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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
robin, anne05, Bernhard, Angelika (TanteGela), Cornelia, Reinkarnation von Che Guevara, Ruth

ADS, Ritalin und der IQ

Startbeitrag von robin am 09.11.2001 15:39

Hallo! Je mehr ich lese, umso mehr fällt mir auf, was ich alles noch fragen muss ;-)

Bei Felix ist im Rahmen der Diagnostik dreimal ein IQ-Test durchgeführt worden (mit 3, 3 1/2 und 5 Jahren): Jedesmal kam (obwohl jeder Test an einem anderen Institut durchgeführt wurde) in etwa dasselbe heraus: Insgesamt liegen seine Werte bei 75, in einigen Teilgebieten besser (visuelle Wahrnehmung 85), in anderen darunter (rechnerisches Denken 69).

Er ist (trotzdem) auf einer Regelschule, ich persönlich habe den Eindruck, von der Intelligenz her ist es auch kein Problem für ihn.
Manchmal hat er jedoch Schwierigkeiten mit den allereinfachsten Aufgaben. Meist versteht er die Aufgabenstellung nicht. Erkläre ich ihm dann ausführlich, was zu tun ist (inklusive Zergliedern der Aufgaben in Teilschritte), klappt es meist auch ganz gut. Was mache ich aber nur, wenn er mal eine Klassenarbeit schreiben muss? Er geht jetztin die 2. Klasse, die ersten Arbeiten stehen bald mal an....

Ich habe mit unserem KA nochmal über eine Testung gesprochen, er meint, das wäre nicht notwendig: Da Felix ja Ritalin nimmt, könne man auf den getesteten IQ 20-30 Punkte "draufschlagen", dann würde es stimmen.
Meine Frage an Euch: Stimmt das so? Oder würdet Ihr nochmal auf einen Test bestehen? Bringt das was?
Ich kann seine Leistungsfähigkeit nur schwer einschätzen, möchte ihn weder über-noch unterfordern.
Im Moment tobt wieder ein Kampf um Rechenaufgaben, er brüllt gerade die Küche zusammen :-(((( er hatte nicht mitbekommen/verstanden, wie die Aufgaben gehen (was ganz einfaches, Zahlen der Größe nach sortieren: er hat das so aufgefasst, dass man alle Zahlen gleich groß in die Kästchen schreiben soll ohne bestimmte Reihenfolge). Jetzt hab ich´s ihm erklärt, Wutanfall vom feinsten, *seufz* das kennt Ihr ja wohl alle...
Wie kann ich herausfinden, ob er es "wirklich" (also von der Intelligenz her) nicht kann, oder ob es an ADS liegt, er also bloß im Unterricht nicht aufgepasst hat, als die Aufgaben erklärt wurden?
Ach, immer diese langen Texte...zerknirschte Grüße von robin

Antworten:

Hallo, Robin!
Bei uns wurde der erste IQ-Test bei der SI-Diagnostik gemacht, als er 7 Jahre alt war.
Das war noch bevor die ADS-Diagnose stand, und damals ohne Ritalin.
Der letzte Test liegt ca. 2 Jahre zurück, er wurde unter Ritalin durchgeführt. Die Werte lagen noch höher. Wenn Dein Sohn in der Schule relativ gut mitkommt, spricht das nach meinem Wissen aber für einen normalen IQ-Bereich. Lass doch noch ein bißchen Zeit vergehen, wenn er etwas älter ist, sind auch die Tests aussagekräftiger als bei einem 3-Jährigen.
Angelika (TanteGela)

von Reinkarnation von Che Guevara - am 09.11.2001 16:06
uups ... mit Ritalin 20 - 30 Punkte draufschlagen? Dann bin ich umgeben von Superhirnen! ;-))

Nein, Robin, ich kann mir nicht vorstellen, dass das stimmen kann.

Sicher können bei IQ-Tests Schwankungen von +/- 10 Punkten auftreten; dies kann man mit äußeren Faktoren erklären (z.B. das Kind ist krank, es besteht keine Sympathie für den Tester ...).

Aber: Bei Kindern in diesem Alter (bis ca. 6) werden selten "richtige" IQ-Tests durchgeführt. In diesem Alter macht man meist eher sogen. Entwicklungstests ...

Ich würde mich an Deiner Stelle also nicht verrückt machen ... vielleicht sind es Entwicklungstests gewesen ... und da war Dein Kind halt noch nicht so weit, wie andere Kinder der gleichen Altersstufe - was aber nicht heißt, dass er inzwischen nicht aufgeholt hat.

Im Übrigen: Wenn DU das Gefühl hast, dass Dein Kind mitkommt ... warum ihn dann jetzt einer weiteren Testung unterziehen? Was ändert das?
Wenn Du aber so zweifelst und glaubst, dass Du Deinem Kind anders gegenüber treten kannst, wenn er "mehr Punkte" hat ... dann lass ihn mit einem guten Test (HAWI oder K-ABC - die nehmen entspr. Differenzierungen vor) noch einmal testen.

Lieber Gruß
Anne05

PS: Auch mit einem hohen IQ ist nicht unbedingt Schulerfolg garantiert.
Wenn er ADS hat, dann hat er Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme ... denn das ist schließlich das Symptom, das ADS in erster Linie ausmacht ...
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 09.11.2001 17:01
Hallo Robin,

ich habe Dir bei "ist das noch normal" eben geantwortet Bitte lies das zuerst...:)


Mein Sohn hat mit korrekter Ritalineinstellung erheblich "besser" beim IQ-Test abgeschnitten, als ohne bzw. mit zu niedriger Dosierung (er hat mehrer gemacht). Denn ohne hat er sich unmittelbar vorher mit dem Psychologen geprügelt, hatte zudem unter Nebenwirkungen anderer Medikamente zu leiden, war müde und hatte keinerlei Motivation, zeigte "gelangweiltes Desinteresse angesichts der Leichtigkeit der Aufgaben", dennoch waren die Ergebnisse schon durchschnittlich bis überdurchschnittlich und in Teilgebieten auch schon auf dem Gebiet der Hochbegabung. Soweit sie überhaupt verwertbar waren, denn die Tests konnten nie komplett durchgeführt werden.

Aber als er Ritalin *vernünftig* eingestellt war, wurde der Test vor 1,5 Jahren wegen massiven Schulproblemen unter Verdacht auf Hochbegabung wiederholt. Diesmal war die Psychologin ferundlich und einfühlsam und zudem hatte ich ihm eine für ihn attraktive Belohnung für´s "sich-Mühe-geben" versprochen, die er unmittelbar nach dem Test auch erhielt. Prompt war das Ergebnis nochmals deutlich höher und vor allem diesmal in *allen* Bereichen, obgleich er auf LB-Niveau beschult wurde, obwohl er auch da noch zwischendurch verweigerte weil es ihm zu lang wurde und obwohl er bei den auf Zeit zu lösenden Aufgaben dies gar nicht verstand, obwohl die Psychologin ihn ausdrücklich darauf hinwies, sondern lieber allerlei erzählte, statt sich auf die Aufgaben zu konzentrieren oder gar zu beeilen ;). Erst vor ein paar Wochen wurde ihm das bewusst, als wir zufällig auf das Thema kamen (...und er verlangte sofort, den Test noch mal machen zu dürfen, weil er empört meinte, dann stimme er ja gar nicht, wenn das gemacht würde, wäre es aber in der konkreten Situation garantiert nicht anders)


Auch mein Sohn "versteht" Aufgabenstellungen oft nicht, weil er sie *wörtlich* auffasst.
Aber wenn er erfasst hat, was gemeint ist, ist er sehr gut, oft geradezu genial. Er rechnet auch meist auf ganz anderen Wegen, als vorgegeben, aber die Ergebnisse stimmen!
Insbesondere wenn es um Aufsätze o.ä. geht, bekommt er Schwierigkeiten, trotz IQ für *verbales Verständnis* von 149. Er schreibt eine dann eine sachliche Zusammenfassung, die das Wesentliche auf den Punkt bringt.

Insofern hat anne05 recht, der IQ ist keineswegs Garant für gute Schulleistungen, aber er sagt dennoch einem erfahrenen Psychiater/Psychologen eine Menge aus und ist ein wertvolles Diagnosekriterium, wenn er in Untertests aufgegliedert ist und korrekt durchgeführt wird.

Und es ist sehr wichtig, zu wissen, ob schulische Probleme etwa tatsächlich an der Intelligenz liegen, ganz gleich, ob an über-oder unterduschnittlicher oder auch an starken Diskrepanzen in den einzelnen Bereichen, oder ob sie andere Ursachen haben, da dann auf jeweils ganz unterschiedliche Weise damit umgegangen werden muss.


Autisten z.B. brauchen *eindeutige, genaue* Aufgabenstellungen. Im Zweifel müssen sie detaiiliert erklärt bekommen, was man von ihnen will, damit sie nicht das Thema verfehlen.
Denn sie verstehen den unausgesprochenen Aufforderungscharakter vieler alltäglicher Formulierungen nicht.
Das heißt aber eben nicht, dass sie unfähig seien, die jeweilige Aufgabe korrekt zu lösen!
Sie durchschauen halt nur nicht, was sie denn nun eigentlich tun sollen....

Da diese Probleme Ausdruck ihrer Behinderung sind, ist eine solche "Extraerklärung" keine Bevorzugung sondern ein "Nachteilsausgleich" wie eine Brille... oder Ritalin. Denn sie bekommen ja nicht die Lösung gesagt, sondern nur genau erkärt, *was* sie lösen sollen.
Sonst werden sie schnell für "dümmer" gehalten als sie sind...


Gruß,
Cornelia

von Cornelia - am 09.11.2001 18:14
Hallo Robin

uns hat die Kinderpsychaterin gesagt, dass es sinnvoll quantifizierbare/ normierte IQ Tests erst ab einem ALter von 7 Jahren gibt.

Alles vorher ist eine grobe Orientierung, die zwar durchgeführt wird, abe rso wie ich es verstanden habe v.a. um zu sehen, wie das Kind in anstrengenden Situationen reagiert. Unsere sei gerademal normalbegabt. Die Schule findet die Kleine aber leicht, sie hat keine Probleme zu folgen und die Lehrerin meint, sie sei sehr weit für ihr Alter.

Mein Eindruck: Vor der Schule verstehen die Kinder gar nicht, was eine Testsituation ist und strengen sich überhaupt nicht an, weil sie einfach keine Lust dazu haben, aber der Test mißt die (nicht erbrachte) Leistung.
Keep cool, ich habe auch immer bei den Hausaufgaben getobt und trotzdem hat es zur weiterführenden Schule gereicht.

Ruth

von Ruth - am 09.11.2001 18:45
Hi Anne! Beim ersten Test wurden verschiedene Verfahren für Kinder in dieser Altersklasse durchgeführt; bei den beiden späteren Terminen wurde der Kauffmann-ABC gemacht.
Es ging mir nicht darum, dass er bei einem weiteren Test mehr "Punkte" erzielt, dass ist irgendwie nicht sooo wichtig....Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass er eben nicht mitkommt bei den Anforderungen in der Schule, weil er die Aufgabenstellung nicht versteht....
...und ob der KA recht hatte, dass der IQ quasi durch Ritalin "erhöht" wird. Meine Idee dazu war, dass ein ADS-Kind ohne Medikamente auf seine Intelligenz nicht (immer) zurückgreifen kann. Das erklärt vielleicht seine stark schwankenden Leistungen. Aber eines ist immer konstant: Wenn eine Aufgabe nicht Auswendig-Gelerntes erfordert, sondern selbständiges Kombinieren/Denken, dann versagt er jedesmal ganz kläglich. Er kann keine "Muster" zwischen verschiedenen Sachverhalten erkennen. Das ist dann eine Katastrophe in Mathe :-(((, aber auch oft im täglichen Leben.
Liebe Grüße von robin

Er hat ein Jahr lang eine schulvorbereitende Einrichtung (heilpädagogischer Kiga einer Sonderschule) besucht. Ich habe ihn dann dort ´rausgenommen (gegen Widerstand der dort Arbeitenden), und habe mir eben dann wegen Überforderung einige Kommentare anhören dürfen. Vielleicht sitzt mir ja das noch im Nacken...

P.S. Gottlob hat er jetzt eine total liebe Lehrerin, die sich wahnsinnig viel Mühe gibt! Der Lehrer in der ersten Klasse wollte ihn schon mehrfach auf die Sonderschule schicken :-((

von robin - am 09.11.2001 18:58
Hallo Robin,

der K-ABC ist ein sehr aussagefähiger Test, weil er sich aus einer Reihe von Untertests zusammensetzt und das abschließende Auswertungsprotokoll Aufschlüsse über die Stärken und Schwächen in einzelnen Bereichen gibt.
So kann man gezielt fördern.

Deine Idee, das ein ADS-Kind nicht immer auf seine Begabungen zurück greifen kann ist absolut richtig ... denn nicht _jedes_ Kind hyperfokussiert in der Testsituation ...

Und es ist so wie Cornelia schon schrieb: Es gibt Kinder, die entwickeln ihre "eigene Logik" bzw. zerpflücken (eigentlich klare) Aufgabenstellungen ...

Ich sah dieser Tage einen Bericht über eine hochbegabte Schülerin; aus ihrer Schilderung kam sehr gut herüber, was mit "eigener Logik" gemeint war.

In der Mathearbeit hieß es "vereinfache den Term" ... dies hatte sie auch exakt gemacht - aber nicht mehr!
Ihre (normalbegabten) Mitschüler hatten den Term vereinfacht _und_ anschließend die Aufgabe gelöst.

Hätte dort gestanden "vereinfache den Term und löse die Aufgabe" ... _dann_ hätte sie das auch so gemacht!

Das hb Mädchen jedoch bezog sich ausschließlich auf die Aufgabenstellung "vereinfache den Term" - und genau daran hatte sie sich gehalten, mehr zu machen wäre für sie ein Fehler gewesen ...

Und glaub mir ... solcherlei Diskussonen haben auch wir zu Hause sehr, sehr häufig ... das sind dann die Situationen, in denen ich dem lieben Gott dankbar wäre, wenn mein Sohn ein bißchen weniger oft "hier" gerufen hätte, als die Intelligenz verteilt wurde ;-))

Liebe Grüße
Anne05
Eigen-Sinn - Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 09.11.2001 19:22

@Cornelia

Hi Cornelia! Ja, genau das ist es!! Vor zwei Wochen ging ich mit meinem Mann spazieren, und sagte so aus dem "Bauch" heraus: Ich glaube, dass das ADS bei Felix im Rahmen von irgendetwas anderem zu sehen ist; ich denke mir, er könnte ein Asperger-Syndrom haben.....Dass Du mir jetzt genau das schreibst, finde ich - ich weiss gar nicht, mir fehlen die Worte!
Ich habe dann auch auf den verschiedenen Autismus-Seiten nachgelesen, ja, es passt wie die "Faust auf´s Auge". Habe Deine Antwort gerade auch meinem Mann vorgelesen, er ist von den Ähnlichkeiten überrascht.
Aber, was tu´ ich jetzt mit meinem ganzen Wissen? Da steh´ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor....
Ist es für eine evtl. Behandlung wichtig, dass eine genaue Diagnose steht?
Was kann ich bis dahin tun, um uns alle zu entlasten (ich habe noch zwei jüngere Kinder)?
Wenn Du magst, kannst Du mich gerne privat anmailen.
Lieben Dank für Deine Mühe sagt robin, die sich verstanden fühlt

von robin - am 09.11.2001 19:24
Hallo Robin,

wie hiessen denn die 3 Tests?

ÍQ-Tests sind ein schwieriges Thema, wie der Begriff der Intelligenz sehr schwierig ist (jetzt fragt blos nicht nach !!! ;-) )

Im Vorschulalter sind Intelligenztests nicht sinnvoll; man weiss nicht genau, was man da eigentlich misst - es hängt jedenfalls nur wenig mit IQ-Werten zusammen, die in Längsschnittuntersuchungen bei Jugendlichen gemacht wurden. Das deutet das Problem an. Wie Anne05 darstellte, sind in dem Alter Entwicklungstests am sinnvollsten; jetzt wirds noch einen Tic schwieriger: Es gibt noch eine sog. kognitive Entwicklung, die in dem Alter oft gemessen wird, aber mit Intelligenz auchnur mittelmässig zu tun hat.


20 - 30 Punkte draufschlagen, das wäre zu einfach, davon habe ich noch nichts gehört. Es ist schwieriger: ADS bringt fluktuierende exekutive Funktionen hervor: Das meint die Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörung. Die leistungen *schwanken* - in Abhängigkeit vom Testmaterial, von der Umgebung, von der persönlichen Befindlichkeit.

Ich will Anne auch zustimmen, wenn sie sagt, der IQ alleine bestimmt nicht den Schulerfolg. Schulerfolg hängt ja von vielem ab: Häuslicher Fleiss, Unterstützung durch die Eltern, Beziehung zum Lehrer und Fach, beziehung zu den Mitschülern ... Ich meine, den wahrscheinlich besten prognostischen Wert hat das gegenwärtige schulische Verhalten: Wenn es bislang in der Schule geklappt hat, dann wirds auch so weiter gehen.

Jetzt wäre ein IQ-Test schon ganz gut: K-ABC, HAWIK 3 ... Sie können auch Hinweise auf Teilleistungsstörungen geben und so vielleicht Ursachen für die Probleme eruieren.


So - das war jetzt recht fachlich , zu fachlich????


fragt Bernhard







robin schrieb:
>
> Hallo! Je mehr ich lese, umso mehr fällt mir auf, was ich alles
> noch fragen muss ;-)
>
> Bei Felix ist im Rahmen der Diagnostik dreimal ein IQ-Test
> durchgeführt worden (mit 3, 3 1/2 und 5 Jahren): Jedesmal kam
> (obwohl jeder Test an einem anderen Institut durchgeführt
> wurde) in etwa dasselbe heraus: Insgesamt liegen seine Werte
> bei 75, in einigen Teilgebieten besser (visuelle Wahrnehmung
> 85), in anderen darunter (rechnerisches Denken 69).
>
> Er ist (trotzdem) auf einer Regelschule, ich persönlich habe
> den Eindruck, von der Intelligenz her ist es auch kein Problem
> für ihn.
> Manchmal hat er jedoch Schwierigkeiten mit den allereinfachsten
> Aufgaben. Meist versteht er die Aufgabenstellung nicht. Erkläre
> ich ihm dann ausführlich, was zu tun ist (inklusive Zergliedern
> der Aufgaben in Teilschritte), klappt es meist auch ganz gut.
> Was mache ich aber nur, wenn er mal eine Klassenarbeit
> schreiben muss? Er geht jetztin die 2. Klasse, die ersten
> Arbeiten stehen bald mal an....
>
> Ich habe mit unserem KA nochmal über eine Testung gesprochen,
> er meint, das wäre nicht notwendig: Da Felix ja Ritalin nimmt,
> könne man auf den getesteten IQ 20-30 Punkte "draufschlagen",
> dann würde es stimmen.
> Meine Frage an Euch: Stimmt das so? Oder würdet Ihr nochmal auf
> einen Test bestehen? Bringt das was?
> Ich kann seine Leistungsfähigkeit nur schwer einschätzen,
> möchte ihn weder über-noch unterfordern.
> Im Moment tobt wieder ein Kampf um Rechenaufgaben, er brüllt
> gerade die Küche zusammen :-(((( er hatte nicht
> mitbekommen/verstanden, wie die Aufgaben gehen (was ganz
> einfaches, Zahlen der Größe nach sortieren: er hat das so
> aufgefasst, dass man alle Zahlen gleich groß in die Kästchen
> schreiben soll ohne bestimmte Reihenfolge). Jetzt hab ich´s ihm
> erklärt, Wutanfall vom feinsten, *seufz* das kennt Ihr ja wohl
> alle...
> Wie kann ich herausfinden, ob er es "wirklich" (also von der
> Intelligenz her) nicht kann, oder ob es an ADS liegt, er also
> bloß im Unterricht nicht aufgepasst hat, als die Aufgaben
> erklärt wurden?
> Ach, immer diese langen Texte...zerknirschte Grüße von robin
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 09.11.2001 20:34

@Bernhard

Hi Bernhard! Nein, nicht zu fachlich ;-)
Also, mit 44 Monaten wurde die Münchner funktionelle Entwicklungsdiagnostik durchgeführt (Ergebnisse entsprachen einem Alter von 17 Monaten bzgl. Sozialalter bis 32 Monate bzgl. Handgeschicklichkeit). Den Snijder-Test konnte unsere Psycho. nicht durchführen, weil Felix sich verweigerte (schmiss Materialien nach der Psycho...versuchte eigene Regeln durchzusetzen )
Mit knapp 4 Jahren wurde dann der Kaufmann ABC durchgeführt. Ergebnis: intellektuelle Fähigkeiten SIF 77, Fertigkeiten FS 79
Mit 5 1/2 Jahren wurde (in einer anderen Insitution) nochmal ein Kaufmann-ABC test durchgeführt. Ergebnis jetzt: je nach Skala zwischen 81 und 69 Punkten (amk schlechtesten rechnerische Vorstellungskraft). Wegen geringer Belastbarkeit und erhöhter motor. Unruhe musste der Test an insgesamt drei Tagen durchgeführt werden.
Ergebnis: Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Problem der Eigenwahrnehmung und Eigensteuerung, partielle autistische Züge, Aufmerksamkeitsstörung
Hoffe es war jetzt nicht zu detailliert....
Was meinst Du, bringt ein erneuter Test was, oder kann ich darauf verzichten (bin nicht scharf drauf, war eine Idee seiner Lehrerin)...
Manchmal ist es ganz o.K. mit ihm; mich macht nur so stutzig, dass er oft bei den "einfachsten" Dingen regelrecht "ansteht"; nichts geht dann mehr, das Denken erscheint wie blockiert :-(
Am schwierigsten sind Verhältnisse (größer, kleiner, oben/untern, Reihenfolgen; und was gar nicht klappt: Mustererkennung (von einer gelösten Aufgabe den Lösungsweg auf eine neue, gleich oder ähnlich strukturierte Aufgabe übertragen): Es klappt nur, was auswendig gelernt werden kann, aber nicht was angewendet werden muss.
fragende Grüße von robin

von robin - am 10.11.2001 07:13

@Bernhard

Hi Bernhard! Nein, nicht zu fachlich ;-)
Also, mit 44 Monaten wurde die Münchner funktionelle Entwicklungsdiagnostik durchgeführt (Ergebnisse entsprachen einem Alter von 17 Monaten bzgl. Sozialalter bis 32 Monate bzgl. Handgeschicklichkeit). Den Snijder-Test konnte unsere Psycho. nicht durchführen, weil Felix sich verweigerte (schmiss Materialien nach der Psycho...versuchte eigene Regeln durchzusetzen )
Mit knapp 4 Jahren wurde dann der Kaufmann ABC durchgeführt. Ergebnis: intellektuelle Fähigkeiten SIF 77, Fertigkeiten FS 79
Mit 5 1/2 Jahren wurde (in einer anderen Insitution) nochmal ein Kaufmann-ABC test durchgeführt. Ergebnis jetzt: je nach Skala zwischen 81 und 69 Punkten (amk schlechtesten rechnerische Vorstellungskraft). Wegen geringer Belastbarkeit und erhöhter motor. Unruhe musste der Test an insgesamt drei Tagen durchgeführt werden.
Ergebnis: Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Problem der Eigenwahrnehmung und Eigensteuerung, partielle autistische Züge, Aufmerksamkeitsstörung
Hoffe es war jetzt nicht zu detailliert....
Was meinst Du, bringt ein erneuter Test was, oder kann ich darauf verzichten (bin nicht scharf drauf, war eine Idee seiner Lehrerin)...
Manchmal ist es ganz o.K. mit ihm; mich macht nur so stutzig, dass er oft bei den "einfachsten" Dingen regelrecht "ansteht"; nichts geht dann mehr, das Denken erscheint wie blockiert :-(
Am schwierigsten sind Verhältnisse (größer, kleiner, oben/untern, Reihenfolgen; und was gar nicht klappt: Mustererkennung (von einer gelösten Aufgabe den Lösungsweg auf eine neue, gleich oder ähnlich strukturierte Aufgabe übertragen): Es klappt nur, was auswendig gelernt werden kann, aber nicht was angewendet werden muss.
fragende Grüße von robin

von robin - am 10.11.2001 07:13

Sorry für den Absender

Hallo zusammen!
Habe grade entsetzt festgestellt, dass ich bei meinem letzten posting den "Absender" meines Sohnes nicht entfernt hatte. Also die "Reinkarnation von Che Guevara" stammt aus unserem Haus, war nicht als Verwirrung gedacht, sondern ein blöder Fehler, weil ich nicht drauf geachtet habe.
Entschuldigung an alle, die sich dadurch evtl. veralbert fühlten. Der Inhalt jedoch ist nach wie vor meiner, zu dem stehe ich nach wie vor.
So ist das halt mit unseren Kindern........immer für eine Überraschung gut!
Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 10.11.2001 10:49

Entwicklungsverzögerung

Hallo Robin,

das ist wirklich schwierig, so aus der Ferne.

Haben denn die Diagnostiker (aus dem Vorschulalter) eine Begründung für die Entwicklungsverzögerung, für die Verweigerung , für die Unruhe gefunden. Ich hoffe ja nicht, das sie einfach nur die Ergebnisse referierten.

>Ergebnis: Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Problem der >Eigenwahrnehmung und Eigensteuerung, partielle autistische Züge, >Aufmerksamkeitsstörung

Das ist mir einfach zu atomistisch, zu platt. So beschreibt 'Entwicklungsverzögerung' ja nur, und begründet nicht. 'Wahrnehmungsstörung' ist zu allgemein, und ausserdem eine typische Ergotherapie-Diagnose. Mich interessiert, wo genau die auftritt. Das brauchst Du jetzt nicht zu beantworten, es ist lediglich eine Unzufriedenheit über platte therapeutische Aussagen.

Interessant wäre ein Überprüfung hinsichtlich Teilleistungsstörungen, zB Dyskalkulie da spielt auch sehr

"Verhältnisse (größer, kleiner, oben/untern, Reihenfolgen; und was gar nicht klappt: Mustererkennung (von einer gelösten Aufgabe den Lösungsweg auf eine neue, gleich oder ähnlich strukturierte Aufgabe übertragen)"

eine Rolle. Sekundär können sich da massive Lernprobleme entwickeln, schon alleine aus der Hilflosigkeitserfahrung: Ich kann lernen wie blöd - es hilft sowieso nichts.

Also: Eine vernünftige Diagnostik wär schon gut, nur nicht bei denselben Therapeuten; wenn's geht, bei guten Diagnostikern (die die Ergebnisse in einen Sinnzusammenhang bringen können) -nur fängt da wieder das nächste Problem an: Wo findet man die ? ;-)

meint

Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 11.11.2001 13:57

Re: Entwicklungsverzögerung

Hi Bernhard! Ich teile mit Dir die Unzufriedenheit über die insuffiziente Diagnostik. Aber das war das Maximum, was man dort für uns zu leisten bereit (oder imstande?) war :-(((((
Deswegen ist Felix auch dort nicht mehr in Betreuung. Da wir mittlerweile in einem anderen Bundesland wohnen, muss ich mir die Strukturen auch erst wieder neu erarbeiten. Ich habe nämlich nicht mehr die Zeit und v.a. die Nerven, wieder erst bei einem halben Dutzend desinteressierten/inkompetenten/überlasteten Kollegen ´rumzuhängen, bis ich vielleicht einen gefunden habe, der zu uns passt.....Also versuche ich über Listen und Mundpropaganda "den Richtigen" gleich zu finden....
Ich bin jetzt leider für ein paar Tage offline, da ich einen kleinen Systemabsturz hinter mir haben, der Virusschutz für den PC funktioniert auch nicht mehr - da muss ich wohl erst mal reparieren gehen.
Ich melde mich wieder, wenn die technischen Probleme behoben sind.
Jetzt ist erst mal Martinsumzug!
Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht robin

von robin - am 11.11.2001 15:14
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