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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
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clak, mami-maus

E N T S P A N N U N G: Treten Sie auf die Stressbremse

Startbeitrag von mami-maus am 18.04.2002 08:26

E N T S P A N N U N G

Treten Sie auf die Stressbremse

Ständig will einer etwas von Ihnen, dringende Aufgaben bleiben liegen, eine Pause ist wieder nicht drin... Bloß nicht die Nerven verlieren: Es gibt Strategien, die Ihnen helfen, Ihre Arbeit besser zu organisieren.

„Multitasking“ nennen Experten die Kunst, verschiedene Aufgaben zur gleichen Zeit abarbeiten zu können. Der Haken daran: Dieser Begriff stammt aus der Computerwelt. „Doch wir Menschen sind keine Computer. Sosehr wir uns anstrengen, wir schaffen es nicht, zwei oder drei Dinge gleichzeitig mit derselben Konzentration zu erledigen. Denn unser Gehirn kann immer nur einen Sachverhalt aufnehmen“, warnt Prof. Ernst Pöppel, Ordinarius am Institut für medizinische Psychologie der Universität München.

Ständig unter Strom
Wer häufig großem Stress ausgesetzt ist, steht ständig unter Strom und gelangt zwangsweise immer wieder an die Grenzen seiner Kräfte. Schlechte Stimmung, Gereiztheit, Kopfschmerz und Schlafprobleme sind oft die Folgen. Ein Teufelskreis
beginnt: Denn wer sich überfordert und schlecht fühlt, arbeitet unkonzentrierter und langsamer, reagiert oft nervös und ungeduldig. Doch wie soll man den täglichen Stress, die permanente Flut an Informationen und Anforderungen bewältigen? „Auf keinen Fall, indem ich alles gleichzeitig mache dann streikt das Gehirn. Die Folge: Ich bilde keine Kategorien mehr. Gefühle verschwinden, die
Wahrnehmung wird blass. Ich vergesse alles, komme abends todmüde nach Hause, fühle die berühmte Leere im Kopf und weiß nicht mehr, was ich getan habe“, sagt Pöppel.

Dauerstress macht krank
„Das Gehirn arbeitet nach dem Muster der permanenten Müllbeseitigung“, so Pöppel. Alle Sinneseindrücke werden nach Wichtigkeit geordnet und aussortiert. Das Gehirn muss und kann sich immer nur für einen Sachverhalt entscheiden. Wird
aber das Gehirn ständig überfordert, hat das Folgen. „Menschen, die permanent unter Stress stehen, bekommen irgendwann Depressionen“, weiß Pöppel. Typisch sind zudem Migräne-Anfälle. Und Herz und Kreislauf werden stark belastet. Mögliche Folge: Bluthochdruck, der Herzerkrankungen auslösen kann. Das Problem: Viele Menschen werden täglich durch Beruf, Familie, Kinder und sogar Freizeitaktivitäten stark gefordert. Diese Belastungen lassen sich nicht einfach aus dem Leben streichen.

Was hilft: Gesunde Lebensführung, Rituale und Pausen
„Grundsätzlich gilt: Ein Mensch kann und sollte nicht mehr als zwei bis drei Stunden konzentriert und intensiv am Stück arbeiten. Danach braucht das Gehirn eine Pause.“ sagt Prof. Pöppel. Um die vielfältigen Anforderungen gut zu überstehen, sind zwei Faktoren wichtig. Das Erste ist eine gesunde Lebensführung mit genug Schlaf, leichter Mischkost und möglichst wenig Alkoholkonsum. Zweitens helfen
Rituale. Dazu gehört eine gewisse Regelmäßigkeit beim Arbeiten. Man muss auch Schluss machen und seine Arbeit für diesen Tag beenden können. Dazu gehören auch feste Pausen. „Viele Menschen gönnen sich keine, aber das ist falsch“, sagt Pöppel. „Ich habe eine Hängematte im Büro. Da lege ich mich mittags rein und mache einen Kurzschlaf von 10 bis 15 Minuten. Das ist erquickend fürs Gehirn. Aber nicht länger ruhen, sonst kehrt sich der Erholungseffekt ins Gegenteil um: Schlechte Laune ist die Folge.“

Stress-Management: Wie Sie Ihre Arbeit besser organisieren

Apotheken Umschau
02.04.02



S T R E S S - M A N A G E M E N T

Wie Sie Ihre Arbeit besser organisieren

Kurbeln Sie Ihre „Drehzahl“ herunter. Nicht in der Schnelle liegt der Erfolg. Sondern im konzentrierten Abarbeiten einer Sache. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, die Sie brauchen. Wenden Sie sich erst danach einem anderen wichtigen Projekt zu. Das Ergebnis: Sie fühlen sich nicht überfordert, und Sie sind zufrieden.

Schalten Sie Stressfaktoren aus: Bitten Sie Ihren Kollegen, mit dem Gespräch zu warten, bis Sie mit der Arbeit fertig sind. Stellen Sie Ihr Telefon um, wenn Ihnen sonst die Ruhe fehlt. Machen Sie nach zwei Stunden konzentrierter Arbeit eine Pause von mindestens 10 bis 15 Minuten. Gönnen Sie sich ein Erfrischungsgetränk, einen gesunden Snack oder einfach ein paar Minuten Tagträume. Das ist Balsam für Körper und Psyche, danach kann es mit mehr Kraft weitergehen.

Lernen Sie, Nein zu sagen. Nur so können Sie sich gegen zu viele Anforderungen und Ansprüche aus Ihrer Umgebung wehren. Geben Sie Aufgaben ab, denn Sie sind nicht der einzige Mensch, der sie bewältigen kann.

Treffen Sie eine Auslese. Lernen Sie von Ihrem Gehirn: Sortieren Sie Arbeiten nach
Dringlichkeitsstufen: „sehr wichtig“, „wichtig“, „kann bis morgen warten“. Hilfreich kann in diesem Fall ein Kalender sein, in dem Sie genau vermerken, wann Sie was erledigen wollen. Machen Sie einen Haken dahinter, wenn Sie es geschafft haben.

Apotheken Umschau
02.04.02

[www.gesundheit-pro.de]

Antworten:

Oh, wie klingt das schööön!
(Allerdings möchte ich mal einen hyperaktiven ADSler sehen, dem man diese "Entspannungspausen" zwangsverordnet ...:-)

... nach Dringlichlichkeitsstufen? Eins ist dringender als das andere!
...NEIN sagen? Sehr originell, wenn's -mal wieder- gilt die nächste Katastrophe abzuwenden.
... Stressfaktoren ausschalten? Den entsprechenden Schalter suche ich bei meinen Kindern seit Jahren - erfolglos!
... Drehzahl runterkurbeln? Ich schaffe schon bei der jetzigen nur das Dringendste!
... zwei Stunden konzentriert arbeiten? Was ist das denn???
... erquickender Hängemattenschlaf im ungestörten Büro? Dazu fällt mir jede Menge ein, gibt jetzt aber Dringenderes zu tun.

Aber hört sich sonst alles prima an, so rein theoretisch. Mach ich vielleicht was falsch?

Gruß clak

von clak - am 18.04.2002 12:08
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