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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Kiki, Pia, Dagmar, Hoschi, gipsy, Hexe

Bin ich zu ungeduldig?

Startbeitrag von Kiki am 06.09.2001 08:04

Hallo zusammen,

vor einem Monat hatte ich mit meinem Sohn (7 J.) den ersten Termin beim Kinderpsychologen zwecks ADS H Diagnose. Der Psychologe gab mir einen Fragebogen, auf dem ich einmal wöchentlich das Verhalten von Stefan eintragen muß. Der Arzt meinte, Stefan würde dann auch irgendwann Medikamente erhalten und durch den Fragebogen könnte er sehen, wann (und ob überhaupt) eine Veränderung seines Verhaltens eintritt.
Den 2. Termin bei diesem Psychologen bekamen wir für den 1. Oktober.

Zusätzlich besucht Stefan nun einmal wöchentlich eine Verhaltenstherapie.
In naher Zukunft soll er dann auch wieder zur Ergo-Therapie (die besuchte er bereits - neben der Frühförderung, Krankengymnastik etc. - von seinem 3. bis 6. Lebensjahr).

Nachdem Stefan seit 3 Wochen das erste Schuljahr wiederholen muß, wurden wir gestern von seiner neuen Klassenlehrerin angesprochen. Sie meinte, Stefan wäre "sehr" verhaltensauffällig.
Auch beginnt er wieder (wie im Vorjahr), seine Hausaufgaben bzw. Schulsachen wie Klopapier zu behandeln.

Meiner Meinung nach hat sich bis jetzt nicht allzuviel getan.

Nun weiß ich nicht, ob ich die Therapeutin heute nachmittag darauf drängen soll, ob sie Stefan die Medikamente nicht bereits jetzt schon verschreiben kann.

Ich bekomme langsam Panik, daß sich das letzte Jahr wiederholt und er das erste Schuljahr abermals nicht schafft.

Lieber Gruß
Kiki

Antworten:

>vor einem Monat hatte ich mit meinem Sohn (7 J.) den ersten Termin beim Kinderpsychologen zwecks ADS H Diagnose.

>Der Arzt meinte, Stefan würde dann auch irgendwann Medikamente erhalten

Nun, sollte ich jetzt nachfragen, warum der Arzt Medikamente in Aussicht stellt, obwohl noch keine Diagnose vorliegt? (jaja, solche Sachen gibt's)

Entweder findet eine gründliche Diagnose statt, die dauert eine zeitlang oder sie findet nicht statt. So sehr ich verstehen kann, dass es gar nicht schnell genug gehen kann, finde ich die Gabe von Medikamenten ohne Diagnose einfach nur fahrlässig. Und dass der Arzt das in Aussicht stellt ... ne, warum dann der Aufwand. Gerade bei dieser Art Medikament!

Sorry, wenn ich jetzt nicht näher auf deine Probleme eingehen kann, aber gerade solche Postings verfestigen den Eindruck, dass es sehr wohl ein Bedürfnis nach schneller Medikamention gibt ohne ausführlicher Diagnose. Und Ärzte, die vor der endgültigen Diagnose verschreibungswillig sind.

von Pia - am 06.09.2001 08:33
Hallo Pia,

> Nun, sollte ich jetzt nachfragen, warum der Arzt Medikamente in Aussicht stellt, obwohl noch keine Diagnose vorliegt? (jaja, solche Sachen gibt's)

Vielleicht hätte ich mich anders ausdrücken sollen:

Stefan soll im Laufe der Behandlung bzw. Diagnose Medikamente erhalten, um eine eventuelle Veränderung seines Verhaltens feststellen zu können, da - laut dem Kinderpsychologen - ADS nicht 100 %ig nachgewiesen bzw. feststellbar ist.

Weiter mußte ich meiner Meinung nach nicht unbedingt erwähnen, daß der Arzt sich erstmal ausführlich mit der Vorgeschichte meines Kindes beschäftigt hat. Das ist für mich selbstverständlich. Ansonsten hätte ich mich sofort um einen anderen Arzt bemüht.
Der Psychologe wußte also, daß Stefan bereits im Alter von 8 Monaten durch seine Auffälligkeit das erste Mal zum EEG durch den Kinderarzt überwiesen wurde.
Wie ich schon oben erwähnt hatte, bekam Stefan seit seinem 3. Lebensjahr Frühförderung und Ergotherapie. Die Berichte dieser Therapien liegen dem Arzt ebenfalls in ausführlicher Form vor.

> aber gerade solche Postings verfestigen den Eindruck, dass es sehr wohl ein Bedürfnis nach schneller Medikamention gibt ohne ausführlicher Diagnose

Ich will meinen Sohn durch die Medikamente nicht ändern.
Ich möchte ihm lediglich helfen, seine Konzentration wenigstens für "eine" Schulstunde zusammenzuhalten ... er schafft zur Zeit noch nicht mal 3 Minuten.

> .. finde ich die Gabe von Medikamenten ohne Diagnose einfach nur fahrlässig

Ich bin in den letzten 5 Jahren mit Sicherheit nicht aus lauter Freude oder Langeweile teilweise bis zu 3 Mal die Woche mit Stefan von einer Stelle zur nächsten gelaufen. Wie gesagt, ich will ihn weder ändern noch ruhigstellen, sondern ihm helfen.

Ich nehme an, Du hast selbst ein Kind mit einer gewissen Verhaltensproblematik. Sonst würdest Du hier nicht mitlesen/mitschreiben. Und sicherlich kennst Du auch den Punkt, wo Du versuchst, Dich einfach nur noch an irgendeinen Strohhalm zu klammern, weil Du merkst, fast 5 Jahre durchgehende Therapie bringen keinen großen Erfolg.

Hätte ich ein Bedürftnis nach schneller Medikamention, dann hätte ich das vor 5 Jahren schon angestrebt und mir die Nachmittage für schöne Dinge freigehalten, statt in irgendwelchen Wartezimmern zu sitzen.

Lieber Gruß
Kiki

von Kiki - am 06.09.2001 09:18

Re: sagt mal...... (off topic)

....ist das hier nicht ein perfektes Beispiel für die Unzulänglichkeit eines Forums? Jeder geht einfach von irgend etwas aus, ohne genaueres zu wissen. Schreibt seinen Beitrag aufgrund von Vermutungen.... sehr interessant finde ich. Das ist mir in letzter Zeit schon öfter mal aufgefallen, ich werde das mal weiter beobachten.

Daraus lerne ich: Man sollte sehr auf den Ton achten, denn man weiß nur einen Teil dessen was wirklich ist. Sonst lesen wir hier demnächst nur noch: Sorry hier, sorry da......

gipsy

von gipsy - am 06.09.2001 09:54
Hallo Kiki,

ich denke, wir sind da schon einer Meinung.

>Vielleicht hätte ich mich anders ausdrücken sollen:

Deshalb habe ich nachgefragt, für mich kam dein Bericht anders rüber und ich möchte gar nicht so genau wissen, für wen sonst noch. Das ist das Problem, jeder liest rein, was er lesen möchte und je weniger Infos drin sind, desto mehr lässt sich reinlesen. Dein 2. Bericht liest sich für mich ganz anders, differenzierter. Mir geht es nicht um die Art wie die Leute Berichte schreiben (im Sinne von Deutschlehrerinnenhaft, diese Rolle steht mir gar nicht zu), sondern darum, dass oft ein falscher Eindruck entsteht, weshalb eben eine ausführlichere Darstellung besser ist. Und natürlich auch mehr Mühe macht, was besonders schwierig ist, wenn man Sorgen hat.

Dennoch bin ich der Meinung, erst die Diagnose, dann die Medikamente. Du hattest gefragt und das ist meine Antwort. Andere werden sicherlich noch folgen, und genau andersrum antworten.

>Ich nehme an, Du hast selbst ein Kind mit einer gewissen Verhaltensproblematik. Sonst würdest Du hier nicht mitlesen/mitschreiben.

Da nimmst du falsch an. Ich habe weder so ein Kind, noch denke ich, dass ich überhaupt Kinder haben werde. Mein Lebensentwurf sieht anders aus.

>Und sicherlich kennst Du auch den Punkt, wo Du versuchst, Dich einfach nur noch an irgendeinen Strohhalm zu klammern, weil Du merkst, fast 5 Jahre durchgehende Therapie bringen keinen großen Erfolg.

Das kenne ich nur zu gut. Wenn du näheres wissen willst, dann folge einfach dem Link unten.
Pia about herself in therapy


von Pia - am 06.09.2001 10:01
Hallo Kiki,

besprich es mit einem Arzt (Kinderarzt?) und folge deinem Gefühl.

Ich habe mich sehr gegen Andres Medis gesträubt und muss mir jetzt den Vorwurf gefallen lassen, das ich vielleicht nicht unschuldig dran bin, das er mit der
"Hauptschule" leben muss.

Hätte ich mich nicht beruhigen lassen, hätte....

Naja, hätte eben:-)

Wenn Dich die Lehrerin jetzt schon drauf anspricht das das Verhalten nciht ok ist und er aus diesem Grund das Jahr nochmal macht ...würden bei mir auch alle Alarmglocken klingeln und ich es mit dem Arzt besprechen. Vielelicht gibt es ja noch eine andere Alternative ohne Medis.

Drücke Dir die Daumen
Petra

von Hexe - am 06.09.2001 10:04
liebe kiki,

bei uns war es anders herum....

zuerst kam die diagnose durch den kia der uns an eine ergotherapeutin weiterleitete. der kia bescheinigte alle symptome von ads + h ohne es ads zu nennen. da sausebraus noch sehr jung ist (gerade 4) und er ihn nicht in eine "schublade" stecken wollte.

danach bin ich zu einem neurologen gegangen da ich auch durch die ergo überhaupt keine änderungen feststellen konnte.

er hat sich alle unterlagen angesehen lange gespräche mit mir geführt und leon genau beobachtet. es folgte aber von seiner seite keine weiteren untersuchungen. worauf ich ihn auch ansprach. er meinte jedoch es wäre bis auf ein eeg alles untersucht worden (ink. bluttests wegen schilddrüse, allergien etc.) ohne befund.

er hat uns ritalin verschrieben und nannte die dinge beim namen. ich war zuerst geschockt weil jemand so im klartext mit mir sprach.

das eeg und die vt stehen bei uns noch aus da der doc sausebraus erst einmal an das ritalin ranführen will. zur zeit könnte man bei leon auch gar kein eeg machen (oh gott oh gott) der würde um sich schlagen und alles zerdeppern und das ist dem doc auch bewußt aus diesem grunde machen wir eine andere reihenfolge.

viele hier im forum hatte erst einmal eeg und dann kam alles andere....

das was du sagst wollen wir alle ! helfen ist das größte anliegen von uns egal ob mit oder ohne ritalin....

dieses thema ist ein großer streitpunkt und man muß für sich ganz individuell versuchen das richtige zu tun..

laß dich nicht beirren und hör auf dein gefühl !! du kennst dein kind am besten!

liebe grüße
hoschi

von Hoschi - am 06.09.2001 10:05
Hallo Kiki,

auf der einen Seite ist der Arzt, der eine genaue Diagnostik machen will und auf der anderen Seite bist du und deine Sorge um das Kind.
Das ist eine verdammt harte Zeit, jetzt auszuhalten, dass es nur in kleinen Schritten weitergehen kann und gleichzeitig von der Sorge um das Kind zerdrückt zu werden.

Sprich mit dem Arzt über dein Gefühl, ich denke, es ist wichtig, dass er auch deine Sorgen kennt. Denn nur aus deinen und den Schulberichten kann er ableiten, wie die Situation deines Sohnes ist.

Sprich auch mit der Therapeutin. Wenn sie die Schulsituation kennt, dann kann sie dies in der VT speziell berücksichtigen und mit deinem Kind Bewältigungsstrategien einüben. Vielleicht kann sie dir auch Tipps geben, wie du mit deinen Sorgen besser umgehen kannst.

Gibt es bei dir in der Nähe eine Elterngruppe?

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 06.09.2001 12:09
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