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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wilma

ADHS und Sucht-2

Startbeitrag von Wilma am 22.09.2001 10:25

Hallo Petra und alle anderen,
in dem "Lehrbuch zu Suchterkrankungen", herausgegeben von M. Gastpar, K. Mann und H. Rommelspacher, Thieme 1999, schreibt U. John in dem Kapitel "Entstehung von Drogenkonsum und -abhängigkeit" folgendes:

Risikofaktoren lassen die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Drogenkonsum erhöhen (z.B. Crum et al. 1992). .....
Als Risikofaktoren für Drogenkonsum oder -mißbrauch erwiesen sich in einer 12jährigen Longitudinalstudie mit einer Jugendlichenstichprobe: Niedrige Zahl der Schuljahre, niedrige Bildungsziele, niedrige Selbstakzeptanz, wenig wahrgenommene Zukunftschancen, Depressionen, sozial deviante Haltungen, geringe Gesetzestreue, wahrgenommene Unterstützung des Drogenkonsums im Bekanntenkreis, fehlende Sanktionen gegenüber Drogenkonsum, wahrgenommener Drogengebrauch bei Eltern und Gleichaltrigen, Erhältlichkeit von Drogen (Newcomb und Felix-Ortiz 1992, vgl. Künzel-Böhmer et al. 1992). Arbeitslosigkeit kann bei jungen Erwachsenen zu erhöhtem Drogenkonsum führen, wahrscheinlich wegen seiner wachsenden Nähe zu abweichendem Verhalten (Hammer 1992, vgl. Reuband 1992)."

Wenn man sich unbehandelte ADHS-Jugendliche vorstellt, dann finden sich eine Menge Übereinstimmungen mit den o.g. Gründen für Drogenkonsum (niedrige Schulbildung, niedrige Selbstakzeptanz, Depressionen etc.)

"Eine Einstiegsfunktion weisen besonders legale Drogen auf. Aussagekräftige Studien wie die von Ellickson et al. (1992) an 4145 Schülern mit 2 Befragungen im Abstand von 4 Jahren lassen die Einstiegstheorie bestätigen: Zigaretten und Alkohol stehen in der Entwicklung des Drogengebrauchs (Drogensequenz) zeitlich am Beginn, gefolgt von Marihuana und "härteren" Drogen. Die Befunde belegen, daß regelmäßiger Alkoholkonsum einen Schritt auf einer Skala des Einbezogenseins in Drogenmißbrauch darstellt. Die Ergebnisse zeigen, daß legale Drogen nicht durch illegale substituiert, sondern mehrere Drogenarten kumulativ konsumiert werden (Kandel et al. 1992, Reuband 1992.) "

Es folgt ein sehr schönes Literaturverzeichnis, in dem -soweit ich das beurteilen kann - eine Menge relevanter Studien aufgelistet sind.

Jetzt wühle ich mal weiter. Am Dienstag bekomme ich auch noch 2 Bücher zur Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Ansicht. Da findet sich sicher auch noch was, insbesondere in dem von Prof. Knölker aus Lübeck, vermute ich. Der befaßt sich ja schon lange und sehr diesseitig mit ADHS.
Bis später
Wilma

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