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Informationen zum Thema:
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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Angelika M., Sabine, Ricki, Mimi M., Maria, Heidi S., Wilma, Susi, Kirsten

SOS Mithilfe !!! Dringend infos zu ADS Kindern die ruhig sind !!!

Startbeitrag von Angelika M. am 21.09.2001 16:40

Hallo zusammen,
bin mit meiner Tochter bei der Uniklinik gewesen zum Test !!!
Wahrscheinlich kein ADS ...

Begründung : Bianca hat sich immer an die Regeln gehalten und nicht gestört in der Schule.

Schlampigkeit und Vergesslichkeit ist so normal bei 14 Jährigen Kindern, auch das die Schulischen Leistungen abfallen.
5-7.Klasse immer schlechter werdend... evl. ist das Gymnasium nicht die richtige Schulform.

Das sie extrem Kontaktscheu ist wurde überhört.

Das sie sich nichts zutraut und ängstlich ist,
das sind Kinder nun mal.

Antworten:

Hallo Angelika,
in dem Buch von Frau Neuhaus (Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme) steht trotz des Titels auch was über reines ADS.
Ansonsten frage ich mich, wie das ADS bei Deiner Tochter ausgeschlossen wurde. Hat man denn keinen Aufmerksamkeitstest gemacht? Falls ja, war der vielleicht zu einfach? Mit 14 Jahren müßte sie schon die vertrackteren Tests bestehen, damit ein ADS ausgeschlossen werden kann. Die Argumente der Mediziner, die Du angeführt hast, sind jedenfalls windelweich.
Viele Grüße
Wilma

von Wilma - am 21.09.2001 16:50
Hi Angie,

mensch, das kann doch nicht alles sein, oder? Ich meine da gehören doch auch Tests zur Diag....... auch um ADS auszuschließen.

Alsonsten schließe ich mich Wilma an- Cordula Neuhaus oder Das ADS-Buch. Vielleicht solltest du auch die "Chaosprinzessin" nehmen- geht zwar mehr um Erwachsene, aber hauptsächlich um Frauen und die wiederrum sind ja sehr oft hypo.

Wie war es denn sonst? Mit EX und so?

Einzelheiten? Mmmh geht mal auf meine HP- da hab ich Carola und mich beschrieben *g*- ansonsten frag mich direkt mal- wir haben hier schließlich zwei hypos *g*

*malganzdollinarmnehm* und *daumendrück*


Liebe Grüße
Susi
Unsere Familie


von Susi - am 21.09.2001 17:07
Hallo Angelika,

warum möchtest du denn unbedingt, daß deine Tochter ADS hat?
Sei doch froh, wenn sie es nicht hat.
Die von dir beschriebenen Kontakt- und Selbstwertprobleme und Ängstlichkeit können doch sehr gut ganz andere Ursachen haben, man kann doch nicht ALLES auf ADS zurückführen.
Und die Uniklinik wird doch Erfahrungen haben mit dem Test.
Ich verstehe das nicht, wenn ADS diagnostiziert wird, dann glaubst du den Ärzten, wenn die sagen, es sei wohl kein ADS, dann glaubst du ihnen nicht. Warum???

MfG Kirsten

von Kirsten - am 21.09.2001 17:48
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Betreff:
Hallo Angelika S.,

ich habe einen 16-jährigen Sohn mit ADS ohne H.

Kleinkind:
Nahrungsaufnahme dauerte lange
sitzen: 7 Monate
krabbeln: 11 Monate (sehr langsam und bedächtig)
selbständig laufen: 18 Monate
trocken: 2 1/2 Jahr
sehr anhänglich, verschmust, schlief nur bei uns im Bett, liebenswert, charmant

Spielplatz ängstlich, traute sich nicht viel zu

Kiga: Sozialverhalten o.k., mochte keinen Stuhlkreis, kein Sport, Bildergeschichten nacherzählen., Freundschaften mit Mädchen,
wurde oft von vielen Jungs gehänselt, getreten geschubst u.s.w
dies ist bis heute so geblieben

Filme: immer dieselben, konnte kein leidendes Tier im Fernsehen sehen, fing an zu heulen oder lief weg

wenn er etwas im Kopf hatte, musste dies sofort umgesetzt werden, konnte nicht warten

hatte oft Blasen- und Durchfallprobleme bei Aufregung, Situationswechsel (mit Ritalin hat er damit keine Probleme

normalerweise ein fröhliches Kind, lachte schon beim Aufwachen

Schule: langsam, verträumt, vergesslich, bei Interesse gute Leistungen sonst manchmal keine Leistung, beliebt bei Lehrern, störte kaum den Unterricht

konnte keine Aufsätze schreiben (Anfang u. Ende, Zwischenteil fehlte)
Textaufgaben wurden oft nicht verstanden

Lehrer wussten nie, kann er nicht oder will er nicht

ging immer den Weg des geringsten Wiederstandes

Freunde. Exoten wie er es ist

Begabung: Musik

Beginn der Pubertät: schrecklich, Kind nicht mehr erkennbar, massive schulische Probleme, lief herum, als hätte er den tiefsten Kummer, lügen, Suicidgedanken,
hatte das Gefühl selbst verrückt zu werden.

Nach Diagnose und Ritalingabe: zu Hause fröhlich und aufgeschlossen,

HA waren eine Qual

Schule ging ca. 1 1/2 Jahren so gut wie nichts
Klasse wiederholt
es geht aufwärts, schreibt inzwischen relativ gute Noten

hat Probleme mit Geichaltrigen, spielt mit Jüngeren, kommt mit Erwachsenen gut aus

Wird von gleichaltrigen Mädchen nicht anerkannt, leidet darunter noch keine Freundin zu haben

Ist inzwischen nicht mehr so langsam

Erlebnisse erzählt er meistens Tage, Wochen oder Monate später

´kann schlimme Sachen von sich berichte, als ob es ihn nichts angeht

Mit Ritalin ist er mutiger, weniger ängstlich, zittert nicht, knabbert weniger die Nägel ab, vergisst weniger, verliert weniger, hat aber immer noch zuwenig Selbstbewusstsein, bekommt jetzt noch psychotherapeutische Behandlung

stellt wenig an, dann aber ca. alle halbe Jahre schon relativ schlimme Sachen

kostet uns weniger Nerven, als seine Schwester (ADS mit H, 14 J. alt)

Ich hoffe, ich konnte dir helfen

Vielleicht hat deine Tochter Interesse mit meinem Sohn Mails zu schreiben.

Herzlichen Gruß

Heidi S.


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von Heidi S. - am 21.09.2001 17:55
Hallo Kirsten!
Du hast sicher Recht, man kann nicht alles auf ADS schieben und sollte sich über so eine Nachicht freuen.
Aber eine Ausage würde mich an Angelikas Stelle auch stutzig machen: Das Kind würde sich immer an alle Regeln halten und nicht in der Schule auffallen (Oder so ehnlich). Wer so denkt hat ADS nicht verstanden.
Ich hab mich auch immer an alle Regeln gehalten,war in der Schule nicht auffällig (außer das ich zu viel träume)
und für Erwachsene sehr bequem.Meine Impulsivität kam erst später zum tragen.Mir ging es trotzdem beschissen und es hat keiner bemerkt. Und ich habe ADS!
Bei den ruhigen Kindern MUSS man doppelt und dreifach gucken.
Ich würde jedenfalls noch mal woanders hingehen, sollten nur diese Information vom Arzt gekommen sein. Ansonsten würde mich auch intressieren, wie denn diese Diagnose gemacht wurde. Maria

von Maria - am 21.09.2001 21:28

Re: an Kirsten

Hallo Kirsten,
danke für deine Antwort.

Ich möchte nicht unbedingt das meine Tochter ADS hat !!!
Ich glaube den Ärzten wenn sie bei Markus und mir ADS diagnostizieren , ja - und sie hätten keine andere Diagnose stellen können, weil gerade bei Markus einfach alles 100 % darauf hindeutet.
Ich habe Zeit genug gehabt mich hier umgehend in alle Richtungen zu informieren.
Leider habe ich bisher die Erfahrungen bei Ärzten machen müssen, das ich als Mutter denen schon sagen muss was mein Kind für eine Erkrankung hat, sonst docktern die da Ewigzeiten rum.
Ich glaube der Ärztin nicht so recht, wenn sie nun so schnell sagt, da ist kein ADS weil Bianca so unauffällig ist.
Bianca und ich wir sehen uns nicht nur ähnlich , wenn man Bianca mit Bildern von mir mit 14 Jahren vergleicht.... die ist genauso im Verhalten und Empfinden wie ich.
Ich merke ja schliesslich wenn ich mit ihr rede und sie mir garnicht zu hört und abblockt,
ich habe mit ihr stundenlang Lateinvokabeln gepaukt und gemerkt wie sie den Mist nicht in den Schädel bekommt,
ich habe miterlebt wenn Bianca in Mathe nicht sofort das Thema kapiert wie sie dann resigniert,zu macht und sich sagt : Bin ich eh zu blöde für.

Weil wir zwei uns so ähnlich sind,
zweifel ich an dieser oberflächlichen Diagnose.

Vor allem aber :
Nachdem man mein ADS nun diagnostiziert hat mit 36-
habe ich mir endlich meine Schulprobleme erklären können !!!
Ich war also nicht faul und schlampig !!!
Und das schlimmste was ich nun durchgemacht habe ist
die Frage :

Was wäre aus mir geworden wenn man mir mit 14 Jahren hätte helfen können, wenn man das damals erkannt hätte und behandelt hätte ????
Ich hätte die Möglichkeit gehabt nach der Hauptschule noch den Realschulabschluss zu machen-
will ja garnicht weiter denken... ich hätte damals einen anderen Beruf erlernen können als Metzgereiverkäuferin mit langen Arbeitszeiten,ewig in der Kälte stehen und nicht super tollen Gehalt.

Ich habe immer gedacht ich bin zu BLÖDE für alles,
heute weiss ich das es nicht so ist.

liebe Grüsse Angelika M.

von Angelika M. - am 22.09.2001 06:10
Hallo Angelika,
wir haben die gleichen Erfahrungen gemacht. Unser Sohn war auch in der Uni-Klinik -4Tage zur Diagnostik- und niemand hat festgestellt, dass er ein ADS ohne Hyperaktivität hat. Zu dieser Zeit wußten wir auch noch nichts darüber. Der Arzt in der Klinik fragte uns!!!, warum unser Sohn bei seiner hohen logischen Intelligenz keine besseren Leistungen in der Schule bringen würde!! Ja - die Antwort hätten wir doch gern von ihm bekommen!!! Wie es denn immer so ist, man hört irgendwann zufällig etwas - fängt an sich zu informieren und siehe da - in diesen Büchern (wenn denn etwas über ADS ohne H. drinnen steht!) finde ich meinen Sohn wieder. Die Ärztin, die das ADS jetzt diagnostizierte, hatte ein 1/2 Jahr Wartezeit - hat sich das Gutachten der Uni-Klinik durchgelesen und hat sehr viel Verhaltensweisen erkannt. Puh, und endlich jemand, der uns nicht die Schuld gibt, dass unser Kind diese Schwierigkeiten hat! Welche Erleichterung!

Ich denke, Du mußt weiter nach dem richtigen Arzt suchen. Lies Dir doch mal die Seiten unter: www.elpos.ch/hypoaktives_kind.html durch (Beitrag von Dr.M. Ryffel) dort habe ich unseren Sohn zu 95 % beschrieben gefunden.

Viel Erfolg bei der weiteren Suche wünscht Dir

Sabine

von Sabine - am 22.09.2001 09:16

Re: SOS Mithilfe !!! -Sabine

Hallo Sabine!

Ich möchte Dir für diesen link danken.

Mein Ältester ist höchstwahrscheinlich auch Hypo,was die Psychologin aber nicht schlüssig feststellen konnte.

Außer einem schlechten Selbstbewustsein,Unverständnis für soziale Situationen
und einer visuellen Wahrnehmungsstörung konnte nichts weiter auf ADS hinweisen.

Mein Kleiner hat übrigens ADS+H.

Liebe Grüße
Ricki

von Ricki - am 23.09.2001 12:50

Hallo Angie

Hallo Angie,

Buchtipp hat du ja schon bekommen. Die Hallowell-Bücher und die Chaosprinzessin kennst du ja sicher auch schon. Die beziehen sich zwar auf Erwachsene, sind aber trotzdem in vielem zu gebrauchen.

Meinst du die Uni-Klinik Köln? Die haben eigentlich einen bundesweiten Ruf, was ADS bei Kindern angeht. Das schließt zwar nicht aus, dass sie sich bei euch geirrt haben, aber die kennen mit Sicherheit ADS ohne H und anhören würde ich mir das schon in aller Ruhe. Wo sehen die denn Probleme und welche Hilfen braucht deine Tochter ihrer Meinung nach? Könnte da etwas herauskommen, was hilfreich sein könnte?

Natürlich ist es naheliegend, dass deine Tochter das geerbt hat. Aber das Naheliegendste muss ja trotzdem nicht unbedingt richtig sein.

von Mimi M. - am 23.09.2001 14:17
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