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ADHS ADS Selbsthilfe
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22
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Esther-Herzdame-, Hexe, Dagmar, Doris, Gina, tina, Claudia, AngelikaSt

Frust

Startbeitrag von Esther-Herzdame- am 14.09.2001 12:58

Ist es nicht frustrierend, wenn man gesagt bekommt, das alles am System scheitert? Das man nichts machen kann als nur zuschauen?
Das Dominik in die Sonderschule gehen muß ist jetzt sicher. Am Montag bekommen wir es seitens der Schule noch gesagt, damit es amtlich ist!

Gleichzeitig wird aber auch getont, das er es schaffen könnte wenn................
Und "wenn`s" gibts leider zu viele.

Uns hat der Lehrerwechsel das "Genick" gebrochen! Die Lehrerin ist nicht bereit weiterhin mit Dominik zu arbeiten. Desweiteren auch mit den anderen 4 Kindern nicht. Somit kommen 5 Kinder in die Sonderschule! (So macht man sich "gute" Klassen. Sorry für diese Aussage, die ist nicht objektiv und somit auch nicht überzubewerten!!)

Machen können wir leider nichts mehr. Er hatte ja schon mal einen Lehrerwechsel und die Schule lässt sich darauf nicht mehr ein.

Ich versuche (Betonung VERSUCHE, denn es gelingt mir noch nicht!) das Positive zu sehen.

So schiebe ich jetzt halt Frust, und hoffe aus diesem "Loch" schnell wieder rauszukommen.

Gruß,
Esther

Antworten:

Hallo Esther,

da ich noch nicht lange im Forum bin, weiß ich nicht was Du schon alles versucht hast. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass Du nichts unversucht gelassen hast (Schulwechsel?). Trotzdem bin ich absolut erstaunt, dass 5 Schüler in die Sonderschule sollen - sowas gibt es doch garnicht - möchte ich sagen (Nachfrage bei der Schulaufsichtsbehörde?).

Es tut mir leid, dass ich Dir keinen Trost geben kann - würde ich gerne!

Mein Sohn wurde ja auch sonderschulüberprüft - jetzt hat er eine Stützlehrerin - uns ist damals ein Stein vom Herzen gefallen, ich kann also verstehen wie Sch... Du Dich fühlst.

Sei umarmt
Angelika Stübner

von AngelikaSt - am 14.09.2001 13:07
Hallo Esther-Herzdame,
ich möchte versuchen , Dich ein wenig zu trösten :

Ich habe noch einen 10 Jahre jüngeren Bruder, allerdings kein ADS -Fall.
Wir haben unsere Eltern sehr früh verloren, und ich habe dann die Vormundschaft übernommen.Bis dahin war er ein ganz normaler Durchschnittsschüler. Durch den Tod der Eltern, vielen seine Leistungen in der Schule rapiede ab. Er wurde auch teilweise aggressiv. Dann gings los mit Nachhilfe, erste Gespräche mit Schulpsychologen u.s.w.

Um endlich auf den Punkt zu kommen, er kam auf die Sonderschule.
Ich war damals total fertig, habe mich immer gefragt, was wohl bloß aus ihm werden soll, später als Mann, bekommt er überhaupt einen Beruf.......

Nach ein paar Wochen auf dieser Schule , damals 9 Kinder in der Klasse, waren seine Aggressionen wie weggeblasen, er wurde wieder fröhlicher.

Nach dem neunten Schuljahr ist er dann auf das Berufsförderungswerk gegangen, dort hat er Maurer gelernt und mit seiner bestandenen Abschlußprüfung hatte er auch gleichzeitig seinen Hauptschulabschluss.

Heute arbeitet er als Fliesenleger in einer kleinen Fa. und wenn sein Chef im Urlaub ist, verhandelt er auch mit den Kunden und Architekten und schmeißt den Laden :-)))))

Er ist schon lange mit seiner Partnerin zusammen und seit zwei Jahren stolzer Papa :-))))

Fazit: Auch Kinder die die Sonderschule besucht haben, werden was im Leben :-)))

Ich hoffe Du kannst jetzt vielleicht wieder etwas positiv denken.

Alles Gute

Gina

von Gina - am 14.09.2001 13:34
Hallo Esther,

vielleicht sollte man einmal mit dem Schulrat über die Situation sprechen, denn wenn es einen Lehrerwechsel gegeben hat und vorher alles mehr oder weniger in Ordnung war, dann kann es doch nicht nur am Kind liegen, oder? Wir hatten auch im 1. Schulhalbjahr noch einen Schulwechsel vorgenommen, weil uns mit Sicherheit die "Abschiebung" gedroht hätte. Die Lehrerin hat einfach nichts getaugt. Ich habe heute noch Kontakt zur alten Klasse und mach jedesmal drei Kreuze, wenn ich höre, was da so abgeht.
Unser Sohn hat sich in der neuen Schule gut entwickelt.

Ein Versuch ist es vielleicht wert.

Viel Glück

Claudia

von Claudia - am 14.09.2001 13:50
Hallo Esther,

gegen deinen Willen kann man dein Kind nicht auf die Sonderschule kommen. Da muss das Elternhaus zustimmen.

Außerdem muss eine Sonderschulüberprüfung stattfinden.

Wende Dich auf jeden Fall an die Aufsichtsbehörde.

Du kennst ja mein Angebot, mich anzurufen.

Denn hier liegt es offensichtlich nicht an den Kindern, sondern an der Lehrerin.

Die Nummer der Aufsichtsbehörde habe ich Dir glaube ich schon gegeben.

Doris

von Doris - am 14.09.2001 14:12
Hallo Esther,

das ist schade. Neulich haben wir alle noch so viele Tipps geschrieben, wie es vielleicht verhindert werden könnte, und nun hat es doch nicht geklappt :-((

Aber, stecke den Kopf nicht in den Sand. Eine Sonderschule ist ja kein Abstellgleis für chansenlose Kinder. Dort arbeiten meistens sehr engagierte Lehrer, die sich extra für einen Beruf entschieden haben, in dem sie Kinder fördern können.

Auch die äußeren Rahmenbedingungen sind oft genial. Kleine Klassen mit max. 10 Schüler, im Grundschulbereicht oft nur 2 bis 4 Schüler pro Klasse. Dort kann dein Sohn richtig intensiv betreut werden und er kann lernen mit seiner Impulsivität zurecht zu kommen.

Dass er in eine Schule für Erziehungshilfe kommt, hat auch etwas gutes. Dort wird der Schulstoff auf dem Regelschulniveau vermittelt. Dein Sohn lernt also genauso viel, wie die Kinder in seiner jetzigen Klasse. Und wenn er seine Impulsivität im Griff hat, dann wird der Erziehungshilfebedarf aufgehoben und er geht ganz normal zurück in die Regelschule. Oft ist das schon mit Beginn des 3. Schuljahres der Fall, manchmal auch zu beginn des 5. Schuljahres.

Versuch, wie du schon schreibst, wirklich das Positive zu sehen. Dein Sohn wird einige stressfreie Schuljahre in optimaler Betreuung verbringen. Er wird viel lernen und dann in wahrscheinlich in seine alte Schule - aber mit neuem Mut - zurückkehren.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.09.2001 14:24
Hallo Angelika,

danke für Deine lieben Worte.

Wir haben gekämpft ohne Ende, das kannst Du mir glauben.
Gleich nachdem Dominik in die erste Klasse kam kapitulierte die Lehrerin und ließ ihn testen.
Der Test war eindeutig Sonderschule.
Aber! Mit Schulbegleitung, Medis und viel Zusammenarbeit mit der neuen Lehrerin wurde es doch noch gut. Sonst wäre er nicht in die zweite Klasse gekommen.

Jetzt ist es halt so, das Dominik so blockt, das nicht mal der Schulbegleiter mehr zu ihm durchkommt.
Es ist nicht so, das Dominik keinen Fortschritt mehr machen würde, nur nicht mehr so riesen Schritte wie in der ersten Klasse.
Es ist eindeutig, das es mit an der Lehrerin liegt.

Schulwechsel? Den kriegen wir hier nie durch! Wir wohnen nunmal in dem Schulgebiet.

Und es ist wirklich so, das 5 Kinder gehen müssen. Das ist wirklich Tatsache! In der Klasse in der Dominik zuerst war (bevor wir wechselten) waren es immerhin 4 Kinder die gehen mußten.
Ich weiß nicht, wieso das so leicht ist! Bzw. welche Kriterien dafür vorhanden sein müssen.

Wir waren auch überaus froh, als wir den Schulbegleiter, oder wie Du geschrieben hast, Stützlehrer bekamen...aber wenn die entsprechenden Partner, sprich Lehrer fehlen, können selbst die nicht viel ausrichten.

Danke nochmal,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 14.09.2001 14:29
Hallo Gina,

ich danke Dir für die "Geschichte" von Deinem Bruder.
Vielleicht ist es wirklich so, das ich ein falsches Bild von einer Sonderschule habe! Vielleicht rührt das noch aus meiner Kindheit, das Sonderschüler alle blöd sind! Ich weiß es nicht!

Es ist so, das letztes Jahr der Rektor der Sonderschule es ablehnte Dominik zu nehmen, weil er der Meinung war, das Dominik nicht dort hingehört und dass das Aggressionspotential so hoch wäre, das Dominik mehr Schaden als Nutzen davon tragen würde.
Nur, jetzt ist diese erste Klasse ja die zweite Klasse und Dominik käme dorthin. Und er ist wirklich kein aggressives Kind, ganz im Gegenteil.

Ich schöpfe jetzt einfach mal Hoffnung aus Deinem Posting, denn mein inneres Gefühl sagte schon immer, dass aus Dominik mal was wird.

Liebe Grüße,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 14.09.2001 14:33
Hallo Claudia,

das Gespräch mit der Schule steht ja noch an.
Der Sozialarbeiter, der Dominik seit letztem Jahr begleitet, setzt sich wirklich sehr für uns ein, aber auch er kann nicht viel ausrichten.
Er hat uns heute auch genau gesagt, wie wir uns bei dem Gespräch am Montag verhalten sollen. (Obwohl er das eigentlich nicht dürfte!)

Unser Pech ist: Es wird ein neues Gutachten erstellt, allerdings von einer anderen Gutachterin (die Gebiete wurden neu eingeteilt, sehr zu unserem Nachteil!), und die gilt als sehr hart! Sie wollte doch tatsächlich die Grundsatzdiskussion führen, ob Dominik in unserer Familie gut aufgehoben ist oder nicht! (Laut Aussage des Jugendamtes hätte Dominik nirgends so gute Bedingungen wie bei uns, was seine Entwicklung eindeutig bestätigt!)
Der Soziarbeiter wies diese Frau gleich in ihre Schranken, dass das ja wohl nicht das Thema sei. Daraufhin hat sie "dicht" gemacht! Sehr schlechte Vorraussetzungen für alles.

Leider läuft alles schief und wir haben keinen Einfluß mehr auf den weiteren Verlauf! Und glaub mir, wir haben gemacht was wir nur konnten. Für keines unserer Kinder haben wir soviel Energie eingesetzt, wie für ihn!

Es gibt nunmal Lehrer und Lehrer. Bei uns habe ich oft das Gefühl, das nur "gute" Klassen erwünscht sind. Sorry, wie ich schon sagte, es ist subjektiv.

Liebe Grüße,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 14.09.2001 14:39
Hallo Doris,

ich habe Dein Angebot nicht vergessen!
Leider war die OP schwieriger als erwartet und das Reden fällt mir noch ziemlich schwer!

Gegen meinen Willen. Sorry, wenn ich jetzt bitter auflache! Gegen die Allmacht der Schule (Bürokraten) sind wir kleinen Lichter doch machtlos.
Wenn eine Schule nicht mehr will, kann auch eine ADD nichts mehr ausrichten.

Es liegt eindeutig nicht an Dominik, das wurde uns ja sogar noch ins Gesicht gesagt!

Ich rufe Dich aber noch an!

Danke,
Gruß Esther

von Esther-Herzdame- - am 14.09.2001 14:42
Liebe Dagmar,

Deine Worte tun mir wirklich gut.

Irgendwie habe ich das Gefühl völlig versagt zu haben, obwohl ich genau weiß ALLES, aber wirklich auch alles getan zu haben, was in meiner Macht stand!

Sicher hast Du recht, das die E-Schule nicht so schlimm ist. ABER: von dieser Schule weiß ich zuverlässig, wie hoch das Aggressionspotential ist. Was wird dort aus Dominik? Wird er das nicht auch annehmen? Wenn er ausschließlich mit "solchen" Kindern zusammen ist?
Ich mache mir große Sorgen, zumal Dominik dann viel weniger zu Hause ist. Und er braucht uns sehr! Er braucht unseren Einfluß. Den hat er nicht mehr in dem Maß! Davor habe ich Angst. Wie gehe ich damit um, wenn er auch noch aggressiv wird? Ist er auf Dauer dann noch für unsere Familie tragbar? Ich liebe dieses Kind und will es nicht verlieren.

Meine Ängste gehen weit über das normale Empfinden der Sonderschule (die Gefühle die damit zusammenhängen) hinaus.
Leider gibt es diese Schulform nur mit Nachmittagsbetreuung. Das Modell ist ansich für Kinder die keine Stütze zu Hause haben, sicher gut, aber er hat doch eine gute Stütze und Förderung zu Hause.
Wir können noch nicht mal dagegen vorgehen, das er nur die normalen Unterrichtsstunden besucht.

Es ist ja auch nicht so sehr Dominiks Impulsivität. Damit kommt er inzwischen gut zurecht. Er ist nur "sau anstrengend". Braucht viel Zuwendung, die die Regelschule nicht leisten kann, das verstehe ich auch.

Naja, vielleicht muß ich mich erst an den Gedanken gewöhnen. Ich weiß es im Moment nicht. Vielleicht gibt es ja wirklich mal einen Weg zurück in die Regelschule.
Meine Sorgen sind dennoch sehr groß!

Du müsstet ihn kennen. Er ist ein Sonnenschein, ein liebes Kind. Eigentlich einen, den man sofort ins Herz schließen muß. Anstrengend halt!

Naja, ich werde versuchen mein Gleichgewicht so schnell wie möglich wieder zu finden, denn ich bin eigentlich Keine die zum Aufgeben neigt.

Liebe Grüße,
Esther

von Esther-Herzdame- - am 14.09.2001 14:52

Re: E-Schule = Sonderschule ??

Hallo Esther und Dagmar,
ich war immer der Meinung ( und so kenne ich es eben auch durch mein Bruder ), das eine Sonderschule für lernschwache Kinder ist, aber nichts mit Erziehungsschwierigkeiten b.z.w. Erziehungshilfe zu tun hat .

Oder habe ich da jetzt was falsch verstanden?

Bei meinem Bruder war es auf jeden Fall eine Sonderschule für lernschwache Kinder. Aber das war allerdings auch noch in den 80igern.

Gina

von Gina - am 14.09.2001 15:11
Hallo Dagmar, jetzt hab ich mal eine grundzätzliche Grage....Sonderschule, Schule für Erziehungshilfe,....wo liegen da die Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten? Bei uns hier auf der Sonderschule, landen die Kinder die keiner will. Die entweder auf Grund von Lernproblemen und mangelnder Hlfestellung Leistungsmäßig nicht so weit sind oder einfach nicht wollen ( Erziehungsproblem) und genauso soll es dort auch aussehen....wohl nicht in allen Klassen aber in einigen...Es werden auch Kinder aufgenommen die keine Regelschule besuchen konnten ( leichte Behinderungen) und irgendwie sind das ganz schön viele Varianten für nur eine SChule.....

Gruß Petra

von Hexe - am 14.09.2001 16:00
Hallo esther,

ist Euer Schulamt denn so "streng" ? Als wir hier herzogen ging mein Sohn schon 3 Jahre in eine andere Grundschule....Er hätte das letzte Jahr hier her wechseln müssen und das wäre das Ende gewesen ( auch ohne ADS - er hat keines nehmen wir mal an). Ich habe beim Schulamt einen Antrag gestellt , das er auf der alten Schule bleiben möchte/soll, weil er sich unmöglich in die neue Klasse eingewöhnen kann so schnell und damit die Ausbildung nicht gut wäre und er Schaden nehmen könnte....

Solange wir die Kosten trugen, war es kein Problem.
Du müßtest halt umgekehrt argumentieren, das er Therapie macht und und und ( er müßte allerdings auch wollen:-(( ) und er einfach einen neuen Anfang an neuer Schule machen soll...da man hier schon ein vorgeprägtes Bild habe, was ja auch (bblabla) verständlichist....

Veruch wär es doch wert....
*daumendrück*
Petra

von Hexe - am 14.09.2001 16:05
Hm, kann man die nicht wegen "Befangenheit" ablehnen? Die kann doch gar nicht mehr objektiv sein, wenn sie schon so eine Ansicht hat.....

Petra

von Hexe - am 14.09.2001 16:07
Hallo Esther,

du hast bestimmt nicht versagt. Du hast dir immer so viel Mühe gegeben für ihn und tust es doch noch immer.

Ihn jetzt auf eine E-Schule zu geben heißt nicht aufzugeben. Du wirst weiterhin deinen Einfluss behalten nur, dass dein Kind weitere zusätzliche Unterstützung bekommt.

Du hast Recht, in den höheren Klassen gibt es auf einer E-Schule wirklich sehr schwierige Kinder, eben Kinder, die nie eine Chance bekommen haben. Aber in den Grundschulklassen ist das nicht der Fall. Dort sind noch viele andere ADS'ler, eben Kinder, die zusätzliche (Start-)hilfe brauchen.

Mache dir keine Sorgen um deinen Sohn. Er nimmt sicher einen Teil der Verhaltensweisen an, das würde er auf der normalen Schule aber auch tun. Und vieles wird er auch nicht annehmen, weil dort Zeit ist, sehr intensiv mit Kindern zu arbeiten und neues Verhalten einzuüben. Außerdem hat er doch noch dich und du bildest ein Gegengewicht. Das prägt ihn, auch wenn er mal wilder erscheint.

Ich bin mir sicher, dein Sohn wird auf der neuen Schule eine gute Chance bekommen. Die Lehrer, die Sonderschullehrer geworden sind, arbeiten in diesem Beruf nicht zufällig. Das ist schon eine sehr bewusste Entscheidung, die heißt, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Auch die kleinen Klassen mit dem individuellen Lerntempo kommen eigentlich ADS'lern zu gute. Eigentlich sind es Schulen, die wir uns alle für unsere ADS'ler wünschen könnten, wenn nicht von früher her noch so ein komisches Gefühl diese Schulform begleiten würde.

Versuche das positive zu sehen. Du brauchst deine Kraft weiterhin, um deinen Sohn zu unterstützen.

Liebe Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.09.2001 19:49

Re: E-Schule = Sonderschule ?? @Gina und Hexe

Hallo ihr beiden,

Es gibt Regelschulen und Sonderschulen. In vielen Bundesländern sagt man zu Sonderschulen Förderschulen. In meinen Augen trifft es das viel besser, denn es geht nicht um aussondern, sondern um eine besondere Förderung der Kinder, die zusätzliche Unterstützung brauchen.

Genauso wie es unterschiedliche Regelschulen gibt, so gibt es auch unterschiedliche Sonderschulen/Förderschulen.

1. Schule für körperbehinderte Kinder.
Hier lernen die Kinder auf ihrem jeweiligen Lernniveau, können also auch Regelschulabschlüsse machen.

2. Schule für praktisch Bildbare.
Zu diesen Menschen sagte man früher geistig behindert.

3. Schule für Lernhilfe.
Hier lernen Kinder, die besondere Hilfen beim Lernen brauchen, z.B. kleinere Klassen oder besondere Anschauungsmittel. Falls diese besonderen Hilfen nicht mehr notwendig sind, kann der Lernhilfebedarf aufgehoben werden und die SchülerInnen den Hauptschulabschluss machen.

4. Schule für Erziehungshilfe.
Hier sind viele ADS'ler zu finden. Sie lernen in kleinen Klassen mit hoher Struktur. Jedes Kind lernt auf seinem individuellen Niveau, es können also die Regelschulabschlüsse erreicht werden. An viele E-Schulen ist ein Tagesheim angeschlossen, wo die Kinder mittags Hausaufgaben unter pädagogischer Betreuung machen und sie zusätzlich Therapien machen können.

5. Sprachheilschule
Auch hier findet man viele ADS'ler. Es wird in kleinen Klassen auf dem Regelniveau unterrichtet.

Dann gibt es noch Schulen für Hörbehinderte, Sehbehinderte u.a.

In meiner Zeit sagte man noch Dummenschulen zu den Sonderschulen. Das waren damals schon stigmatisierende aber unzutreffende Bezeichnungen. Heute, in Zeiten des gemeinsamen Unterrichts an Regelschulen, trifft das aber überhaupt nicht zu. Es lohnt sich, seine Ängste abzulegen und sich zu informieren.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.09.2001 20:06

Re: E-Schule = Sonderschule ?? @Gina und Hexe

Hallo Dagmar,

jetzt bin ich echt neugierig geworden. Da ich weiss das zumindest die 3.4.5. bei uns in die sog.Sonderschule gehen werde ich mich jetzt näher informieren...denn ich glaube einfach nciht das 1 Schule all das leisten kann..

Früher kamen dort halt auch schon die Kinder in die eine Regelschule nicht packten und wurden dann dort ausgebildet....die meisten erlanten wenn sie viel Glück hatten mit Abschluss der Lehre einen Hauptschulabschluss.Meine beste Freundin besuchte diese Schule und sie hätte bestimmt nicht dort hin gehört, hätte es Menschen gegeben die sich um sie gekümmert häten und sie gefördert hätten.... Vielleicht kommt von daher mein Vorurteil gegen Sonderschulen.

Vielleicht liegt es auch an der Aussage der Lehrerin " Vielleicht kommen wir um die Sonderschulprüfung rum und er packt wenigstens irgendwie den Haupschulabschluss" ..dies impliziert meiner Meinung nach, das man den auf Sonderschulweg nicht bekommt.

Vielleicht liegt es daran, das ich oft erlebe wie mein kleiner gehänselt wird, weil er nur C - Kurs macht und deshalb ja dumm ist........Weißt Du was so ein Kind erlebt wenn es auf die Sonderschule geht?

Ignoranz und Intoleranz ist leider in unserer GEsellschaft gut vertreten.

Solche Sonderchulen wie Du sie oben nennst, sind nicht im Bewußtsein der Bevölkerung. aber auch wenn meiner nun GsD nicht hin muss, ich werde mich jetzt informieren und sollte es eine Schule nach obigen Beispielen sein, wenigstens in meinem Bekannten kreis Imageverbesserung betreiben...das sind wir den Kindern die dort hingehen müssen ( weil es wirklich besser für sie ist) dann nämlich schuldig.

Gruß Petra

von Hexe - am 14.09.2001 20:52

Re: E-Schule = Sonderschule ?? @Gina und Hexe

Hallo Petra,

ich bin ja mit den gleichen Vorurteilen gegen Sonderschulen groß geworden. Früher zu meiner Schulzeit wurde auch sehr stark ausgesiebt. Alle, die nicht angepasst waren oder irgendwelche Schwierigkeiten hatten, wurden zur Sonderschule geschickt.

Da waren die Elternrechte noch nicht so groß, und da oft mehrere Kinder in einer Fam. waren, da war halt da Sonderschulkind das schwarze Schaf.

Nun kam eine meiner Freundinnen auf die Sonderschule und trotz dörflichen Verbot von nun ab mit diesem Kind zu spielen, tat ich es heimlich dennoch. So lernte ich auch die Lernhilfeschule von innen kennen und sah die vielen tollen Dinge, die sie machten. Teilweise war ich sogar ein bisschen neidisch auf meine Freundin, denn sie hatte eine tolle Lehrerin.

Auch in Sonderschulen gibt es Tage der offenen Tür oder Schulfeste. Die kann man auch besuchen, wenn man kein Kind dort hat. So kann man mal reinschnuppern.

Wegen eurer Schule: Ich könnte mir zwei Wege vorstellen. Es könnte sein, dass integriert unterrichtet wird. Das verläuft ähnlich wie in einer integrierten Gesamtschule. Da sitzen auch Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in einer Klasse. Oder evtl. auch wie eine additive Gesamtschule, nämlich Klassen mit unterschiedlichen Lernniveaus unter einem Dach. Aber ich bin mal gespannt, was du erfährst.

Viele Grüße
Dagmar
Elterngruppe Frankfurt


von Dagmar - am 14.09.2001 22:18
Hallo Esther,

es liegt m.E. eindeutig an der Einstellung der Lehrerin, die wohl keine "Problemkinder" haben will.

Weswegen sollen eigentlich die übrigen Kinder auf die Sonderschule verwiesen werden?

Die Verwaltungsvorschriften in unserem Bundesland sprechen eindeutig gegen diese Vorgehensweise. Allerdings wissen die wenigsten Eltern, dass es sogar hierfür Vorschriften gibt. Ich würde an deiner Stelle auch diese Vorschrift (habe dir schon den Link gegeben) der Lehrerin unter die Nase zu halten.

Zumal die Lehrerin sich wohl nicht mal die Mühe macht.

Da ist ja unser Direx Gold dagegen.

Er hat die Masche, gerade den engagierten Eltern besonders Druck zu machen. Vielleicht sieht er hier die Möglichkeit, dass die Eltern noch mehr machen.

Bei einigen Kindern und deren Eltern hat er schon aufgegeben und lässt es einfach so laufen, weil die, trotz größter Probleme und wirklich katastrophalen Zuständen sich mit allen Mitteln (Anwalt, ADD) wehren.

Ich verstehe es deshalb nicht, was bei Euch läuft, weil ich die Situation in der Klasse meiner Tochter kenne.

Es gab schon mehrere Tests in Mathe und ein Diktat.

Meine Tochter hat da wirklich super abgeschnitten, da kann man ihr zum Glück nicht auf die Pelle rücken, zumal sie mit der neuen Lehrerin in der 3. Klasse sehr gut zurecht kommt (ältere Dame, alter Schlag, sehr streng, aber lieb und bisher einfühlsam).

Nach den Kriterien an eurer Schule müssten aus der Klasse meiner Tochter mindestens dann auch 4-5 Schüler raus.
Denn einige der Kinder haben in den ersten Überprüfungen nur fünfen und sechsen. Bisher hat man meines Wissens noch keinen Druck auf die Eltern ausgeübt.

Ich würde der Schule Dampf machen und mir nichts gefallen lassen. Schalte wirklich die ADD ein, die sind nämlich nicht ohne.

Ich kenne hier in unserer Stadt einen Fall, da hat die ADD zumindest vorläufig bewirkt, dass das Kind bleiben darf. Allerdings handelt es sich ein Kind, das im Gymnasium ist, und nun erst mal ein Kampf mit dem JA geführt werden muss, damit die Kosten für die "ADS-Schule" übernommen werden.

Inzwischen weiß man sowohl in der oberen Schulbehörde (ADD), als auch im Ministerium über ADS Bescheid.

Wie steht denn eurer Direx dazu?

Aber für das Gespräch drücke ich alle Daumen.
Stimme aber auf keinen Fall den Maßnahmen mündlich zu, lasse es dir schriftlich geben.

Doris

von Doris - am 15.09.2001 06:42
hi,
gibt es bei euch keine förderschule ?
tina

von tina - am 15.09.2001 15:05
hallo,

ich habe so meine erfahrungen mit lehren , wenn man da an eine "falsche" gerät.
damals als mein großer ,10 ,eingeschult wurde hat sie ihn von vornherein irgendwie abgelehnt , hatte ich den eindruck !
bei meinem kleinen ist uns im kiga auch aufgefallen das als die erzieherin gewechselt hat er sich sehr "merkwürdig" auffallend verhalten hat !
tina

von tina - am 15.09.2001 15:45
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