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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
sherita, Bernhard, Pia

Ausfallhonorar

Startbeitrag von sherita am 19.10.2002 12:17

Hallo Ihr Lieben.

Heute könnte ich mal Eure Hilfe gebrauchen.

Mir ist folgendes passiert:

Ich hatte vergangene Woche einen Termin beim Therapeuten. Diesen konnte ich leider kurzfristig nicht wahrnehmen, also hab ich den Spätnachmittag vorher noch angerufen und meine Absage auf dem AB hinterlassen.
Einen Tag nach dem ausgefallenen Termin bekam ich eine Rechnung über ein Ausfallhonorar von € 95.--.

Zuerst war ich irritiert, dann dachte ich mir, ich rede mal mit ihm. Gesagt, getan, ich rief ihn an und hinterließ wieder auf dem AB eine Nachricht. Er rief eine halbe Stunde später zurück und erklärte mir, er könne meine Irritation schon verstehen, aber ich hätte im vergangenen Dezember eine Vereinbarung unterschrieben, in der ich mich bereit erklärt hätte, diese Zahlung im Fall eines nicht rechtzeitig abgesagten und nicht eingehaltenen Termins zu leisten. Ich hätte diese Vereinbarung freiwillig unterschrieben, dies hätte ich ja nicht tun müssen (Diese Freiwilligkeit bestand insoweit, als er mir klipp und klar schon beim ersten, probatorischen Besuch sagte, er würde mich als Patientin nicht annehmen, wenn ich nicht einverstanden sein könnte). Außerdem hätte er meine Absage erst am nächsten Morgen auf dem AB abgehört.

Um es nun vorweg zu nehmen: Ich bin durchaus bereit, einen Schadenersatz zu leisten, der in der Höhe des angefallenen Schadens ist, denn schließlich war meine Absage zu kurzfristig, als daß er noch einen anderen Patienten hätte einschieben können, selbst wenn er Kenntnis davon gehabt hätte.

Für 60 Min. Psychotherapie bekommt ein Arzt von der KK € 73.03 (DM 145.--). Ist die Sitzung kürzer, ensprechend weniger, so wurde es mir von der KK gesagt. Da meine Sitzungen immer 40 Min. dauern, denke ich, daß ein Schadenersatz von € 50.-- angemessen ist (genau wären es € 48.69....).

Wie sieht die rechtliche Lage hierzu aus, wenn es denn so eine gibt?
Bei Google habe ich nichts Eindeutiges gefunden.

Ich danke Euch schon im voraus für Eure Meinungen.

Viele Grüße
sherita

Antworten:

Hallo sherita,

Antwort kommt noch.

chau doch mal hier rein:
[www.bernhard-klasen.de]



viele Gruesse

Bernhard



von Bernhard - am 19.10.2002 12:32
Hallo Bernhard.

Vielen Dank für den Link.

Es ist in der gesamten Zeit keine einzige Sitzung ausgefallen, es gab wohl ab und an Terminverschiebungen, auch seitens des Therapeuten. Einmal hat er mich sogar morgens um 8 Uhr angerufen und einen Termin abgesagt, der 90 Min später stattfinden sollte. Zwei Termine (die am nächsten Tag vormittags lagen) hat er am Abend vorher abgesagt.

Soviel zu dem Verständnis, das ich haben soll, er aber nicht.

Wie gesagt, ein Schadenersatz steht für mich keinesfalls außer Diskussion, lediglich die Höhe sollte im Verhältnis zur entsprechenden Ausfallzeit sehen (denke ich).

Viele Grüße
sherita



von sherita - am 19.10.2002 12:44
Hallo Sherita,

wichtig ist die Vereinbarung, die Du unterschrieben hast. Hast Du die noch? Sonst lass Dir noch einmal eine Kopie geben. Mit der Vereinbarung hast Du einen Vertrag geschlossen, den Du von Deiner Seite her einhalten musst. Die Höhe des Betrages wird sicher vor Gericht nicht bestehen können, hier wird höchstens der von der KK / KV bezahlte Betrag eingefordert werden können. Ich rate Dir aber nicht, das juristisch so auszubreiten, das lohnt nicht den Nervenkrieg (s.u.)

Wichtig erscheint mir noch ein 2. Punkt. Du schreibst, die Sitzungen dauern 40 Minuten. Das ist zu wenig. Er gibt gegenüber der Krankenkasse an, dass die Sitzungen mind. 50 Min. dauern. Und das ist die übliche Sitzungsdauer. Es ist zwar möglich, die Stunden zu teilen (also 25 Minuten), 40 Minuten sind aber nirgendwo vorgesehen. Du hast Anspruch auf 50 Minuten. Wenn davon die Krankenkasse oder die kassenärztliche Vereinigung Wind bekommt, bekommt er Ärger.

Die Frage ist noch: Ist es Dir Wert, über eine solche Auseinandersetzung eventuell eine sehr gespannte Beziehung zu bekommen? Wenn die Therapie gut ist, würde ich eher nachgeben, (nach einem klärenden Gespräch: Inhalte: 40 Minuten, er fordert von Dir, was er selbst nicht einhält, wie begründet er den Betrag ...), wenn Du Dir aber über den Sinn der Th. vielleicht gar nicht klar bist, dann schadet eine Konfrontation auch nicht mehr.


Viel Erfolg

Bernhard



von Bernhard - am 19.10.2002 13:23

Re: Noch eine Frage

Hallo Bernhard.

Ich habe mich getäuscht...Du hast recht, es sind 50 Min.

Ich werde Deinen Rat befolgen, das scheint mir das Sinnvollste zu sein. Ich empfinde die Therapie als hilfreich und obwohl ich gestern noch sehr auf Konfrontation aus war.....ich werde mit ihm reden. Abbrechen will ich die Sitzungen nun wirklich nicht.

Was mache ich aber in der Zukunft, denn ich werde ja weitere Termine bei ihm machen müssen.
Ich habe 3 Kinder, die (und das wissen alle Eltern) ganz schnell mal krank werden können. 11 Monate ist es gut gegangen.....da ist soetwas nicht passiert, aber es kann ja anders kommen, schließlich steht die Grippe-Zeit vor der Tür.

Nochmal 95€ abdrücken, weil ich wegen einem fiebernden Kind nicht aus dem Haus kann.....das kann ich mir echt nicht leisten.

Ich weiß schon, das muß ich den Therapeuten fragen.....aber zuerst mal frage ich das mich (na ja....und Dich).

Vielen Dank für Deine Hilfe.

Viele Grüße
sherita

von sherita - am 20.10.2002 06:27

Re: Noch eine Frage

Sherita, das mit dem Ausfallhonorar wirst du bei den meisten Therapeuten haben. Ich habe das öfter gehört und habe selbst auch solche Vereinbarungen abgeschlossen/abschließen müssen.

Es war bei mir allerdings weniger als das Stundenhonorar, das damals noch das doppelte wie heute betrug. Wir haben eine genaue Regelung abgemacht, ab wann ein Termin als abgesagt gilt und wann nicht. Ich glaube, es war eine 24-Stundenfrist vor dem Termin.

Daher würde ich das jetzt nicht zu sehr in den Fokus stellen, wenn der Therapeut gut ist. Und einfach mal überlegen, wie oft eines deiner Kinder wirklich so unerwartet krank wird, dass du nicht mehr rechtzeitig absagen kannst.

Ich persönlich finde im Nachhinein solche Ausfallshonorarregelungen gut - aus verschiedenen Gründen.

von Pia - am 20.10.2002 20:18
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