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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Mottensprotte, Janette, Andrea Neij, angel2082, caroli

Ist ein(e) ÄrztIn oder PädagoIn hier, der selbst ADS oder Kinder mit ADS hat?

Startbeitrag von Mottensprotte am 02.03.2004 15:42

Hallo,

ich habe vor einigen Tagen unter der Thema "Erfahrung mit Medikamenten" geschrieben. Erstmal vielen Dank für die Antworten!

Es ist einfach schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen, weil man nicht für sich, sondern für sein Kind entscheidet. - Aber wem sag ich das ;-) - Ich versuche mich gerade "schlau" zu machen und werde auch mit dem Kiga nochmal ein langes Gespräch führen. Ich bin noch hin und her gerissen, ob ich Medis geben soll. Es ist gibt so viele Infos. Aber die sind oft sehr pro oder sehr contra. Und daher meine Frage, ob hier Ärzte oder Lehrer, Erzieherinnen sind, die selbst betroffen sind und sozusagen beide Seiten der Medaillle kennen.
Oft ist es ja so, dass wenn man einen Arzt fragt, was er dem Patienten empfiehlt, die Empfehlung anders ist, als wenn es den Arzt persönlich betrifft, also die eigenden Kinder oder Frau.

Und was die Erzieherinnen in unserem Kiga betrifft, die sind sehr bemüht, aber mein Sohn scheint der erste "offizielle ADS-Fall" zu sein. Sozusagen learning by doing und hoffentlich das richtige tun. Ich bin aber dankbar, dass sie ein offenes Ohr haben!!!

Ich hoffe, ich habe so formuliert, dass ich keinem auf den Schlips trete...

Danke,

Katharina

Antworten:

Hallo Katharina

Ich bin jetzt bestimmt eine Stunde durch die Wohnung gelaufen um meine Antwort klar zu kriegen.

Ich mache seit einigen Jahren im Sommer Stadtranderholungen für ein Jugendamt, bei denen auch vom Jugendamt betreute Kinder mitgeschickt werden. Größtenteils ADS-Kinder. Ich erinnere mich noch das man mir bei der Vorstellung regelrecht "beichtete" das einige ADS Kinder dabei währen.

Die Informationen die ich bekam waren recht vage. Daraus konnte ich mir nicht vorstellen was es bedeutet ADS zu haben. Wußte da ja noch nicht das ich selber ein "Adler" bin.... Durch frühere Freizeiten kannte ich wohl einige Ritalin Kinder aber so heftig wie die Kinder hier beschrieben wurden hatte ich das ganze vorher nicht empfunden.

Da ich ein sehr schlechtes Namensgedächnis habe wußte ich wohl das es einige Kinder mit ADS gab aber nicht welche. Natürlich waren die Kinder die ich vermutete keines dieser Kinder. Na gut sie waren alle Eingestellt und vielen halt nicht auf.... ;-)

Seit November 2002 arbeite, lebe ich "bewußt" mit dem Thema ADS. Mein Resümee ist das die "sogenanten" Experten oft weniger wissen als sie vorgeben. Und ich bin überzeugt das hier viele Betroffene am PC sitzen die ihnen in Punkto ADS-Wissen einiges voraus haben!!!

Ich arbeite seit 10 Jahren ehrenamtlich in der Bildungsarbeit. Heißt ich schule Ehrenamtliche die später Freizeiten, Kindergruppen u.a. machen. Im besagten November bat man mich ein Seminar zum Thema ADS auszuarbeiten. Im Januar 2003 war dann das erste Wochenendseminar zum Thema. Da wir eine gewisse Qualität bieten wollten luden wir für einige Stunden eine "Expertin" ein die seit Jahren mit ADS-Kindern arbeitet. Diese sollte etwaige Lücken füllen und von ihrer Arbeit berichte. Letzteres hat sie getan und das hat unseren Teilnehmern sehr viel gebracht. Zu unserem Erstaunen haben wir ihre Lücken gefüllt! Mit unseren in nur kurzer Zeit zusammengetragenen Informationen!

Nebenbei:
Ich habe wärend dieser Zeit angefangen Nachzudenken. Den vieles was ich da weitergab kannte ich nur zu gut....

Der Psychologe der meinen Sohn (in einem Krankenhaus) auf ADS hin Diagnostiziert hat - angeblich eine Koryphäe auf dem Gebiet ADS - war in meinen Augen ein absoluter Heuler.... Das hätte ich bei weitem besser machen können! Dabei lerne ich hier im Forum fast tagtäglich allein durch die Antworten der wirklichen Experten: den Mamas und Papas die seit Jahren mit ihren Kindern leben und manche Tricks auf Lager haben die Bewundernswert sind!!!!

Das heißt nicht das man nie auf Menschen trifft die Wissen von was sie sprechen. Die Ärztin vom Gesundheitsamt hier und unser Therapeut von der Frühförderung sind die Beiden die ich als "Experten" ansehe. Die Erzieherinen in unserem Kindergarten sind auch Spitze!!!!

Ich denke man sollte sich immer eigene Gedanken machen und hinterfragen. Die wenigsten outen ihr "nicht Wissen".

Du wirst im Internet bestimmt einiges gefunden haben was dir weitergeholfen hat. Druck doch einfach bestimmte Texte die du für gut empfindest und helfen könnten zu verstehen, für die Kiga aus! Dann kann dort jeder selber Nachlesen.

Die Seite:
--> [www.ads-infopool.de]
ist finde ich eine Zusammenfassung die man gut mal lesen kann ohne zu überfordern.

Meine Infos zum Thema Medikamente im Kindergartenalter ist Finger weg! Außer in absoluten Notfällen (z.b.Kind leidet) soll man ihnen wohl keine geben.. ABER da wissen andere bestimmt mehr drüber! Und haben ihre hautnahen Erfahrungen gemacht! Die habe ich nicht!

Ich würde aber meinem Kind die Medis niemals verweigern, wenn es dadurch die Schulzeit unbeschadet durchlaufen und Freunde finden kann!

So, das ist ja richtig viel geworden. Und hat gut getan, da ich über einiges Nachdenken konnte! Hoffe ich habe dir einen guten Denkanstoß geben können! So jetzt schnell abschicken, sonst sitz ich in 2 Stunden noch dran.... GRINS....

lieben Gruß

Janette

von Janette - am 02.03.2004 20:11
Hallo,

ich habe selbst ADS, nehme Medizin und bin Lehrerin. Ich bin tatsächlich sehr positiv eingestellt zu Medis. Ich hätte es auf Dauer nicht gepackt, in dem Beruf zu arbeiten ohne. Hab es nicht so gut auf die Reihe gekriegt. Und mein Sohn hätte nicht auf eine normale Schule gehen können.

Ohne Medis konnte ich die Geräusche nicht filtern, ich wurde so schnell müde, totale Reizüberflutung. Und mit der Struktur klappte es auch nicht so. Eigentlich kann ich noch nicht mal sagen, dass ich es gar nicht hinkriegte, aber man wird halt so schnell müde und ist nicht mehr aufnahmefähig. Und ich kriegte vieles an Information nicht mit. Auf Konferenzen oder so - ich konnte selten was beitragen, ich war voll damit beschäftigt einigermassen mitzukriegen, was gesagt wurde.

Das klappt jetzt alles viel besser. Deshalb bin ich halt wirklich pro-Medis. Es ist einfach furchtbar anstrengend ohne, und egal wie sehr man sich anstrengt - das Resultat ist mässig und man kommt sich dumm vor. Deshalb tun mir die Kinder immer leid, wo die Eltern meinen, sie müssten ohne Medis auskommen. Und ich sehe, wie sehr die Kinder sich anstrengen und trotzdem kommt nicht so sehr viel dabei raus....

Grüsse

Andrea



von Andrea Neij - am 02.03.2004 22:00
Hallo Janette, hallo Andrea,

Danke für die Antworten :-)

Andrea:
Welches Medikament nimmst Du denn und seit wann? Leidest Du unter Nebenwirkungen?
Mein Sohn ist 5 1/2 Jahre alt und ich möchte ihn dieses Jahr einschulen lassen. Ergotherapeutin und Kiga-Erziehrinnen befürworten das, weil er intellektuell weiter sei als die Gleichaltrigen. Außerdem begibt er sich im Umgang mit jüngeren Kindern auf ein Niveau weit unter dem dieser Kids. Mit Älteren ist er entspannter, irgendwie mehr er selbst.
Die Ärztin vom Jugendamt und die Kinderpsychologin sind dagenen, er sei noch zu verspielt und das wachse sich in einem Jahr im Kiga aus.
Er ist nicht hyperaktiv, zuhause oder nur mit wenigen Kindern klappt es gut. Er kann sich gut alleine beschäftigen. Nur wenn zuviel Trubel ist, dreht er auf, redet unaufhörlich, fasst die anderen Kinder an, braucht ständig eine Bezugsperson.
Diese Reizüberflutung hatte er schon als Säugling. Sogar ein Spaziergang von 3 Stunden im Wald mit offenen Verdeck war zuviel! Er hat dann nachts geschrien ohne Ende. Am zufriedensten war er mit geregeltem Tagesabluf, punkt 11.00 Uhr Mittagsschlaf, nicht zuviele optische oder akkustische Rezie. Erst mit 2 Jahren konnte man die Wohnung saugen und es musste nicht einer mit ihm rausgehen.
Daher denke ich, es ist biologisch und wird nicht weggehen.

Du bist aus Schweden. Wie geht man dort mit ADS um?


Viele Grüße.


Katharina

von Mottensprotte - am 03.03.2004 18:33
Hallo Janette,

Danke für die laaaange Antwort!
Wie alt ist denn Dein Kind? Nimmst Du oder er Medis? Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus? Wenn Du / Ihr keine Medis nehmt, wie helt ihr Euch sonst?
Ich habe unsere Situation bei @Andrea näher beschrieben.

Ich denke daran, jetzt mit Medis anzufangen, da die Erziehrinnen ihn jetzt schon lange kennen, Veränderungen sehen. Ihrer und meiner Meinung nach, wird es zu Problemen dort kommen. Fange ich erst zum Schulanfang an, habe ich keinen Vergleich, denn es ist ein komplett neues Umfeld, neue Anforderungen etc.


Viele Grüße,


katharina

von Mottensprotte - am 03.03.2004 18:40
Hallo,

ich nehme ein Präparat, das Dexamphetamin enthält - seit fast 3 Jahren. Weiss nicht, ob es entsprechendes in Deutschland gibt. Mein Sohn nimmt aber Ritalin SR und ich hab auch mal seine Medis genommen, wenn meine alle waren. Die wirken alle ziemlich gleich. Ritalin wirkt etwas langsamer, dafür hört die Wirkung auch nicht so plötzlich auf.

Nebenwirkungen hab ich so gut wie keine. Etwas verkrampft im Kiefer (ich knirsche nachts mit den Zähnen und das ist wohl etwas mehr geworden). Zu Anfang mehr Tics, aber das hat sich soweit normalisiert. Möglicherweise hab ich jetzt andere Tics.

Ich bin nicht AUS Schweden - ich bin aus Köln - aber ich lebe seit 13 Jahren in Schweden. Hier ist man ziemlich restriktiv gewesen mit den Medis, aber inzwischen ist es nicht mehr so schlimm. Man setzt ziemlich viel pädagogische Massnahmen ein - aber leider bringen die ziemlich wenig, obwohl sie viel kosten.

Mein Sohn war auch ein halbes Jahr zu jung, als er in der Schule anfing. Ich kann auch im nachhinein nicht sagen, ob man ein Jahr hätte warten sollen. Ich glaube, er wäre ein Jahr später auch noch nicht sozial reif gewesen. Nun hat er gerade ein Jahr verplempert, und ich denke er hat das eher jetzt gebraucht, als damals....

Deine Beschreibung erinnert mich teils an meinen Sohn, teils an mich selbst. Mein Sohn war ja sehr hyperaktiv, aber ich hatte eher die Probleme mit der Reizüberflutung. Dagegen hat mir die Medizin gut geholfen!

Grüsse

Andrea



von Andrea Neij - am 03.03.2004 21:37
Hallo Katharina!

Meiner ist 4 und nimmt wie ich keine Medis. Wir haben wohl manchmal unsere Probleme, aber ich denke das es sich in Grenzen hält. Ich denke das ich unserem Kindergarten sehr Dankbar gegenüber sein kann. Denn unsere Erzieherinnen gehen so lieb mit ihm um das ich jedem der kleinen ADSler solche wünschen würde. Ich glaube das sie sehr viel dazu beitragen das es nicht zu oft richtig heftig eskaliert.

Vorher mit den Medis anzufangen ist bestimmt sehr Vorteilhaft. Sein Schulstart wird nicht durch eventuelle Einstellungsprobleme gestört. Dann hast du ruhe ihn einzustellen und brauchst dir keine Sorgen machen ob alles wärend der Schulzeit so ist wie es sollte. Ich denke gerade in der ersten Zeit muß ein Lehrer auf so vieles Achten das er deinem Schatz gar nicht gerecht werden kann.

Ob du ihn jetzt schon zur Schule schickst oder noch im Kindergarten lässt ist bestimmt eine schwere Entscheidung. Ich sag immer : zur Arbeit kommt jedes Kind früh genug.... Was ist schon ein Jahr später? Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten ihm Extraaufgaben zu geben? Bei uns gibt es richtig Schulkidergarten für die älteren KigaKinder. Und extra Musik- und Englischunterricht auf Wunsch. Da sind die Älteren dann gut gefordert.

Ich habe einige Zeit Antidepressiva genommen. Da ging gar nichts mehr und ich hätte am liebsten die Tür hinter mir zugemacht und wär abgehauen. Sie haben mir und meiner Familie gut getan. Ich bin ruhiger geworden und kann einfach klarer Denken. Ich war manchmal etwas "vernebelt" von den Medis. So als ob man zuviel Getrunken hat. Aber da ich vorher oft wie betäubt auf dem Sofa lag und keine Energie mehr hatte überhaupt hoch zu kommen, war das für mich nicht so dramatisch. Ich bin auch an die Sache mit dem Gedanken ran gegangen nur solange Medis zu nehmen bis wieder einen klaren Kopf da war.

Hach jaaa.... wenn ich einmal anfange zu schreiben ist schwer aufzuhören..... ;-)

Gruß

Janette

von Janette - am 03.03.2004 21:38
Hallo Janette,

von so einem Kiga kann ich leider nur träumen. Vorschulkindergarten und Musik- und Englischunterricht auf Wunsch. Wahnsinn!!!
Ich hatte schon den Vorschlag bei einem Elternabend gemacht, mit den Maxis doch zumindest zweimal pro Woche vorschulmäßig was zu machen. Keine Chance. Das sei Aufgabe der Schule, nicht des Kigas. Das einzige, was gemacht wird, sind Maxi-Aktionen wie Kindertheater, Besuch bei der Feuerwehr, Museum etc. Und Extraaufgaben werden sie ihm nicht geben. Da ist kein Interesse an "Extrawürsten". - Es gibt also nur entweder oder. Leider. Meine Idee ist, ihn auf jeden Fall einschulen zu lassen. Dann wird er schulpflichtig und könnte in die Vorschule, wenn er es in der Schule nicht schafft. Ist das Kind nicht schulpflichtig (und das wäre er, weil nach dem 30.06. geboren), kann er nicht in die Vorschule! Das regt mich so auf, dass es keine Förderung für die "Zwischenfälle" gibt. Er hat total viel auf dem Kasten, ist wissbegierig ohne Ende, kann sich super ausdrücken...

Die Kinderpsychiaterin sagte, ich solle ihn doch privat fördern... Zum einen ist das aber dann nur ein bis zweimal pro Woche, zum anderen ist er jeden Tag sieben Stunden im Kiga (ich arbeite sechs Stunden). Und danach ist er platt, ist ja wie ein kompletter Arbeitstag. Es spielt da zwar, aber muss sich eingliedern, Lärmpegel etc. Nachmittags trifft er sich super gerne mit seinen Freunden, geht Fahrrad fahren etc. Aber ich merke einfach, er braucht Zeit zuhause allein. Zeit in der er spielt, Cassetten hört, sich für 1-2 Stunden in seinem Zimmer "verkriecht". - Ich muss einmal im Monat 3-5 Tage ganztags arbeiten. Dann ist er bei einer Freundin und ihren zwei Jungs (3 und 5,5). Nach einer Woche mit 5 Tagen ist er überdreht. Obwohl die Freundin und ich die Erziehung ähnlich handhaben, eine Wellenlänge haben, ist das einfach zuviel Input für meinen Sohn.

So, ich kann auch ganz viel schreiben ;-)


Viele Grüße,


Katharina

von Mottensprotte - am 04.03.2004 07:22
Huhu!

Unser KIGA hat eine starke Elternschaft mit extra Förderverein im Rücken. Dadurch steckt eine menge Geld hinter. Aber Musik und Englisch muß trotzdem von den Eltern bezahlt werden. Außer die Eltern liegen unter einer bestimmten Einkommensgrenze oder haben viele Kinder. Dann übernimmt das der Förderverein. Es ist ein kirchlicher Kiga und der ehemalige Pfarrer war sehr aktiv, das Presbyterium voller Eltern und Großeltern die solche Sachen unterstützt haben. Ich denke ohne genug Eltern die mehr Erwartungen haben und bereit sind auch etwas zu tun geht es nicht.

Die Lehrer gehören nicht zum Kigateam. Die verdienen ihre Brötchen damit das sie diesen Unterricht in Kigas geben. Die Leitung der Kigas haben kaum Mehrarbeit. Sie bieten die Räumlichkeiten und achten darauf das die Kids dann zum Unterricht gehen. Sie müßen sich auch nicht um die Finanzen kümmern, da der Vertrag zwischen Eltern und Lehrer besteht.

Vielleicht haben die Erzieherinen ja nur Bedenken weil es Extra Arbeit bedeut, den sie nicht bewältigen können? Gerade nach Pisa ist doch die Förderung im Kiga noch viel mehr im Gespräch?

Hier hab ich etwas unter Englisch im Kiga gefunden. Manchmal kann man die Menschen mit den richtigen Argumenten überzeugen. Macht doch eigendlich Spaß neues auszuprobieren? Ich kann mich schwer in Menschen reindenken die ja keine Veränderung wollen. Sie werden eh irgendwann müßen.

[www.kindergartenpaedagogik.de]
[f7.parsimony.net]
[www.fafiz.muehlbauer-verlag.de]

Meine beiden haben einen eigenen Computer im Arbeitszimmer stehen. Der gibt ihnen viellerlei Wissen wenn sie wollen oder mal langeweile haben. Angus hat alles nötige von seiner Schwester beigebracht bekommen und bedient ihn jetzt alleine. Er ist gerade im Januar 4 geworden. Und ich brauch auch nur helfen wenn es etwas zum Lesen gibt. Unsere Bücherei liefert immer neue Software.

Kurse auserhalb können wir uns im Augenblick nicht leisten. Mein Mann hat gerade seine Umschulung beendet und jetzt müßen wir abwarten wie es mit Arbeit ist. Ich hoffe nicht das wir weg ziehen müßen. Das wäre der Horror. Aber aus suchen kann man sich das nicht.

Gruß

Janette

von Janette - am 04.03.2004 23:19

Re: Ist ein(e) ÄrztIn oder PädagoIn hier, der selbst ADS oder Kinder mit ADS hat

hallo katharina,
dein sohn ist jetzt5 1/2 jahre, d.h. er ist zum einschulungstermin 6jahre alt oder gilt er als vorzeitig eingeschult? in welchem bundesland lebt ihr ?
wir leben in bayern, ich bin grundschullehrerin (zur zeit beurlaubt wegen kindern) und habe einen 7jährigen adhs-sohn, der auch tim heißt.mein tim war auch im kiga auffällig, allerdings weniger wegen hyperaktivität, sondern auffälligem sozialverhalten. wir haben dann nach 2 jahren regelkiga in einem sonderkiga für tim einen platz bekommen, dort waren nur 8 kinder in der gruppe und es gab neben der gruppenleiterin auch noch ein team, dass die heilpädagogin unterstützt hat (gespräche über tim , ausarbeiten von förderplänen ... ).es war eine sehr hilfreiche zeit für tim und uns, denn wir hatten einfach dort unterstützung und kompetente fachleute, für die tim eben kein störenfried war, sondern ein kind mit auffälligkeiten. da ich selbst lehrerin bin, war mir klar, dass er nicht auf eine regelschule gehen kann, denn die konflikte wären einfach zu viel für alle beteiligten. tim geht jetzt auf eine sonderschule zur erziehungshilfe, die eine spezielle klasse für ads-kids in einem eigenen kleinen einfamilienhäuschen hat.und es läuft seht gut, die klasse war erst kürzlich im schullandheim und tim hatte keinerlei anzeichen von adhs oder verhaltensauffälligkeiten, was sogar die erzieher erstaunt hat. es kommt einfach auf den passenden rahmen an!!!!!hat auch i.s.von brisinski, chefarzt(?) an der ki.-psychiatrie in viersen hier auf einem vortrag gesagt. (tim bekommt entgegen ärztlichen rats der ki-psychiatrie keine medis, sondern wird homöpathisch behandelt).
ich denke, dass auch bei euch ein passender rahmen gut ist.kommt dein tim z.b. in eine kleine klasse, ist das sicherlich viel günstiger als eine große. wie ist die lehrerin? läßt sie sich von einem aufmüpfigen kind aus dem gleichgewicht bringen? ist es für sie ein störenfried? an sonderschulen wird oft anders gearbeitet als an grundschulen, dort gibt es einfach mehr personal und die lehrer kennen sich mit schwierigen kindern bresser aus.ich hab damals einfach über gespräche mit anderen leuten auch viel über schulversuche hier in unserer stadt erfahren, z.b. über integrationsklassen, die evt. in frage gekommen wären und hab dann an den schulen mich weiter informiert.
dann können in bayern eben 51/2 jährige kinder mit 7jährigen und auch behinderten kindern in einer klasse sitzen, das empfinde ich als lehrerin einfach stressig - man kann den kindern dann allein einfach nicht gerecht werden und ich kann allein einfach nicht x-diffenzierungsgruppen betreuen; wären wie an montessorischulen zwei leute in der klasse, wäre es was anderes!
ich persönlich würde als mutter ein ads-kind nicht vorzeitig einschulen, als lehrerin bin ich auch dagegen. schule ist für so kleine knirpse einfach anstrengend, mit 25 kindern in einem raum zu sitzen -da läuft schon soviel an kontakten zwischen den kindern, das sie verarbeiten müssen und dazu ein gesundes selbstvertrauen brauchen, dann strömt noch soviel lernstoff (buchstaben, zahlen, schreiben) auf sie ein und sie müssen auch bewältigen, dass sie sich melden müssen, abwarten,bis/ob sie aufgerufen werden, vielleicht geht die lehrerin dann garnicht auf die antwort ein usw; dann ist pause, da rennen aufeinmal noch mehr kinder durcheinander,.....ich kenne viele "normale" kinder,für die der schulanfang sehr anstrengend ist.
ich wünsch euch, dass ihr einen guten rahmen für euren tim findet,
caroli
ps. schulkindergärten find ich prima als alternative zur einschulung oder montessorischule (allerdings vorher anschauen, wie dort gearbeitet wird, ob genügend struktur da ist)

von caroli - am 05.03.2004 10:49

Re: Ist ein(e) ÄrztIn oder PädagoIn hier, der selbst ADS oder Kinder mit ADS hat

Hallo Caroli,

Danke für Deinen ausführlichen "Brief".
Wir sind aus NRW. Tim hat Ende Juli Geburtstag, also nach dem 30.06. und ist ein "Kann-Kind". Wenn er die Möglichkeit hätte, in einen Schulkindergarten zu gehen ( kann er aber nur, wenn er schulpflichtig ist; und das ist er erst, wenn er eingeschult wurde), würde ich das machen. Unser Kiga sagt, er "muss" in die Schule, vom Intellekt her, wäre im nächsten Jahr kein "gleichwertiges" Kind mehr da und die Erzieherinnen könnten nichts mehr für ihn tun... Die Maxis werden nicht besonders gefordert. Leider. Das zusätzliche Jahr würde ihm im Sozialverhalten nicht viel bringen.
Ich bin so angefressen. Heute kam das Ergebnis vom Cito-Test. Ich schreibe gleich davon vorne mit Datum von heute.
Bin ratlos.


Viele Grüße,

Katharina

von Mottensprotte - am 10.03.2004 19:40
Hallo Janette,

ich wünsche Euch alles Gute für Job und Eure Zukunft.
Ich schreibe gleich vorne mit heutigem Datum zum Cito-Test.


Viele Grüße,

Katharina

von Mottensprotte - am 10.03.2004 19:43
Hallo Katharina,

ich bin angehender Erziehrin, mache gerade mein Anerkennungsjahr.

Ich habe schon als sechsjährige Ritalin genommen. Wie es mir damals so genau ging weiss ich leider nicht mehr. Während meiner Ausbildung habe ich es wieder genommen, weil ich sie sonst hätte abbrechen müssen.

Ich weiss nicht warum, aber ich hab es dann abgesetzt. Momentan stehe ich kurz vor meinem staatlichen Anerkennung und ich muss sagen, ich bin schon wieder fast so verzweifelt, das ich überlege wieder Ritalin zu nehmen. Nur fällt es mir sehr schwer, mir einzugestehen, das es ohne Medikamente auf dauer nicht geht.

Ich wäre froh gewesen wenn ich mit Ritalin aufgewachsen wäre, denn ich denke ich hätte andere Möglichkeiten gehabt.
Meine Mutter hat es immer befürwortet, nur waren mein Vater und meine Grosseltern dagegen, meine Mutter war somit machtlos.

Du hast bestimmt schon eine Entscheidung getroffen, aber ich wollte mich gerne zu deinem Beitrag äussern.

Liebe Grüsse
angel

von angel2082 - am 29.03.2004 18:28
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