Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
mami-maus

E - MAIL - MÄRCHEN....

Startbeitrag von mami-maus am 25.06.2002 06:13

E - MAIL - MÄRCHEN

Rattenurin auf der Getränkedose?

Ein "modernes Märchen" macht offenbar per E-Mail die Runde: Angeblich, so die Meldung, wurde eine normale Getränkedose für eine Frau am Genfer See zur tödlichen Falle. Nach dem Trinkgenuss direkt aus der Dose soll sie ganz plötzlich verstorben sein. Die schockierende Ursache wurde angeblich bestätigt durch das Genfer Krankenhaus, das die Patientin untersuchte: Die Dose war mit Rattenurin verseucht, der gefährliche Krankheitserreger enthielt.

Seltsam nur: Das im Absender der Mail genannte "Zentrum für Medizin- und Labortechnik" ist unter der angegeben Adresse nicht erreichbar. Und das in der Mail genannte Krankenhaus, die Universitätsklinik Genf, dementiert ausdrücklich, einen vergleichbaren Fall zu kennen. Statt dessen verweist sie auf die französische Seite www.hoaxbuster.com - übersetzt soviel wie "Jux-Jäger".

Was ist dran an der Meldung? Nach Meinung der "Juxjäger" handelt es sich bei der Grusel-Geschichte um ein modernes Märchen, das bereits seit 1998 in Amerika im Umlauf ist und nach Frankreich importiert wurde - mit durchaus wahrem Kern: Ratten können Krankheiten übertragen. Und auch die in der Jux-Mail genannte Leptospirose ist keine Erfindung. Die bakterielle Erkrankung wird tatsächlich durch den Kontakt mit Ratten, Mäusen, Hunden, Schweinen, Katzen oder deren infektiösem Urin übertragen. Die Bakterien können über kleinste Verletzungen der Haut in die Blutbahn gelangen, eine Ansteckung über die Schleimhäute (z.B. Spritzer auf die Bindehaut der Augen) ist ebenfalls möglich. Gefährdet sind vor allem Menschen aus Risiko-Berufsgruppen: Landwirte, Metzger, Abwasserarbeiter oder Zooangestellte, aber auch Angler und Wassersportler.

Allerdings: Schlagartig sterben kann man an der Leprospirose nicht - hier irrt das Märchen. Erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung beginnt die Krankheit - dann jedoch recht plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen. Nach einigen Tagen kommt es meistens zu einem vorübergehenden Rückgang des Fiebers und anschließend zu einem erneuten Fieberanstieg mit einer Erkrankung der inneren Organe. Im Verdachtsfall sollte so bald wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, denn nur eine frühzeitige Antibiotikagabe beeinflusst den Verlauf günstig. Glücklicherweise ist die Leptospirose in unseren Breiten nicht sehr häufig.

Kleiner Tipp: Unabhängig davon, wie viel (Un-)Wahres in der kuriserenden Meldung steckt, empfiehlt es sich immer, Getränkedosen zu reinigen bevor man direkt daraus trinkt oder lieber gleich zu einem Glas zu greifen. Denn wer weiß schon, was die Dose bereits alles erlebt hat?

Lesetipp: Moderne Märchen Eine amüsante Sammlung "sagenhafter Geschichten von heute" bietet das Buch "Die Spinne in der Yucca-Palme" von Rolf Wilhelm Brednich

GesundheitPro.de
20.06.02

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.