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ADHS ADS Selbsthilfe
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21
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Susi, Kermit, Jeanie, Rhoa, iris, Angelika (TanteGela), Jessica, anne05, Melle, Dagmar W.H., Silvia01

Freunde

Startbeitrag von Susi am 19.11.2001 07:18

Wir sprechen hier oft darüber, dass unsere Kids kaum oder keine Freunde haben.

Auch meine beiden fangen gerade erst damit an sich Freundschaften aufzubauen. Oft liegt es dann noch an mir, dass es nur langsam vorwärts geht, weil ich noch manchmal vergesse sie daran zu erinnern, dass sie sich doch verabreden wollten :-( - aber ich hoffe doch, dass wir das auch noch in den Griff kriegen.

Aber wie sieht es eigentlich bei den erwachsenen ADSlern aus? Wie geht ihr damit um? Habt ihr Freunde?

Mir fällt gerade mal wieder auf, dass ich keine habe. Ich meine ich bin hier in der Gegend zwar bekannt wie ein bunter Hund, irgendwie scheint mich fast jeder zu kennen und mein Bekanntenkreis ist sehr groß. Aber wirklich Freunde hab ich nur 1 oder 2.

Ich habe es nie gelernt Freundschaften zu schließen. Bislang kamen immer die Leute auf mich zu. Und vermasselt habe ich es meist dadurch, dass ich Treffen oder Telefonate vergessen/ vor mir her geschoben habe.

Jetzt (mit Medis) würde ich es nicht mehr so schnell vergessen, aber ........... scheinbar muss man auch erst lernen Freundschaften zu schließen.

Wie sieht es bei euch aus?

fragt eine heute neugierige
Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler

Antworten:

Hallo Susi.
Bei mir ist es fast genauso.Ob ich selber ADS habe,weiß ich nicht(Warscheinlichkeit sehr groß).
Ich habe einen großen Bekanntenkreis,kenne hier fast jeden und jeder kennt mich
(naja,wir leben hier in einer Stadt mit ca.15000Einwohnern,da kennt man sich halt ;-)
Freunde habe ich nur,wenn ich überlege,2.Nicht gerade viel.
Eine ehemalige Freundin sagte mal zu mir,das es schwierig sei,an mich richtig heran zu kommen,das ich viele Dinge abblocke,nicht so aus mich herausgehe,zu hibbelig bin und eben einfach anders.
Toll,damals war ich sauer über diese Aussage aber heute sehe ich es mit anderen Augen.Ich denke die hatten alle Recht,ich steckte so in mir drin,das ich viele Dinge um mich herum nicht wargenommen habe oder es auch nicht konnte.
Ich denke auch,das ich nicht in der Lage war,eine Freundschaft zu erhalten oder zu pflegen.Meine Freundinnen waren mir immer wichtig aber bei ihnen kam es so nicht herüber.Durch eine therapeutische Behandlung ist mir vieles klarer geworden aber nun habe ich noch selten Kontakt zu meinen ehemaligen Freunden.Es liegt nun nicht mehr unbedingt an mir,sondern mehr an ihnen,mir keine Chance zu geben,da sie nicht immer positive Erfahrungen mit mir gemacht haben.Ich versteh sie ja nur zu gut.
Heute hätte ich gerne mehr Freunde,traue mich aber kaum auf Leute zu zugehen,da ich Angst habe,das es wieder nicht klappt.
Das ist für mich eine blöde Situation aber ich hoffe,das ich es doch schaffe.
Vielleicht sende ich auch keine Signale aus,um den anderen zu zeigen,das ich Interesse an ihnen habe.
Vielleicht ist es bei Dir ja ähnlich.Ich bin über meine wenigen Freunde sehr froh und die will ich auch nicht durch meine Art vergraulen.Wir Erwachsenen haben viele Möglichkeiten,um an uns zu arbeiten,was die Kinder leider nicht immer haben und die Kinder sind auf die Erwachsenen angewiesen.Ich lese viele Bücher darüber und sehe viele Dinge lockerer als vor einem Jahr und seit die Diagnose bei unserer Tochter feststeht,gehe ich besser mit mir um und hoffe so,auch mehr meiner Tochter zu helfen.
Ich habe ein bißchen wirr geschrieben aber ich hoffe,Du verstehst was ich meine :-)
Liebe Grüße von Melle.

von Melle - am 19.11.2001 09:00


Hallo Susi,

da hast Du mit Deiner Frage nahtlos an unser Gespräch gestern abend angeknüpft!!!!!
hast Du gestern eine Videokamera bei uns installiert???

Mein großer Sohn (23 jahre )mit Freundin war da und wir haben bis tief in die Nacht über Freundschaften philosophiert.......


Für mich waren und sind Freunde sehr wichtig........wie Du schreibst wirkliche Freunde......
doch es sind auch einige für mich wichtige Freunde schon aus meinem Leben verschwunden.......weil sie sich verändert haben oder ich habe mich zu sehr verändert.

Veränderungen gab es bei mir immer bei Berufswechsel, Wohnortveränderung Geburt der Kinder etc........

ich habe früher sehr großzügig meine Zeit zur Verfügung gestellt........und dann oft Bekannte und Freunde in einen Topf geworfen.........

wie halte ich Kontakt zu Freunden ist für mich ein schwieriges Thema......mein ADS-Kind schläft erst sehr spät.......telefonieren ist oft abends nicht möglich, bin dann zu zu müde nach Arbeitstag und Kind........

ich versuche regelmäßig eine Postkarte/Mail zu schicken um ein wenig an meinem Leben teilhaben zu lassen......und verabrede mich nur noch , wenn ich sicher bin, Zeit zu haben.

Mit einer Freundin habe ich immer fest alle halbe Jahre einen Frühstückstermin......war anfangs komisch solange im vorraus den Termin festzumachen, aber dieser Termin stand......und wir lassen es nie ausfallen!!!

für mich als berufstätige Mutter ist es oft schwer , zwischen Elternabende und abendlichen Arbeitsterminen noch in der Woche mich zusätzlich zu verabreden......deshalb gibt es öfter am Wochenende Essenseinladungen meinerseits oder lange Spaziergänge als Vorschlag für gemeinsame Aktionen.

angedacht ist auch mit Freundinnen ein Wochenende im Frühjahr......Ferienhaus, Strand und lange Spaziergänge zum Ausquatschen.......

ich habe einen kleinen Kreis guter Freunde, die ich mitten in der Nacht anrufen könnte , falls ich ein Problem hätte........diese Freundschaften sind aber schon uralt.......

so siehst bei mir aus.........


bin auch neugierig geworden, wie es bei anderen aussieht:-)

Rhoa

von Rhoa - am 19.11.2001 09:15
Hallo Susi,
bei mir ist es auch ähnlich. Bin zwar auch nicht ausgetestet, aber Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.
Gerade das Thema Freundschaften, hat mich die letzten Jahre sehr beschäftigt.(Warum hab ich sowenige?? Liegts an mir?? Bestimmt! Habe ich oft gedacht.)
Kein Problem für mich Kontakt zu bekommen, aber wirklich viele Freunde habe
ich nicht und die, die ich habe nehmen mich so an wie ich bin-- eben Chaotisch-
ich denke, das es das ist was eine Freundschaft ausmacht!!
Die sind auch nicht böse, wenn ich mich mal über längere Zeiträume nicht meld!
Wir können immer da wieder anfangen wo wir aufgehört haben.
So bleiben eben nur 2-3 übrig!
Auch ich habe viele verprellt, das ist mir heute klar. Aber auch andere haben mich verprellt.
Habe immer sehr viel Liebe, Kraft und Zeit investiert (weil mir Freundschaften sehr wichtig sind-----auch ich konnte Freundschaft und Bekanntschaften nicht auseinanderhalten) -- wurde ausgenutzt,--- wurde gemaßregelt,---oder einfach nur alleine gelassen mit meinen Problemen( obwohl ich immer da war).
Irngendwann hab ich dann dicht gemacht. Auch ich bin heute schwieriger zu gewinnen.
Bin gespannt was andere so für Erfahrungen haben.
Liebe Grüße Dagmar

von Dagmar W.H. - am 19.11.2001 09:54
Hallo zusammen,

aber reichen 2-3 echte Freunde nicht eigentlich?

Denn gut, Bekannte habe ich auch viele. Man sieht sich mal hier oder trifft sich da. Aber echte Freunde braucht man glaube ich auch nicht mehr.

Ich selber habe zwei Freundinnen. Die eine ist sogar noch vom Sandkasten her, mit der man über alles quatschen kann. beide wohnen sogar weiter weg.

Und dann bleiben noch 2-3 Ehepaare, mit denen wir ab und zu zusammenkommen.

Aber irgendwie reicht das auch, finde ich. Zu sehr viel mehr habe ich auch keine Zeit.

Dann käme auch immer jemand zu kurz. Bei manchen ist es auch so, dass wenn ich mich nicht melde, die sich auch nicht melden würden, sich aber doch freuen, dass ich mich gemeldet habe.

Liebe Grüße

Silvia

von Silvia01 - am 19.11.2001 10:29
hallo susi,

ich habe 4 echte, wirkliche freunde, auf die ich mich blind verlassen kann.

aber - es gibt noch einen 5. wirklichen freund - nämlich meinen "allerbesten" freund ... und das ist mein mann!

lieber gruß
anne05
Eigen-Sinn Seiten für hochbegabte Kinder mit ADS


von anne05 - am 19.11.2001 12:07

Re: Freunde- wieder mal nicht nur ich

Hallo zusammen,

find ich klasse, dass ihr geantwortet habt.

Komisch wieder mal ein Punkt, bei dem ich immer das Gefühl hatte, andere kennen es nicht. *gg*

Beruhigt mich doch mal wieder, dass ich nicht alleine dastehe.

@Melle: du schreibst so, als wenn es von mir käme :-)

@Rhoa: nee, Videaokamera steht eindeutig bei uns im Wohnzimmer ;-)
ist mir auch klar, dass sich Freundschaften verändern. Im Moment habe ich so das Gefühl, als ob sich schon alle "gefunden" hätten. Ich meine viele Freundschaften werden doch bei Müttern auch oft durch die Kids geknüpft. Na ja, aber ich werde es wohl auch noch schaffen :-)


@Dagmar W.H.: ich bin auch recht vorsichtig geworden, da ich diese Probleme auch kenne.

@Silvia01: mmmhhhh, wenn eine dieser Freundinnen 200 Km weit weg wohnt, Briefe schreiben nicht klappt (weder hat man keinen Umschlag oder keine Briefmarken oder fährt ihn 2 Wochen mit dem Auto spazieren), einer kein Internet hat und beide nur ungern Telefonieren........... da hätte ich schon gerne ein paar mehr *sfg*

@Anne05: Okay *sfg* ich erhöhe ja schon auf 2-3 ;-)))))
aber auch wenn er sich sichtlich Mühe gibt, er versteht so vieles einfach nicht. Andererseits stimmt es schon- verlassen kann ich mich auf ihn!


Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 19.11.2001 12:19
Hallo Susi,

ich denke du sprichst hier ein absolut wichtiges Thema an. der Grund für eine relative Kontaktarmut bei ADS´lern liegt an zwei Gründen.

1) Die Bekannten die man hat, werden aufgrund des eigenen ungeduldigen oder flegmatischen Verhaltens vergrault. Man wird häufig in die Kategorie "zu anstrengend" plaziert.

2) Über die Jahre verliert man dann Fähigkeit, neue Bekanntschaften ausserhalb des Schul- oder Berufslebens zu knüpfen und auch privat zu pflegen. Anhand negativer Erfahrungen mit geplatzten Freundschaften hat man vielleicht sogar noch Hemmungen auf andere zuzugehen.

Beides ergibt einen Einsamkeitskreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Ich habe auch erst sehr spät lernen müssen, wie ich mir meine Bekannten erhalten kann. Ich denke, dass wenn ich wirklich alles ausdrücken würde was mir einfällt, dass ich dann auch noch größere Probleme mit Freundschaften hätte.

Der für mich gültige Lösungsweg umfasst also folgende Schritte und Gedanken:

Für jeden Interessenskreis habe ich auch einen eigenen sozialen Rahmen. Jedes meiner Hobbies oder der Themen die ich bearbeite, wird in einem anderen Personenkreis gemacht (Sport, Computer, DRK....). Und ich halte es für mich sehr wichtig, diese Personenkreise nach Möglichkeit nicht zu vermischen. Das hat den Vorteil, dass zumindest das Kennenlernen neuer Personen gerwährleistet ist, alleien schon dadurch, dass ich viel ausser Haus bin. Ein weiterer Vorteil ist, dass mich diese Menschen nur eine "begrenzte" Zeit "ertragen" müssen, nämlich solange, wie die gemeinsame Aktivität am laufen ist. Dadurch kommt es auch seltener zu Situationen in denen ich hypere. Es sinkt also die Wahrscheinlichkeit, dass ich negativ auffalle, auch wenn meine Macken schon deutlich sind. Aber von der Macke bis zu einer Ablehnung ist ja noch ein gehöriges Stück.

Einen besten Freund habe ich. Auch bei ihm muss ich aufpassen dass ich ihn nicht "vergraule". Das geht am besten, in dem wir feste Aktivitäten ausmachen, und nicht einfach nur zusammen rumhängen. Das rumhängen sind so die gefährlichen Momente.

Mit dieser Praxis vermeide ich ganz klar das Alleinsein. Nachteilig ist aber dabei, dass ich nun verlernt habe, so richtig meine eigenen Gefühle auszudrücken (wenn ich es überhaupt jemals gekonnt habe). Also bin ich im gewissen Sinne verklemmt. Wenn ich aber wählen sollte was mir lieber ist, dann halte ich mich mit meinen tatsächlichen Gedanken und Gefühlen lieber zurück, als total alleine dazustehen. Das ganze ist ja schließlich aus der Erfahrung geboren, dass wenn ich so erscheine wie ich tatsächlich bin, ich abgelehnt werde. Also muss ich meine Impulsivität in diesem Bereich zügeln.

Selbst wenn mir vieles egal ist, wie die Leute über mich denken, so möchte ich doch zumindest, dass mir noch die Leute sagen, was sie über mich denken. Ich bin aber weit weit davon entfernt, dass ich "everybodies dearling" sein will.

Kermit

von Kermit - am 19.11.2001 12:28

Re: Freunde- wieder mal nicht nur ich


hi Susi,

ich habe zwar auch einige Bekannte und eine gute Freundin( die hier auch mitliest:-) über Kinderkontakt gefunden.......


aber für mich war immer wichtig auch ohne Kids zu sein......und dann habe ich mit den Freunden auch andere Themen......angefangen vom letzten Kinobesuch bis wie brate ich ein Steak:-). oder warum falten Zitronenfalter keine Zitronen......lach...

ich konnte noch nie nur über Kids reden:-).......


mein Mann "der beste Freund " ein schönes Thema.........

meint

Rhoa

von Rhoa - am 19.11.2001 13:03
Hallo Kermit,

diese Bekannt habe ich auch- ich habe lange Zeit mich schon zu viel engagiert in Vereinen, Schule und KiGa. Da es nicht nur Vorteile dabei gibt, versuche ich gerade es etwas zu reduzieren.

Ich meine aber so richtige Freunde, mit denen man reden kann ohne seine eigene Meinung "verstecken" zu müssen.

Nach meiner Erfahrung bleiben da nur die überig, die mir ähnlich sind, es nicht krumm nehmen, wenn ich 1/2 Jahr nichts von mir hören lasse und mich so nehmen wie ich bin. Die, die acuh mal meine Meinung akzeptieren können, ohne die selbe zu haben.

Und gerade da, sehe ich in letzter Zeit, dass es nicht besonders viele sind. :-(

Mit dem "vergraulen" ist das bei mir schon anders- ich bin ja nicht Hyper *g*- bei mir ist es eher so, dass einige es aufgeben mit mir Kontakt zu bekommen.

Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 19.11.2001 13:03
Hallo Rhoa,

ist leider im Mom eins meiner Probs- bei Kinderthemen fühle ich mich sicher, da kenn ich mich aus *g*

Bei anderen Dingen trau ich mich dann oft nicht auch mal den Mund aufzumachen. Aber ich bin ja noch lernfähig ;-))

Vielleicht sollte ich mir mal ein Schmetterlingsbuch zulegen....... denn über das Zitronen falten kennen sich wahrscheinlich die wenigstens aus *grübel* ;-)))))))

Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 19.11.2001 13:08
Freundschaft ist die Blüte des Augenblicks
und die Frucht der Zeit.
(Aug. v. Kotzebue)

Das trifft ziemlich genau auf meine Freunde zu. 1 Freundin aus der Schulzeit von 1967, mit der ich vorwiegend wegen der Entfernung nach Canada maile oder telefoniere.
2 andere auch aus den 60ern, zu denen ich auch vorwiegend über das Telefon Kontakt halte, und dann 5-6 enge Freunde aus meiner Nachbarschaft bzw. aus der Selbsthilfegruppe in der ich seit 10 Jahren bin.

Jeder dieser Freunde würde für mich nachts quer duch Deutschland fahren, wenn es nötig wäre. Jeden dieser Freunde kann ich anrufen, wenn ich nicht mehr weiter weiß.

Allerdings ist auch bei mir der allernächste Freund mein Mann. Nach 25 Jahren Zusammensein reicht ein "schau mir in die Augen, Kleines", und er weiß was los ist.

FREUNDliche Grüße von Angelika (TanteGela)


P.S. Leute die Freundschaften nicht pflegen, und wo ich das Gefühl habe ausgenutzt zu werden, verschwinden nach max. 2 Jahren gnadenlos aus meinem Adressbuch.

von Angelika (TanteGela) - am 19.11.2001 13:21
Hallo Angelika,

>Allerdings ist auch bei mir der allernächste Freund mein >Mann. Nach 25 Jahren Zusammensein reicht ein "schau mir >in die Augen, Kleines", und er weiß was los ist.

So viele Jahre haben wir noch nicht *g*- aber er merkt auch was los ist (manchmal)........ und läuft so schnell es geht in die entgegengesetzte Ecke- weil er leider nicht weis wie er damit umgehen soll.

>Leute die Freundschaften nicht pflegen, und wo ich das >Gefühl habe ausgenutzt zu werden, verschwinden nach max.
>2 Jahren gnadenlos aus meinem Adressbuch.

Mmmmhhh ist eben mein derzeitiges Problem- versuche mich ein wenig von denen fernzuhalten- aber dann brauche ich eigentlich kein Adressbuch mehr :-(

Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 19.11.2001 13:32
Hallo,

da muß ich mich doch auch melden...

mein allerbester und einzigster Freund ist mein EX-Mann...ja ja ihr leßt richtig ;-)

Ich könnte mir keinen besseren Freund vorstellen dazu noch einen der mein Leben nun schon seit 12 Jahren bereichert.

Schade das eine Beziehung mit uns nicht funktioniert hat...

Seit 8 1/2 Jahren sind wir nun geschieden...ein halbes Jahr danach hatten wir keinen Kontakt..seitdem dieser wieder aufgebaut ist verstehen wir uns so gut wie nie zuvor.

Mit ihm kann ich über alles reden auch wenn er nicht immer meine Meinung teilt...mit ihm kann ich streiten...mit ihm kann ich lachen und auch weinen.

Wir helfen uns gegenseitig bei Problemen und jeder nimmt die Macken...Ecken und Kanten des anderen hin.

DAS ist es was ich mir unter einer wahren Freundschaft vorstelle...nehmen und geben aber ohne nachzuzählen wieviel gab ich dir und du mir...

Die Freundschaft zu einer Freundin (5 Jahre haben wir uns als beste Freundinnen betrachtet) ist wie einige hier wissen vor einiger Zeit kaputt gegangen und das nicht weil wir irgendwelche Macken haben, sondern weil wir es zuließen das Außenstehende einen Keil treiben konnten ohne das wir es bemerkt hätten.

Nun sind wir beide so sehr verbohrt und stur das ein erneutet zueinander finden nicht mehr möglich ist.

Es hat sehr sehr weh getan diese Freundschaft kaputtgehen zu sehen aber zum kitten ist es jetzt schon zu spät. Selbst wenn wir uns wieder vertragen würden..eine Vertrauensbasis wie sie Damals da war würde es nicht mehr geben.

Aus diesem Grund habe ich beschlossen ganz darauf zu verzichten.

Tja, so sieht es bei mir aus doch ich gebe die Hoffnung nicht auf wieder eine solche Freundin zu finden auch wenn ich darauf noch viele Jahre warten muß.

Liebe Grüße
Jessi
Das sind wir


von Jessica - am 19.11.2001 13:34
hallo,

ich gesselle mich auch zu euch.

hab die ähnlichen problem. bin ein hypie und habe die leute oft über den haufen geredet. wollte von meiner meinung überzeugen
und war oft seeeeehr direkt.

das verschreckt jeden. dadurch habe ich mich von meiner umwelt ganz zurückgezogen und mein einziger freund war mein mann. naja und 1 oder 2 wiederstandsfähige, wobei sich bei einer dieser freundinen jetzt auch ads bestätigt hat.

jetzt mit medis bin ich wohl besser zu ertragen, bin immer überascht wenn jemand kontakt zu mir sucht.

leider denke ich dann oft der meint es nich ernst. und an mir kann man doch kein interesse haben, deshalb lasse ich dann oft nicht mehr kontat zu. auch aus angst mich zu blamieren.

viele grüsse iris

von iris - am 19.11.2001 13:52
susi,

ich denke, das Kontakte eben eine Holschuld sind. Und da gibt es diesen einen feinen Grad zwischen auf den Senkel gehen oder sich so zu verhalten, dass der andere meint man hätte ihn vergessen oder sie seien gleichgültig.

Jeder hat schon wahrscheinlich Kontakte selbst abgelehnt, wenn eine Person als "lästig" empfunden wird. Man kommt sich einfach verfolgt vor, wenn eine Person versucht, zwanghaft einen Kontakt aufrechtzuerhalten. Es wirkt dann unnatürlich.

Und umgekehrt kann eine Person in Vergessenheit geraten, wenn sie sich einfach nicht meldet oder wenn irgendwelche "Rechnungen" noch offen sind und nicht "zeitnah" beglichen werden.

Man erkennt schon, dass das das eigene Verhalten zu dosieren ist, um innerhalb der Toleranzen des Gegenübers zu bleiben. Und gerade bei ADS´lern gibt es Schwierigkeiten mit der "natürlichen Dosierung".
Aber egal ob ADS oder nicht, für beide Gruppen gilt: Einfach mal soziale Kontakte ausprobieren und üben üben üben....

Kermit

P.S. auch wenn das so locker klingen mag, ich habe da auch noch nicht alles raus.........

von Kermit - am 19.11.2001 14:26
Hi Kermit,

tja, hört sich leicht an mit dem üben.

Klar hast du recht damit, aber manchmal geht es eben nicht so wie man möchte.

Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 19.11.2001 18:28
Hallo Susi,

ich war gerade auch auf Deiner Homepage, die wirklich super ist.

Ich habe keine Freunde, der einzige Mensch, der mich richtig kennt ist mein Mann (ein Wunder, dass ich ihn habe) und natürlich meine Kinder. Das ich selbst ADS (wie mein Sohn) habe, weiß ich erst seit kurzem und bin darüber noch sehr geschockt und verwirrt. Aber ich habe in letzter Zeit sooo viel über ADS gelesen, dass ich mich jetzt nicht mehr wundern muß, warum ich anders bin als andere, warum ich keine Freunde habe, warum ich meine Hausarbeit nicht in den Griff bekomme, warum ich so viele Dinge anfange und nichts zu Ende führen kann.

Tut mir leid, Susi, dass ich ein bißchen vom Thema abgekommen bin. Auf Deiner Homepage hast Du mir aus der Seele gesprochen, deshalb könnte ich Dich noch mit 1000 Fragen bombadieren. Denn für mich ist das alles Neuland. Tschüssi
Jeanie

von Jeanie - am 20.11.2001 10:04
Hallo Jeanie,

Danke!

Gerade deshalb, habe ich das mit der HP angefangen. Die meisten hier haben mal mit wenig oder gar keinem Wissen angefangen.

Also, wenn du Fragen hast, dann schieß einfach los. Hier im Forum, oder du kannst mich gerne auch anmailen.

Ach ja, und nicht böse sein, dass wir ein wenig unter deiner Anfrage nach Erw-Forum "gespielt" haben- es sind hier außer mir scheinbar noch mehr Kinder ;-))))

Grüße
Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 20.11.2001 10:09
Hallo Susi

Vielen Dank für das Angebot, ich werde darauf zurückkommen, jetzt muß ich erst meine Tochter vom Kiga abholen. Nur eine Frage noch, wie bringst Du die Energie auf, die Punkte-Pläne durchzuhalten. Ich fühle mich schon überfordert, wenn ich so einen Plan aufstellen soll und deshalb schiebe ich das auch schon 1-2 Wochen vor mir her.
Tschüssi
Jeanie

von Jeanie - am 20.11.2001 10:36
Hallo Jeanie,

tja, weil es eben nicht mehr anders ging *g*

Ich gelte eigentlich als besonders kinderlieb. Habe im der Kindheit und als Jugendliche so ziemich bei jedem Kind "babygesittet", meine Tochter galt als "guterzogen" und dann kam mein Sohn *g*....... nach den ersten 5 Wochen wäre er beinahe aus dem Fenster geflogen :-)

Ich liebe dieses Kind über alles, aber es war manchmal einfach sehr anstrengend.

Also fingen wir (ich glaube er war 3) mit Punkteplan an. Damals haben wir mit viel weniger "Aufgaben" angefangen.

Da war es gut meinen Mann zu haben, der kein ADS hat, mich "getreten" hat und für die Ausführung gesorgt hat. Nach 1/2 Jahr haben die Kids es geschnallt und ihrerseits auf die Einhaltung geachtet.

Also ohne Unterstützung wäre es bei mir auch nicht gelaufen. Mittlerweile bekomme ich auch Medis und da habe ich zumindest diese ADS-Probs gut mit im Griff.

Mach dir doch einen großen auffälligen Zettel- am besten irgendwo festkleben, damit er nicht unauffällig verschwindet und so auffällig, dass er nervt *ggg*- dann könnte es klappen, mit dem nicht mehr aufschieben.

LG
Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 20.11.2001 10:47
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