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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Solvi, Stef@ni, momfor4, Moni23, Doris Schmitt

Ausschluss von der Hofpause - geht das?

Startbeitrag von Solvi am 15.12.2003 16:54

Hallo;
ich habe mal wieder ein Problem.
Mein Sohn geht in die Vorschule. Er ist dort sehr gerne (abgesehen von der morgendlichen Schlacht, ihn dort hin zu kriegen), es macht ihm Spaß, er bastelt wie ein Wilder, die beiden Vorklassenleiterinnen sind hinreißend, aber: In der Hofpause (täglich zwei) ist er alles andere als lieb.
Angefangen hat es damit, dass ich mich gewundert habe, dass er so viele "Freunde" in der zeiten Klasse hat. Da wird er morgens schon begrüßt. Ich muss dazu sagen, das mein Sohn mit 5 bereits 1,34m groß ist (Schuhgröße 34) und in der Vorklasse fast exotisch wirkt. Ich kann also durchaus versthehen, dass er sich zu körperlich größeren Kindern hingezogen fühlt. Vor einigen Wochen kam er mit zerissener Jacke nach Hause - naja, kann ja passieren, letzte Woche dann hat er ein Mädchen aus seiner Klasse so geschupst, dass sie ärztlich behandelt werden musste. Er behauptet, auch in Konfrontation mit der Vorklassenleiterin, dass er es nicht war, sondern das Mädchen selber gefallen sei (obwohl es mehrere Zeugen gibt). Wenige Tage später hat er sich wider geprügelt. Nun wurde mir mitgeteilt, dass er nicht mehr in die Hofpause darf, wenn sich das nicht ändert.
Ich finde jedoch, auch in der Hofpause hat die Schule die Pflicht, die Kinder zu beaufsichtigen und wenn die Schule dazu nicht in der Lage ist, kann man ein Kind dafür nicht bestrafen.
Wie soll ich mich also verhalten, wenn sie mir sagen, dass er nicht merh auf die Hofpause darf?
Liebe Grüße
Solvi

Antworten:

Hallo,

an unserer ehemaligen GS war es üblich, als Strafe von der Hofpause ausgeschlossen zu werden.

Dafür gab es dann ein "Sündertisch" vor dem Rektorzimmer.

Der Tisch war immer gut besucht.

Allerdings waren es nicht nur die Vergehen der Pause, die einem Kind den Ausschluss von der Hofpause einbrachten, jedes Vergehen wurde so geahndet.

Klar, die Schule hat eine Aufsichtspflicht, aber hast Du Dir schon einmal angesehen, was so auf einem Schulhof in der Pause abgeht?

Da können die paar Lehrer ihre Augen gar nicht überall haben, selbst wenn die gesamte einsatzfähige Lehrerschaft Aufsicht führen würde, könnten Zwischenfälle nicht vermieden werden.

Der Kleine hat sehr viel Energie, die er loswerden muss, das kann bei einem 5-jährigen schon mal etwas ungestüm werden.
Er müsste vielleicht gezeigt bekommen, wie man die angestaute Energie aus den Schulstunden gezielt abbaut.

Da könnten die Lehrer helfen.


Ich habe aber so das Gefühl, dass keine Absicht dahinter steckt, er also nicht gezielt handelt, da müsste man erst einmal m.E. mit anderen Mitteln Grenzen aufzeigen.

Anders liegt natürlich der Fall, wenn Kinder gezielt getrietzt werden und sich dann auch noch nicht mal wehren dürfen und sich anhören müssen, dass sie nicht so empfindlich sein sollen. Da müsste die Schule auch eingreifen, tut sie aber nicht, weil man dann auch mehr als 3 oder 4 Lehrer bräuchte.

Übrigens: Wie groß ist dein Sohn mit 5? Meine Tochter ist 11 und gerade mal 1,30m groß. Da kannst Du Dir vielleicht vorstellen, wie das ist, wenn so ein "Zwerg" in einer weiterführenden Schule ist.

Rede aber noch mal mit den Lehrern und sucht gemeinsam nach Lösungen. Dem Kleinen ist vielleicht auch seine Stärke nicht so ganz bewusst, ist aber in dem Alter normal. Allerdings ist er halt sehr groß.

Doris

von Doris Schmitt - am 15.12.2003 18:04
Hallo Solvi,

hatten wir auch vor kurzem, bei uns heisst das Nachdenk-Pause.

Clemens hatte in der Pause ein Mädchen gerempelt und musste am nächsten Tag in die Nachdenkpause vor dem Lehrerzimmer.

hat wohl gewirkt, seitdem ist nichts diesbezügliches mehr gewesen.

Moni



von Moni23 - am 15.12.2003 18:20
Hallo

Ich denke mal, dies ist eine ganz normale *Erziehungsmassnahme* von Seiten der Schule..

Und wir sollten da nicht wie die Glucken gegen an gehen. Beaufsichtigt ist dein Sohn beim Ausschluß genauso.... Nur vielleicht hillft ihm das beim Reflektieren seines Verhaltens in den Pausen......

Es geht ja nicht nur um den Schutz der andren Kinder, sondern gewissermaßen ja auch um den deines eigenen Sohnes.

Und ich finde es eigentlich immer noch besser, wenn die Schule konsequente Sanktionen wegen unangemessenem Verhalten verhängt, bis er sich *wieder bewährt*.

Kann schon ein enormer Lerneffekt sein.

Wegen der Größe musste ich auch erst mal schlucken... mein Sohn ist 9 und gerade mal 1, 22 gross und in der 4. Klasse.... gg

Gruß

Mom

von momfor4 - am 16.12.2003 08:23
Hallo;
danke für Eure Antworten. Sicher ist es schwer, auf so viele Kinder aufzupassen. Unser Sohn ist natürlich voller Energie, wenn er auf die Hofpause kommt. Auch glaube ich, dass er nicht böswillig handelt. Er flippt nur aus, wenn ihn jemand anmacht, dann kennt er keine Verhältnisse, aber das kennt Ihr sicher. Er ist tatsächlich mit 5 Jahren (wird im April 6) 1,34m groß (wahrscheinlich ist er inzwischen wieder gewachsen), was die Sache nicht einfacher macht. Wir reden jetzt jeden Tag mit ihm, dass er sich zusammenreißen soll. Ich könnte damit leben, dass er mal von der Hofpause ausgeschlossen wird, aber dauerhaft? Da würde ich etwas unternehmen, natürlich zuerst mit den Lehrern reden.
Jedenfalls scheint es ja wohl doch so zu sein, dass es im Ermessen der Schule liegt, ein Kind von der Hofpause auszuschließen.
Danke Solvi

von Solvi - am 16.12.2003 08:28
hallo solvi

ich finde es auch nicht verkehrt, wenn er "mal" von der pause ausgeschlossen wird.

er muss lernen, dass sein verhalten konsequenzen hat. allerdings meine ich auch, dass der ausschluß allein es nicht sein kann und dass auf jeden fall auch ein gespräch stattfinden muss, indem ihm sein fehler aufgezeigt wird.

das ist bei meinem sohn nämlich auch so und ganz oft bemerkt er nicht mal, dass er etwas verkehrt gemacht hat. erst im gespräch wird es ihm so manches mal dann klar.

ein dauerhaftes ausschließen würde ich auch nicht gut finden. es gibt auch noch die möglichkeit einer "vereinbarung", wenn das verhalten deines sohnes anhalten sollte.

das setzt voraus, dass die lehrerin allein mit dem rest der klasse redet, um für ihn und sein verhalten ein wenig verständnis zu finden und erklärung zu liefern. er sollte da nicht dabei sein, weil er sich dann sicher "vorgeführt" und "an den pranger" gestellt fühlt.

dann sollte mit den kindern ein wort oder eine bewegung ausgemacht werden, die deinem sohn dann von der lehrerin erklärt wird. wenn jemand dieses wort sagt, soll das für deinen sohn das zeichen sein, dass er über die grenzen geht und jemandem weh tut.

ich rate dir ganz dringend davon ab, ihn immer wieder darauf hinzuweisen, sich zu benehmen. du setzt ihn damit unter einen riesendruck und leider eskalieren situationen dann meist erst recht. auch das kenne ich von meinem sohn. hier hat die lehrerin ihn vor jeder pause ermahnt.

liebe grüße

stefani

von Stef@ni - am 17.12.2003 05:40
Hallo Stefani;
die Idee mit dem "Wort" ist wirklich gut. Ich werde dies mit seinen Lehrerinnen besprechen.
Auch mit dem Ermahnen, hast Du Recht. Man weiß schon im Vorfeld, was alles kommen kann und zählt das dann auf. Der Druck für das Kind ist dann enorm groß, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob er nicht alles nach spätestens fünf Minuten vergessen hat (bei anderen Dingen erinnert er sich jedoch noch nach Jahren).
Auf der einen Seite weiß ich, dass er sein Verhalten kaum steuern kann (wurde uns lange und ausführlich erklärt), auf der anderen Seite benehme ich mich wie eine "normale" Mutter, was oft total falsch ist.
Alleine wenn ich darüber nachdenke, was ich jeden Morgen für ein Theater habe, um dieses Kind in die Schule zu kriegen.... - andere würden durchdrehen.
Wenn er dann da ist, freut er sich und macht alles mit, mit Freude, außer das dauernde Basteln stört ihn.
Danke und liebe Grüße
Solvi

von Solvi - am 18.12.2003 15:12
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