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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
BiHePi, Moni23, Gaby, Gabriele Ophuis, Birgit R., SusieK, Benni1, momfor4

Abschieben in die Psychatrie???

Startbeitrag von BiHePi am 28.10.2003 08:43

Ich brauch schon wieder mal dringend eure Hilfe!
Ich war vor ein paar Wochen beim Kinderarzt, mit der Bitte um Concerta - mein Sohn ist 10 und nahm Medikinet (war nicht so toll wegen des Reebound-Effektes), dann haben wir von dem Kinderarzt zu einem Psychologen gewechselt, dort bekam er dann ein Anitdepressiva (der Psych. sagte er vertrage Medikinet NICHT, obwohl ich mir schon dachte, das wären nur die Nebenwirkungen wenn die Wirkung nachlässt, die ihn zum Weinen bringen)! Antidepressiva hat natürlich nicht geholfen! Dann haben wir vor 2 Wochen ausgemacht (da hat er sich zwar total gesträubt, wahrscheinlich weil zu teuer) wir versuchen es mit Concerta!
Nun gehts los: er ging ab da nicht mehr ans Telefon!!! Auf meine Bitten (auf den Anrufbeantworter) hat er nicht reagiert - gestern hat er mir auf den AB gesprochen, ich solle meinen Sohn in eine Psychatrische Klinik einweisen lassen (die ist ca. 100 km weg von uns) gleich mit Telefonnummer der Klinik usw.! Das Höchste ist: er hat sich noch nicht mal die Mühe gemacht, meinen Sohn kennenzulernen - er hat doch immer nur mit mie und meinem Mann gesprochen! Hab dann bei ihm angerufen und ihm ebenfalls auf den AB gesprochen -- war stinkesauer und hab ihn etwas beschimpft - mit recht?? Ich habe kein Problem mit meinem Sohn - er ist halt etwas impulsiv und kann sich überhaupt nicht konzentrieren, schrieb bisher nur sechsen mit dem Antidepressiva geschrieben (mit Medikinet waren es meist dreien) -- aber gleich in die Psychatrische Klinik?? Lieber wiederholt er ja (trotz einem IQ von 110) die Klasse! Er wollte doch nur den Schwarzen Peter abschieben, weil ihm Concerta zu teuer ist ODER??
Jetzt steh ich da und weiß nicht wohin - wir haben bei allen Psychologen und kompetenten Kinderärzten angerufen - überall eine Wartezeit von min. 4 Monaten!!!
Was soll ich blos machen?? Woher bekomm ich Concerta oder wenigstens Medikinet (der Hausarzt verschreibt das nicht)!

Verzweifelt Grüße
Birgit
In die Psychatrische Klinik kommt er mir nicht (das meinen auch die Lehrer, die total entrüstet waren)!

Antworten:

Hallo Birgit,

bei einem anderen Kinderpsychologen die Dringlichkeit klarmachen !!!

Du solltest Dich auf jeden Fall jetzt unbedingt umhören, daß ihr bei einem Arzt oder einer ambulanten Klinik als * Notfall* reinkommt, wo ihr Ärzte habt, die sich vernünftig damit auseinandersetzen und sich nicht so wie Euer Arzt verhalten!

Stationär muß meiner Meinung nach NICHT sein...

lg

Susie



von SusieK - am 28.10.2003 10:04
Guten Morgen Birgit!

Das von dir geschilderte Verhalten eures Psychologen erachte ich als unmöglich. Alleine das Fehlen eines Gesprächs mit deinem 10-jährigen Sohn spricht für sich.

Kannst du nicht mit eurem Kinderarzt sprechen, ob er, da er sich ja offensichtlich mit ADS auskennt, die Medikation und Rezeptur für die Übergangszeit bis zum Termin an anderer kompetenter Stelle übernehmen kann? Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat er ja versucht, euren Sohn einzustellen. Wer hat denn die Diagnostik gemacht?
Sprich ihn auf jeden Fall auf das Verhalten des Psychologen an. Euer Kinderarzt hat schließlich die Erstbehandlung übernommen und euch an diesen Herrn überwiesen und muß m. E. nach darüber informiert werden, wie dieser mit Patienten umspringt, damit er abwägen kann, ob er dorthin weitere überweisen soll.
Berate dich auf jeden Fall mit ihm.

Oder teile deine Postleitzahl mit, vielleicht kann dir jemand eine Mail mit weiteren kompetenten Stellen schicken.

Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und starke Nerven, gib nicht auf.

Benni

von Benni1 - am 28.10.2003 10:14
Hallo!

Psychiatire hört sich immer schlimm an. Es gibt aber auch pyschiatrische Kinderambulanzen. Ich weiß nicht in welcher Ecke du wohnst, aber wir haben eigentlich gute Erfahrungen mit den Ambulanzen der Psychiatrie. Bei denen gibt es auch keine Kostenbeschränkung in bezug auf verordnete Medikamente.
Kinderärzte haben ein wirklich geringes Budget.
Ich würde Psychiatrie nicht ganz so negativ abtun. Gerade die Ambulanzen der meisten Unikliniken arbeiten wirklich gut.

Viele Grüße
Birgit

von Birgit R. - am 28.10.2003 11:43
sag mal

was ist das bitte für ein arzt oder psychologe, der nur mit den eltern redet, das kind gar nicht kennt und dennoch MEDIKAMENTE jeglicher art verschreibt???????????????

kann ja wohl nicht angehen. wie verantwortungslos?

und die abschiebung in die psychiatrie ist wohl eher ne ausrede- dann hat er das problem *ihr* vom hals oder wie???

wie kann es sich ein arzt erdreisten, antidepressiva zu verschreiben, ohne jemals das kind untersucht, gesehen und mit ihm geredet zu haben????

sowas macht mich dermassen sauer, weiss gar nicht, was ich dazu sagen würde...

stinkige grüsse

mom

von momfor4 - am 28.10.2003 15:38
HI,
ich bin relativ neu hier und kenne deshalb die "Krankengeschichte" deines Sohnes nicht, aber auch ich halte eine Psychatrie für den falschen Weg.
Meine Kinderärztin in der Kinderambulanz im Dürener Krankenhaus hat mir erklärt, das ADS und ADHS eine Botenstoffstörung ist und keine Psychose.

Ich weiß ja nicht wo du wohnst, aber versuchs doch mal im Krankenhaus. Dort gibt es bestimmt eine Kinderambulanz, informiere dich, ob es dort eine gute Kinderärztin gibt, die sich mi ADS auskennt. Möglicherweise kann die dann ein Schreiben für den Arzt fertig machen, in dem sie auf die Dringlichkeit hinweist. So kriegst du schneller einen Termin.

Geht dein Sohn evtl. zu irgendwelchen Therapien (Ergo oder sowas) dann könnte die Therapeutin evtl. beim Arzt anrufen.

Oder geht persönlich in die Arztpraxis und verlange einen früheren Termin, frag ob du die Ärztin nicht für 5 Minuten sprechen kannst um ihr die LAge klar zu machen.

Bei meinem Sohn hatte ich eine Wartezeit vn 3 Monaten. Ich bin in der Praxis fast ausgeflippt und habe einen riesen Wirbel gemacht, bis die Helferinnen mich mit der Ärztin haben sprechen lassen und die mir innerhalb 1 Woche einen Termin gab, weil es ja dringend war.

Und wie gesagt, die Psychatrie ist der falsche Weg.
Ich selbst war mal da. Weil ich auf Grund ADS schwere Depressionen hatte, ADS bei mir aber nicht diagnostiziert wurde.
Die Psychatrie hilft nicht bei Verhaltensauffälligkeiten und Hyperaktivität, sondern nur bei "Dachschäden".

Ich hoffe, dass meine Tips dir irgendwie helfen. Ich weiß selber wie schwierig es ist, zu wissen, dass man Hilfe braucht und keine bekommt.

Viele Grüße
Gabi

von Gabriele Ophuis - am 29.10.2003 06:59
Vielen Dank für Eure Antworten!
Schreibe gerade eine BBeschwerde über den Psych. an die kassenärtzliche Vereinigung mit Durchschalg an ihn! Bin normal nicht so, will nur andere warnen!!
Eigentlich hätte ich schon viel früher aufwachsen sollen, spätestens bei den Antidepressiva!
Ich ruf dann gleich bei unserem "alten" Kinderarzt an und erzähl ihm das! Er hat mir mal eine Liste mit guten Psych. gegeben (da war meiner nicht drauf - die Wartezeit von 14 Tagen im vergleich zu 4 Monaten wo anders war dann ausschlaggebend) diese Liste werde ich mal durchtelefonieren! Dann wieder zurück zu Medikinet und warten bis die 4 Monate rum sind. Glaub etwas Ruhe und Abstand tut uns jetzt allen gut!

Nochmal vielen Dank für Eure Hilfe
Birgit

von BiHePi - am 29.10.2003 07:34
Hallo Birgit,

Du hast völlig recht, Dich zu beschweren. Solchen Leuten gehört das Handwerk gelegt. Wo gibt's denn sowas, Antidepressiva zu verschreiben, ohne den Patienten überhaupt gesehen zu haben...... UNGLAUBLICH!

Zum Thema Psychiatrie: Es ging aus Deinem Posting nicht genau hervor, ob der Deinen Sohn stationär oder ambulant einweisen wollte.

Mit einem ambulanten Aufenthalt in einer tagesklinischen Kindergartengruppe am hiesigen BKH haben wir sehr gute Erfahrung gemacht. Der VOrteil ist halt u.a., dass die Testung sehr viel umfangreicher ist als in einer PRaxis und Du die Medikamenteneinstellung unter deren Aufsicht und mit deren Hilfe machst.

Klar muss man seine Vorbehalte gegen "Psychiatrie" überwinden, aber bei uns war das nur positiv.

Herzliche Grüsse und alles Gute.

Moni



von Moni23 - am 29.10.2003 09:23
Hallo Birgit,

Du hast völlig recht, Dich zu beschweren. Solchen Leuten gehört das Handwerk gelegt. Wo gibt's denn sowas, Antidepressiva zu verschreiben, ohne den Patienten überhaupt gesehen zu haben...... UNGLAUBLICH!

Zum Thema Psychiatrie: Es ging aus Deinem Posting nicht genau hervor, ob der Deinen Sohn stationär oder ambulant einweisen wollte.

Mit einem ambulanten Aufenthalt in einer tagesklinischen Kindergartengruppe am hiesigen BKH haben wir sehr gute Erfahrung gemacht. Der VOrteil ist halt u.a., dass die Testung sehr viel umfangreicher ist als in einer PRaxis und Du die Medikamenteneinstellung unter deren Aufsicht und mit deren Hilfe machst.

Klar muss man seine Vorbehalte gegen "Psychiatrie" überwinden, aber bei uns war das nur positiv.

Herzliche Grüsse und alles Gute.

Moni



von Moni23 - am 29.10.2003 09:23
Hallo Birgit,

das ist die beste Entscheidung.


Gaby



von Gaby - am 29.10.2003 10:40
Hallo Moni,

STATIONÄR und das auch noch ca. 150 km von uns weg!!

Wahnsinn - ODER??

Ich habe auch Vorbehalte gegen eine psychatrische Klinik, aber gegen eine ambulante Hilfe dort hätte ich wirklich nichts, aber so was gibts bei uns in der Nähe nicht, nur eben 150 km weg!

Grüße
Birgit

von BiHePi - am 29.10.2003 11:19
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