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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kornelia, Wilma

ADHS und Sucht-3

Startbeitrag von Wilma am 22.09.2001 11:01

Hallo Petra und alle Interessierten,
in dem gleichen "Lehrbuch der Suchterkrankungen" habe ich diese Stelle gefunden, und zwar in dem Kapitel "Suchtprobleme im Kindes- und Jugendalter" von E. Schulz und H. Remschmidt:

"Neben den Reifungskrisen gilt es, unbewältigte Lebenskonflikte und primäre psychische Störungsbilder bei den Kindern und Jugendlichen mit einer Suchtproblematik zu erkennen. ... An dieser Stelle soll jedoch hervorgehoben werden, daß Suchtprobleme bei Kindern und Jugendlichen auch durch Überforderungssituationen in der Schule, z.B. im Rahmen einer Grenzbegabung, nicht erkannten Lernbehinderungen oder von Teilleistungsstörungen wie der Legasthenie auftreten können. ....
Im Kindes- und Jugendalter verweisen die nachfolgenden anamnestischen Angaben nicht selten auf eine sich entwickelnde Suchtproblematik:
- schulischer Leistungsknick
- "Knick" in der Lebensführung
- amotivationales Syndrom
- sozialer Rückzug
- sich entwickelnde Störung des Sozialverhaltens
- Kontakte zu Jugendlichen mit Drogenmißbrauch"

((Unbehandelte ADHS-Kinder befinden sich regelhaft in Überforderungssituationen in der Schule. Der Druck kommt ja zu den Symptomen des ADHS hinzu.))
....
((Unter dem Abschnitt Komorbidität von Drogenmißbrauch mit anderen Störungsbildern))
"Eine Reihe von kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen begünstigt das Auftreten und beeinflußt den Verlauf des Drogenmißbrauchs (z.B. hyperkinetisches Syndrom, Störung des Sozialverhaltens, sich entwickelnde antisoziale persönlichkeitsstörung)."

((Das ADHS nennt er also an erster Stelle der Risikofaktoren. Hyperkinetisches Syndrom wird hier als Synonym verwendet.))
....
"Weiterhin konnte anhand dieser Längsschnittstudie ((die von Esser, mein Einwurf)) festgestellt werden, daß vom 8.-18. Lebensjahr in einer unausgelesenen Stichprobe insgesamt 40% von hyperkinetischen zu dissozialen Störungen wechselten. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Übergang ist beim frühen Vorliegen dissozialer Symptome deutlich höher als beim alleinigen Vorliegen eines hyperkinetischen Syndroms......

Hyperkinetisches Syndrom
Faßt man die vorliegenden Verlaufsstudien zusammen (Remschmidt 1988, Wilens et al. 1996), so ergibt sich, daß Kinder mit einem hyperkinetischen Syndrom in der Langzeitkatamnese signifikant häufiger dissoziales Verhalten und Drogenmißbrauch gegenüber Kontrollgruppen zeigen. Den bereits im Kindesalter vorhandenen aggressiv-expansiven Verhaltensauffälligkeiten kommt somit eine hohe prädiktive Wertigkeit für Alkohol- und Drogenmißbrauch im Jugendalter zu - dies meist in Kombination mit einer persistierenden Störung des Sozialverhaltens (Biederman et al. 1991, Thompson et al. 1996)."

Es gibt also insgesamt reichlich Gründe für ein unbehandeltes ADHS-Kind, später süchtig zu werden. Komischerweise zählt die Medikation mit Methylphenidat nicht dazu!!!
Gruß
Wilma

Antworten:

Liebe Wilma.

Ich fand deine Postings hochinteressant und habe mir alle 3 ausgedruckt. Ich werde mir die Ausführungen zusammenfassen, dann kann ich besser argumentieren, wenn ich es brauche.

Wir werden in etwa 10 Tagen mit Rita anfangen und ich weiß heute schon, was mir dann alles erzählt werden wird.

DAAAAAAAANKE!!!

Ein schönes Wochenende

Kornelia

von Kornelia - am 22.09.2001 11:13
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