Wer ist wer? Wer bin ich???

Startbeitrag von Jessica am 26.09.2001 23:47

Hallo Allerseits,

die Frage nachdem wer ist wer interessiert mich eigentlich nur am Rande, denn eigentlich weiß ich manchmal nicht mal wer ich selber bin.

Keine Angst...ich bin nicht Schizodings sondern ich erkenne langsam immer mehr das ich selber ein Problem habe und es nicht mal richtig beim Namen nennen kann.

Denke dabei aber an ADS (hab ich auch im Chat schon geaüßert). Ich bin ziemlich unsicher geworden und das macht mir ein klein wenig Angst denn bisher habe ich mich schlichtweg für sehr selbstsicher gehalten.

Doch je mehr ich mich mit ADS befasse desto unsicherer werde ich auf der einen Seite und auf der anderen glaube ich mehr und mehr ich habe selber ADS.

Das würde meine Probleme erkären die sich seit meiner Kindheit wie ein roter Faden durchs Leben zieht.

Ich fühlte mich immer mißverstanden (und auch heute noch) und reagiere schon immer mit Gegenwehr dagegen. Meine Mutter sagt das ich immer schon das Gegenteil von dem gemacht habe was ich eigentlich tun sollte und was andere von mit erwarten.

Nun habe ich erst recht Angst das ich mich auch vom Kinderpsychologen mißverstanden fühlen könnte und mit Gegenwehr reagiere.

Das könnte so aussehen das ich mich weigere weiterhin dort hinzugehen.

Ich bin so durcheinander und weiß nicht wie ich diesen Knoten lösen kann. Klar hab ich schon daran gedacht mich selbst auch testen zu lassen aber vor der Wahrheit habe ich irgendwie noch viel mehr Angst.

Meine Güte...welch wirres Zeug mir da wieder einfällt...sorry..aber es beschäftigt mich immer mehr je näher der Termin rückt. Nachher werd ich bis November noch wahnsinnig...und dann?

Schrecklicher Gedanke...ich hör lieber auf zu schreiben.
Danke das ihr ein offenes Ohr ...ähm...Auge für mich habt

LG
Jessica ***die mal wieder nicht schlafen kann und sich mit solchen Gedanken in der Nacht rumplagt***
Das sind wir

Antworten:

hallo,

ich glaube nein ich weiß was du gerade durchmachst , aber sag mir warum soll das denn so schlimm sein ?
mir war gottseidank entlich klar wieso , weshalb und warum ich so bin wie ich bin . sei doch froh das es nichts schlimmes ist !
du hast doch kein ........ oder so ???
ich lasse mir nun helfen , oder besser ich helfe mir .
wenn du dich mal mit jemand austauschen möchtest , ich höhre (lese) gerne zu !
tina

von tina - am 27.09.2001 06:51
Hallo Jessica,

ich kann dein Durcheinander im Kopf durchaus verstehen.

Allerdings brauchst du absolut keine Angst vor einer positiven Diagnose zu haben, denn die würde, wie du ja selbst schreibst, vieles von dem erklären, was du bisher gemacht hast, wie du dich verhältst etc.

Ich war auch hin- und hergerissen, habe es aber einfach durchgezogen. Einmal angeleiert, bin ich zu den Terminen hingegangen, ohne groß drüber nachzudenken. Inzwischen weiß ich, dass ich "das Pferd von hinten aufzäume", weil ich ADS habe und, so wie du, immer den anderen Weg gehe, nie den direkten.

Eine positive Diagnose heißt z.B. auch nicht, dass du nun zwangsläufig Medikamente nehmen oder eine Therapie machen musst. Zunächst verschafft es dir Klarheit. Du hast einen Namen und kannst anfangen, dich weiter damit auseinanderzusetzen. Ich habe stundenlang im Netz Informationen aller Art gesucht, gefunden, verschlungen.

Mein nächster Schritt war die Erkenntnis, warum ich bisher in meinen Jobs gescheitert bin und daraus ergab sich für mich die Frage, wie denn nun ein idealer Job aussehen muss, damit ich aus diesem lästigen Job-Hopping-Teufelskreis herauskomme. Ich habe über meine Stärken und Schwächen nachgedacht und hoffe nun, mit meinem Umzug nach Dublin und dem dortigen Job das für mich Ideale gefunden zu haben.

Mit meinem Wissen um ADS und seine Wirkung auf mich konnte ich ganz gezielt Fragen beim Vorstellungsgespräch und natürlich bereits bei den telefonischen Vorgesprächen stellen. Meine Stärke, Aufgaben im Hyperfokussionsmodus auf den letzten Drücker fertigzubekommen, Lösungen aus dem Hut zu zaubern, auch den ungewöhnlichen Weg zu sehen, kann ich dort nutzen, sie wird mir sogar helfen.

Mein Drang, den Sachen auf den Grund zu gehen, mein Wissen ständig zu erweitern, wird durch durch Weiterbildung und die Art des dort praktizierten Wissensmanagement gefördert.

Ob ich für meine Arbeit also tatsächlich Medikinet brauche? Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht reicht die Herausforderung und eine Cola oder eine Tasse Kaffee bereits aus. Ich werde es einfach ausprobieren.

Das Wichtigste im letzen halben Jahr war für mich meine Diagnose und die meines Sohnes. Jetzt können wir daran arbeiten, unsere Nische zu finden, unsere Stärken sinnvoll und bewusst einzusetzen und unsere Schwächen zu kompensieren.

Jessica, geh auf deinem Weg weiter und mach dich nicht verrückt.

abra ;-)
www.abracadabras-welt.de


von abra - am 27.09.2001 07:12
hallo jessica,

mir geht es genau wie dir....ich habe mir diese frage schon so oft gestellt auch hier im forum. dauernd frage ich danach ob "es" in meiner familie vorkommt oder ob ich der alleinige "schussel" bin.

ich habe panische angst vor einer diagnose und gehe aus dem grund gar nicht hin. außerdem habe ich das große "glück" das es bei mir hier in aachen kein spezi für erwachsene gibt (gute ausrede ne?). außerdem muß ich mich ja um sausebraus kümmern und habe dafür keine zeit (auch gute ausrede wa?)

ich kann mich auch so gut wie gar nicht mehr daran erinnern wie ich/es so in der grundschule war. ich weiß nur, daß ich ab dem 4ten schuljahr schlecht in mathe, physik und chemie war (also alles was logisch ist und war ist mir ein greuel). ich bin super ordentlich und organisiert (ich hasse spontane aktionen), ich werde wahnsinnig wenn mehrere leute auf einmal reden (halte mir dann diskret die ohren zu). muß mir jeden termin und so aufschreiben da ich es sonst vergesse.

mein mann ist polizist und wir sind seit 8 jahren zusammen. er hat 3 schichten jede woche eine andere aber stell dir vor ich kann mir immer noch nicht merken welche schicht er diese oder nächste woche hat !!! einfach nicht zu fassen....

was mich wohl stutzig macht ist, daß ich alle 2 jahre meinen job gewechselt habe. sobald ich das gefühl hatte "hier kann ich nichts mehr lernen" habe ich mir was neues gesucht. ob das der wahre grund ist, bleibt dahin gestellt.

jetzt stehe ich vor der situation, daß die firma in der ich tätig war konkurs machte.

also schon wieder was neues! und siehe da, wie der zufall es so will, war ich genau 2 jahre in dieser firma (aber diesmal kann ich ja nun nichts dafür)

ich versuche gerade rauszufinden was ich machen möchte. ich bin mir sicher, daß ich nichts mehr mit "toten" dingen zu tun haben will. ich könnte mir was im sozialen bereich vorstellen aber was ????

also ich kann dich total gut verstehen.....gegenwehr (auch wenn man es nur gut mit mir meint) ist mein 2ter vorname.

liebe grüße hoschi

von hoschi - am 27.09.2001 08:47
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