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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Doris, Hexe, Uschi, Detlev, Rhoa, Konny

Der Reportbericht

Startbeitrag von Doris am 04.09.2001 15:25

Hallo,

ich habe mir mal das Skript des Berichtes durchgelesen.

Mir hat das schon die Sprache verschlagen (fast). Entweder wollte man bewusst auf die Missstände aufmerksam machen oder man hat mit Absicht solche Fälle geschildert.

Ich tippe ja eher auf die erste Variante, da man auch betont, dass es Kinder gibt, die das Medikament brauchen.

Nur eins ist klar: Die 3-Minuten Ärztin sollte besser aufhören mit ihrem Beruf und besser Wahrsagerin werden.

Wenn ich lese, dass ein Kind das mit den Füßen wippt und den Kopf aufstützt, als ADS mit H diagnostitiert wird, kann ich nur wütend werden. Wohl jeder von uns hat schon mal in seiner Schulzeit so in der Bank gehangen. Nach diesen Kriterien wäre wohl die Hälfte meines Abijahrgangs hyperaktiv.

Allein schon, dass die Dame vier neue ADS´ler am Tag hat, lässt an einer seriösen Behandlung zweifeln. Solchen Ärzten muss wirklich das Handwerk gelegt werden. Denn solche Schnellschüsse bringen auch die sorgfältigen Ärzte in Verruf.
(Rechnet mal aus, wieviele das im Jahr zusätzlich sind)

Hier muss viel mehr Aufklärung betrieben werden, welche Untersuchungen notwendig sind, um ADS zu ermitteln. Denn es ist eine Ausschlussdiagnose. Es ist keinem Kind gedient, wenn es auf den puren Verdacht hin als ADS´ler hingestellt wird.

Bedenklich war auch das Beispiel des unterforderten Jungen, nach einer dreiviertel Stunde stand hier die Diagnose fest. Anscheinend wurden auch keine Ausschlussdiagnose gestellt, sonst hätte man feststellen müssen, dass der Junge sich langweilt.

Wichtig fand ich den Hinweis, dass Lehrer mehr Bescheid wissen müssen.

Was Lehrer aber nicht tun sollten, ist eine Diagnose stellen. Sie sollten mit den Eltern sprechen und ihre Beobachtungen mitteilen.

Es ist an uns "Kundigen" herauszustellen, was alles ablaufen sollte, bevor die Diagnose ADS gestellt werden kann. Denn als Laie, zum ersten Mal mit der Diagnose konfrontiert, kann man nicht beurteilen, was wirklich richtig ist.

Auch hat nicht jeder Internet oder besorgt sich Bücher zu hauf (ich könnte eine Leihbücherei aufmachen). Obwohl es m.E. auch Aufgabe des Arztes oder Psychologen ist, die Eltern auf die vorhandene Literatur hinzuweisen.

Meine Ärztin hat es sogar verlangt, bevor sie weitere Untersuchungen machte und sich ausgiebig mit uns unterhalten, um festzustellen, ob wir uns informiert haben.

Allerdings konnte ich ihr das Internet empfehlen.

Es müssen also z.B. die Gesundheitsämter auch Infos zu solchen Themen haben oder es muss mehr bekannt werden, wo SHG sind, denn dort wissen Eltern meist Bescheid.

Vielleicht sollten wir den Report bitten, mal darzustellen, wie es ordentlich läuft. Allerdings passt das nicht in einen kurzen Bericht.

Doris

Antworten:


Hallo Doris

ich habe heute zwei Mails an die Redaktion geschickt mit dem Wunsch auch über eine sorgfältige Diagnostik zu berichten .

Mein persönlicher Ärger hat mich auf die Seiten der Bundesregierung getrieben :-)

es war gut, dort nochmal die Presseerklärung in Ruhe nachzulesen.......unsere Drogenbeauftragte.........sie fordert eine sorgfältige Diagnostik.......tun wir doch auch

www.bundesregierung.de stichwort Drogen kann ich nur empfehlen !!!

außerdem habe ich mich an Stern TV gewandt mit dem Hinweis auf die Reportsendung ......Konkurrenz belebt das Geschäft :-)

Jetzt versuche ich noch unsere Drogenbeauftragte zu kontakten........:-)

uns Eltern wäre es wohl endlich mal Balsam auf der Seele, wenn nicht nur reißerische Artikel und Sendungen erschienen........

Grüße


Rhoa

von Rhoa - am 04.09.2001 16:27
Hallo Rhoa,

ich habe zum einen an die Report-Redaktion geschrieben, in der ich auch um Berichterstattung über sorgfältige Diagnosen wünschte.

Die Idee mit Spiegel TV ist gut. Vielleicht kann man die Macher um Günther Jauch zu einer guten Berichterstattung bringen. Da wäre ich sogar bereit, ihm Rede und Antwort zustehen. Da sollten sich vielleicht noch mehr von uns melden.

Der Drogenbeauftragten habe ich nach dem Pressebericht vom 15.08. auch geschrieben.

Dabei habe ich auch Vorschläge gemacht, wie solche Diagnosen ordentlich abgesichert werden könnten.

Aber ich habe Frau Caspers-Merk auch geschildert, wie schlecht es um die begleitenden Therapieplätze steht. Denn wenn man sehr lange warten muss ( unser Kinderpsychologe hat über ein Jahr Wartezeit), ist es schlecht um die ausgewogene Therapie bestellt.

Ebenso steht es mit den Ärzten, die eine begleitende Therapie für unnötig halten, wenn man Medis gibt.

Die übrigen Probleme habe ich ihr nochmals geschildert.

Wer ihr schreiben will, kann dies unter folgender E-mail tun:

marion.caspers-merk@bundestag.de


Diese Mailadresse lässt sich ganz einfach über die Homepage des Bundestages ermitteln.

Also, wer dazu noch schreiben will, soll dies wirklich tun, nicht nur an Report oder Frau Caspers-Merk, sondern auch an andere Poliker, Sender ect...

Vielleicht kommen auch wir mal zu Wort. (Diskussionsrunde mit Forumsmitgliedern).

Doris

von Doris - am 04.09.2001 17:19
Hallo Doris und Rhoa,
der Wunsch nach objektiver bzw aufklärender Berichterstattung in Presse und TV ist zwar aus Sicht von uns Betroffenen nur zu verständlich - allerdings bin ich nach nunmehr bald 2 Jahren aktiver Beschäftigung mit ADHS in der Hinsicht sehr zurückhaltend geworden. Ausgewogene Berichte aus den letzten Jahren kann man an einer Hand abzählen, selbst in der Vorbereitungs- und Produktionsphase noch vielversprechend konzipierte Beiträge bekommen nicht selten durch entsprechende Schnitte und Kommentierung doch noch einen Drall in die falsche Richtung.

Von daher gesehen war der Report-Bericht sicher nicht ausgewogen und hat manches Vorurteil geschürt oder bestätigt - aber er war auch nicht derart am Thema vorbei, wie manche Reaktionen hier vermuten lassen, jedenfalls habe ich schon viele schlechtere bis haarsträubende Berichte gesehen.

Und der Ruf nach Stern-TV (oder Spiegel-TV, aber bei letzterem wäre ich extrem vorsichtig, der Schuss könnte voll nach hinten losgehen, schlimmer wäre nur noch Arte!) wurde bereits vor 2 Jahren erhört. Anfang November 1999 hat G. Jauch nämlich einen umfassenden Bericht inklusive Studiointerviews mit Arzt und Hypie zu dem Thema Ritalin gebracht (für uns damals übrigens die allererste rein zufällig "angezappte" Konfrontation mit ADHS, die einige Monate später zu einer klaren Diagnose für unseren Sohn führte - übrigens nicht nach 3 min oder 45 min, sondern mehrwöchiger stationärer Beobachtung in allen Spiel, Lern- und sonstigen Situationen, Conners-Skalen usw). Soweit ich mich erinnere, war der Bericht damals auch nicht gerade frei von zweifelhaften Bemerkungen und Vorurteilen...
Nichts für ungut
Detlev

von Detlev - am 04.09.2001 22:53
Hallo ihr beiden ,

die Idee mit Stern TV ist wirklich gut, denn vor längerer Zeit habe ich dort einmal einen ( zumindest so wie ich ihn in Erinnerung habe) sehr guten Bericht über hyperaktive Kinder gesehen .
Es ist glaube ich schon einige Jahre her und damals wußte ich auch noch nicht ,dass unsere Kinder auch betroffen sind.
Obwohl ich es bei dem Großen seit langem immer wieder vermutet bzw. darüber nachgedacht habe
Günther Jauch hatte damals auch eine betroffene Mutter mit Kind und einen Arzt ins Studio eingeladen.
Der Arzt berichtete über die Behandlung mit Ritalin ohne es zu verteufeln
Er berichtete auch über die Nebenwirkungen ( Einschlafschwierigkeiten und weniger Appetit).
In der letzten Zeit habe ich oft an diesen Bericht denken müssen , da es so ziemlich der einzige war , den ich gesehen habe in dem nicht alles nur negativ dargestellte wurde .
Den Bericht in Report habe ich zum Glück verpasst , sonst hätte ich mich wahrscheinlich auch wieder nur geärgert.

Viele Grüße
Konny

von Konny - am 04.09.2001 22:54
Hallo Doris,

Herr Jauch hat auch mal bei Bio so was angedeutet, dass er selbst ein Hypie wäre.
Wäre wirklich eine gute Idee, der weiß wie man sich fühlt.
Herzliche Grüße Uschi

von Uschi - am 05.09.2001 06:09
Hallo Detlev,

sicher gibt es schlechtere Berichte.
Aber wenn ich nun lese, das Sonja sagt, die Ärztin macht keineswegs 3 Min. Diagnosen und man habe sie hübsch aus dem Kontext gerissen,dann muss ich annehmen, dass der Bericht absichtlich in diese negative Richtung lief.

Bisher hatte ich sogar angenommen es wäre nur mangelnde Recherche bzw. Umsetzung gewesen.

Das Berichte in Stern oder Spiegel - TV ( gerade in der heutigen Zeit) auch daneben gehen können, glaube ich auch.

Jedenfalls hat der BEricht gestern vielen bestimmt geschadet. Und bestimmt habe nicht nur ich Anruf bekommen, das ich alles falsch mache weil mein Kind bestimmt eines der 8 Fehldiagnosen ist:-((((

Viele Grüße
Petra

von Hexe - am 05.09.2001 09:12
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