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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sabine, Wilma, Hazel, Herbert, Antje

bin ganz verunsichert - ADS (ohne Hyp.) noch für uns Neuland

Startbeitrag von Antje am 10.09.2001 18:09

Hallo,
bei unserer Jüngsten besteht im Moment der Verdacht auf ADS ohne Hyperaktivität. Den ersten Termin mit dem Kinderarzt haben wir nächste Woche. Die Testung beginnt im Januar, wenn jemand abspringt, vielleicht auch eher. Ich habe mich bereits über dieses Thema informiert, momentan nur über Internet, das ADS-Buch habe ich bestellt. Mir wird einiges klar, was das Kind angeht, endlich gibt es Antworten auf die vielen vielen Fragen, endlich wissen wir, wie wir das Verhalten des Kindes deuten können. Immer wieder stolpern wir über Ritalin. Zuerst dachte ich, okay, wenn das Kind zuckerkrank wäre, müßten wir auch Insulin spritzen. Aber es würde ihm besser gehen. Doch nun, in den letzten Tagen stoße ich immer wieder über die Berichte in den Medien, Ritalin sei gleichzusetzen mit einer Droge. Mir wird Angst und Bange. Wie seht ihr das, gibt es auch eine Behandlung ohne Ritalin, die dem Kind wirklich helfen kann. Oder anders herum, welche Erfahrungen habt ihr mit euren Kindern gemacht? Im Moment, weiß ich gar nicht so recht, wie ich mich entscheiden soll, wenn die Frage zur Ritalineinahme beantwortet werden muß.
Antje

Antworten:

Hi Antje !

Das wichtigste ist: Ruhe bewahren !

Lasse Dich nicht verrückt machen durch die aktuellen Berichterstattungen im Fernsehen !
Mache Dich selbst schlau. Hier gibt es gute Beiträge (Homepage).
Außerdem gibt es Elterngruppen, die Dir weiterhelfen.
Bücherempfehlungen ...
Du bist bei uns gut aufgehoben !

Gruß Herbert

Habe ein bischen Geduld. Es werden Dir einige aus dem Forum antworten

von Herbert - am 10.09.2001 19:13
Hallo Antje
unser Sohn hat auch ADS-H. Es hat lange gedauert bis wir wussten was eigentlich mit ihm los ist. Er war total verträumt und unkonzentriert, nach ein paar Sekunden hat er schon wieder vergessen was man gesagt hat. In der Schule kam es dann zum totalen Chaos er wusste nie was er machen sollte weil er den erklärungen der Lehrerin nicht folgen konnte. Während die anderen Kinder gearbeited haben hat er den Klassenclown gespielt um von seinen eigentlichen Problemen abzulenken. Er stand dann kurz davor die Schule zu wechseln. Sein Arzt(bei dem er schon 2Jahre in Behandlung ist) erzählte mir dann von ADS und meinte wir sollten es mit Medikamenten versuchen. Er nimmt die Tabletten jetzt fast ein Jahr,in der Schule gibt es überhaupt keine Probleme mehr, verändert hat er sich gar nicht außer das er sich konzentrieren kann. Nebenwirkungen gibt es auch keine.
In welcher Gegend wohnt ihr, vieleich gibt es in eurer nähe eine Selbsthilfegruppe oder Betroffene mit denen du reden kannst.

Viele Grüße Hazel

von Hazel - am 11.09.2001 08:54
Hallo Antje,
ich würde Dir gern den Brief von Frau Dr. Stollhoff auf die Spiegel-TV-Sendung zumailen. Schickst Du Deine Mail-Adresse?
Gruß
Wilma

von Wilma - am 11.09.2001 09:44
Hallo Antje,
aus Deinem Bericht entnehme ich, dass die Probleme Eures Sohnes relativ früh erkannt wurden (oder noch werden). Vielleicht wird Euch dadurch viel erspart! Wir haben eine jahrelange Therapiezeit hinter uns, ohne dass das eigentliche Problem (die Diagnose: ADS ohne Hyerakitvität wurde vor 3 Wochen gestellt - unser Sohn ist 12 Jahre alt) angegangen wurde. Jahrelanges kämpfen in der Schule - und Therapien danach - bis es in der 6. Klasse überhaupt nicht mehr ging! Trotz aller Übung immer wieder Fünfen! Man möchte wirklich alles hinschmeißen und aufgeben, aber man sucht weiter! Irgendetwas stimmt nicht! Seine hohe Intelligenz im logischen Denken wurde bestätigt, aber die Legasthenie reichte einfach als Erklärung für seine Schwierigkeiten nicht mehr aus. Der Psychologe fragte uns!, warum er bei seiner hohen Intelligenz nur durchschnittliche Leistungen in der Realschule bringt (in der 5. Klasse waren die Leistungen noch durchschnittlich). Na ja, vielleicht kannte dieser Psychologe noch keine ADS ohne Hyperaktivität. Schade, dadurch haben wir wieder ein Jahr verloren. Das Ritalin wirkt sich sehr auf seine Stimmung aus - er ist nicht mehr so bedrückt und kommt mehr aus sich heraus. Er "trietzt" seine jüngere Schwester nicht mehr so und bleibt länger bei einer Sache. Insgesamt ist unser Familienleben ruhiger geworden. Wie es in der Schule geht, müssen wir noch abwarten. Wir sind sehr gespannt! Natürlich finden wir es auch überhaupt nicht toll, dass wir diesen Zustand nur mit einem Medikament erreichen können, das noch dazu so umstritten ist. Aber wenn man sich die Berichte im Fernsehen ansieht, geht es dort doch hauptsächlich um zu schnelle und darum oft falsche Diagnosen. In dem einen Bericht wurde sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass niemand es bezweifelt, dass ADS Kinder Ritalin brauchen. Ich denke, ein Kind mit diesen Problemen hat - zur Zeit, ohne Ritalin - kéine Chance auf eine gute Entwicklung - es hilft auch nicht die beste Pädagogik! Das ADS - Buch ist übrigens auch das Buch, das wir lesen sollten. Es gibt aber auch noch eine Menge andere zu diesem Thema - nur leider nicht so viel zur ADS ohne Hyperaktivität - da muß man schon etwas suchen. Ich kann Dir nur raten, viel zu dem Thema zu lesen, um selbst festzustellen, ob Euer Sohn in seinem Verhalten zu dieser Diagnose paßt. Schließlich kennt ihn niemand besser als Ihr!
Grüße
Sabine

von Sabine - am 11.09.2001 19:40
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