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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Salome, Ricki 01, Cat1964, Rhoa

wieviel Hilfe für die Schule? Vorsicht, lang...

Startbeitrag von Salome am 07.03.2003 11:59

Hallo @all,

ich hatte ja schon öfter von Felix´Schulschwierigkeiten berichtet.
Er geht ja in die 3. Klasse Regelschule. Die ersten zwei Jahre dort hat er nur unter massivster häuslicher Unterstützung überstanden.
Da darunter die anderen Kinder zu leiden begannen und seine Überforderung für die Lehrerin nicht so recht sichtbar wurde, riet uns seine Kinderpsychiaterin, die Hilfen zu Hause weitgehend einzustellen. Außerdem empfahl sie uns eine Umschulung auf eine L-Schule, der er einen "grenzwertigen" IQ hat und durch andere Probleme (u.a. Wahrnehmungsstörungen) diesen auch nicht voll ausschöpfen kann. Der Umschulung wurde dann von seiten der Schule nicht zugestimmt (anderes Thema).

Die dritte Klasse ist jetzt regelrecht fatal: Im Halbjahreszeugnis drei Fünfer, Versetzung gefährdet. Er hat auch keine "Ausgleichsfächer", in denen er gute Noten erreichen kann.
Er arbeitet auch überhaupt nicht mit; Aufforderungen, z.B. einen Text von der Tafel abzuschreiben, ignoriert er.
Der Schulpsychologe meinte aufgrund der Testergebnisse: Zurückstufen in die zweite Klasse oder L-Schule, wenn er damit nicht klar kommt. Und auch er riet uns, Felix nicht zusätzlich zu Hause Schulstoff zu erklären oder mit ihm zu üben.

Jetzt ist er dreimal pro Woche in einer therapeutischen Schülerhilfe. Aber auch dort gelingt es dem Lehrer (der sich übrigens sehr viel Mühe gibt, wie auch die Klassenlehrerin), ihn zum Arbeiten zu bewegen. Gestern hat er in zwei Stunden sechs schriftliche Subtraktionen durchgeführt :-(((

Darüberhinaus beklagt er sich bei mir, den Stoff nicht zu verstehen, auch nicht, wenn er in der Schule extra für ihn mehrfach erklärt wird.

Dazu kommt, dass wir umziehen werden, und die Kinder nach den Osterferien auf eine neue Schule kommen.

Jetzt weiss ich nicht, was ich tun soll:

Mich an den Rat der Psychiaterin/des Psyhologen halten und in quasi "auflaufen" lassen? Und es dann auf ein Sitzenbleiben bzw. einen erneuten Antrag auf Umschulung anlegen? In der Hoffnung, dass er in einer anderen Klasse/Schulform besser zurechtkommt?
Oder doch wieder zu Hausse üben? Denn wenn ich ihm etwas erkläre, scheint er es besser zu verstehen als von anderen Personen...Aber er muss ja das Gelernte auch in der Schule umsetzen können - und wenn er partout nicht mitmacht?
Aber ich habe dabei Angst, seine massiven Lernprobleme damit wieder zu "überdecken" - er bringt dann scheinbar bessere Leistungen, aber der tägliche Arbeitsaufwand ist extrem (mehrere Stunden täglich zusätzlich). Ist das dann nicht trotzdem Überforderung?? Und was passiert, wenn in höheren Klassen mehr gearbeitet werden muss, wenn schon die dritte Klasse für ihn quasi ein "Ganztagesprogramm" darstellt? Schiebe ich die dringend benötigte Hilfe dadurch nicht unnötig auf? Andererseits tut es mir weh, zuzuschauen, wie er heulend übern den HA sitzt und sich schon selber ohrfeigt, damit er´s endlich kapiert :-(((( Ich werd´noch ganz krank davon *stöhn*

Entschuldigt für das lange Geschreibsel, aber ich muss mir das mal von der Seele schreiben.....

LG von Salome und den Kindern, die anders sind....

Antworten:

Hallo Salome,

sicher ist es für die Bewertung Deines Sohnes in der Schule nicht förderlich, wenn Du intensivste Nachhilfe zu Hause mit ihm machst.

Andererseits, wenn Du seine Probleme erkennst fühlt er sich bei gar keiner Mithilfe Deinerseits möglicherweise auch alleinegelassen.

Speziell bei Mathe reicht meinem Sohn die Erklärungen in der Schule neuerdings auch nicht immer aus. Deshalb versuche ich es ihm auf meinen Weg zu erklären. Wenn er es dann allerdings auch nicht überreisst, dann sag ich ihm, dass er das seinem Lehrer mitteilen und von ihm eine nochmalige Erklärung verlangen soll. Sozusagen ein Mittelweg....

MfG


Cat

von Cat1964 - am 07.03.2003 12:42

Hilfe bei den Hausis


Hallo Salome,

intensive Nachhilfe würde ich auch nicht betreiben !!

ähnlich wie Cat suche ich auch den Mittelweg
zwischen Erklärungen/Unterstützung und Ermunterung konkret beim Lehrer nachzufragen !!!

die schlimmste Zeit war bei uns im letzten Schuljahr also dritte Klasse (so wie bei euch jetzt)
mein Sohn sagte irgendwann heulend zu mir, das ich ihm doch alles besser erklären könnte als die Lehrer
mein Nachfragen ergab, das er oft das Gefühl hatte andere (also auch Lehrer) hätten nicht die Zeit und Lust ihm *das *zu erklären und zu warten bis er das versteht........

ich schwankte immer zwischen dem Gefühl
"ich will nicht die Nachhilfelehrerin der Nation" werden
und "ich will mein Kind unterstützen"

der Mittelweg hat es gebracht !!!
jetzt ein Schuljahr weiter kann er viele Aufgaben alleine lösen

manchmal stecken wir Eltern vielleicht in der unendlichen Schleife von " das lernen die nie"
und lassen uns hoffentlich dann vom Leben und den Kids überraschen !!!


Gruß

Rhoa

von Rhoa - am 07.03.2003 13:33

@Cat/Rhoa

Hallo,

danke für Eure Antworten.

Ja, der goldene Mittelweg - der wäre mir ja auch der liebste! Aber bei Felix gibt´s nur "ganz oder gar nicht" *seufz*
eben mal kurz was erklären reicht bei ihm nicht; man muss sich dann wirklich mehrere Stunden mit ihm befassen und Defizite aufarbeiten :-((((

Sein großes Problem ist, dass er einen "kann ich nicht" und einen "will ich nicht" hat - und v.a. den Lehrern ist es kaum möglich, diese auseinander zu halten...

Wir haben die freien Faschingstage wieder mal mit den Grundrechenarten verbracht. Was mal im Gedächtnis war, fällt nach einiger Zeit eben wieder ´raus...

Ich habe mit ihm auch ausgemacht, dass er seine Lehrerin wieder fragt, wenn er etwas nicht verstanden hat. Aber auch nach mehrmaligem Erklären versteht er häufig nicht, worum es geht.
In anderen Dingen ist er häufig ganz aufgeweckt und interessiert - und mit dieser Diskrepanz kommen sowohl wir als auch besonders die Lehrer schlecht klar: Warum ist er nicht immer so? werden wir dann gefragt.... und die Lehrer denken, er ist ja "so fit", und an der Intelligenz "kann es ja gar nicht liegen" (IQ zwischen 75 und 90) ????

Es ist so schwer, Hilfe für dieses Kind zu bekommen...

LG, Salome und die Kinder, die anders sind

von Salome - am 07.03.2003 15:10
Hallo Salome!

Das mit dem Auflaufen lassen finde ich nicht so in Ordnung.
Ich hatte mit meinem Ältesten damals auch solche Pobleme
und viel mit ihm geübt.
Dann jedoch hatte er so sehr abgeblockt, daß ich zum Schul-
psychologen mit ihm ging.

Ab da zog ich mich mit meiner Hilfe sehr zurück was ihn in den Noten etwas absacken ließ, aber unsere häusliche Situation sehr entspannte.

Heute halte ich es mit beiden Kids so daß ich nur helfe,wenn es erwünscht ist.

Übrigens ist mein Großer mittlerweile in der 7.Klasse Hauptschule und hat überwiegend gute bis befriedigende Noten.
Das häte ich mir damals in der Grundschule nicht träumen lassen.Da lernte er nur mühsam die Grundkenntnisse und hatte nur in einigen Nebenfächern gute Noten.

Ich hoffe unter all den Antworten ist etwas hifreiches für dich dabei.

Viel Kraft und gute Nerven

Ricki

von Ricki 01 - am 07.03.2003 16:52
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