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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Veronika, Dagmar

New York - Reden mit Kindern

Startbeitrag von Dagmar am 14.09.2001 11:45

Hallo,

heute ist ein prima Artikel in unserer zeitung, wie man mit Kindern dieses Thema New York behandeln sollte.

Quelle: [www.fr-aktuell.de]

"Kinder fühlen auch mit den Augen ihrer Eltern"

New York und der Umgang damit: Fachleute raten, intensiv mit Mädchen und Jungen über ihre aktuellen Ängste zu reden

Von Monika Kappus (Frankfurt a. M.)

Kinder haben Angst, wollen nicht mehr allein schlafen, fürchten sich vor Krieg: Seit dem schrecklichen Dienstag sieht die Welt anders aus - und die Weltsicht der Kinder auch. Pädagogen und Psychologen warnen Eltern davor, nun so zu tun, als sei nichts geschehen. Verständliche Informationen, Gespräche, eingebettet in alltägliche Rituale und Fürsorge - das ist es, was Kinder nach Expertenansicht jetzt brauchen.

"Wer Kindern das aufklärende und um Einordnung bemühte Gespräch verwehrt, belässt ihnen als Bewältigungsmöglichkeiten nur angstvolle Träume und aggressives und zerstörerisches Handeln im Spiel und im Sozialen", warnt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck. Und als "vollkommenen Quatsch" bezeichnet es Michael Huss, Berliner Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, zu versuchen, Kinder von der dramatischen Realität der Geschehnisse in New York abzuschotten. Am Schulweg stehen Polizisten, wenn etwa ein Botschaftsgebäude in der Nähe ist, die U-Bahn bleibt wegen Gedenkminuten im Schacht stehen, Feste werden abgesagt. "Kinder müssen wissen, was los ist, damit sie das Bedrohliche, das sie erleben, in ihre Welt einbauen", sagt Huss. Und selbst wenn sie außerhalb der Familie nichts mitbekämen, spürten sie doch die Gefühle ihrer Eltern.

Eltern kleiner Kinder sind besonders gefordert: Bei diesen ist der Unterschied zwischen Spüren und Verstehen am größten. Sie könnten etwa mit Begriffen wie "Terrorist" nichts anfangen, wüssten gerade mal, was ein Dieb sei, meint Huss. Dennoch sollten Eltern durchaus auch von sich aus das Gespräch suchen, aber Kinder mit grausamen Details verschonen. Er selbst habe seinen Kindern erzählt, dass in einem anderen Land etwas Schreckliches passiert sei und Menschen etwas Böses getan hätten, aber nicht etwa hier in der Nachbarschaft. Die eigene Sorge müsse dabei nicht verschwiegen werden, doch sei es auch gut und wichtig, Hoffnung zu machen - etwa dass es der Tante in den USA gut gehe. "Die Echtheit ist ganz wichtig", sagt Huss. Die Sorgen der Erwachsenen seien so real wie die der Kinder:"Kinder fühlen auch durch die Augen der Eltern." Zugleich sei aber wichtig, dass Kinder sich geborgen fühlten. Deshalb sei es Unsinn, jetzt eigens Familienräte einzuberufen. Gewohnheiten müssten bleiben, um Sicherheit zu signalisieren.

Auf keinen Fall dürften kleine Kinder ungefiltert und unkommentiert die Fernsehbilder zu Gesicht bekommen, weil sie davon überfordert würden. Marius ist schon neun und hat die Bilder der einstürzenden Türme in New York gesehen: "Das ist schrecklich, wie so ein Film, den ich nicht vergesse. Mama hat erklärt, was ich nicht verstanden habe." Es sind manchmal Verwechslungen, die das Verständnis erschweren. Ein Kind bemerkt nicht den Unterschied von Tourist und Terrorist, kann aber auch nicht fragen, weil es die Verwechslung gar nicht erkennt. Deshalb sei es wichtig, nicht nur die Fragen der Kinder so zu beantworten, dass sie sich in ihren "Verstehenshorizont" einpassen, sondern auch die Kinder selbst beschreiben zu lassen, was sie denken, sagt Huss.

"Alle sagen, es kommt der Weltkrieg": Martina (9) hat ihrer Mutter erzählt, was sie in der Schule gehört hat. Und ihr Bruder (6) wollte wissen, wann der Krieg kommt. Die Mutter hat versucht, ihnen zu erklären, dass keiner im Moment wisse, was passieren wird, ob Angriffe weit weg passieren oder nicht. Von Pseudosicherheit hält auch Huss nichts. Aber eins müsse trotzdem klar rüberkommen: "Der Schutzrahmen bleibt, auch wenn er kleiner wird."
Elterngruppe Frankfurt

Antworten:

Noch ein Tip hierzu:
Im Radio sagte ein Psychologe, dass es ganz wichtig sei den Kindern, insbesondere den kleineren, klar zumachen, dass es sich bei den Bildern NICHT um einen Film handelt, sondern um die Realität. Auch sollte man versuchen die Konfliktlösungsproblematik mit den Kindern hier je nach Alter zu besprechen.
Grüße, Veronika

von Veronika - am 14.09.2001 14:01
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