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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
mami-maus

B I O P S Y C H O L O G I E: Was ist Stress?

Startbeitrag von mami-maus am 02.12.2001 18:56

B I O P S Y C H O L O G I E

Was ist Stress?

Gedrängel schon morgens in der Bahn. Den ganzen Tag Druck
vom Chef. Und am Abend auch noch Ärger mit dem Partner:
Das Leben ist Stress.

Biologisch betrachtet ist Stress eigentlich nichts Schlechtes: Er
versetzt uns in Sekundenschnelle in höchste
Alarmbereitschaft, macht hellwach, hoch konzentriert und
reaktionsbereit. Stress setzt ein uraltes Überlebensprogramm
in Gang. Er ist die angemessene Antwort unseres Körpers auf
Gefahr. Der Organismus mobilisiert seine Kraftreserven und
wird flucht- oder kampfbereit – ein sinnvoller und
lebensnotwendiger Vorgang.

Woher also die Klagen über ein natürliches Phänomen?
Warum fühlen sich die Jüngsten schon von Schul- und die
Erwachsenen sogar von Urlaubs-, Freizeit- oder
Weihnachtsstress verfolgt? Allein die Dosis macht’s: Wer sich
permanent angespannt fühlt oder im Übermaß belastet ist,
überfordert seine Kraftreserven. Dieser negative Stress –
Wissenschaftler sprechen von „Distress“ – raubt nicht nur
Lebensfreude: Er macht auf Dauer auch krank. Dagegen
bringen herausfordernde Aufgaben, die sich aber
grundsätzlich bewältigen lassen, den richtigen „Kick“. Positiver
Stress – „Eustress“ – hält vital, setzt Kräfte frei und beflügelt.
Unter Belastung setzen die Nebennieren verstärkt die
Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol frei. Diese
lösen eine Kaskade von Reaktionen aus: Das Herz schlägt
kräftiger und schneller; der Blutdruck steigt; die Bronchien
weiten sich; die Atmung wird tiefer; der Blutzuckerspiegel
erhöht sich; Magen, Darm und Blase stellen ihre Tätigkeit
vorübergehend ein. Zweck dieser Umstellungen: Unser Körper
transportiert sauerstoffhaltiges Blut aus den Haut- und
Darmgefäßen in die Muskulatur und Atemwege, um sich in
Fluchtbereitschaft zu versetzen. Hormone und Nerven stehen
zudem in enger Verbindung mit dem Immunsystem. Cortisol
beispielsweise hemmt die Aktivität verschiedener
Abwehrzellen. Wer unter chronischem Stress steht, ist deshalb
anfälliger für Infektionen.

Wie stark der Körper auf Stressoren reagiert, hängt von der
Persönlichkeit ab
Wer sich von Belastungen überwältigt und Anforderungen
hilflos ausgeliefert fühlt, leidet stärker als Menschen, die
Aufgaben positiv angehen. In einer kürzlich im
US-amerikanischen Fachjournal „Health Psychology“
veröffentlichten Studie zeigte sich, dass Menschen mit
neurotischen Charakterzügen eine geringere Immunantwort
auf eine Hepatitis-B-Impfung entwickelten als ausgeglichene
Studienteilnehmer. Zum anderen reagierte ihr Immunsystem
unter Stressbelastung schwächer als das psychisch stabiler
Personen. Umgekehrt bauen Entspannungsübungen nicht nur
Stress ab. Sie stärken darüberhinaus auch das Immunsystem
und mindern somit die Krankheitsanfälligkeit.


30.11.01



Z U R Ü C K
Was ist Stress?

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