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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kornelia, Martin Winkler, Pia

Test in München für 100%ige Sicherheit

Startbeitrag von Kornelia am 30.11.2001 16:35

Hallo zusammen.

Ich war heute beim Psychiater, der hat zu mir gesagt, es gäbe in München (und in Deutschland nur da) einen Test, der ADS bei Erwachsenen !00%ig nachweist.

Hat einer von euch davon schonmal was gehört.

Grüße

Kornelia

PS.: Ach so, er sagt auch, daß ich es höchstwahrscheinlich auch habe. Bin durcheinander, weiß nicht was ich denken soll, denke zuviel:-(((((((

Antworten:

Wenn schon 100 % Erfolgsrate, dann doch bitte etwas differenzierter...

Also , gemeint ist sich die SPECT-Diagnostik der Dopamin-Transporter-Dichte von Prof. Krause in Zusammenarbeit mit seiner Frau Johanna Krause.
Tatsächlich spricht einiges dafür, dass damit ein diagnostischer Hinweis auf das Vorliegen von ADHS bei Erwachsenen gewonnen werden kann. Auch kann damit die Wirkung des Methylphenidat (Ritalin) gezeigt werden, da hierunter eine Änderung der Transporter-Dichte nachgewiesen werden kann.

Aber wirklich beweisen ? Ich glaube, dass wuerde auch Prof. Krause so nicht behaupten. Er arbeitet als Neurologie-Prof. im Friedrich-Baur-Institut der Medizinischen Klinik Innenstadt in München (soweit ich weiss).

Soweit ich das bisher mitbekommen habe, macht Frau Dr. Krause eine sehr fundierte Anamnese und Diagnostik. Diejenigen, die einen starken ADHS-Verdacht haben, wurden oder werden in die Untersuchungen mit dem SPECT eingeschlossen. Man kann dann eine Erhöhung dieser Transporter-Dichte bei ADHSlern nachweisen. Allerdings weiss man noch recht wenig darüber, ob nicht auch bei anderen Patienten eine solche Erhöhung vorliegen kann. (Nur für diejenigen, die nicht wie einige hier jeden Tag sich mit ADHS-Wissenschaft beschäftigen : Die Dopamin-Transporter sind dafür da, den Botenstoff Dopamin aus dem Zellspalt wieder zurück in die Nervenzelle zu transportieren. Bei ADHS soll durch eine besondere Aktivität bzw. Anzahl dieser Zellen ein erhöhter Rücktransport und damit ein relativer Dopaminmangel vorliegen. Wenn man die Behandlung mit Ritalin macht, wird dieses Transportsystem gehemmt. Damit wird mehr Dopamin im synaptischen Spalt vorliegen. Huether aus Göttingen behauptet ja, dass Ritalin die Dopamin-Transporter-Anzahl bei den Ratten reduziert... Was ja nicht das schlechteste wäre...).

Übrigens läuft offenbar in den USA eine Diskussion zum Thema SPECT-Diagnostik an... Ich war auf der Homepage von www.thomhartman.com wo er sich vehement gegen einen Einsatz der SPECT zur Diagnostik der ADHD (bei Kindern) ausspricht. Andererseits wird wohl gerade diskutiert, ob man die SPECT-Diagnostik als Kassenleistung abrechnen soll/ kann....

Ich selber habe noch keine Meinung zu dem Thema. Verspielt wie ich aber so bin, hätte ich auch gerne ein SPECT, dass sowohl die Diagnostik nach Krause wie auch die wunderschönen Bildchen nach Daniel Amen kann. Wenn vielleicht noch jemand eine kleine Million übrig hätte...
ADD-Online


von Martin Winkler - am 30.11.2001 16:50

Re: @ Martin

Hi Martin.

Du schreibst:



von Kornelia - am 02.12.2001 08:19

Re: @ Martin

Na gut, weil heute der 1. Advent ist...


[www.mindfixers.com]

Schöne bunte Bildchen zu verschiedenen Subformen des ADHS. Daniel Amen hat in den USA 2 Privatkliniken, die eine Diagnostik und verhaltenstherapeutisch orientierte Therapie der ADHS anbieten. (www.amenclinic.com). Er hat auf mich in Vorträgen einen sehr fundierten Eindruck hinterlassen, dennoch ist sein Vorgehen nicht unumstritten. Im wesentlichen wird kritisiert, dass es keine Kontrollgruppen für die Spect-Untersuchungen gibt und damit auch nicht klar ist, welche Aussage diese Spect-Untersuchungen wirklich liefern. Allerdings hat Amen sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet. Selbst wenn einiges daran Show ist, kann man doch zumindest im Einzellfall daraus noch Subformen des ADHS beschreiben, die eine differenzierte medikamentöse therapie erfordern oder ermöglichen. Nur zur Klarstellung : Das was Amen untersucht ist was anderes als die Krauses.... Nur das Gerät ist beides ein SPECT...
ADD-Online


von Martin Winkler - am 02.12.2001 09:16

Re: @ Martin noch eine Frage

Hallo Martin.

Und auf die Gefahr hin, daß ich nun einen etwas dümlichen Eindruck mache: Was ist ein SPECT? Das ist doch eine Abkürzung für irgendwas.

Grüße

Kornelia

Ps.: Kannst auch nach dem 1. Advent antworten:-))))))))

von Kornelia - am 02.12.2001 09:29

Re: @ Martin noch eine Frage

> Und auf die Gefahr hin, daß ich nun einen etwas dümlichen
> Eindruck mache: Was ist ein SPECT? Das ist doch eine Abkürzung
> für irgendwas.

(Zitat von irgendwo)

Die Single-Photon-Emissionscomputertomografie SPECT ist ein sehr empfindliches bildgebendes diagnostisches Verfahren, mit dem Durchblutungs- und Funktionsstörungen des Gehirns nachgewiesen werden können. Es eignet sich zum Beispiel zur Diagnose von Hirninfarkten, Sauerstoffmangel, Epilepsie, Morbus Parkinson oder der Alzheimerkrankheit.

> Ps.: Kannst auch nach dem 1. Advent antworten:-))))))))

Genau, Martin arbeitet jetzt ganz fleißig für seine Diss.! ;-)

von Pia - am 02.12.2001 09:55

Re: @ Martin noch eine Frage

(Noch ein Zitat, diesesmal mit Link)
-----------------------------------------------

Single Photon Emission Computer Tomography

Einzelphotonenemissionscomputertomographie

Single Photon: Gammastrahlung beim Zerfall eines radioaktiven Isotopes

Emission: Strahlung kommt aus dem Körper des Patienten

Computer Tomography: Der Computer erzeugt die Schnittbilder

SPECT ist ein nuklearmedizinisches Schnittbildverfahren, das überlagerungsfreie Bilder von der Verteilung eines radioaktiven Stoffes im Körper erzeugt. Die Gammakamera dreht sich in 32 bis 128 Einzelschritten (Projektionen) in einem Halb- oder Vollkreis um den Patienten und zeichnet dabei aus den einzelnen Projektionen 2-dimensionale Bilder der Verteilung des radioaktiven Tracers auf (wie planare Szintigramme). Aus diesen Projektionen berechnet der Computer Schnittbilder (Tomogramme) zunächst quer (transvers, von unten nach oben) durch den Körper. Je nach untersuchtem Organ können zusätzlich Schnittbilder in weiteren Lagen (sagittale (von rechts nach links), coronale (von hinten nach vorne) und oblique (schräg)) daraus berechnet werden.

Durch die SPECT-Technik steigert sich die Nachweiswahrscheinlichkeit (Sensitivität) und Genauigkeit der Ortszuweisung. Eine SPECT kann als alleinige oder als zusätzliche (zu planaren Aufnahmen) Bildgebung erfolgen. Sie bedeutet keine erhöhte Strahlenexposition für den Patienten oder Pflegepersonal bei gleicher injizierter Aktivität.

Die Aufnahmedauer je einzelner SPECT-Untersuchung beträgt je nach Organ, injizierter Aktivität und gewünschter Auflösung zwischen 10 und 50 Minuten, dabei darf sich der Patient nicht bewegen. Bei Bewegungen während der Aufnahme muß in der Regel die Aufnahme von Anfang an wiederholt werden. Deswegen ist ein Mindestmaß an Mitarbeit und Einsicht des Patienten erforderlich. Bei entsprechender Indikation kann die ansich schmerzfreie Untersuchung auch in Sedierung oder Narkose durchgeführt werden.
SPECT


von Pia - am 02.12.2001 09:59

Re: @ Martin noch eine Frage

Schade, ich hätte so gern geantwortet...
Na ja, ich lass mich diese Woche wirklich zu gern ablenken. Aber ab Mittwoch werde ich wieder loslegen und arbeiten, da hab ich etwas weniger Zeit als jetzt :-(
Ich finde funktionelle Bildgebung, d.h. die Untersuchung des Gehirns im lebenden Zustand mit SPECT oder PET (Positronen Emissions-Tomographie) eine nette Sache. Leider war es an meiner alten Klinik Forschungsthema (PET), was die Anwendung in der Psychiatrie anging. Aber irgendwie war es mir da zu abstrakt. Ich hätte es lieber etwas psychiatrie-praxisnäher....

So, jetzt werde ich mich nochmal kurz mit meinem Promotionsvortrag (10-15 min) über Photodynamische Lasertherapie beschäftigen. Anschliessend muss ich meine 5 jährige Cousine besuchen und ihr ein Bilderbuch über Eisbären und Pinguine überreichen... Bevor sie dann gleich ins Tanzschulalter kommt...
ADD-Online


von Martin Winkler - am 02.12.2001 13:07
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