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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sylvie, Susi 34, Angelika (TanteGela), Heidi. S., Hexe:-), Daggi, Carola

Ich hab so einen Horror

Startbeitrag von Sylvie am 25.02.2002 16:48

Ihr Lieben, ich muß nochmal jammern...
Ich habe ja aufgrund dessen was ich so über ADS gelesen habe meinen Sohn privat testen lassen. Es gab soviele Parallelen, alles was unter Unaufmerksamkeit läuft kann ich nur voll bejahen, in den Zeugnissen steht jedesmal "unkonzentriert", "Mühe seine Sachen zu beenden oder wiederzufinden" u.ä., Unfälle hatte er im Kindergartenalter zuhauf, hat in der ersten Klasse noch eingekotet, was sich erst besserte mit einem Punkteplan (war eine ganz spontane Idee von mir), er ist unglaublich vergesslich und manchmal hab ich den Eindruck daß er einem überhaupt nicht zugehört hat.
Laut all diesen Dingen und den Tests, die durchgeführt wurden , wurde ADS-H, Prüfungsangst und hochgradige Schulunlust festgestellt. Um diese Diagnose schriftlich zu bekommen, muß jetzt noch der Lehrer einen Fragebogen ausfüllen, und das ist mein Problem - ich bringe es einfach nicht fertig, weil ich ihn für jemanden halte, der ADS auch als "Modediagnose" ablehnt und weil ich von einer anderen Mutter weiß, die selber Lehrerin ist und ihn wohl mal von einem moderneren Unterrichtsstil überzeugen wollte, daß er (ich nehme zu seinen Gunsten mal an unbewußt, weil er an sich nicht unsympathisch ist) ihr Kind danach "auf dem Kieker" hatte, was ich meinem natürlich ersparen will (er mag ihn eh nicht besonders).
Ich hatte letztens ein Gespräch mit ihm, er bestätigte daß er vor sich hinträumt, oft nicht bei der Sache ist, mit dem Stuhl rumkippelt oder mit etwas herumspielt, daß er oft eine Extra-Einladung braucht, aber das sei alles noch im Rahmen, auffällig wäre es, wenn er plötzlich herumlaufen oder -schreien würde, was er ja nicht tut...was soll ich denn jetzt machen?
Ich glaube, er hält mich für total überdreht, wenn ich mit dem Fragebogen ankomme...
er weiß ja auch nicht, daß ich immer dahinterherseinmuß, daß die Hausaufgaben a) vollständig bekannt sind b)vollständig erledigt sind, daß mich meine Nachbarinnen schon von alleine anrufen, wenn Arbeiten angesagt sind oder irgendetwas mitzubringen ist, weil sie genau wissen, daß mein Kind da bestimmt nicht dran denkt...
Nach dem mir unheimlichen Arbeiseifer am Freitag war es dafür heute umso schlimmer, 1.seit gestern Bauchschmerzen, also heu´te nicht in der Schule, 2.ein Riesentheater mit den Hausaufgaben...es war also doch nur ein Strohfeuer(schade)
Aber ich bin ein Feigling und trau mich echt nicht...was ratet ihr mir?

Antworten:

Hallo Sylvie,

ich habe zwar noch kein schulpflichtiges Kind, aber ich bin mittlerweile auf dem Standpunkt, daß Du als Mutter alles erdenkliche unternehmen mußt um Deinem Kind zu helfen.

Zeig dem Lehrer die Zähne, wenn es sein muß und lass Dich nicht abwimmeln.

Denk immer dran, es geht um Dein Kind!!!

Kopf hoch, Brust raus und ab in die gemeine Welt.

Toi,toi,toi
Dagmar

von Daggi - am 25.02.2002 16:58
Hallo Sylvie,

du brauchst die Hilfe des Lehrers... die Fragebögen sind schon wichtig, also ran ;-)

Vielleicht gibst du ihm die Bögen erstmal ohne großen Kommentar, vielleicht nur, dass dein Arzt dir das zum ausfüllen mitgegeben hat, weil es ja so nicht weiter gehen kann und dem Kind geholfen werden muss.

Wenn du bedenken hast mit dem Lehrer offen zu reden, dann reicht das erstmal.

Andererseits... du kannst den Menschen nur vor den Kopf gucken ;-), vielleicht ist er gar nicht so negativ eingestellt sondern nur schlecht informiert ?!

Wenn du deinem Kind helfen willst, wirst du den Fragebogen abgeben müssen... also schieb es nicht vor dir her... mach es!!! Manchmal macht man sich vorher riesige Gedanken und hinterher ist alles gar nicht so schlimm (spreche da aus Erfahrung *gg*)

Susi



von Susi 34 - am 25.02.2002 18:13
Hallo Sylvie,

du hast nicht viel Auswahl. Du brauchst die Diagnose, du brauchst den Fragebogen, also musst du mit ihm reden.

Ob das irgendwelche negativen Folgen für dein Kind haben wird, steht doch noch gar nicht fest...und sollte das wirklich der Fall sein, dann stehst halt wieder auf der Matte.

Auch Lehrer sind nicht immer so schlecht wie wir es von ihnen denken;-)))

Gruß Petra ( ja,ja, die mit der L...Allergie:-))

von Hexe:-) - am 25.02.2002 18:52
Naja, danke für euren Zuspruch, klar hab ich eigentlich keine Wahl außer einen Rückziehr zu machen und das mach ich nicht.
Übrigens komme ich gerade von einem ADS-Gesprächskreisabend und weiß jetzt wenigstens, daß mein Kinderarzt nicht viel von der ADS-Hypo-Diagnose hält bzw. meint es sei sehr schwierig das festzustellen und er hätte bei den wenigen Fällen die er behandelt hat auch mit Ritalin keine so rechten Erfolge erzielt...aber man wird sehen.

von Sylvie - am 25.02.2002 21:08
Hallo Sylvie,

also meine Tochter und ich sind auch Hypo und wir kommen super mit Ritalin klar.

Warum sollten wir auch nicht- Ritalin hilft bei der Konzentration und nicht gegen das hyperaktive Symptom

Und SO schwierig das zu diagnostizieren ist es auch nicht... nur die meisten kommen leider gar nicht erst auf die Idee :-(

Gruß
Susi

von Carola - am 25.02.2002 21:13

Sorry- schon wieder mal mit falschen Namen eingeloggt ;-)

;-)



von Susi 34 - am 25.02.2002 21:14
Hallo Sylvie,
Der Lehrer von meinem Sohn meinte auch immer, - nur verträumt, - passt nicht auf, - lässt sich immer ablenken, - ist aber ruhig, lieb und nett, - sehr angenehm für die Lehrer, - muss sich nur besser konzentrieren.

Zu Beginn der Pubertät erkannte ich meinen Sohn nicht mehr, völlig verändert.

Darauf ADS-H diagnostiziert.

Seiner Aussage nach, hatte er das Gefühl langsam aber sicher verrückt zu werden. Keiner verstand ihn mehr und er sich selber auch nicht. Er stand kurz vor dem Suicid.
Der Unterrichtsstoff schwebte wie eine Wolke an ihm vorbei.

Er nimmt seit ein paar Jahren Ritalin und es bekommt ihm gut.

Der Lehrer muss zum Wohle des Kindes das Formular ausfüllen.

Gruß

Heidi S.

von Heidi. S. - am 26.02.2002 06:27
Hallo Sylvie!

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen!
Wenn Du dem Lehrer die Fragebögen gibst, kannst Du ihm sagen, dass ihr in ärztlicher Behandlung seid, um seine Unkonzentriertheit und Zappeligkeit abzuklären.

Und weil das auch für den Unterricht positiv ist und der Lehrer dabei eine ganz wichtige Rolle spielt, die Bitte mit den Fragebögen.
Sag ihm ruhig, dass Du weißt dass er die Bögen in seiner Freizeit ausfüllen muss und Du ihm dafür dankst.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Lehrer meistens besser mitarbeiten, wenn man ihnen zeigt wie wichtig sie für unsere Kinder sind.

Und mal ehrlich! Leben wir nicht alle von positiver Bestätigung?

Meistens bekommen die Lehrer doch einen auf den Deckel, weil irgendwas nicht so geklappt hat wie gewünscht.

Funktioniert hingegen die Zusammenarbeit gut, wird das meist nicht erwähnt.

Also ruhig ein bisschen freundlich (auch wenn er es nicht verdient hat), es ist zum Wohl Deines Kindes.

Und falls jetzt jemand meint, das sei Schleimen......
Nein, finde ich nicht!
(Versetzt Euch mal in seine Lage, 30 Kinder, 60 Eltern, alle wollen was, er soll auf jedes Kind eingehen, Verständnis haben den Kids auch noch etwas beibringen)

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 26.02.2002 07:09
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