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ADHS ADS Selbsthilfe
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18
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Pia, Cornelia, Bernhard, Michaela#, Antje, Susi, Thea, Opti, uli

Frage zum IQ-Test

Startbeitrag von uli am 05.12.2001 14:54

Hallo zusammen!

Nach längerer Internet-Pause( der PC war krank-Virus), bin ich mal wieder da!...freu' .
Ich habe auch gleich eine dringende Frage.
Also,in ca. 4 Wochen haben wir(Tochter 11) einen Termin bei unserem ADS-Kiarzt zur jährlichen Kontrolle.
Meine Tochter nimmt seit 1 Jahr Ritalin. Zuvor wurde ein test gemacht und Blut abgenommen,auch ein EEG wurde gamacht.
Reicht das an Diagnostik eigentlich aus? Ich habe schon so oft gelesen, dass auch IQ-Tests bei den Kindern gemacht werden. Werden die nun immer gemacht oder nur in best. Fällen?
Wer kann mir da weiter helfen? Und welche Konsequenz hat es letztendlich, zu wissen wie hoch der IQ des Kindes ist.
Ich denke mal meine Tochter ist durchschnittlich. Oder kann man das vom Gefühl her gar nicht sagen!!
Soll ich nun den Arzt bitten so einen Test durchzuführen und wie wird das Ablaufen? Sind dazu evtl. mehrere Tage einzuplanen.
Sind da nur eine Person, oder muss sie sich mit mehreren auseinandersetzen?

Fragen über Fragen!!

Vielen Dank Uli

Antworten:

Hallo Uli:

uli schrieb:
Ich habe schon
> so oft gelesen, dass auch IQ-Tests bei den Kindern gemacht
> werden. Werden die nun immer gemacht oder nur in best. Fällen?
> Wer kann mir da weiter helfen? Und welche Konsequenz hat es
> letztendlich, zu wissen wie hoch der IQ des Kindes ist.
> Ich denke mal meine Tochter ist durchschnittlich. Oder kann man
> das vom Gefühl her gar nicht sagen!!

Ein IQ-test ist aus zweierlei Gründen notwendig:
- zur groben IQ-Abschätzung: Liegt eine allgemeine schulische Unterforderung oder Überforderung vor?
- Ein detaillierter Test kann Hinweise auf Teilleistungsstörungen geben: Rechtschreibschwäche, Wahrnehmungsprobleme, (zB Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung) ausserdem noch weitere Infos wie Arbeitsverhalten, Reaktion auf Misserfolge, Durchhaltevermögen etc

S aus dem gefühl heraus kann man das nur schwer beurteilen, da sind standardisierte Tests schon sehr hilfreich.


Bernhard
Was ist hks-ads?


von Bernhard - am 05.12.2001 16:03
hallo Uli, an sich reicht das alles aus und in besonderen Fällen, wie Schulversagen etc. wird ein IQ- test gemacht. Persönlicher Tip von mir:
gib dich damit zufrieden. Je mehr Tests, desto unzufriedener wirst Du und dein Kind. Du siehst sie durch die Diagnostik-Brille, weisst schwarz auf weiss ihre Schwächen und interpretierst zuviel hinein. Nimm sie wie sie ist. sie hat ihre Schwächen, die du auch weisst, aber müssen wir denn immer alles zu Tage fördern. Auch wir Eltern sollten mal ablassen von diesen 100 Tests, dehnen unsere Kinder ständig ausgesetzt sind und bei dehnen sie immer wieder das Gefühl haben werden , nicht ganz normal zu sein.Diese Schwächen haben auch wir mehr oder weniger und es ist rein menschlich welche zu haben. Solltet ihr natürlich massive Probleme haben, müsst ihr was unternehmen. Allerdings sollte man auch dazu nicht immer diese Tests benutzen, um irgendetwas sichtbar zu machen, was eh schon sichtbar ist....
- auch diese Sicht sollte bei allen berücksichtigt werden.Viel Glück! Thea

von Thea - am 05.12.2001 16:36

Re: Frage zum IQ-Test an Bernhard

Hallo Bernhard
Kann ich auf Grund deiner Antwort ,davon ausgehen das die Untersuchungen bei meiner Tochter nicht Richtig ausgewertet worden sind . Da bei ihr nach einem 3/4 Jahr Legasthenie festegstellt wurde . Und der Psychologe aber darauf zum Zeitpunkt der Untersuchung , keine anzeichen sah . Sie hat damals den IQ mit 111 gemacht und der Konzentrationstest mit auswertung um dem Normal Wert (weiß die Zahlen nicht mehr genau) alle beiden Test wurden mit Ritalin gemacht.

von Opti - am 05.12.2001 17:39
Hallo Uli,

ich finde den IQ Test schon recht wichtig.

So soll es ja Kinder geben, die wegen Schulprobleme zum ADS-Test geschickt werden, Diagnose, Therapie und Ritalin bekommen und weiter Probleme haben.

Wenn gleich ein IQ dabei ist, kann festgestellt werden ob eine Über- oder Unterforderung mit im Spiel ist und man kann (meine Meinung) wesentlich schneller darauf eingehen.

Ich werde bei meiner Tochter (8) auf jeden Fall noch einen machen lassen (ist bei uns in der Diag leider nicht gemacht worden), da ich den Eindruck habe, jetzt wo sie sich konzentrieren kann, langweilt sie sich. Und das wäre ja auf Dauer nicht so besonders gut.

Allerdings will ICH es auch wissen- denn wenn es nur mein "Mutterstolz" ist, der annimmt sie recht pfiffig ist, dann überfordere ich sie womöglich, oder ist sie wirklich pfiffig und total unterfordert?!- will schließlich das beste für meine Kids- selbst auf die Gefahr hin, dass ich zugeben muss, dass sie ganz normale gewöhnliche ADSler sind :-)

Susi
Unsere Familie und Tipps für ADSler


von Susi - am 05.12.2001 17:49
Hallo Opti,

ich hab mich da ein wenig zu lax ausgedrückt. Mit einem IQ Test alleine kann man keine LRS diagnostizieren; wenn man aber vorher weiss, dass es mit der Rechtschreibung Probleme gibt, dann kann ein ausführlicher IQ-Test wichtige weitere Infos bringen (Wahrnehmung, Gedächtnis, ...)

Wenn Dein Psycho vorher wusste, dass eine Rechtschreibschwäche vorliegt, und auch entsprechende Rechtschreibtests einsetzt, aber keine Rechtschreibschwäche diagnostizierte, später woanders aber doch, dann wird's interessant: Dann ist nach Ursachen zu fahnden ....., da ist eine fehlerhafte Auswertung durch den Psych nur *eine* Erklärungsmöglichkeit, es könnte auch an der fluktuierenden Konzentrationsleistung, an situativen Faktoren liegen.

Ein IQ-Test mit einem Konzentrationstest kann für sich alleine keine Rechtschreibschwäche angemessen diagnostizieren. Auch mit der Konzentration ist das so eine Sache: Es gibt keine vernünftigen Verfahren, die alle wichtigen Aspekte der Konzentration und besonders deren (durch Situationsfaktoren bedingte) Fluktuation erfassen kann.

Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 05.12.2001 20:49
Hallo Uli,

ich glaube nicht, dass ein IQ Test zur Diagnose unerlässlich ist, es kommt ganz auf den Fall an.

Mein Sohn - er ist allerdings ein Sonderfall - (*9 3/4* Jahre) hatte die Diagnose HKS vom Kinderarzt schon mit 3 Jahren...ohne spezielle Tests, allein durch umfangreiche Verhaltensbeobachtungen. Er war allerdings auch von Anfang an sehr auffällig in allen Lebenssituationen.
Auch mit vier Jahren stellte ein anderer Arzt die Diagnose ADSH ohne IQ-Test nur aufgrund des Verhaltens und eines EEGs.

Die ersten IQ Tests wurden *erst* mit fünf Jahren im Rahmen umfangreicher Untersuchungen gemacht, als keinerlei der bisherigen Bemühungen um ihm halfen.
Erst dann bekam er Ritalin, allerdings aus heutiger Sicht allem Anschein nach bis Anfang 2000 unterdosiert.
Zu dieser Zeit wurde auch die Epilepsie-Erstdiagnose gestellt und er wurde ab da regelmäßig getestet, so weit es bei seinem Verhalten und den Auswirkungen verschiedener Medikationen überhaupt möglich war, auch zur Sicherheit, weil die Epilepsieform, die sich später entwickelte, zu schweren geistigen Behinderungen führt, wenn sie nicht ausreichend behandelt werden kann. (Jetzt ist sie gottseidank *im Griff*)

Der bislang letzte Test mit 8 Jahren erfolgte schließlich gezielt wegen des konkreten Verdachtes der Hochbegabung und darauf beruhender sehr starker schulischer Unterforderung.
Beides bestätigte sich.
Die Konsequenz für ihn war die Chance zum Wechsel auf die Regelschule.
Und damit eine beeindruckende Verringerung seiner zuvor extremen Aggressionen.



Da diese Tests durchaus kostenintensiv sind, zahlt die Krankenkasse sie nicht ohne gute Begründung.
Ein IQ-Test kann aber natürlich in Zweifelsfällen zur Diagnosestützung hilfreich sein, denn bei ADS ist eine deutliche relative Diskrepanz in den Untertests typisch, oder zur Ausschlussdiagnostik, so bei dem Verdacht, dass eine Lernbehinderung, eine Hochbegabung oder andere kognitive *Normabweichungen* vorliegen.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, einen Test selbst zu finanzieren, bei entsprechend gut gefülltem Portemonnaie. - Meines gehört leider nicht zu dieser Kategorie :(


Wenn Deine Tochter sich jetzt wohlfühlt und zurechtkommt, dann würde ich sie nicht testen lassen, sondern ihr ermöglichen, einfach zur Ruhe zu kommen und eine möglichst *normale* Kindheit zu verleben. :-)


Gruß,
Cornelia

von Cornelia - am 06.12.2001 00:04
Hallo Cornelia und Interessierte,

ich hab Euch jetzt mal aus den Leitlininien was zur Diagnostik rauskopiert:
*************************************************
2.5 Apparative Labor- und Testdiagnostik


Testpsychologische Diagnostik
Zumindest eine orientierende Intelligenzdiagnostik wird bei allen Schulkindern empfohlen
Bei Schulkindern ist immer dann eine ausführliche testpsychologische Untersuchung der Intelligenz und schulischer Teilleistungen notwendig, wenn Hinweise auf Leistungsprobleme (Noten, Klassenwiederholung, Sonderbeschulung) oder schulische Unterforderung vorliegen
Bei Vorschulkindern wird eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik wegen der hohen Komorbiditätsraten von Entwicklungsstörungen und wegen der meist fehlenden zuverlässigen Angaben zum Entwicklungsstand grundsätzlich empfohlen.
Apparative Labordiagnostik. Zu achten ist auf mögliche begleitende körperliche Erkrankungen, z.B. Störungen des Schilddrüsenstoffwechsels sowie akute und chronische zerebrale Erkrankungen, die durch eine EEG-Ableitung ausgeschlossen werden sollten.
****************************************************************

Ich halte diese Empfehlungen schon für sehr sinnvoll, aus den genannten Gründen.

> Da diese Tests durchaus kostenintensiv sind, zahlt die
> Krankenkasse sie nicht ohne gute Begründung.

Die Krankenkassen brauchen dafür keine Begründung. So teuer sind die nicht, das ist meistens nicht das Problem. Im Gegenteil, die werden so schlecht bezahlt, dass sie deshalb oft nicht gemacht werden: Für einen HAWIK erhält ein Therapeut für Testdurchführung, Auswertung, Testbericht 700 Punkte. Der Wert für einen Punkt verändert sich ständig, man kann mit ca 5-8 Pf. pro Punkt rechnen, dh 35,-- - 56,-- DM für 2-3 Stunden Arbeit. Das ist für Selbständige indiskutabel.
Für diese Entlohnung kann man nicht mal eine Arzthelferin einstellen, die Testdiagnostik macht - was ich auch nicht für angemessen halte.

Wenn ein Test nicht gemacht wird, hat das also eher finanzielle Gründe, keine Fachlichen.

soweit zur Info

Bernhard
Was ist hks-ads?


von Bernhard - am 06.12.2001 07:57
Hallo,
bei uns wurde auch kein Intelligenztest gemacht, wir haben die Diagnose mit 4 gekriegt, allerdings war Sohnemann auch ein extrem auffälliges Kind. Bei der sonderpädagogischen Überprüfung ergab sich zwar ein Verdacht auf HB, aber wir sind dem noch nicht nachgegangen. Da er sehr große soziale und auch Verhaltensprobleme hat, waren wir einfach froh, dass er in die normale Schule kann, es ist für ihn wichtiger, zu lernen, wie er sich in der Schule verhält, als Wissen anzuhäufen, das er nicht umsetzen kann.
Viele Grüße
Michaela

von Michaela# - am 06.12.2001 08:56
Da er sehr große soziale und auch
> Verhaltensprobleme hat, waren wir einfach froh, dass er in die
> normale Schule kann, es ist für ihn wichtiger, zu lernen, wie
> er sich in der Schule verhält, als Wissen anzuhäufen, das er
> nicht umsetzen kann.

Das Problem ist ja, dass man nicht weiß, was zuerst da ist.

Wenn jemand deutlich mehr intellektuelle Fähigikeiten als der Rest der Klasse hat, dies aber nicht von sich weiß und auch niemand von diesem Kind ahnt, kann es alleine schon deshalb "Terror" machen, weil der Unterricht für seine Bedürfnisse zu lahm ist.

Machen wir ein kleines Gedankenspiel: Wir haben 3 Kinder, die einen IQ 70, IQ 100 und IQ 130 haben, nur wissen sie das nicht, weil sie nicht getestet wurde. (Nun, sie bekämen diesen IQ, würde ein Test gemacht.)

Der Unterricht ist für Kinder mit IQ 100 abgestimmt, nicht zu schnell, nicht zu langsam, gerade so, dass diese gut mitkommen können. Und sie müssen so einen Untericht viele Jahre besuchen.

Das eine Kind langweilt sich zu Tode, dass andere ist total überfordert und letztlich schalten beide ab, weil es sie nicht interessiert.

Wenn ein Verdacht besteht, dann sollte man testen. Denn wenn man weiß, was das Kind eigentlich könnte, kann man es entsprechend fördern. Und auch das Kind wird dann einsehen, dass die anderen nicht einfach nur doof sind, sondern dass die Mehrheit eben langsamer denkt.

Zu wissen, warum man anders ist, hilft bei der eigenen Positionierung innerhalb einer Gruppe.

von Pia - am 06.12.2001 09:12
Hallo Uli

Für mich war der IQ Test für Lisa schon sehr wichtig_____ich habe oft überlegt__ob sie vielleicht minderbegabt und dadurch überfordert ist.

Die Lehrerinen meinten allerdings ob nicht eine Hochbegabung vorliegen könnte, weil es so erstaunlich wäre wie Lisa sich manchmal ausdrückt und ihre Antworten zu "allgemeinen" Themen, die Gedanken die sie dazu hat..usw.

Ich denke der Test war in diesem Sinne für uns wirklich angebracht und bringt nun _____zumindest sehe ich es so____eine Erklärung ___für die unterschiedlichen Aussagen zwischen der Schule und meiner Beobachtung.
(Hatte weiter oben etwas über den Test geschrieben)

Liebe Grüße Antje

von Antje - am 06.12.2001 09:24
Hallo Bernhard,

ich sehe - bis auf die Kosten - in unseren Aussagen gar keinen Widerspruch ;).

Zu den Kosten: Ich weiß, dass man, wenn man den Test selbst bezahlt, man mit etwa 450,- DM rechnen muss, so wurde mir das jedenfalls gesagt, als das Problem der Unterforderung bei meinem Sohn sehr akut wurde. Wenn die Ärzte von der Kasse soo schlecht dafür bezahlt werden, dann ist das natürlich ungerecht und insofern kann man nachvollziehen, wenn sie den Test *aus Kostengründen* nicht gerne machen, wenn auch genau andersherum, sorry.
Und natürlich sollte die Testdiagnostik von einer erfahrenen Fachkraft durchgeführt werden.


Dass andere Ursachen sorgfältig ausgeschlossen werden müssen, ist sonnenklar. Da sind wir uns völlig einig.
Selbstverständlich muss jedem Verdacht auf andere Entwicklungsstörungen sorgfältig nachgegangen werden.
Ich würde mich hüten, je etwas anderes zu behaupten.
Im Gegenteil, es wird viel zu oft vertröstet mit dem lapidaren Hinweis, *das wächst sich schon aus* oder man rede sich etwas ein oder gar es handele sich selbstverständlich um reine Erziehungsmängel usw. usf.
Davon kann ich wahrlich gleich eine ganze Liedersammlung singen, mit der Du einen Musikladen locker aus allen Nähten platzen lassen könntest. :(((


Eine *orientierende* Intelligenzdiagnostik machen Psychologen, Psychiater usw. doch ohnehin während jeder ersten Untersuchung.
Als mein Sohn z.B. drei war, wurde er vom Gesundheitsamt aus der Kita-Reihenuntersuchung zur Motopädie empfohlen und, da er in der Gruppe nicht mitmachte, dann von der Stadtärztin wegen des Antrages auf Einzelförderung untersucht. Weil er ihr nebenbei das Brutverhalten des Kuckucks erklärte und spontan "zwei" antwortete, als sie ihn fragte, wenn er drei Bananen hätte und sie eine äße, wieviele er dann noch habe, meinte sie, er sei doch topfit und brauche keine Motopädie. Haha, er hat immer noch motorische Probleme, das nebenbei, aber damit will ich veranschaulichen, dass selbst bei solchen Entscheidungen die Intelligenz *orientierend* abgeklopft wird.
Selbst bei der Ergotherapie, die er mit 18 Monaten begann, wurde auch beobachtet, ob er Anzeichen von kognitiven Beeinträchtigungen hat.
Zudem werden bei Vorschulkindern doch auch vom Kinderarzt die U-Checks gemacht und bei Diagnosestellungen aller Art stets das entsprechende Heft geprüft und Vorbefunde abgefragt sowie die Beobachtungen der Eltern und anderer Bezugspersonen.
Auch neurologische Auffälligkeiten, Reflexe etc. untersuchen erfahrene Ärzte meist so schnell und unauffällig während des Gespräches, dass dies von vielen Eltern gar nicht registriert wird, wie ich bei den vielen Neurologieaufenthalten meines Sohnes von anderen Eltern hörte. Allenfalls das Hüpfenlassen und das *zur-Nasenspitze-zeigen* u.ä. wird als Untersuchung wahrgenommen, geht aber auch im Allgemeinen recht flott und auch da habe ich schon gehört, dass Eltern meinten, das sei doch gar keine *sorgfältige* Untersuchung gewesen.


Die Diagnose ADS wird ja auch nur selten bei sehr kleinen Kindern gestellt, und wenn dann meist auf Verdacht, eben weil es schwer ist, abzuklären, ob es wirklich ADS ist oder etwas anderes oder *zusätzlich* etwas anderes - wie bei meinem Sohn, was aber lange lange *trotz* vieler Tests nicht erkannt wurde - oder *nur* eine Verzögerung, die wieder aufgeholt wird.
Die meisten Ärzte neigen leider bei kleinen Kindern zum Abwarten. :(((
Und leider wird allzuoft allzuvieles selbst dann falsch eingeschätzt, wenn unzählige Tests und Untersuchungen gemacht werden.

Ein tadelloses EEG muss übrigens eine Epilepsie nicht ausschließen, es gibt Anfallsformen, die sich im EEG nicht zeigen und umgekehrt.

*Echte* IQ Tests werden bei kleinen Kindern ja auch noch nicht gemacht.
Beim Schulkind sind wir uns ja ohnehin einig, genau das habe ich doch geschrieben, dass ein IQ-Test gemacht wird bei Verdacht einer Über- oder Unterforderung oder sonstigen *Abweichungen*.

Und Uli schrieb doch auch, dass ein Test gemacht und Blut entnommen wurde, nur wohl nicht explizit ein IQ-Test hinzukam, dass sie selbst die Intelligenz des Kindes aber auf durchschnittlich einschätze.
Also ist doch alles okay.

:-)

Gruß,
Cornelia

von Cornelia - am 06.12.2001 14:00


So pauschal kann man das wohl nicht sagen.

"Entstehende Kosten
Für unsere Dienste (Vorarbeiten, Beratung, Testung und Befundbesprechung) entstehen pro Beratungstermin Personal- und Sachkosten (Porto, Telefon, Materialkosten) zwischen DM 400.-- und DM 500,--. Sofern die persönlichen Verhältnisse es gestatten, sind wir über eine Spende, etwa DM 300,--, sehr dankbar. Sie tragen hiermit dazu bei, daß dieser Service auch künftig von uns angeboten werden kann."

D.h., wenn es die Verhältnisse gestatten, möchten sie 300 Mark.

Wenn nicht, dann nicht.

Wie es in der Praxis aussieht, weiß ich nicht. Ob sie einen dann abwimmeln oder so.
Begabungspsychologische Beratungsstelle:


von Pia - am 06.12.2001 15:27
Hallo Pia,

das ist aber ein günstiges Angebot ;).
Die 450,- DM die ich nannte waren der konkrete - verbindliche - Preis des einzigen Psychologen in unserer Großstadt, den die DGHK nennen und empfehlen konnte zur "eigenbezahlten" Testung von Kindern.

Dabei dachte ich immer, München sei ein teures Pflaster...
Wie war das noch àla Einstein...alles ist relativ? :-)

Meine Verhältnisse gestatteten das leider nicht, also mussten wir noch ein paar Jahre warten, bis wir - nicht in dieser Stadt - den Arzt fanden, der wie ich der Meinung war, dass dringend ein Test unter aussagefähigen Bedingungen notwendig war, sprich mit ausreichender Motivation des Lütten, freiwillig mitzumachen.
Statt ihn mit Gewalt in den Raum zu zerren und sich dann zu wundern, warum er wütend die Mitarbeit verweigert - und das dann als Ausschlusskriterium für eine mögliche Hochbegabung zu werten, weil ja alle Hochbegabten angeblich auch sozial überragend angepasst seien... (s.u.)
oder ihn unter so starker Medikation zu testen, dass er -steht so im Bericht- kaum die Augen aufhalten konnte vor Benommenheit und Müdigkeit. Und diese Ergebnisse allen Ernstes zur Beurteilung zu verwerten, wobei bezeichnenderweise auch diese noch im Normbereich waren.


Mit dem Ergebnis, dass bis dahin eine tiefsitzende Schulangst oder besser -Panik herangezüchtet wurde. :(
Was man dann schulrechtlich wiederum als Lernbehinderung beurteilte.
Oft komme ich mir vor als hätte ich mich in einen Roman Kafkas verirrt.

Wie gut, dass bei ihm jetzt endlich Lehrerinnen "an der Reihe" sind, für die ihr Beruf mehr als "nur ein Job" ist. :-))


Gruß,
Cornelia



P.S.:
Zu Deiner Antwort auf den *Huber-Thread*:

In den Büchern, die ich nannte, stehen jede Menge Zahlen auch zum Sozialverhalten und zum Lebenserfolg Hochbegabter, "normaler" wie zusätzlich gehandicapter, nur halt ohne solche speziell zu AD(H)D.
Allesamt sorgfältig belegt. :)
Ich kann sie aber wirklich nicht alle raussuchen :(.
Vielleicht findest Du sie in einer UniBücherei und kannst selbst einmal einen Blick hineinwerfen?
Das erstgenannte Buch ist eine Sammlung von 24 Beiträgen 27 verschiedener kompetenter internationaler Autoren zu einer Fachtagung aus dem Jahre 1998, also recht aktuell und breit angelegt.
Das zweite diskutiert ausführlich alle grundlegenden wissenschaftlichen Theorien und Forschungsergebnisse zum Thema Hochbegabung. Da es im Sommer 1999 erschien, kann man es wohl ebenfalls als aktuell bezeichnen.

von Cornelia - am 06.12.2001 18:01

Re: Frage zum IQ-Test @Cornelia



Hallo Cornelia,

1) Ich wurde nicht Hb getestet. Woran das liegen mag, kann man spekulieren, für meine jetzigen Uninoten hätte ich verdammmt viel aus dem getesteten IQ herausgeholt.

2) Fand ich persönlich es sehr ermutigend, mal eine positive Sicht der Dinge zu lesen. Denn ich kann mir für mich persönlich sehr gut vorstellen, dass eine zummindestens erhöhte intellektuelle Kapazität mich vor dem schlimmsten bewahrt hat. (Aber vielleicht bin ich noch zu doof, so dass es mich nicht schädigte.)

3) Was natürlich nicht heißt, dass ich nicht für genaue Zahlen empfänglich bin und ggf. auch meine Meinung dahingehend revidiere, dass HB bei der Mehrheit einen Belastungsfaktor darstellt. Nur für ein Quellenstudium reicht mein Interesse momentan nicht.

4) Dachte ich, wir hätten das abgeschlossen, da du zumindestens am Sonntag noch eingestanden hast, dich selbst nicht mit den Zahlen beschäftigt zu haben. Ich ja auch nicht.

5) Aber es ist immer wieder nett, alte Gesprächsfäden an anderen Stellen aufzunehmen. ;-)

von Pia - am 06.12.2001 18:49

Re: Frage zum IQ-Test @Pia

Hallo Pia, :-)

ich habe den Eindruck, wir reden in dieser Sache zumindest teilweise aneinander vorbei. Ich hatte die Bücher auch am Sonntag schon gelesen ;), aber mir fehlte und fehlt die Zeit, die Zahlen detailliert rauszusuchen und zu posten. Mit nicht vorhanden meinte ich konkrete Zahlen zur Komorbidität mit AD(H)D und den Folgen. Zu den vorhin genannten Themen gibt es welche. Mein Interesse ist zwar da, aber leider nicht die notwendige Zeit, detaillierter zu werden. Ich glaube auch nicht, dass uns das ernsthaft weiterbrächte, denn bekanntlich sind Statistiken immer schnell ein Zankapfel und zum *Zanken* fehlt mir wirklich das Interesse. Also was soll´s.
Bei Dir hinterlässt Hubers Text einen positiven Nachklang. Den gönne ich Dir.
Mich berührten einige Passagen negativ. Damit kann ich leben

Dass hohe intellektuelle Kapazität schädigt, habe ich nicht behauptet, wohl aber, dass der Versuch schädigt, sie jemandem hartnäckig auszutreiben.
Und dass sie keine Glücks- oder Erfolgsgarantie ist.
Aber natürlich kann sie zu beidem führen, wenn man Glück hat.
Und man kann durchaus auch ohne glücklich werden. Ebenfalls genau dann, wenn man Glück hat.


Beides, Glück und Erfolg wünsche ich Dir, im Studium wie im sonstigen Leben. :-) Ganz unabhängig von allen Testergebnissen. Und wie mir scheint, hat der Wunsch ja durchaus Chancen auf Erfüllung. :-)

von Cornelia - am 06.12.2001 20:05

Re: Frage zum IQ-Test @Pia

Cornelia:


Genau_das hat Huber ja geschrieben.



Und auch:



Und genau das versuche ich dir nahezubringen ...

Weißt du, ich habe ja schon lange das Gefühl, dass wir aneinander vorbeireden ...

von Pia - am 06.12.2001 20:16
Hallo Cornelia, ich kann nun leider nicht mehr gut genug auf Dein Posting eingehen (habe morgen eine Gerichtsverhandlung und fahre Samst in Urlaub *freu*). Ich glaube aer auch, dass wir nicht weit voneinander entfernt sind. Auf die Differenzen gehen wir vielleicht ein andermal ein. ;-) Danke für die lange Nachricht


Bernhard
Was ist HKS-ADS?


von Bernhard - am 06.12.2001 20:51
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