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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Uschi, Hoschi, Dagmar, kerstin zierz

unser Sohn Marcel

Startbeitrag von kerstin zierz am 31.08.2001 06:12

Ich weiß gleich gar nicht, wie ich anfangen soll!

Ich bin erst mal froh, daß ich diese Seite gefunden habe.Warum ich nicht eher auf die Idee gekommen bin im Internet nach Informationen zu suchen,kann ich mir selbst nicht erklären. Wir haben schon einen langen Weg hinter uns, bei Marcel wurde mit 11 Jahren hyperaktivität festgestellt. Uns wurde es damals so erklärt, daß wir uns vorstellen sollten von Marcels Alter 2 Jahre zurückrechnen und sich die ganze Geschichte mit zunehmenden Alter auflöst!!!
Bei unserer Frage nach Behandlungsmöglichkeit wurde Ritalin erwähnt, aber nicht unbedingt als erfolgversprechend angesehen (würde auf Dauer eingenommen abhängig machen).Das wollten wir nicht, so entschieden wir uns gegen Ritalin. Wir besuchten eine Familientheraphie,welche wir leider nach einen halben Jahr abbrachen,da sich erstens nichts änderte und zweitens es immer Disskussionen auch mit unserer älteren Tochter gab und uns gesagt wurde es hätte nur Sinn wenn alle teilnehmen. Der organisatorische Ablauf war auch sehr schwierig. Ich bereue die Entscheidung von damals inzwischen sehr.
Es lief auch alles so halbwegs ok,(Marcel besuchte zu dieser Zeit die SfE).
Die Probleme häuften sich wieder,als er nach der 6.Klasse zurück an die MS mußte, da die SfE nur 2 Klassen weiterführte für welche Marcel nicht "auffällig" genug war!
Marcels Leistungen verschlechterten sich drastisch,es gab Anrufe und Einträge über Marcels Fehlverhalten.Wir hatten die Direktorin und Klassenlehrerin über Marcels Probleme informiert und um Mithilfe gebeten z.B. trug er fast nie HA ein, auf die Bitte hin dies in der Schule zu kontrollieren wurde uns geantwortet er wäre alt genug dies alleine zu tun.Das Problem HA war auch der Grund,warum Marcel die 7. Kl. nicht schaffte.Er bekam bei 3mal nicht erledigten Ha eine 6....
Die Situation spitzte sich immer mehr zu....
Ich suchte Hilfe bei Ärzten... Ergebnis Null (er müßte nur wollen und das wird noch, Jungs sind oft Spätentwickler)
der Gipfel war ein Psychologe welcher meinte Marcel müßte nur seinen leiblichen Großvater(väterlicherseits) finden und alles kommt ins Lot....
In dieser Zeit haben wir Marcel sicher viel Unrecht getan, denn wir glaubten nun auch langsam daß er nicht will! Da uns ja der Hintergrund nur so erklärt wurde,ca. 2 Jahre Zeitverschiebung in der Entwicklung)
Marcel schaffte dann die 7.Kl, mit den Halbjahreszeugnis der (8.Kl war er wieder versetzungsgefährdet.) Marcel machte immer mehr dicht und befindet sich auch jetzt noch eher wie in einen "Trance-Zustand",ich weiß manchmal wirklich nicht mehr was ich glauben soll). Wir lassen eine Anzeige von der Internatsbetreuung wo ich anrief und mein Problem schilderte.Wir bekamen ein Internat angeboten wo es Marcel auch gefiel,er aber das Klassenziel (da die Zeit zu kurz war lt.Aussage der Lehrer) nicht schaffte. Wir erhofften uns,daß er dort besser lernen kann, da die Situation an der Schule unerträglich war (kaum ein Tag ohne Anruf!) und zu Hause es auch immer schwieriger wurde.Wir fühlten uns total hilflos und unverstanden!
Jetzt soll unser Sohn einen BBE-Lehrgang besuchen (Schulpflicht abgelaufen ohne Diskussion),wo uns gesagt wurde,daß da kleine Gruppen sind.Gestern waren wir zum Elternabend und erfuhren daß die Klassenstärke 21 Kinder beträgt! Bei der Praxis 12!
Nun meine eigentlichen Fragen:

1.wir wohnen in Weißig bei Dresden,kennt da jemand einen kompetenten Ansprechpartner?

2.Kann man jetzt noch mit Ritalin anfangen? Marcel ist inzwischen 16 Jahre

3.Gibt es in dieser Region eine Elterngruppe?

Meine Befürchtungen sind, daß Marcel das auch nicht schafft,er hat so gar keine Lust auf nichts (war früher total anders),oder z.B. gestern nach dem Elternabend fragt er mich wie das mit einer GmbH funktioniert!
Die Maßnahme findet bei einen freien Bildungsträger statt und der Geschäftsführer erwähnte am Anfang daß es sich um eine GmbH handelt.
Das war aber auch schon die einzige Frage die unser Sohn zu dem Elternabend hatte!

Ich hoffe sehr,daß ich nicht zu viel geschrieben habe,aber das mußte jetzt mal alles raus....

auf Nachrichten hoffend Kerstin Z.

Antworten:

Hallo Kerstin,

das tut mir wahnsinnig leid, dass Du immer an die falschen "Fachleute" gekommen bist.
Wir hatte auch so einen Maraton hinter uns. Bis ich nicht mehr konnte und glaubte ich sei wirklich eine schlechte Mutter. Mein Lebenswille wich und ich wurde in eine Klinik eingewiesen.
Gott sei Dank stand mein Partner und meine Familie mir / uns zur Seite.
Seid 1 1/2 Jahr wissen wir das Philip ADHS hat und seid Feb diesen Jahres bekommt er Ritalin. Er ist erst 7 und ich habe mit so großen Kindern/ jungen Erwachsenen , wie Deiner keinerlei Erfahrung.
Aber die Profies kommen noch;-)
Aber mit der medikamentösen Behandlung ist es nicht getan, wie Du sicherlich gelesen hast (in den anderen Berichten) muss dazu eine Verhaltensterapie gemacht werden. Damit der Jugendliche aus der negativ Spirale herauskommt.
Alles leichter gesagt als getan, so ein junger Erwachsener läßt sich ja doch nicht mehr alles sagen.
Also ich wünsche Dir viel Kraft und Du hast es bis heute geschafft, und vielleicht hilft Dir der Austausch hier auch so viel wie mir.
DAUMENDRÜCKEND
Uschi

von Uschi - am 31.08.2001 08:29
hallo kerstin,

da sich noch kein "fachmann" aus dem forum gemeldet hat wollte ich dir zumindestens etwas erzählen.

ich hatte eben ein gespräch mit der bek. die frau bellarz (tolle frau) wollte sich nur bei mir erkundigen wie es mir geht (nett wa?)

auf jeden fall hat sie mir gesagt, dass sie jetzt eine versicherte hat die nun erst mit 44 jahren ritalin bekommt.

ich denke da ist bei deinem sohnemann hopfen und malz noch lange nicht verloren.

das einzige problem was ich jetzt ganz offensichtlich sehe ist, dass er pubertierend ist und es dann wohl nicht einfach wird ihn davon zu überzeugen in behandlung zu gehen.

wir wissen ja selber noch wie wir waren erst einmal "anti" mit dem was die eltern sagen.

wenn ihr jemanden "ausstenstehenden" finden könntet der ihm alles erklärt wäre euch sicherlich schon geholfen.

schade....ich hatte und habe wirklich nur gute erfahrungen mit der familienberatung. aber wie ich schon öfter hier festgestellt habe, haben wir sowieso nur tolle beratung erfahren. das scheint wohl die ausnahme zu sein.

viel kraft

hoschi

von Hoschi - am 31.08.2001 09:27

Tränen und so

Hallo Hoschi,

ja da kannst Du dich wirklich glücklich schätzen
Was ich so machen Träne vergossen habe, weil mir gesagt wurde, was ich für eine schlechte Mutter sei.
Ein halbe Jahr so... dann bei einer anderen Beratung wieder anderum Erziehen. bis wir alle total durchgedreht sind.
Aber nun geht es ja wieder:-)))
Grüße Uschi

von Uschi - am 31.08.2001 09:33

Re: Tränen und so

nun ja uschi,

daß heulende elend kenne ich auch...

ich habe immer selber gedacht (ohne daß mir das jemand sagte) ich sei eine fürchterliche mutter und ich sei alles schuld. ich war fest davon überzeugt da sausebraus kein wunschkind war und ich ihn nicht wollte.

in der familienberatung haben sie über 1 jahr damit verbracht mir das erst einmal auszureden.

jetzt schiebe ich mir nicht mehr die schuld zu. auch wenn ich ihn nicht wollte so liebe ich ihn doch über alles.....(außer meinen mann hihi)

alle wirklich alle haben sich große mühe gegeben (ach ne meine mutter nicht) mich auf den richtigen weg zu bringen....

trotz vieler rückschläge kann ich für mich sagen: juhu es geht vorwärts und wir schaffen es....

*seigedrückt*

hoschi

von Hoschi - am 31.08.2001 09:44

Re: Tränen und so

Ich Dich auch:-)))

von Uschi - am 31.08.2001 10:07
Hallo Kerstin,

deine Verzweiflung kenne ich auch. Wir haben auch den verzweifelten Maraton und viele "Fachleute" hinter uns gebracht. Das tröstliche zuerst, es ist nicht zu spät. Auch einem 16-jährigen Jungen kann noch geholfen werden.

Ob es eine Elterngruppe in der Nähe von Dresden gibt, kannst du hier nachschauen:


Man kann natürlich Jugendlichen in diesem Alter noch Medikamente geben. Vielen Erwachsenen wird auf diese Weise geholfen.

Du hattest doch einen Arzt, als dein Sohn 11 war, der die Diagnose stellte und auch eine Ritalinbehandlung ansprach. Könntest du nicht noch mal zu diesem Arzt gehen und deinen Sohn vorstellen? Er könnte nämlich auch die Entwicklung deines Sohnes vergleichen.

Falls es keine Eltergruppe bei euch gibt, kannst du dich ja auch hier weiter austauschen :-)))

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 31.08.2001 16:43
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