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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Petra J

AOL Teil3

Startbeitrag von Petra J am 19.02.2002 13:00

Ritalin - Wunderpille oder Teufelszeug?

Das Medikament Ritalin scheint Wunder zu wirken: Zappelige und leicht ablenkbare Kinder spielen plötzlich konzentriert und folgen dem Unterricht. Während Befürworter die Wirksamkeit des Medikaments schätzen, warnen Gegner davor, Kinder medikamentös ruhig zu stellen.

Zum Thema Ritalin herrscht unter Fachleuten noch Unsicherheit: Wird das Psychopharmakon zu häufig oder zu selten verschrieben? Und wie steht es mit Nutzen und Risiko des Medikaments?

Ritalin wirkt beruhigend, aber nicht lähmend
Ritalin ist eigentlich ein Aufputschmittel. Bei hyperaktiven Kindern hat es jedoch eine gegenteilige Wirkung: Sie werden nach der Einnahme ruhig und bleiben geistig dennoch wach. Der Wirkstoff Methylphenidat ermöglicht eine störungsfreie Reizleitung zwischen den Nervenzellen. Amerikanische Forscher fanden heraus, dass das Medikament bei rund 80 Prozent der untersuchten Kinder eine Besserung bewirkt . Schon 20 bis 30 Minuten nach Einnahme zeigt sich die Wirkung. Nach sechs Stunden lässt sie wieder nach.

Langfristige Nebenwirkungen sind nicht bekannt
Laut Experten stehen mögliche Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauch- und Kopfschmerzen in keinem Verhältnis zum Nutzen des Präparats. Langzeitnebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Das Medikament macht nicht körperlich abhängig. Auch der Vorwurf, Ritalin erhöhe das Risiko einer Drogenabhängigkeit, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Ritalin nur bei eindeutiger Diagnose verordnen
Der Arzt sollte Ritalin nur dann verordnen, wenn eine eindeutige Diagnose zur ADS vorliegt und die Erkrankung die Entwicklung des Kindes gefährdet. Eine alleinige Behandlung mit Ritalin empfehlen die Experten nicht, denn sobald die Wirkung nachlässt, fallen die Kinder in ihr altes Verhalten zurück. Zu den Kritikern der Ritalin-Behandlung gehört Dieter Krowatschek vom Schulpsychologischen Dienst. Seiner Beobachtung nach sind Kinder unter dem Einfluss von Ritalin teilweise apathisch und ängstlich. Außerdem scheint ihre Kreativität nachzulassen.

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