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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren
Beteiligte Autoren:
Cornelia, anne05, Wilma, susanne

ADS oder/und Hochbegabung????

Startbeitrag von susanne am 04.09.2001 10:21

Hallo,

ich hätte gerne einmal gewusst wie man feststellen kann, ob ein Kind hochbegabt ist oder ADS hat (oder vielleicht beides zusammen????)

Mein Sohn ist 12 Jahre alt besucht das Gymnasium mit einem Notendurchschnitt von 1,3. Bei ihm wurde auch schon ein IQ von 120 festgestellt, mit großen Diskrepanzen. Seine Stärken liegen im naturwissenschaftlichen/mathematischen und technischen Bereich, große Defizite gibt es in der Rechtschreibung. Wobei ich noch erwähnen muss, dass mein Sohn sehr!!!!!!!! sensibel und eher ziemlich ruhig ist (sobald für ihn alles in Ordnung ist---ansonsten kann er auch ziemlich heftig reagieren). Seine Mitarbeit in der Schule ist sehr gut, allerdings findet er schwer Kontakt zu fremden Menschen. Auch hat er immer seine festen Freunde.Er besucht seit 2 Jahren eine Therapie für Legastheniker, die bisher nicht viel geholfen hatte. Nun fiel uns immer wieder auf, dass das Lernen von Tabellen, Grafiken etc. im riemlich leicht fällt, allerdings die einfachsten Deutschen-Wörter immer und immer wieder falsch geschrieben werden.
Er nimmt auch seit ca 2 Jahren Ritalin ein .Und möchte ich doch gerne einmal wissen, wo die Grenze zwischen ADS und Hochbegabung liegt?????
Vielleicht hat auch von euch jemand Erfahrung damit....
Bitte antwortet...

Danke
Susanne

Antworten:

Hallo,
es gibt keine Grenze zwischen ADS und Hochbegabung. Die beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun. Wenn sein IQ vor der Ritalin-Therapie bei 120 lag und er sehr unaufmerksam war, dann laß doch einfach noch einmal seinen IQ bestimmen. Vielleicht ist er ja tatsächlich hochbegabt (ab einem IQ von 135) und kommt jetzt, wo er sich konzentrieren kann, auf deutlich höhere Werte. Dann sollte er gezielt gefördert werden, damit er nicht vor lauter Langeweile auf dumme Gedanken kommt.
Gruß
Wilma

von Wilma - am 04.09.2001 10:47
Hallo Susanne,

schau mal auf meine Homepage ... dort geht es um hochbegabte Kinder mit ADS.

Viele Grüße
Anne05

PS: HB-Symptome unterscheiden sich oftmals nur in feinsten Nuancen von denen des ADS ... und es besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass Beides vorliegt
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 04.09.2001 11:38
Hallo Susanne,

mein Sohn ist neben ADHD und "allerlei anderem" auch hochbegabt. Hochbegabung ist definiert ab einem allgemeinen IQ (Durchschnitt) ab 130 aufwärts.
Ein allgem. IQ von 120 wie er bei Deinem Sohn getestet wurde, ist definiert als "überdurchschnittlich".

Starke Diskrepanzen sind für ADD typisch, hier insbesondere zwischen dem Denken in Abfolgen (aus diesem schließe ich jenes, daraus das Nächste usw., das ist wegen der erforderlichen längeren Konzentrationsspanne meist etwas schwächer bei ADD ausgeprägt) und dem ganzheitlichen Denken (einen komplexen Zusammenhang "auf einen Blick" erfassen können, dies ist bei ADD meist stärker ausgeprägt.

Einzelne herausragende Begabungsspitzen gibt es aber natürlich auch "ohne ADD", auch bei ansonsten "durchschnittlichem" Ergebnis (=zwischen 85 und 115) oder "sogar" gelegentlich bei ansonsten Lern- oder Geistiger Behinderung...(in letzterem Fall spricht die Fachliteratur von "Savants").
Sie erfordern aber natürlich andere Förderungsformen als die "klassische" Hochbegabung.


Auch ich würde Dir raten, den Test unter optimaler Ritalindosierung zu wiederholen. Erst dann kann ein ADD-Kind sich ja optimal konzentrieren und folgerichtig erfasst ein Test erst dann so realistisch es in einer Testsituation halt geht die tatsächlichen Fähigkeiten.
Als derzeit aussagefähigster Test gilt der HAWIK III, da dieser aktuell und in aussagefähige Untertests gegliedert ist.

Und darum geht es ja, denn Hochbegabte brauchen angemessene Förderung und Anregungen; bei andauernder Unterforderung können schwerwiegende emotionale und Verhaltens-Probleme die Folge sein.


Hochbegabte sind nicht zwangsläufig gut in der Schule, da sie meist andere Denkansätze und Lernstrategien haben, als "normal" wäre... sie denken z. B. oft "um die Ecke" oder sie sehen für eine Aufgabe mehrere widersprüchliche aber in sich schlüssige Lösungsmöglichkeiten und wenn sie fragen, welche denn gewollt ist, versteht der Lehrer evtl. gar nicht, worum es ihnen geht...
Auch langweilen sie sich bei zu vielen Wiederholungen (die sie nicht benötigen) und schalten dann innerlich "automatisch" ab (oder werden aggressiv oder unruhig), was mit ADD verwechselt werden kann....
obgleich eben auch beides vorliegen kann... oder natürlich aus ausschließlich ADD.
Im Zweifel muß man sehr genau hinsehen.

Rechtschreibprobleme gerade bei einfachen Worten entstehen bei Hochbegabten tatsächlich nicht selten, da sie oft schneller denken als sie schreiben können und/oder die "einfachen" Wörter als sooo langweilig empfinden, dass die Konzentration wie oben erläutert unbewußt nachläßt.
Komplizierte Wörter werden bei Hochbegabten dagegen meist korrekt geschrieben. Dieses Indiz belegt dann den Unterschied zu "echter" Legastenie.

Bei Hochbegabten trainiert man folgerichtig die Rechtschreibung mit anderer Strategie... nicht durch viel Üben (denn dies wäre kontraproduktiv) sondern durch das Aufmerksammachen auf logische Zusammenhänge und auf "Verwandtheiten" zwischen dn Wörtern, die ruhig kompliziert sein dürfen. Dafür gibt es spezielle Angebote, leider habe ich den Link dazu noch auf dem "alten" Computer (ich habe seit kurzem einen neuen) und komme momentan nicht da ran, aber wenn ich mich recht erinnere, hat Anne auf ihrer HP dazu auch Links (?)...


Wenn Du nichts findest, kannst Du mir eine Mail schicken, dann suche ich mal auf dem alten Computer danach.

Alles Gute,
Cornelia

von Cornelia - am 05.09.2001 20:29
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