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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
AngelikaSt, Wilma, Doris, Kornelia, Hilde

Psychometrix-Kritik

Startbeitrag von AngelikaSt am 02.10.2001 10:11

Hallo Leute!

Da ich nicht viele solcher super Beiträge zum Thema ADS, den Umgang damit, das Leiden der Eltern und Kinder gelesen habe, habe ich Sabine gebeten den Text hier in die Selbshilfegruppe stellen zu dürfen.

Sie hat er mir erlaubt - da isser also:

Ich hoffe das mit dem Link kriege ich auch hin!

Gruß Angelika St


"Autor: Sabine (hinky)
Datum: 28.09.01 20:57

Hallo,

der folgende Beitrag verschwand gestern aus dem Cafe Holunder. Darum stelle ich ihn hier noch einmal zur Diskussion:

Liebe Grüße,
Sabine

---------- schnipp ----------
Da Herr Schmidt es angemessen findet, andere Foren kritisch zu betrachten, wird er sicherlich so fair sein, auch Kritik an seinem Forum zuzulassen. In diesem Sinne mein folgender Beitrag:

Eine Mutter berichtet hier von diversen erfolglosen Therapien, bis dann endlich ADS diagnostiziert wurde. Mit Ritalin haben sich die Probleme deutlich gebessert, was nach den vorangegangenen Therapien nicht der Fall war.

Herr Schmidt antwortet zunächst, dass er den geschilderten konkreten Fall nicht kennt und deshalb aber auch nichts darüber aussagen kann. Dann behauptet er, dass man in den meisten Fällen kein Ritalin geben braucht sondern die gleichen Ergebnisse auch mit Familientherapie erreichen kann. Das impliziert übrigens, dass seiner Meinung nach im geschilderten konkreten Fall wahrscheinlich auch kein Ritalin nötig gewesen wäre.

Entweder kann man allgemein etwas über Fälle aussagen die man nicht kennt, oder man kann es nicht. Da sollte Herr Schmidt sich auf eine klare Linie festlegen. Wenn er zu einem konkreten Fall nichts sagen kann, obwohl er schon einige Informationen hat, woher nimmt er dann die Berechtigung, über alle anderen Fälle in diesem Land sein Urteil zu abzugeben? Das geht gar nicht!

Nun steht die Mutter mit der Unterstellung da, sie hätte eine Familientherapie nötig gehabt. Dass sie sich darüber ärgert, ist klar.

Nicht, weil es ihr nicht in den Kram passt, dass sie Fehler in der Erziehung gemacht hat. Schließlich macht jeder Fehler in der Erziehung, auch die Eltern, die wohlerzogene Kinder haben. Sie ärgert sich darüber, dass sie anders (schlechter) behandelt wird als die Eltern der artigen Kinder. ADS-Kinder sind nämlich schwer erziehbar, im Gegensatz zu normalen Kindern. Und die Familienverhältnisse sind in Mitleidenschaft gezogen durch die anstrengenden Kinder, nicht umgekehrt. Das letzte, was eine solche Mutter jetzt braucht, ist jemand, der ihr sagt, was sie im Einzelnen alles falsch gemacht hat und welche schlechten Einflüsse der elterliche Streit über das Kind auf das Kind hat.

Ein guter Psychologe wird erst einmal die Mutter wieder aufbauen, ihr versichern, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr bestes gegeben hat. Er wird ihr Training anbieten, damit sie ihre Kompetenzen weiter optimiert. Er wird sie über ADS aufklären um die Last des Versagens von ihren Schultern zu nehmen. Und er wird sich um das Kind kümmern und schauen, wie dem zu helfen ist.

Die Mutter ärgert sich über noch mehr, nämlich, dass der von ihr und dem Arzt ihres Vertrauens eingeschlagene Behandlungsweg aus der Ferne angezweifelt wird. Und sie ärgert sich darüber, dass ADS und die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, nicht gesehen werden - von jemandem, der ein ausgebildeter Fachmann ist.

Während sie nun ihren Ärger verspürt und bevor sie ihm womöglich Ausdruck verleiht, bekommt sie zu lesen, dass "Erziehungs- und Familienprobleme häufige und vielfach nachgewiesene Ursachen für Verhaltensstörungen beim Kind sind", dass es "vielen Eltern nicht gefällt, weil es ja bedeutet, dass man am eigenen Verhalten etwas Grundsätzliches ändern müsste" und dass "das Etikett ADS plus Ritalin die Situation rettet".

Bilde ich mir das nur ein, oder sind das schon wieder Anspielungen, versteckte Vorwürfe? Oder sind diese Sätze Vorbeugung vor Widerspruch? Hat die Mutter überhaupt noch eine Chance zur Gegenrede oder ist sie schon mundtot?
Die Erziehungs- und Familienprobleme sind Fakt, die hat sie ja schon geschildert. Wenn sie jetzt auf dem ADS ihres Kindes beharrt, versteckt sie sich dann wirklich hinter dem Etikett ADS und outet sich als Mutter, der es nicht gefällt, am eigenen Verhalten etwas zu ändern? Nein, denn sie hat doch etliche Therapien gemacht!

Es stimmt also nicht, dass die Mutter sich hinter dem bequemen Etikett ADS plus Ritalin versteckt. Wer so etwas behauptet, kränkt die Betroffenen!

Sollte jemand anderes sich jetzt bemüßigt fühlen, in diese Diskussion einzugreifen, um der Mutter beizustehen, dann bekommt er zu lesen, dass es ADS als nosologische Einheit nicht gibt usw.

Dazu möchte ich jetzt nur folgendes anmerken:
Es gibt Leute, die in einem Haufen Fakten eine Struktur erkennen können, ein Muster, ein System, ein Prinzip. Es gibt andere Leute, für die bleiben diese Fakten ohne Zusammenhang. Ich frage mich gerade, wer klüger ist ...
---------- schnapp ----------"
[psychometrix-kritik.de.vu]

Antworten:

Hallo,
man muß der Mutter nur klar machen, daß jedes ADHS individuell behandelt werden muß und daß es Psychologen gibt, die das nicht wissen und deswegen gern mit Schuldzuweisungen operieren. Aber das kennen wir ja alles schon.
Gruß
Wilma

von Wilma - am 02.10.2001 10:50
Liebe AngelikaST.

Ich kann mich Wilma nur anschließen.

Wir waren einmal bei einem Psychotherapeuten (war ein Griff ins Klo)
und mein Sohn hat dann zu mir gesagt:"Mama, da will ich aber nicht mehr hin."

Liebe Grüße

Kornelia

von Kornelia - am 02.10.2001 11:57
Hallo!

Ich glaube nicht, dass man alle Psychologen in einen Topf werfen sollte!

Mir ging es darum, dass viele Eltern (und meißt sind es die Mütter) eine ganze Odysse mitmachen müssen, bis sie eine richtige Diagnose bekommen die dann AUCH DEM KIND HILFT.

Ich glaube Herr Schmidt überträgt seine eigene frustrierende Kindheit auf ALLE MÜTTER und ist daher keiner objektiven Sicht mehr fähig.

Denn, schließlich gibt es ja tatsächlich ausreichend "schlechte" Eltern! Die sich keineswegs um ihre Kinder kümmern und denen eigentlich ALLES zuviel ist.
Es gibt auch lieblose Mütter und Eltern. Wir sollten dies nicht vergessen!

Aber die werden wir hier im Forum nicht finden. Denn das ist ja viel zu anstrengend.

Denn auch das Forum bedeutet eine Auseinandersetzung mit uns selbst - mit unseren Kindern - unseren "Unzulänglichkeiten" und "Ängsten".

Genau das begreift aber ein Herr Schmidt nicht, bzw. er will es einfach nicht sehen, sondern zieht es vor seinen "Blickwinkel" als den einzig richtigen in den Raum zu stellen. Jeder der sich ihm nicht anschließt ist für ihn unterqualifiziert und aufgrund einer verantwortungslosen Haltung nicht ernst zu nehmen, um nicht zu sagen einer gerade "verbrecherischen das Kind schädigender Auffassung".
Eigentlich gehörte sein Forum verboten! Nicht weil ich keine andere Meinung akzeptieren kann (auch meine geht nicht immer mit allen hier im Forum zusammen), sondern weil seine Beiträge destruktiv sind und Hilfesuchende davor zurückschrecken sich die Hilfe zu holen die sie brauchen!

Habt ihr mal die Diskussion von Bernhard und Maximilian verfolgt?

Ich fände es allerdings ungerechtfertigt alle Psychologen mit ihm in einen Topf zu werfen, denn es gibt tatsächlich auch objektive - kann ich aus eigener Erfahrung beuteilen.

Gruß
AngelikaSt

von AngelikaSt - am 02.10.2001 12:16
Hallo Angelika,
keiner will alle Psychologen mit Herrn Schmidt in einen Topf werfen. Um Gottes Willen....
Gruß
Wilma

von Wilma - am 02.10.2001 12:26
Hallo,

zu unserem Glück gehören nicht alle Psychologen in einen Topf zusammen mit Herrn Schmidt, zu unserem Pech jedoch der erste Psych den WIR trafen!!

Von "schlechten" oder bequemen Eltern zu reden, wenn es um die Diagnose ADS und Gabe von Ritalin geht ist schlichtweg unverschämt. Es sind im Gegenteil genau die Eltern die sich kümmern, denn wir müssen mit dem Kind zum Arzt, zum Psychologen, zur Therapie meist auch noch, regelmäßig EKG und Blutuntersuchung unter Ritalin nicht vergessen, immer an die pünktliche Einnahme der Medis denken, den Kindern erklären wofür das alles ... Ihr wisst das ja auch.

Den schlechten Eltern hingegen ist es piepegal, wie es ihren Kindern geht, die kümmern sich einfach nicht.

Gruß Hilde

von Hilde - am 02.10.2001 13:08
Hallo,

außerdem interpretiert m.E. der Forumsbetreiber einige Postings nicht richtig, oder sucht sich nur die Stellen raus, die ihm genehm sind.

So habe ich z.B. einmal geschildert, dass man die Sorgen von Eltern bezüglich Entwicklungsstörungen bei Kindern nicht ernst genug nimmt, sondern eher abtut.

Ich stellte die Vermutung auf, dass eine frühzeitige Therapie, z.B. bei Sprachstörungen, motorischen Störungen vieles verhindern oder abmildern könnte.

Denn auch Ärzte nehmen Mütter nicht ernst, wenn diese sich Sorgen macht, weil das Kind nicht altersentsprechend spricht und wirklich meilenweit hinter Altersgenossen ist.

Von den Verwandten mal ganz zu schweigen, denn diese können aus der Familie immer einen Fall schildern, wo es doch ähnliche Verzögerungen gegeben habe, und schließlich sei auch aus dem entwas geworden.

Denn ich beobachte etwas ähnliches bei meinem Neffen. Er ist fast 30 Monate alt und hat einen extrem schlechten Wortschatz (ca 20 Worte), spricht keine Zweiwortsätze. Außerdem reagiert der Kleine nicht auf Ansprache. Er kommt, wann er will und versteht nicht, was gemeint ist. Sein Gehör ist ok (er hört es garantiert, wenn durch zwei Türen durch eine Chipstüte geöffnet wird.).

Wenn ich dann meine Sorgen den Eltern, Großeltern mitteile, heißt es: Deine Tochter war doch auch nicht so weit mit dem Sprechen und nun ist doch alles ok.

Dass wir sehr viele Jahre Logo hinter uns haben, wird vergessen.

Herr Schmidt ist darauf übrigens nicht eingegangen, sondern eher auf meine Ausführungen, warum in den USA ehr die Kinder aus der Mittelschicht oder Oberschicht als ADS´ler diagnostitiert werden.

Mein eigentliches Anliegen hat er nicht zur Kenntnis genommen.

Doris

von Doris - am 02.10.2001 17:23
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