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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tigermom, momfor4, Sikle, Herta Wurst, Martin Winkler, Bettina*

Beitrag bei Plusminus im ARD gestern abend

Startbeitrag von Tigermom am 18.02.2004 07:03

Hallo,
hat zufälligerweise gestern abend jemand Plusminus gesehen mit dem Bericht über die HEBO Schule in Bonn?
Wer den Beitrag nicht gesehen hat, kann sich hier informieren, worum es ging:
[www.swr.de]

Die Art und Weise wie "das angebliche Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom" (so wurde es dort betitetelt) dargestellt wurde, war mal wieder voll daneben! :-(

Richtig ist aber, daß sogar Eltern, die finanziell sehr, sehr gut dastehen die Eingliederungshilfe beanspruchen können und die Flut der Anträge somit einzelne Landkreise schon vor dem finanziellen "AUS" stehen.

In meinem eigenen Bekanntenkreis ist eine Familie:
Industrieller, 2 Kinder, gesamter Lebensstandard luxus pur
aber beide Kinder erhalten z.B. die LRS-Therapie über das Jugendamt bezahlt, da kann doch was nicht stimmen?

Die "normalen" Familien wie wir, wo es eh schon vorne und hinten nicht reicht finanziell, haben dann mal wieder das nachsehen, wenn durch diese Praktiken ( keine Einkommensgrenze) die gesamte Eingliederungshilfe zusammengestrichen wird!

Bin mal wieder ziemlich brassig...
Gruß Tigermom

Antworten:

Nachtrag!

Ganz besonders sauer ist mir dies bei dem Beitrag aufgestoßen:

"Häufig nämlich begründen Eltern ihre Anträge mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS).
Ein medizinisch höchst umstrittenes Krankheitsbild.
Drei bis acht Prozent aller Schulkinder sollen von diesem "Zappelphilipp-Syndrom" betroffen sein.W

Grrrummmel....
Tigermom

von Tigermom - am 18.02.2004 07:10

Re: Nachtrag!

hallo

ich habe es auch gesehen und mit gegrummelt.

eine möglichkeit, ein gutes konzept einer guten schule in zwielichtiges bild zu setzen.

ads am rande in zwielichtigkeit zu bringen und den betroffenen auch noch vorzuwerfen, mit unrechten dingen- mit hilfe der schule und dessen leiter- der sich verdammt noch mal mit sehr viel engagement für gerade diese kinder einsetzt, eine kostenübernahme zu *erschleichen*

klasse. ard. schön gemacht.

gruss

mom

von momfor4 - am 18.02.2004 07:29
Merkwürdig ist halt, dass es scheinbar völlig o.K. ist wenn ein Jugendamt lügt und trickst. Die behaupten dann, dass sie für die Förderung nicht zuständig sind und man sich an die Bezirksregierung wenden müsse. Gerade so im Jugendamt Lüneburg passiert.

Das ist wohl o.K....

Um es deutlich zu sagen : Ich bin zwar für die HEBO-Schule, aber gegen die finanzielle Praxis. Es kann auch nicht angehen, dass dann praktisch die gesammten Budget der Jugendhilfe bzw. Jugendförderung "weg" sind, nur weil ein oder zwei Kinder auf eine spezielle Schule gehen sollen. Ich sehe nicht unbedingt, warum dies lohnabhängig sein sollte. Auch "reiche" Eltern könnten sich die betreute Wohnmöglichkeit bzw. die Schule kaum leisten. Ich kenne aber keine Eltern, die ihr Kind gerne soweit weg beschulen lassen. Das ist doch die vorletzte Verzweifelungstat vor einer Eigenbeschulung. Nicht etwa ein nettes Plänkeln von verwöhnten Gören bzw. erziehungsfaulen Eltern. Da hat doch in aller Regel das gesammte System schon versagt.

Aber es steht so in den Gesetztexten bzw. die Kinder haben ein Recht auf Förderung. Das Problem sind dabei wieder die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Natürlich wären unsere Schulen verpflichtet, diesen ADHS-Schülern eine individualisierte Förderung (und nicht Abschiebung oder Rausschmiss) zu bieten. Tun sie aber nicht (vielleicht sind sie auch überfordert). Die Schulen sind wiederum aber auch nicht dafür da, Therapie zu machen oder zu ersetzen. Dies wiederum wäre eher Aufgabe des medizinisch-psychologischen Systems. Hier mangelt es aber auch, wenn Eltern über 1 Jahr nach einer Therapie anstehen müssen. Die Förderung der Jugendhilfe greift dann vermeindlich, wenn die anderen Dinge den Bach runter gelaufen sind. Ich kann den Ärger der Jugendämter verstehen. Ich teile ihn aber nicht und würde den Eltern sofort raten, sozialgerichtliche Schritte gegen das Jugendamt zu wählen.

Auf den Seiten des AÜK war in der Leseecke glaube ich eine ganz gute Zusammenstellung über die Rechte der Eltern... Sehr zu empfehlen, wenn man mit Behörden zu tun hat...

von Martin Winkler - am 18.02.2004 07:57
Hallo zusammen,

ich hatte erst vor kurzem das große Vergnügen Herrn Biegert (den Schulleiter der HEBO Schule) auf einem Vortrag zu erleben. Dort sagte er auch ausdrücklich folgendes:
"Wir beschulen auch vornehmlich Hardcore- ADS'ler, also die Kid', die z. B. U-Bahn surfen und schon 5 verschiedene Schulen bzw. Therapien hinter sich haben."
Aus dem gesamten Vortrag habe ich rausgehört wie er , und seine Lehrer gerade für diese Kinder einsetzt. Dies führte sogar dazu, daß eine ältere Lehrerin, die dauernd nach den anderen, normalen Kindern in Ihrer Schulklasse fragte, die ja zu kurz kommen würden, wenn Sie die übrigens hervorragenden Tips! anwenden würde, den Raum verließ.

Wenn übrigens alle Lehrer ein wenig auf diese Tips eingehen würden, hätten es nicht nur die ADS'ler, sondern auch die übrigen Kinder und auch die Lehrer leichter. Folge davon (meiner Meinung nach) wäre, daß man immer weniger Eingliederungshilfe bräuchte.

Leider gibt man für Prestigeobjekte, die dann alle teuer bezahlen müssen, siehe LKW-Maut, genau das Geld aus was unseren Kindern auch gut tun würde.

Viele Grüße

Bettina

von Bettina* - am 18.02.2004 13:37

Re: Nachtrag!

Deine Aufregung find ich ganz unverständlich. Es ist doch die nüchterne Realität, dass ADHS medizinisch sehr zweifelhaft ist. Es ist doch nur eine kleine radikale Minderheit von Fachleuten, die an ADHS als medizinische Störung glauben. Das sind ja auch immer dieselben, die auf Symposien und Tagungen seit Jahren durchs Land ziehen und sich selbst befruchten. Frag Martin, der ist da ganz nah dran an der Realität.

Gelöscht wegen Verstoßes gegen die Forumsregeln

von Herta Wurst - am 18.02.2004 18:00
hallo

vor allem bin ich immer noch der meinung, wenn alle an einem strang ziehen, ist dieser letzte verzweiflungsschritt mit einer internatsunterbringung nicht immer zwingend nötig.

nur wird das thema * integration* oder eingliederungshilfe entweder nicht angewandt, steht auf schönem papier und die umsetzung hapert an finanziellen haken.

wir hier haben eine wunderbare konzeption über integrationsschulen, mit riesem-tam tam in der tagespresse und auf konferenzen vorgestellt, von den elternbeiräten die konsequenzen an den schulen erst mal dargelegt- um es sang- und klangheimlich- weil nicht umsetzbar, wegen lehrermangel, durchblick und fördergelder in den schubladen der tiefen bildungsbehördern verschwinden zu lassen.

bisher ward es nie wieder gesehen....

wie immer sieht halt die realität etwas anders aus, als es am grünen tisch mal sooooo gut geklungen hatte...

gruss

mom

von momfor4 - am 19.02.2004 06:23
Hallo ans Forum,
bin gerade von so einem Rechtsstreit betroffen, seit 1 Jahr, Eilantrag läuft seit mehr als einem halben Jahr. Am meisten habe ich mich über die mangelhafte Recherche des Beitrages (teilweise sind meiner Meinung nach die Aussagen völlig falsch) geärgert. habe mir vorgenommen, am Wochenende an die Redaktion zu schreiben!
Bei Interesse kann ich das dann ja auch hier ins Forum stellen.
Schönes Wochenende
Sikle

von Sikle - am 20.02.2004 08:35
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