine andere Klasse. Na gut schließlich lagen auch noch 6 Wochen Sommerferien vor uns. Inzwischen ist die Situation so verschärft, dass Mausi oft in ihrem Zimmer sitzt und weint und ich glaube wirklich verzweifelt ist. Vorsichtiges Anfragen ob sie sich nicht vorstellen könne neue Kinder in einer neuen Klasse kennenzulernen, beantwortete sie mir so:"lass mich damit in Ruhe, ich habe 4 Jahre lang niemand gehabt und habe mich daran gewöhnt. Außerdem sind neue Kinder auch nur am Anfang lieb und wollen dann auch nichts mit mir zu tun haben." Gestern lag in ihrem Papiekorb ein Zettel "niemand mag mich, keiner spielt mit mir, ich wollt ich wäre tot." Ich weiß durchaus um den Hang zum tragischen bei meiner Tochter, sie ist trotz allem ein fröhlicher, überschwenglicher Kerl. Aber mich belastet es wahnsinnig. Manchmal habe ich so eine Wut auf die anderen Kinder obwohl ich genau weiß, dass das Problem nicht bei ihnen liegt....wenn ich einen Wunsch frei hätte würde ich meinem Kind eine Freundschaft wünschen...nur eine einzige

Antworten:

Ich hoffe, Dein Wunsch geht bald in Erfüllung !!!

Gruß Herbert

von Herbert - am 28.08.2001 21:05
Hallo Uli,

bin zum ersten Mal auf dieser Website unterwegs. Habe vor einigen Minuten mit Antje gechattet, die sich ganz und gar keinen Reim auf mein Problem mit meinem Sohn machen konnte. Auf der Suche nach dem Forum, welches sie mir letztendlich empfohlen hat, stieß ich auf Deine Nachricht.

Es hat mich sehr bewegt, was Du da über Deine Mausi schreibst. Auf der anderen Seite zeigt es mir jedoch, daß ich nicht alleine bin, mit all den schrecklichen Gefühlen und Ängsten, die ich tagtäglich wegen meines hyperaktiven Sohnes durchlebe.

Mein Sohn ist noch ziemlich jung mit seinen 6 Jahren. Trotz allem hat er schon einen ziemlichen Leidensweg hinter sich. Im Kindergarten abgeblitzt, weil er anders war und in die Schule wird er erst gar nicht aufgenommen - weil er anders ist. Auch ich bin - zwar auf andere Weise als Du - verzweifelt darüber, wie hilflos man sein kann mit einem ADS-Kind.

Ich habe keinerlei Ansprechpartner zum Thema ADS, habe auch nur sehr selten mit anderen Elternteilen über unsere Probleme gesprochen. Es würde mich brennend interessieren, wie Du mit Deiner Mausi so klarkommst, wie Du mit all den Gefühlen und den Ängsten klarkommst, vor allem auch wie Deine anderen Kinder mit ihr auskommen. Ich möchte nicht neugierig sein, versteh' mich bitte nicht falsch. Ich suche einfach nur etwas Rat und Unterstützung und vielleicht, oder sogar ganz bestimmt, tut es einfach gut, zu wissen, daß andere Mütter auch ständig kämpfen und ich somit nicht damit alleine auf der Welt bin.

Es würde mich freuen, wenn Du Zeit für eine Antwort hättest.

Grüße,

PeeBee

von PeeBee - am 28.08.2001 21:18
Hallo Uli,

schreibst du von Felix ????????????? bei und war es ähnlich - - - nur ,dass bei uns DIE ELTERN geblockt haben ( bei euch werden unsere Kinder so schutzig ) die Kinder wollten schon.

Wir haben es immer unterstüzt , wenn die Klasse uns besuchen kam - - - um zu zeigen wie schön es auf einem Bauerhof sein kann - - - aber wenn die Eltern es nicht dulden !!!!!!!!!!!!

Felix hat allerdings oft geprügelt ( er hat keine Kontrolle über seine Kraft ) Er war immer der SCHULDIGE in der Schule .

Es ist erst aufgefallen, dass dem nicht so ist , als er KRANK war und man in der Schule mal wieder einen DUMMEN gebraucht hat.

Das war peinlich für die SCHULE - - - könnt ihr mir glauben .

Aber zu Mausi.

Bestärke sie in der Freizeit was zu tun ( macht sie ja schon ) bringt sie von den Wettkämpfen kein Urkunden und so .... mit heim ???

Steht nicht in der Zeitung wer wo den 1. Platz gemacht hat ??? Sorge dafür !!!! Es kommt gut wen die anderen NEIDISCH sind auf das was Mausi macht !!!!!!!!!( aber nicht angeben - - nur zeigen )

Vielleicht wollen sie sich dann mit ihr treffen .

Und hab ein AUGE auf sie , solche Zettel sind nicht immer Spaß , sie können ERNST werden. Besuchst du mit ihr eine Therapie ?????? Rede mit deinem Arzt darüber .

Für Euch die besten Wünsche

Liebe Grüße
Beate

von Beate Mahr - am 29.08.2001 05:40
Hallo Ulli,
das was Du uns da mitteillst hat mich sehr betroffen.Bei uns war es Jahrelang fast genauso.Meine kleine wurde erst mit 13 Jahren behandelt,im Dezember wird sie 14. Äuserungen wie "warum bin ich so anderst und ich währe lieber tot,dan hättet ihr es auch besser," kenne zu genüge. So etwas belastet eine Familie enorm.
Ich kann Beate nur zustimmen,das die kleine eine Therapie macht,das bringt eine ganze Menge. Aber achte darauf ,das ihr einen Therapeuten findet der sich mit ADS gut auskennt. Auserdem solltest Du eine Selbsthilfe Gruppe in Deiner nähe aufsuchen,dort wird man sehr unterstützt und man kann sich wunderbar austauschen.
Alles Gute
Susann

von Susann B. - am 29.08.2001 06:08
Hallo Ulli

Beim lesen Deines Beitrages bin ich richtig traurig geworden.
Tut mir wirklich leid.

Ich wünsche Dir das Dein Wunsch in Erfüllung geht.

Alles Gute Antje

von Antje - am 29.08.2001 06:40

Re: an Peebee

Hallo PeeBee

Da hast Du mich aber total missverstanden!!!
Das einzige was ich nicht verstanden habe, war das die Schule Deinen
Sohn nicht aufnimmt , schließlich MUSS er ja in die Schule.
Du wolltest wissen an wen man sich da wenden kann---wegen einer Beschwerde--
das wußte ich auch nicht.
Deshalb habe ich Dir doch das Forum empfohlen, damit du diese Frage
hier mal stellen kan

von Antje - am 29.08.2001 06:54

Re: an Peebee..Nachtrag..mist übertragung geht mal wieder nicht :-((


außerdem hattest du gefragt ob das DIE Dagmar ist die die Betreiberin dieses Forums wäre.
Weil Du schon versucht hättest sie zu erreichen leider ohne Erfolg.

Haben wir aneinander vorbeigeredet????

:-))) Liebe Grüße Antje

von Antje - am 29.08.2001 06:58
Hallo Ulli,

ich bin auch ganz traurig geworden beim Lesen
Wir haben, genau das selbe Problem, und Philip (7) äußerte am Montag zum Ersten Mal, dass er Bauchweh wegen der Schule hat.
Das ist so schwer und unter der Woche sind wir zwei auch unter uns.
Wo wohnt Ihr eigentlich? Kann vielleicht über eine Selbsthilfegruppe eine Kontak entstehen?
Ich wünsche Dir von ganzen Herzen viel Kraft, Du bist nicht alleine.
Herzliche Grüße Uschi

von Uschi - am 29.08.2001 07:00
Hallo Ulli,

so wie du deine Tochter schilderst könnte es auch meine (11J. vermutlich ADS-H) sein.
Vier Jahre Grundschule und keine Freunde. Ausgrenzung und Hänseleien waren an der Tagesordnung. Dazu noch eine Lehrerin die sie dauernd gängelte.
Auch ich habe oft genug vorgeschlagen das sie in eine andere Klasse kann wenn sie das möchte aber auch sie tobte direkt los und schrie das sie das auf gar keinen Fall wolle. Ich denke mal das sie sich einfach an die Situation gewöhnt hatte. Sie kannte die Kinder und wußte bei welchem sie mit welchen Hänseleien zu rechnen hatte und genauso wie sie seilbst damit umgehen konnte. Eine neue Klasse hätte für sie nur neue Kinder und neue Hänseleien bedeutet die sie dann nicht einschätzen könnte. Also blieb sie dort bis zum Übergang in die weiterführende Schule. Anfangs ging es sich auch sehr gut an. Nach drei Monaten jedoch kam das erste mal der Satz: Ich geh nicht mehr hin und am liebsten wäre ich tot. Nachfragen was passiert ist hätte ich mir sparen können. Sie erzählt nichts, hat sie noch nie getan. Locke ich sie aus der Reserve sind alle anderen soooo schrecklich gemein zu ihr und die Lehrer hassen sie alle.
Ich sagte ihr das sie sich nicht alles gefallen lassen bräuchte und auch mal gegen Lehrer aufmucken soll. Das hat sie getan, was ihr zwar keine Pluspunkte bei den Lehrern einbrachte aber die Mitschüler auf sie aufmerksam machten.
Auf einmal schellte plötzlich dauernd das Telefon, immer wieder rufen andere Kinder an und verabreden sich mit ihr und hin und wieder kommt auch mal eine Klassenkameradin zu uns.
Das heißt aber nicht das sie wirklich eine Freundschaft hätte. Sie sagt selber das sind Mitschüler und manchmal gehe ich mit denen weg...basta.
Eine Freundin fand sie hier bei uns erst vergangene Ferien. Ein Mädchen,zwei Jahre älter als sie. Ich erkenne mein Kind kaum wieder. Sie war in den Ferien nur noch draußen (sonst absoluter Stubenhocker), ging schwimmen, ins Kino und das tollste ist, es geht trotz Schulbeginn weiter *freu*.
Sie ist etwas umgänglicher geworden, explodiert nicht mehr bei jedem kleinsten Furz (vorher reichte schon ein guten morgen oder guten Tag) und dadurch das sie viel draußen oder bei der Freundin ist gönnt sie mir jetzt auch mal eine Atempause zwischendurch.
Klar, unser Alltag ist immer noch sehr chaotisch und sehr anstrengend aber ich habe mit dem Schulwechsel auch eine deutliche Verbesserung gemerkt.
Ihre schulischen Leistungen lassen kaum Wünsche übrig was auch sicher daran liegt das dort auf ihre Stärken und Schwächen eingegangen wird ohne vom vermutlichen ADS zu wissen.
Ich kann also nur positiv berichten und glaube sogar das auch deine Tochter mit einem neuen Klassenverband eine neue Chance erhalten kann. Du mußt sie natürlich darin unterstützen wo du nur kannst. Wenn man die Erwartungen nicht zu hoch schraubt ist die Enttäuschung nachher auch nicht so riesig.Achte auf die klitzekleinsten Fortschritte und bestärke sie darin dann wird es ihr leichter fallen.
Ich habe meiner Tochter geholfen indem ich die Kommunikation zwischen den Schülern unterstützte. Ich sprach meiner Maus gut zu und gab ihr den Tip über unsere Tiere zu sprechen (das regt viele Kinder zum Gespräch aus Neugierde an) und da sie viel darüber weiß hatte sie eine menge zu erzählen und oh Wunder die anderen hörten aufmerksam zu.
Auch jetzt ist nicht alles Friede,Freude,Eierbacken aber wir kommen stetig einen Schritt weiter und ich finde da lohnt sich die Mühe. Denn nichts ist schöner wenn ein Kind freudestrahlend nach Hause kommt und sagt: Die Schule war ok oder noch besser, heute war es toll.
Liebe Grüße Jessica

von Jessica - am 29.08.2001 07:24

Re:

Hallo an alle, deren Kindern es genauso geht wie Mausi.

Ich habe zwei Söhne, acht und zehn Jahre alt.
Ich habe den Bericht erschüttert gelesen, aus zwei Gründen:
Der erste: mein jüngerer Sohn, dem es im sozialen Bereich genauso geht. Zum Glück hat er jetzt in der direkten Nachbarschaft einen guten Freund gefunden, mit dem er sehr viel Zeit verbringt. Welcher sogar nach bereits 3 Tagen Urlaub meinem Sohn eine Postkarte schickte, worüber mein Sohn sich unheimlich gefreut hat!
Der zweite: Als ich den Bericht las, habe ich einen Bericht über mich selber gelesen! Mir ging es früher genauso. Nur mit dem Unterschied, ich bin 32 Jahre alt, habe nie gelernt, MEINE Wünsche durchzusetzen, mich selbst wichtig zu nehmen. Mir geht es heute noch genauso wie Deiner Tochter, wenn ich Verabredungen treffe. Ich habe mich nach vielen psychischen Verletzungen vor einigen Wochen von meinem Mann getrennt, und feiere am Wochenende meinen 32. Geburtstag. Ich freue mich sehr darauf, weil zum ersten Mal seit !zehn ! Jahren Gäste, welche eingeladen sind auch kommen werden! Etwa 25 Leute!!!
Ich werde mich (auch wegen der Trennung) in den nächsten Wochen in Psychotherapie begeben, vielleicht kann mir die Therapeutin auch bei meinen Problemen im sozialen Bereich helfen. (Zum Beispiel bin ich auch sehr empfindlich, lasse mir aber auch viel gefallen)
Fördere Deine Tochter, wo Du kannst, sage ihr immer wieder "das machst Du toll, ich bin stolz auf Dich!" denn das hat bei mir eigentlich nie jemand gemacht. immer wieder will ich noch heute allen alles recht machen, um irgendwie Anerkennung zu bekommen.

Alles liebe, Biggi

von Birgit - am 29.08.2001 08:45
Hallo Ulli! Mich macht Dein Bericht sehr betroffen,weil ich auch oft in die Zukunft schwebe und mir versuche vorzustellen wie es wohl wird....... Unser Sohn ist 5 und wenn wir ganz ehrlich sind, hat er nur ! seine Kindergartenbekanntschaften und seine Schwester. Aber Freunde hat er nicht.Ich wünsche Euch das Beste.Lu.

von Heike Lu - am 29.08.2001 09:16
Hallo,Ulli!

Es fällt mir schwer dazu etwas zu sagen denn es ist ja schon viel geschrieben worden,was helfen kann.

Ich zieh mir da auch wieder mal was raus denn meinem Ralf geht es ähnlich,leider meint er nun das mit Prügeleien alles besser wird(wir arbeiten dran).Er geht in die 2.Klasse.

Zum Glück hat er auch einen Lehrer der hinter ihm steht und einen Freund in der Nachbarschaft mit dem er sich nicht soooo oft streitet.Trotzdem bin ich froh das er sich nun wehrt.


Ich hoffe sehr das deine Mausi ihre Todesgedanken ganz schnell wieder los wird.

Ganz liebe und mitfühlende Grüße

von Susanne aus Bochum

von chaotin - am 29.08.2001 10:16
Hallo,
ich finde sowohl meinen Großen als auch mich in eurem Bericht wieder.
Mein Großer hat keine Kontakte. Punkt. Dadurch, dass wir 2x die Woche schon Therapie haben, bleiben auch keine großen Freiräume, ich kann ihm ja nicht jeden Tag verplanen. In der Nähe sind auch nur 2 Kinder in seinem ungefähren Alter, und die sind inkompatibel und auch den Eltern ist es lieber, wenn kein Kontakt besteht.
Mein kleiner Sohn (5 Jahre, ebenfalls ADS mit einigen Zutaten) hat im Kiga Kontakt, in der Nachbarschaft ein gleichaltriges Mädchen (die schon größere ADS-Geschwister und und deren Mutter Verständnis hat).
Und ich habe wenigstens in der Zwischenzeit Bekannte und ein paar Ecken, wo ich hingehen kann, und notfalls bleibt immer noch das Forum. In meiner Schulzeit stand ich immer allein, die Pausen waren blöd, und zuhause war ich auch allein.
In meiner Jugend war ich in einer streng christlichen Gruppe, wo ich auch keine richtigen Freunde hatte, aber wenigstens dazugehörte und auch akzeptiert wurde. Meine Überzeugungen haben sich geändert, aber ich bereue die Zeit nicht, sie war für mich eher hilfreich.
Woran es lag, habe ich , wenigstens einigermaßen, erst viel später erkannt, und sehe natürlich mit Grausen, wie es meinem Sohn ergeht.
Ach ja, zu den Kindern, die erst nett sind: Ich habe den Fehler gemacht, dass, wenn jemand nett war, ich den total vereinnahmen wollte (sollte gleich meine beste Freundin sein und nur noch mit mir) und dadurch jeden vergrault habe. Ich weiß leider nicht, ob du deiner Tochter beipulen kannst, andere Kinder erstmal langsam anzugehen und sich eine Freundschaft entwickeln zu lassen.
Wenig hilfreiche Grüße
Michaela

von Michaela# - am 29.08.2001 10:29
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