Und nun???

Startbeitrag von regina1 am 05.03.2004 22:54

Heute war unser Tag an dem der 2. Versuch der Einstellung begann. Nach Nebenwirkungen Equasym, nun Amphetamin.

2. Ml, das war die erste Dosis, aber auch die letzte!

Sohnemann reagierte noch heftiger auf den Amphetaminsaft, als auf die Equasym. Es gab allerdings einen Unterschied, Gott sei dank, die Wirkung samt Nebenwirkungen hielt nur 3 Stunden an. Das war bei den Tabs ja weitaus länger, bis zu 7 Stunden.

In mir lief vieles ab, Angst, schlechtes Gewissen "was machst du bloß" mit ihm, Frust, Hoffnungsschwund, aber vor allem Angst vor der Zukunft. Ich hatte hier in meinem ersten Beitrag schon Berichtet, das mein Adoptivsohn wärend der Schwangerschaft mit Heroin versorgt wurde! Das er schon auf einige andere Medikamente zuvor, Paradox reagierte!

Nun vermutet auch der Arzt einen Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und den jetztigen Erfahrungen mit den Medikamenten. Doch leider nur eine Vermutung. Er hat mir heute gesagt, das seine Kompetenz nicht ausreicht, er selbst sehr unsicher sei, keine weiteren, anderen Medikamente geben möchte. Das ist auch in meinem Sinn!

Doch es bleibt das große Fragezeichen!! Was ist die Ursache dafür? Bei mir wiegt die Angst im Moment mehr, als die Erkenntnis, meinem Sohn bei seinen ADS Problemen helfen zu können! Die Angst, wieviel Einfluß hat das Heroin von früher, auf sein heutiges, weiteres Leben? Da wir auch schon drei Vollnarkosen nur in schlechter Erinnerung haben, tauchen da Gedanken auf wie..............

was passiert, wenn er mal wieder eine Narkose braucht, was, wenn er bestimmte Medikamente haben "muß", was, wenn er mit Drogen in Kontakt kommt, und und und..............

Das macht mir im Moment die viel größeren Sorgen, Ängste, die ADS..........mh, da mag ich nicht weiter drüber nachdenken. Dafür habe ich schon zuviel gelesen, sehe ganz realistisch eine schei.. Zukunft für ihn.

Ich frage heute hier nicht nach Hilfe, doch ich wollte es hier schreiben und berichten.

Vielleicht ergibt das EEG noch eine Erklärung, aber ich glaub es irgendwie nicht mehr............

Grüsse

Antworten:

Hallo Regina,

ob das alles wirklich mit dem Heroin in der Schwangerschaft zu tun hat, weiss ich nicht, aber paradoxe Reaktionen auf Medikamente sind bei ADS-lern durchaus üblich. (Dass zum Beispiel Beruhigungsmittel - auch vor einer OP - die gegenteilige Wirkung haben).

Du hast auch nicht geschrieben, WIE Dein Sohn auf das Amphetamin reagiert hat. Vielleicht möchtest Du das noch mal nachholen?

maria

von maria - am 06.03.2004 01:45
Hallo Maria,

mein Sohn reagierte mit Herzklopfen und Herzrasen, starken Schwindel, Taumeln, Depressiv, beschrieb den Zustand seines Kopfes .............bei jeder Bewegung, habe ich das Gefühl das er Platzt. Es ging ihm sehr schlecht die ertsen 2 Stunden, saß er bewegungslos und still auf einem Sessel. Jede Bewegung machte ihm Angst, weil sein Herz noch mehr raste. Ich hatte wirklich auch Angst, das er mir kolabiert.

Ganz ähnlich war es mit Equasym, da bauten sich nach einigen Tagen alle diese Nebenwirkungen immer mehr auf. Doch das merkwürdige war, das er über 3 Tage mit einer Dosis von 10mg, keinerlei Probleme hatte und die erhoffte Wirkung wie (Konzentration, flotter, sprachliche Verbessrung) auch da war. Aber am 4. Tag dann bei gleicher Dosis, kam alles auf einmal und wir setzten das Equasym ab. Nach 3 Wochen Pause starteten wir einen 2. Versuch, der Verdacht einer zu schnellen Dosissteigerung (alle 3 Tage erhöhen) wurde besprochen. Nun fingen wir mit 2,5mg an, steigerten immer nach 5 Tagen um 1,25mg. Am 16. Tag bekam er dann das ertse mal 7,5mg. Ging auch gut, aber am 2. Tag bei dieser Dosis, kamen all die Nebenwirkungen wieder.

Deswegen gestern nun erneuter Versuch mit dem Saft.

Vielleicht bekommen wir bei dem Arzt, der das EEG machen wird, mal eine Antwort auf unsere Frage. Doch unsere Erfahrung nach 14 Jahren sind meist so.............Fragten wir in all den Jahren, all die Ärzte, die sich mit der Entwicklung, Auffälligkeiten unseres Sohnes beschäftigten, nach einem Zusammenhang von Heroin, dann ernteten wir meist mitleidige Blicke, unwissendes Achselzucken und gute Wünsche für die Zukunft.

Gibt es hier unter uns jemanden, der auch auf beide Präperate mit Nebenwirkungen reagiert?

Ein schönes Wochenende und Grüsse



von regina1 - am 06.03.2004 08:48
Hallo Regina,

es tut mir so Leid für Euch!

Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Dein Sohn ist ja ein Hypo und die sprechen oft gut auf leichte Antidepressiva (frag mich nicht welche!) an.

Stattera ist auch kein Stimulans und wäre noch eine Möglichkeit. Bei beiden Medikamenten baut sich erst im Laufe der Zeit, ca. 1-2 Wochen ein Wirkstoffspiegel auf.

Vielleicht ergibr sich ja auch noch etwas aus dem EEG.

Drück Euch ganz fest die Daumen!!


Liebe Grüße

Anna

von AnnaS - am 06.03.2004 10:42
Hallo Regina,

also was mir da so durch den Kopf geschossen ist - wobei ich wirklich nicht sagen kann, ob was dran ist - dass die sogenannte "therapeutische Breite" bei Deinem Sohn vielleicht sehr schmal ist. Und dass er dann plötzlich überdosiert war. Habt ihr eigentlich beim Equasym noch mal probiert, von den 7,5mg wieder einen Schritt runterzugehen, oder gleich ganz abgesetzt? Vielleicht war das genau der Bereich, in dem "Wirkung" in "Überdosierung" gekippt ist. Allerdings passt dann nicht dazu, dass er anfangs auch mit 10mg klargekommen ist.

Jedenfalls ist mir da was eingefallen, was Dich interessieren könnte: unter www.adhs.ch/download/Stimulanzientherapie.pdf findest Du einen Artikel von M. Ryffel. Auf Seite 6 steht da auch was zu "sehr schmalen therapeutischen Breiten".

Alles Gute
maria

von maria - am 07.03.2004 22:47
Danke maria,

diese Seite ist mir bekannt, finde sie übrigens sehr gut gemacht, gerade für ADS Anfänger, die noch nicht so viel Informationen haben.

Das mit der "herapeutischen Breite" trifft wahrscheinlich nicht zu. Du schreibst es ja schon............mit 10mg gute Erfahrung, auf der anderen Seite schon bei 5mg erste Nebenwirkungen, wie weinerlich, noch unkonzentrierter. Wir haben mit Equasym 2 Versuche gemacht. Dann Amphetamin, laut behandelnden Arzt war die Dosis von 2ml sehr niedrig?? Ich weiß es nicht besser, habe rumgegoogelt bis keine Haut mehr an den Fingerkuppen war, bin zu der Erkenntnis gekommen, das 2ml bei einem 14 jährigen wohl wirklich wenig sind.

Der Arzt fragte mich um Erlaubnis, ob er "unseren Fall" sechs Kollegen zeigen/berichten dürfte. Das Video von der Diagnostik, die ganzen Berichte aus den 14 Jahren und die Erfahrungen nun, bei der Behandlung mit den Medis. Er steckt da in einem Kreis von Medizinern, die häufiger ein Wochenende mit "Wissensaustausch" über ADS, gemeinsam verbringen. So auch das vergangene WE. Ich habe es natürlich nicht verneint. Kann ja nur gut sein, denn unser Sohn ist sicher kein Einzelfall. Er will sich heute bei mir melden und mir berichten, ob einer dieser Kollegen ähnliches kennt/gehört hat.

Falls es hier in meinen Berichten so anklingt, das ich eventuell mit dem Arzt unzufrieden bin, so trifft das nicht. Im Gegenteil, er ist wirklich bemüht und nun aber vor allem Vorsichtig, was die weitere Behandlung angeht. Ferner finde ich es sehr gut, das er mir ganz offen gesagt hat, das er glaubt, das seine medizinische Kompetentz überschritten sei. Er hofft nun auf den Neurologen, der das EEG auswertet. Dieser ist auch ein Kinderarzt auf einer Epilepsiestation hier in einer Klinik, macht auch ADS Diagnostik.

Ich werde weiter berichten, den EEG-Termin haben wir am 19.3., ich bin selbst sehr gespannt, wie es weiter geht!

Liebe Grüsse



von regina1 - am 08.03.2004 08:25
Hallo Regina,

ich finde es spricht sehr für einen Arzt, wenn er klar sagt, dass er nicht mehr weiter weiss....

Ich wünsche euch, dass ihr wirklich noch eine gute Lösung findet - wenn's mit Stimulanzien nicht klappt, gibt's ja immer noch Alternativen.

Alles Gute
maria

von maria - am 09.03.2004 11:11
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