Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
21
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tatel., Biggi 1, OF-line, R.Wagner, Britta Hoffmann-Millack, Beate Mahr

erfahrungsaustauschthread:-)))

Startbeitrag von Tatel. am 10.12.2002 17:59

wer macht mit?

Antworten:

Sind nicht alle Threads Erfahrungsaustausch?

Was hattest Du denn im Sinn?

Britta

von Britta Hoffmann-Millack - am 10.12.2002 18:01

Bin dabei,wenn .......

es nicht um Kinder geht,sondern um Erwachsene.Weiß,obwohl relativ neu,schon sehr viel,und warte jetzt auf 2ten Anlauf nach 1-Desaster mit e.Arzt!Und eines wäre mir noch wichtig,und das ist nicht böse gemeint!!:_))Wenn Du lebensmüde bist,oder zu negativ,bin ich nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner,aber sonst:weiß ich sehr viel,und bin e.witziger
Kerl...

LG,Robin!

PS:Das wollte ich auch mal vorschlagen,bis ich aber merkte:
80% Probleme mit Kindern,10%Erwachsene mit 0 Ahnung,
.......und das meine ich gar nicht böse!



von R.Wagner - am 10.12.2002 18:19
guten morgen!
ich dachte an die alltäglichen situationen in einem ADS-haushalt.
welche eigenarten(denn jedes kind hat andere sorgen und probleme)
wie die eltern diese situationen meistern und versuchen zu lösen.
an sowas dachte ich mit den erfahrungsaustausch.
gruss manu

von Tatel. - am 11.12.2002 08:15

Re: Bin dabei,wenn .......

hallo
ich dachte doch mehr an kinder in dem fall-sorry.
kannst aber trotzdem gern hier posten.
gruss manu

von Tatel. - am 11.12.2002 08:17
Hallo

wir machen hier nichts anderes ;-)

Jemand wirft ein Thema auf ... und bekommt Antworten ...

Gruß
Beate

Auch betroffen ;-)

von Beate Mahr - am 11.12.2002 10:07
ich weiss ja,aber ich dachte hier in diesem thrad einfach mal nur drüber zu plauschen,oder so.nicht gut mein vorschlag?

von Tatel. - am 11.12.2002 10:54
Hallo Tatel

Ich bin der Meinung, hier wird viel gemacht. Man kann sich den Frust von der Seele schreiben, auch Erfreuliches berichten, miteinander Probleme wälzen, eben auch miteinander "plauschen" oder nur still und leise lesen.
Wir alle sind betroffen, die Meisten von uns leben mit ADS-Kinder in einem Haushalt und alle wissen, dass dies alles andere als leicht ist.
Jeder hat ein anderes paar Schuhe zu tragen, die irgendwo drücken und es tut wahnsinnig gut zu wissen, dass ich jederzeit meine Wut/Unverständnis oder meine Hilflosigkeit von der Seele schreiben kann und andere mich verstehen. Hier werde ich ohne grossen Worte verstanden und habe nicht zuerst immer Erklärungsarbeit zu leisten.
Liebs Grüssli
Biggi

von Biggi 1 - am 11.12.2002 13:01
hallo,biggi!
ja klar ist es super gutes gefühl verstanden zu werden und auch zu wissen das es noch viel mehr betroffene gibt.
aber wie meistert ihr den alltag mit euren kids und wie geht ihr mit der krankheit um?
gruss manu

von Tatel. - am 11.12.2002 16:27
Hallo Tatel

In dem ich jeden Tag neu beginne. Es ist leichter gesagt als getan. Ich versuche gelassener zur werden und mich nicht mehr über Kleinigkeiten aufzuregen.
Es gibt Regeln, die müssen strikte eingehalten werden, lasse mich nicht mehr erweichen mit Versprechungen.
Ich habe die Krankheit akzeptiert und versuche mein Kind so zu nehmen wie es ist. Ich stehe halt wieder jeden Morgen im Badezimmer, wasche sie, guck, dass sie die Zähne putzt, usw. leg ihr wieder die Kleider raus und dann gehe ich. Ich erinnere sie dann im 5 Minuten-Takt wieviel Zeit sie noch hat, bevor sie in den Kindergarten gehen muss.
Seit ich dies mache, also sprich Hektik vermeide, geht es uns allen bestens.
Ich sage ihr auch jeden Tag wie unser Tagesablauf aussieht. Wenn sie dann überbordert, versuche ich, mich nicht auf Diskussionen einzulassen, ich bestimme, was geschieht.
Weisst Du, es ist nicht jeder Tag gleich, manchmal raste ich auch aus, weil ich es nicht mehr ertrage, das Gleiche abermals und abermals zu wiederholen um 5 Sek. später wieder vergessen zu werden.
Grenzen werden gesetzt, noch stärker als früher und das braucht meine Kraft. Ich habe Mühe, in schwarz und weiss zu erziehen und dazwischen gibt es keine Grautöne. Aber es geht nicht anders.
Mir geht es besser, seit ihr Verhalten endlich einen Namen hat und ich mich durch alle Probleme durchlesen kann, mir Tipps holen kann und mit dem Psyocholgen Gespräche führen kann, wie man mit so einem Kind umgeht. Auch das Umfeld reagiert halt verständnisvoller, wenn man für das Verhalten seines Kindes einen Namen hat.
Und eben das Umfeld!!!! Ich bin dran, nicht mehr auf die Bemerkungen zu hören, wenn sie wieder einmal aussteigt. Wieso soll ich mich gegenüber allen rechtfertigen!!!!! Die wissen ja eh nicht, was mein Kind hat und solche, die keine solchen Kinder grossziehen dürfen, können eh nicht mitreden.
Lass Dich nicht unterkriegen, ich weiss, es ist ein steiniger Weg und darum beginne ich jeden Tag neu.
Liebs Grüssli
Biggi

von Biggi 1 - am 11.12.2002 19:40
guten morgen biggi!
bei und läuft es ähnlich ab.auch meinen sohn muss ich ständig die anweisungen wiederholen und auch daneben stehen bleiben,da es sonst alles mögliche macht nur nicht das was er soll.im moment bin ich so nervlich fertig,da ich nicht mehr der sache gewachsen bin und mir mein sohn jetzt schon mit seinen 6jahren ständig auf dem kopf rumtanzt.und diese ganze aufregung übertägt sich durch mich ebend auch auf den kleinen(4monate),ich weiss ich sollte viel ruhiger und gelassen an die sache rangehen,daß fällt mir aber zunehmend echt schwerer.
ich hoffe das es durch das ritalin wieder allen besser geht,denn mein sohn versteht ja nicht waru immer nur geschimpft,ermahnt wird und manchmal raste ich da auch schon ganz gewaltig aus,daß geb ich ja zu und das es falsch ist weiss ich auch,aber ich kann nun manchmal nicht einfach drüber wegsehen was er wieder für ein blödsinn verzapft hat.
und ich hoffe ganz inständig,das der kleine nicht auch mal so wird.
gruss manu

von Tatel. - am 12.12.2002 05:29
Hi Tatel

Das wünsche ich Dir, dass der Kleine nicht so wird. Wir haben zwei Kids, unsere Tochter 6 1/4 Jahr ADHS und unser Sohn, der 4 3/4 Jahre ist und wie es aussieht, ein "Norm-Kind" ist. Uff. Es ist auch für ihn nicht einfach, bei uns dreht sich vieles um die grosse Schwester und dementsprechend ist er auch gewaltig eifersüchtig. Er kann halt noch nicht begreifen, dass seine Schwester Probleme hat, aber wir versuchen, beiden gleichermassen gerecht zu werden. Ihren ihren Augen werden wir das nie schaffen, aber in unseren schon.
Ich verstehe Dich, wenn Du nervlich an der Grenze bist, das war ich auch schon. Aber rückblickend muss ich sagen, es bringt niemanden was. In der damaligen Situation hättest Du mir das nie sagen dürfen, ich wäre nochmals ausgerastet.
Ich gehe seit fast 2 1/2 Jahren in die Kinesologie, ich als Verstandes-Mensch. Diese monatlichen Sitzungen halten mich am Leben, geben mir die Kraft, diesen täglichen Kampf auszuhalten.
Ich habe aber auch mein Auftreten gegenüber meiner Tochter nochmals verschärft. Lasse nicht mehr viel durch, ich bin hier dier Boss, ohne Wenn und Abers. Weisst Du, manchmal denke ich, entweder Du oder ich.
Es geht mir nicht immer gut. Ich hatte dieses Jahr Probleme mit dem Herz und Arme und Beine sind mir eingeschlafen. Wusste innerlich, es war physisch, nicht körperlich, aber dieser massive Kampf mit meiner Tochter machte mich fertig. Ich war natürlich beim Arzt und der hat gefunden, nach einigen Tests, ich bin kerngesund.
Ich habe meine Einstellung geändert. Sie kann nichts dafür für ihr Verhalten - obwohl mich das viel nervt - doch ich lasse mich nicht immer auf die Palme bringen. Schlussendlich gehe ich drauf und ich muss ja schliesslich stehen.
Wenns gar nicht mehr geht, nimmt Nervenruh (hömopathisch) und eben, gewisse Dinge gelassener. Ich nerve mich nicht mehr, ihr alles bereit zu legen, wie ein Diktator neben ihr zu stehen, dass sie aus dem Haus gehen kann. Ich habs akzeptiert.
Wenn Du gewissen Sachen akzeptieren kannst oder ignorien kannst, wirst Du sehen, es geht Dir besser.
Möchte Dir keine falschen Hoffnungen machen, es ist nicht jeder Tag gleich gut.
Liebs Grüssli
Biggi

von Biggi 1 - am 12.12.2002 07:35
hay
tja manchmal denk ich,ich hab meine grenze erreicht und es geht einfach nicht mehr.eine zeitlang hab ich baldrian geschluckt,ohne ende aber ohne erfolg.
manchmal denk ich auch ich steh das echt nicht durch,und mein mann hat dafür auch sogut wie kein verständnis.er ist ja den ganzen tag arbeiten und bekommt die probleme nicht live und in farbe mit.ausser mal am wochenende.nun ich bin jetzt ganz fest entschlossen,doch mit ritalin anzufangen,ich wollt es immer vermeiden aber wenn es nur noch hilft begleitend zu den anderen therapien dann nehm ich das in kauf.zumal auch meinem sohn damit eventuell geholfen ist.
gruss manu

von Tatel. - am 12.12.2002 08:45
Hallo

Es wird nicht nur Deinem Sohn, sondern der ganzen Familie helfen. Wir habe noch nicht lange Ritalin, doch in der Zeit, in der es wirkt, habe ich ein total anderes Kind. Ich kann an seine Vernunft/Verständnis appellieren und es geht nicht immer die Post ab.
Du scheinst aber noch ein anderes Problem zu haben. Das Verständnis Deines Mannes!!!! Mein Mann ist auch den ganzen Tag über ausser Haus, aber er erlebt seine Tochter live am Abend und an den Wochenenden. Ich habe zum guten Glück die Hilfe und Verständnis meines Mannes. Er hat auch akzeptiert - obwohl es ihm sehr schwer gefallen ist - zu erkennen, dass seine Prinzessin kein Norm-Kind ist und Hilfe braucht.
Um Erfolg zu haben, müssen beide am gleichen Strang ziehen.
Jetzt hat meine soeben in die Hosen gemacht, wieder einmal alles nass. Besser Bisi als ........ hatten wir erst von 4 Wochen während einer Woche.
Gib Deinem Sohn die Chance, ein paar Stunden pro Tag so zu sein wie die anderen Kids auch.
Hast Du keine Möglichkeit, etwas für Dich zu tun???
Liebs Grüssli
Biggi

von Biggi 1 - am 12.12.2002 12:19
hay
ja die zeit nehm ich mir wenn er im kiga ist und der lütte versorgt ist.ansonsten hoffe ich das bei meinem mann auch noch der knoten platzt.er erlebt ihn ja auch am we,findte es aber nicht irgentwie sonderlich.es ist ja auch nicht jeder tag gleich mit meinem sohn.abundzu geht er auch für ein paar tage zur oma um sich abzulenken,da hab ich dann auch etwas entlastung.ich hab schon sehr oft versucht mit meinem mann darüber zu reden,aber er denkt WIR haben in der erziehung was falsch gemacht und sind selbst daran schuld.und literatur darüber liest er erst gar nicht.aber ich hoffe das auch bei ihm entlich mal die einsicht und verständnis kommt.
gruss manu

von Tatel. - am 12.12.2002 15:01

... sorry, das wurde ein xxxxxxxl-beitrag ;-)

(.... meeeensch, dass ich mich manchmal so wenig beherrschen kann ....)

'llöle,

ich bin jetzt zwar seit ende letzten jahres selbst mutter, aber ich möchte und kann bisher hier nur als selbst "betroffene" schreiben.
aber eines möchte ich hier noch dringend vorab loswerden, ich fühle mich keineswegs als "krank" oder "behindert", nur meine informationsverarbeitung läuft anders als bei "normalen". und zwar, bei geringem interesse schlechter (bis überhaupt nicht), bei großem interesse besser und schneller als bei anderen. ob ich mir was merken kann hängt davon ab, ob ich die information als sinnvoll erachte oder nicht.

nun sehe ich gerade letzteres als 44jährige ein wenig anders als in meiner kindheit, gerade was schule betrifft tut es mir heute leid, dass ich einige fächer als zu langweilig eingestuft habe.

was die probleme mit den kindern betrifft, zum glück kann ich mich noch recht gut an den erziehungsstil meiner mutter erinnern: für mich ohne sinn und ziel. statt liebevoll aber konsequent war meine mutter launisch und chaotisch (ads???), ein beispiel fällt mir noch ein, einmal ist mir beim geschirr abtrocknen was hingefallen, da bekam ich eine ohrfeige, etliche zeit später war mir das wieder passiert, da hat sie sich nicht eingekriegt vor lachen. ich glaube, das würde auch ein völlig normales kind verwirren.

im nachhinein ist mir (auch bevor ich von ads wusste) klar geworden, dass es in meiner erziehung vor allem an klaren strukturen und an der dazu nötigen konsequenz gefehlt hat. früher dachte ich immer nur, es lag ausschließlich am fehlenden verständnis meiner mutter für mich, das natürlich auch, aber mit klaren anweisungen und konsequentem verhalten wäre sie mit mir auch schon weiter gekommen. ihre "erziehung" wirkte für mich am ende nur noch wie der reine psychoterror, nie wusste ich, was sie eigentlich von mir will, bis ich sie dann zu beginn meiner pubertät nur noch gehasst habe. und zwar nicht nur in ihrer rolle als erziehende sondern als person. mit ca. 12 jahren habe ich dann beschlossen, das das mit ihr nix wird, und wenn in meinem leben noch irgendwas brauchbares werden soll, muss ich die sache selbst in die hand nehmen. ich habe dann mühselig angefangen, mich selber einigermaßen lebensfähig zu machen. naja, war recht abenteuerlich, und eigentlich bin ich noch immer dabei, mich selbst zu erziehen. im rückblick, ich hätte einiges mehr im leben erreichen können, wenn mir einer rechtzeitig beigebracht hätte, das eigene leben zu strukturieren.

falls ihr euren kindern (und euch) das leben leichter machen wollt (die reihenfolge ist vielleicht nicht ganz beliebig, diese hier ist jedoch meinem subjektiven empfinden entsprungen, trotzdem müssen sie meiner meinung nach in ihrer gesamtheit gesehen werden):

dem allerwichtigsten gebe ich keinen eigenen punkt, sondern es sollte als überschrift zu jedem der folgenden punkte stehen:
euer kind ist ein liebenswerter und wertvoller mensch!

1. hört auf, von krankheit zu reden, dieser begriff ist für die abrechnung mit der krankenkasse gut, aber nicht für euch und für eure kinder schon gar nicht. betrachtet euer kind nicht als krank, sondern sie "funktionieren" nur anders als andere kinder. sie wollen euch bestimmt nicht einfach ärgern oder provozieren, wenn sie nicht "hören",wenn sie trödeln oder herumtoben oder ständig irgendwas kaputt machen, sie können nicht anders (gilt um so mehr, je jünger die kinder sind).

2. die "dicksten brocken" zuerst angehen (welches verhalten meines kindes bringt mich am häufigsten auf die palme oder ist einfach nicht mehr vertretbar?).

3. immer eins nach dem anderen, möglichst zum üben erst mal nur ein einziges problem angehen, vor allem bei den ganz kleinen. mehrere sachen auf einmal verwirrt nur (mich übrigens heute noch !!!!!!!!!!), vielleicht wird es sogar nötig, einen besonders dicken brocken in kleinere abschnitte zu zerlegen.

4. knappe anweisungen, nach spätestens 3 sätzen ist der erste nämlich schon wieder weg (geht mir heute noch oft so, wenn mir jemand anweisungen gibt und ich den sinn nicht verstehe!!!!!!).

5. seid "liebevoll-konsequent", auch wenns anfangs sehr schwer fällt und kaum erfolge zu verzeichnen sind. je konsequenter am anfang, um so leichter wird es später. bis sich die alten eingefahrenen verhaltensweisen (bei euch und euren kindern!!!!) ändern, vergeht anfangs viel zeit, aber wenn "die karre" mal ihre richtung geändert hat, wird es mit der zeit bestimmt besser. es wird bestimmt eine harte zeit am anfang, aber ihr seid die "großen", ihr müsst so diszipliniert sein.

6. und bei den kleinsten fortschritten NIE vergessen: loben! nicht überschwänglich (ads-ler haben ein feines gespür für heuchelei!!!!!!) und vor allem (besonders bei den kleinen!!!) nicht irgendwann, sondern sofort. und nicht irgendwas - tolles kind oder so - sondern kurz und knapp genau sagen, was das kind eben richtig gemacht hat. vielleicht so: das ist ja toll, ich freue mich, dass du ... gemacht hast. (und falls euch mal der kragen platzt und zu schimpfen anfangt, gilt das gleiche, kein langes lamento sondern in wenigen kurzen sätzen sagen, was genau euch auf die palme bringt).
das erfordert vielleicht auch von euch manchmal ein gesteigertes maß an aufmerksamkeit, möglicherweise müsst ihr anfangs auf recht kleine veränderungen achten.

7. habt geduld mit euch und euren kindern, werft jeglichen perfektionismus in den müll, verurteilt euch und eure kinder nicht bei fehlern und rückfällen. fehler und rückfälle müssen vielleicht sogar manchmal sein, daran lernt man oft am meisten.
wer es schafft, sich meine "überlebensstrategie" zu eigen zu machen: wenn es ganz dicke kommt, dann denke ich, da geh ich eben jetzt durch, solange der deckel nicht zu ist, geht das leben irgendwie weiter. dann ziehe ich mir meinen extradicken durchhaltepelz über und dann bringt mich aber auch gar nix mehr aus der ruhe. (wenn ich mir vorstelle, meine tochter sollte später mal "blöde f...e" zu mir sagen: normalerweise würde mich das sofort auf die palme bringen. wenn ich aber meinen "pelz" anhabe, kann ich mir ganz gelassen sagen: das vergeht auch wieder - und würde wahrscheinlich überhaupt nicht reagieren.) manchmal vergesse ich leider meinen pelz, aber dann bin ich mir nachher auch nicht böse (früher habe ich oft tagelang damit verbracht, mir wegen fehlern selbstvorwürfe zu machen, aber sowas verbraucht nur sinnlos nervenkraft)

8. macht aus dem ganzen aber keinen "dressurakt", versucht nicht, an kleinigkeiten herumzudoktern, beschränkt euch auf das wesentliche und notwendige, seht auch die positiven seiten eurer kinder, lasst ihnen darum auch einen genauso notwendigen raum für kreativität, phantasie und zum austoben. ihr wollt ja schließlich auch keine roboter als kinder haben, sondern menschen, und die wollen nicht nur funktionieren, sondern leben.

--------------------------

die "alten hasen" hier mögen es mir verzeihen, dass ich "junges huhn" mich erdreistet habe, das mit dem elterntrainig aus meiner sichtweise zu beschreiben, aber das original gibts ja schon an verschiedenen stellen im internet zu lesen. ich habe es als selbst von ads und einer reichlich unpassenden erziehung betroffene geschrieben (auch für mich selbst, zum rekapitulieren, was davon bei mir hängengeblieben ist). ich habe übrigens bisher an keinem elterntrainig teilgenommen, aber viel darüber nachgedacht. falls ich was wichtiges vergessen oder falsch dargestellt haben sollte, bitte korrigieren.

ich möchte auch erklären, warum ich mich hier zu diesem monsterbeitrag entschlossen habe nach so langer "abstinenz". ich habe die letzten ca. 2 - 3 monate kaum noch in irgendwelche foren geschaut, sondern viel nachgedacht über das bisher gelesene und über meine vergangenheit.

was für meine entwicklung z.b. förderlich war, trotz der chaotischen erziehung: waldspaziergänge, bei denen mein vater mir viel über die bäume und tiere erzählt hat, einfach mal in einer blumenwiese sitzen und schauen, was da wächst und krabbelt, ich habe sehr früh lesen gelernt und aus büchern und zeitschriften alles an interessanten informationen aufgesogen, ich habe meinem vater oft in seiner werkstatt zuschauen können ...

ich bin über ads "gestolpert", weil ich mich via internet über kinderkrankheiten und die entwicklungsschritte bei babies schlau machen wollte, insbesondere, da mein kind 4 wochen zu früh kam und auch manchmal tageweise ziemlich viel geschrieen hatte. über schreibabies kam ich dann irgendwann auf ads-seiten und habe mich dann irgendwann hier selbst wiedererkannt. da ich mein kind schon lange vor der geburt als reichlich lebhaft empfunden habe und ihr temperament auch heute "nichts zu wünschen übriglässt", ahnte ich dann, dass da noch einiges auf mich zukommt. als ich dann die erziehungstipps aus dem elterntraining las, kam für mich nur noch eins in frage: ich muss mich schleunigst um eine eigene therapie kümmern, denn wie soll ich oberchaotin meinem kind konsequent klare strukturen bieten. also nehme ich jetzt medi, denn für verhaltenstraining etc. ist jetzt keine zeit mehr.

zum thema alltag, nervliche überlastung etc. möchte ich noch anmerken, dass mein partner von morgens bis in die späten abendstunden unterwegs ist, da seine arbeit sich bröckchenweise über den tag verteilt, meine verwandtschaft über 200 km von hier weg lebt und ich somit rund um die uhr für mein kind allein verantwortlich bin. der "patenonkel" (unser einziger "bester" freund) lebt in frankfurt, hat aber auch nicht immer zeit, da er sehr viel arbeitet, ich kann bei ihm nur ganz selten mal das kind abgeben für dringende arzttermine.

vielleicht auch noch zu erwähnen als vorgeschichte: in der schwangerschaft gab es mehrere komplikationen, bei der ks-geburt gab es komplikationen, ich musste noch mal unters messer, wegen starken blutungen wär ich fast hopps gegangen, gebärmutter raus, ich bin auf der intensivstation wach geworden und hab erst mal tagelang mein kind nicht gesehen, nach der entlassung wär ich erst mal reif für eine reha gewesen, stattdessen ca. 5 monate akuten schlafmangel, im frühjahr hatten mein vater und sein bruder auch noch eine op wegen prostatakrebs, nachdem ich mich dann einigermaßen berappelt hatte ständig ärger mit behördenkram (gerichtsvollzieher vor der tür etc.), scheidung von meinem früheren mann zog sich hin und hin, und dann meine süße kleine, die mir seit ca. 3 monaten hilft, die wohnung aufzuräumen. und zum krönenden abschluß: für meinen schatz, ihren lieben und liebenden papa, ist ordnung auch so ein schreckliches fremdwort wie für mich.

trotzdem kann ich gelassen zuschauen, wie mein monstermäuschen die vorräte, die ich ins regal geräumt habe, wieder rausholt und in der ganzen wohnung verteilt. auch wenn ich körperlich und nervlich eigentlich auf dem zahnfleisch krieche, da muss ich durch, es kann nur noch schlimmer kommen ;-)

vielleicht hilft euch das hier jetzt auch nicht weiter (mir hats schon geholfen, das jetzt alles zu schreiben), meine große hoffnung wäre aber, wenn es zu etwas mehr verständnis beigetragen hat.

falls ich jemand auf die füße getreten haben sollte, war keine absicht, ich habe hier nur meine sicht der dinge dargestellt.

tschüssi
renate

(mit halsschmerzen, nebenhöhlenvereiterung und einer schnupfelnden minimaus, darum pennt die heut so viel und ich kann hier so viel schreiben)



von OF-line - am 14.12.2002 19:00

Re: ... sorry, das wurde ein xxxxxxxl-beitrag ;-)

hallöchen!
wie habt ihr euren kindern das mit der medizingabe erklärt?wäre für schnelle antworten sehr dankbar,da der 18. nicht mehr weit ist.
gruss.

von Tatel. - am 16.12.2002 08:29

Re: ... sorry, das wurde ein xxxxxxxl-beitrag ;-)

Hallo Tatel

Ich habe meiner Tochter erklärt, dass Sie ein "Vitamin" bekommt. Sie ist schliesslich erst 6 Jahre und kann das Aussenstehenden nicht so gut erklären.
Bei Vitaminen wird nicht nachgefragt, bei Ritalin eben schon. Und ich bin nicht bereit, Jedem Rechenschaft abzugeben, was wir machen. Auch meine Tochter muss nicht "schief" angesehen werden, dass sie etwas braucht. Mit Vitamine finde ich, liege ich nicht so daneben, es ist ja ein Vitamin fürs Hirn.
Liebs Grüssli
Biggi

von Biggi 1 - am 16.12.2002 09:13

Re: ... sorry, das wurde ein xxxxxxxl-beitrag ;-)

hallo.
hab mir auch schon gedacht,am besten "vitamin"zu sagen.am 18. haben wir ja den besagten arzttermin,wo wir nun eine entgültige entscheidung treffen wollen.mal sehen,wie das ausgeht.
grüsse

von Tatel. - am 16.12.2002 10:00
hallöchen ihr da drausen.
wir nehmen nun schon seit dem 21.12.medikinet(mein sohn natürlich).wie macht sich die wirkung bemerkbar,denn irgentwie kann ich keine unterschiede feststellen.
euch allen ein frohes fest!
gruss tatel.

von Tatel. - am 24.12.2002 12:36
hichen leute....

von Tatel. - am 26.12.2002 18:49
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.