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ADHS ADS Selbsthilfe
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
chaotin, Angelika (TanteGela), mami-maus

M E D I K A M E N T E Der kleine Unterschied gilt auch in der Medizin

Startbeitrag von mami-maus am 03.04.2002 19:04

M E D I K A M E N T E

Der kleine Unterschied gilt auch in der Medizin

Ärzte verschreiben Frauen wie Männern oft dieselben Medikamente in gleicher oder
ähnlicher Dosis. Dabei gibt es deutliche Unterschiede im Stoffwechsel, in der Zell- und Hormonstruktur der Geschlechter

Ein feuchtfröhlicher Abend im Freundeskreis:Die Männer trinken mehr Alkohol als ihre Begleiterinnen, dennoch sind die Frauen schneller beschwipst. Jeder kennt das – aber woran liegt’s? Eine der Ursachen, neben geringerem Körpergewicht und
höherem Fettanteil, ist ein Enzym (Alkohol-Dehydrogenase), das in der Leber den
Alkohol abbaut. Weil Frauen weniger von diesem Enzym besitzen, wird der Alkohol bei ihnen nicht so schnell abgebaut. Er bleibt also etwas länger im Blut und wirkt deshalb auch länger im Gehirn.

Medikamente werden an Männern getestet: Der geschlechtsspezifische Unterschied macht sich nicht nur beim Alkohol bemerkbar, sondern auch bei Medikamenten. Noch immer ist es jedoch Usus, dass Arzneimittel meist an Männern auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft werden – außer es handelt sich um Mittel ausschließlich für Frauen, wie etwa die Antibabypille. Das hat seine Gründe: Tests mit Frauen sind komplizierter, langwieriger und teurer, denn die Hormone im weiblichen Körper sind im Laufe des monatlichen Zyklus Schwankungen unterworfen und erschweren dadurch ein eindeutiges Ergebnis. Bei schwangeren Frauen könnte zudem das Ungeborene möglicherweise Schäden davontragen.

Ergebnisse nur eingeschränkt auf Frauen übertragbar: Das Dilemma bei ausschließlich männlichen Versuchspersonen: Ergebnisse, die in Tests mit Männern gewonnen wurden, dürfen nicht pauschal auf Frauen übertragen werden, wie es heute noch bei uns üblich ist. „Denn die Aufnahme eines Arzneimittels, seine Verstoffwechslung, seine Wirkung und seine Ausscheidung kann sich bei Mann und Frau erheblich unterscheiden“, weiß Prof. Petra Thürmann vom Philipp-Klee-Institut für klinische Pharmakologie in Wuppertal. Und die Wissenschaftlerin liefert dazu gleich ein paar Beispiele aus der alltäglichen Praxis.

Frauen spüren manche Medikamente stärker Ärzte verschreiben den Betablocker Metroprolol vor allem gegen hohen Blutdruck und nach einem Herzinfarkt. Weder Beipackzettel noch Ärzte machen dabei hinsichtlich der Dosis zwischen Männern und Frauen einen Unterschied. Der Wirkstoff Propranolol ist ebenfalls ein Betablocker, doch vor allem eines der am häufigsten zur Vorbeugung von Migräne bei jungen Frauen eingesetzten Medikamente. „Durch klinische Untersuchungen konnten wir feststellen, dass der Blutspiegel des Betablockers Propranolol bei Frauen um etwa 80 Prozent höher lag als bei Männern nach Einnahme derselben Dosis“, so Prof. Thürmann. Das heißt, auch die unerwünschten Wirkungen von Betablockern, wie beispielsweise Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder ein deutlich langsamerer Puls, machen sich bei Frauen wesentlich stärker bemerkbar als bei Männern, weil sie mit der empfohlenen Standarddosis bereits überdosiert sind. Ähnliches gilt auch für den Betablocker Metoprolol.

Der weibliche Körper reagiert anders: Hinzu kommt, dass nicht nur die Verstoffwechselung mancher Medikamente eine Rolle spielt, sondern auch eine offensichtlich geschlechtsspezifische Empfindlichkeit des Herzgewebes. Denn trotz gleicher Blut- und Gewebekonzentration bestimmter Arzneistoffe bei Mann und Frau wird das Reizleitungssystem des Herzens bei Frauen leichter blockiert. Dadurch steigt besonders bei ihnen das Risiko von Herzrhythmusstörungen. Das ist etwa bei Medikamenten gegen Allergien so, bei Antibiotika und einigen Psychopharmaka. „Hier kommt also noch eine andere Ebene hinzu, die nicht mit der
Verstoffwechselung, sondern mit dem Angriffspunkt im Körper zu tun hat“, erklärt Prof. Thürmann. Spezielle Angriffspunkte spielen auch bei anderen Arzneien eine wichtige Rolle, etwa beim Anti-Depressions-Mittel Imipramin. Diese Substanz soll an bestimmten Stellen, so genannten Rezeptoren, im Gehirn andocken und dort seine
Wirkung entfalten. Männer besitzen vermutlich eine höhere Dichte dieser Rezeptoren und profitieren daher mehr von dieser Therapie.

Dosierungs-Empfehlungen für den 70-Kilo-Mann Medikamente werden also viel zu oft ungenau verabreicht. Nicht zuletzt deswegen, weil die auf der Packungsbeilage angegebene Dosis sich normalerweise auf einen 70 Kilogramm schweren, im Idealfall gesunden jungen Mann bezieht. Wiegt eine Frau 50 Kilogramm, dann hat so mancher Arzt bei der Dosierung bereits um fast die Hälfte daneben gegriffen. In Amerika wurde das Problem erkannt. Seit kurzem hat die US-Zulassungsbehörde FDA die Arzneimittelhersteller weitgehend verpflichtet, geschlechtsspezifische Differenzen zu untersuchen. In Deutschland und in Europa ist das bislang nicht der Fall. „Doch nur, wenn Wirkstoffe auch an Frauen getestet werden, können stärkere Wirkungen bei ihnen oder häufigeres Therapieversagen von vorneherein ausgeschlossen werden“, betont Prof. Petra Thürmann.

Apotheken Umschau
03.04.02

Antworten:

Hallo mami-maus!

Haben wir es nicht immer schon gewusst?

Männer sind anders - Frauen auch!!

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 03.04.2002 19:13

Re: Ich habs geahnt...und was zur Erheiterung

das auch Männer der Medizin immer nur von sich aus gehen.
Frauen und Männer unterscheiden sich in allem.




"Wißt ihr eigentlich,was passierte als Gott Adam erschuf?
Gott bemerkte schnell seinen Fehler und schickte Eva hinterher
damit es nicht ganz so schlimm wird*GGG*"


Lieber Gruß aus Bochum
Susanne

von chaotin - am 04.04.2002 10:02
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