Narkose- diverse Fragen...

Startbeitrag von Petra F. am 06.05.2004 15:09

Hi

das Thema ADS und Narkose
ist schon öfter diskutiert worden. Dennoch, wenns dann darauf ankommt, weiss ich nix mehr *g*

ich werde demnächst eine OP unter Vollnarkose haben. Wie war das doch gleich- da gabs doch Mittel, die bei ADS nicht so gut passen, und andere, die etwas besser funzen...und ich hab alles vergessen...was soll ich dem Anästhesisten vorher sagen?

Und noch ne Frage für die Medizin-Fachleute unter euch:

ich werde operiert, weil ich eine Knochenmarkspende geben soll.
Nun nehme ich diverse Medikamente (Concerta, Seroxat, Melatonin), von denen ich vermute, sie bis dahin zeitweise absetzen zu müssen. Bis auf das Seroxat kann ich ja alles einfach von heute auf morgen weglassen, aber das heisst ja nicht, dass keine Wirkstoffe mehr im Blut sind. Weiss einer, wie lange vorher ich die Sachen absetzen muss, damit dem Empfänger kein Schaden entsteht? (Die Knochenmarkentnahme ist auf Mitte Juni festgelegt).

Ich will natürlich einerseits meine Medis so lange es geht einnehmen, damit unser normaler Alltag so weit wie möglich aufrechterhalten wird. Andererseits will ich den Erfolg der Knochenmarkspende nicht unnötig gefährden. Wer kann mir da mit fundierten Infos weiterhelfen?

Danke....

viele Grüße voneiner sich vor der Narkose gruselnden Petra

Antworten:

Hallo Petra,

ich würde in dem Krankenhaus, die die Knochenmarks entnahme vornehmen, anrufen. Die müssen es ja auf jedenfall wissen.

Ich war gestern wegen einer Darmspiegelung unter Narkose. Hatte aber keinerlei Probleme. Gestern habe ich dann die Medikamente weggelassen. Für die Darmspiegelung war es nicht problematisch. Aber Knochenmarksspende ist natürlich auf was anderes.

Ich glaube nicht, dass man Pauschal sagen kann, wo es probleme gibt bei der Narkose. Ich hatte aber große Probleme bei einer Vollnarkose bei den Nebenhöhlen. Da war ich viel zu lange Narkotisiert. Da wurden die Ärzte wohl etwas nervös. Aber beim Blinddarm oder so gab es auch keine Probleme.

Auf Kontrastmittel reagiere ich ziemlich mit Kreislaufproblemen. Auch die Darmreinigung mußte ich stationär machen, da das zuhause auch mal daneben gegangen ist. Da bekomme ich dann Kreislaufstilisierende Mittel. Bzw. gewusst.

Aber das man pauschal sagen kann, dass bestimmt Narkosemittel wegen ADS nicht vertragen werden, habe ich bislang nicht gehört.

Wie gesagt, wegen den Medikamenten würde ich im Krankenhaus kurz anrufen.


Lieben Gruß
Natascha

p.s. respekt vor dem Mut Knochenmark zu spenden!!!

von -Natascha- - am 07.05.2004 08:29
Liebe Natascha

vielen Dank....
anrufen muss ich nicht, ich soll nämlich sowieso vorher noch mal in der Klinik vorsprechen. Diverse Voruntersuchungen.....bei der Gelegenheit kann ich natürlich schon noch Fragen stellen.

Leider ist es aber wirklich so, dass bei ADS durch bei der Narkose verwendete Mittel manchmal ungewöhnliche Effekte auftreten. Und viele Anästhesisten wissen das nicht, insbesondere bei Erwachsenen (welcher Arzt weiss schon was über ADS bei ERwachsenen, gell). Und ich hoffe auf Erfahrungswerte.
Dass ich die Medis für den Tag der OP absetzen muss, leuchtet mir ein- ist ja auch egal, ich gedenke an dem Tag sowieso keine besonders konzentrationsintensiven Arbeiten zu übernehmen *g*..ich überlege halt nur, ob ich einiges schon ein paar Tage vorher weglassen soll. Damit der Empfänger verschont bleibt.

Was den Mut betrifft: vielen Dank....ein bissl unwohl ist mir bei der Idee schon, aber andererseits scheine ich die Einzige mit den passenden Gewebemerkmalen zu sein, und da kann man wohl kaum nein sagen. Schließlich kann es jeden mal treffen, dass er Hilfe braucht, oder?

Das Schwierigste war, die Kinderbetreuung zu organisieren, aber die Großeltern haben sich bereit erklärt, den Lückenbüßer zu spielen. Was täte die Menschheit ohne Großeltern und Eltern *grins* . Die DKMS wäre sonst auch bei der Finanzierung einer Tagesmutter für den OP-Termin behilflich gewesen (der Knochenmarkspender soll möglichst keine finanziellen Nachteile haben), nur leider hätte ich auch Nachts eine gebraucht, weil mein Mann voraussichtlich beruflich auswärts sein wird. Und schon für Tagsüber sind hier Tagesmütter für Kinder im Grundschulalter ziemlich schwer zu bekommen. Und die Teenager, die mal für 2 Stunden Babysitter-Dienste übernehmen, sind für ganze Tage und Nächte vielleicht doch ein wenig überlastet, besonders wenns um hyperaktive Kinder geht *grins*

Petra

von Petra F. - am 07.05.2004 08:58
Hallo Petra,

mein kleiner Hypie (damals knapp 3 Jahre alt) hat sich (neben zahreichen anderen Unfällen)
mal übelst den Kopf aufgehauen und musste im Krankenhaus genäht werden.

Dort bekam er eine Beruhigungsspritze und drehte so richtig frei. Szenen wie bei der Teufelsaustreibung aus "Der Exorzist".

Das war übrigens bevor ich die Diagnose hatte.

Die erschrockenen Ärzte meinten, er würde konträr auf (bestimmte) Beruhigungsmittel reagieren, und falls er mal operiert werden müsste, sollte ich das auf jeden Fall ansprechen.

Nachdem wir nun die Diagnose hatten (im Alter von 6 Jahren),
erklärte mir der Arzt, dass ADSler häufig auf Beruhigungsmittel konträr reagieren würden. Also Vorsicht!!!

Sag vorzeitig im Krankenhaus Bescheid, damit die sich richtig vorbereiten können. Auch die müssen sich erst mal schlau machen! (evtl. Tests?)

Wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüße,

Georgia

von georgia - am 07.05.2004 10:25
Hallo Petra

Diese paradoxen Reaktionen hatten(haben) wir schon lange ehe ein ADS überhaupt bekannt oder zur Debatte stand.

Die *sch.-egal-spritze* vor der Op hatte einen recht- hm. aufputschenden Erfolg. Ich bin als Teeni bei der Blinddarm-op nach dieser Spritze vom Bett gehüpft..... Narkose war ok- erstaunlich bald wieder Topfit.

Ebenso erging es nach 2 Kaiserschnitten- eine in Vollnarkose- die 2. mit PDA- mein Gyn sollte ja Unterhaltung haben... gg

Meine Kinder reagieren genauso.

Wir wissen definitiv:

Narkose war bisher kein Problem.

Beruhigungsmittel eine Katastrophe, Adrenalinhaltige Schmerzspritzen (z. B. beim Zahnarzt) wirken nicht- wir kriegen adrenalinfreie, dann gehts. Das ist aber kein ADS-spezifisches Problem, sondern - so wie wir es mittlerweile in vielen Erfahrungen auch von anderen mitgekriegt haben, wohl eine Sache, die mit MPH zusammenhängt...

Viel Glück für deine OP!

Gruss

Mom

von momfor4 - am 10.05.2004 06:06
Hallo,

ja, bei Beruhigungsmitteln kenne ich das auch. Baldrian hat bei mir auch eher eine aufputschende Wirkung.

Ansonsten kenne ich nicht so viele Beruhigungsmittel. Als vorbereitung zu OP mußte ich auch mal eine Tablette schlucken wovon ich ruhiger werden sollte. Da ich panische Angst hatte vor der OP wurde ich nicht ruhiger. Da kann ich aber nicht sagen, ob die Tablette nur nicht gewirkt hat, oder es noch verstärkt hat.

Aber wie gesagt, bei Narkosen wußte ich es gar nicht, dass man dabei aufpassen muß. Aber da ich bislang alle Narkosen einwandfrei überstanden habe, denke ich, dass es bei mir zum Glück nicht so ist. Zu dem Zeitpunkt der OP hatte ich ebenfalls keine Ahnung von ADS nur halt bei der Darmspiegelung.

Gruß
Natascha

von -Natascha- - am 11.05.2004 11:12
Danke, Georgia,

ich überlege schon, ob ich aufs Beruhigungsmittel ganz verzichten soll. Obwohl so was ja vor ner Vollnarkose durchaus seinen Sinn haben kann....

Mein Sohn sollte mal, als er knapp ein Jahr alt war, eine Infusion kriegen. Man brauchte 4 Erwachsene, um das tobende Kind festzuhalten....und das war sogar ohne "Beruhigungsmittel", alleine sein Widerwille gegen den Tropf...das arme Krankenhauspersonal tut mir heute noch leid ;-)

Gruß
Petra

von Petra F. - am 14.05.2004 06:56
Hi Natascha, hi alle

ja, Baldrian macht mich auch sehr nervös. Was ja wohl nicht das ist, was man von Baldrian erwartet.

Also, ich hoffe ja immer noch, dass irgendwer weiss, wie lange meine Medis im Blut bleiben, wie lange vorher ich sie absetzen muss. So was wissen die Knochenmark- Experten ja nicht unbedingt, weil ja die Medikation von ADHS-Erwachsenen noch nicht so ganz bekannt ist....beim Blutspendedienst müssen sie auch bei so was manchmal etwas länger nachdenken....

Ausserdem meine ich mich zu erinnern, dass es irgendwann mal irgendwo was gegeben hat dazu, welche OP-Medikamente besonders häufig bei ADSlern "falsch" wirken. Habe es aber leider vergessen :-(
Der Hinweis mit dem Adrenalin ist schon mal prima.

Schöne Grüße
Petra

von Petra F. - am 14.05.2004 07:03

Re: Narkose- diverse Fragen...Martin?

Hi Natascha, hi alle

ja, Baldrian macht mich auch sehr nervös. Was ja wohl nicht das ist, was man von Baldrian erwartet. Bei unserem Sohn haben wir Baldrian vorsichtshalber noch nie ausprobiert, obwohl man das bei unruhigen Kindern ja gerne mal vorgeschlagen bekommt ("warum gibst du ihm kein Baldrian, das ist ja rein pflanzlich"...hahaha)

Also, ich hoffe ja immer noch, dass irgendwer weiss, wie lange meine Medis im Blut bleiben, wie lange vorher ich sie absetzen muss (Concerta ist glaub ich nach einer Nacht schon abgebaut, aber wie ist es mit Seroxat und Melatonin?). So was wissen die Knochenmark- Experten ja nicht unbedingt, weil ja die Medikation von ADHS-Erwachsenen noch nicht so ganz bekannt ist....beim Blutspendedienst müssen sie auch bei so was manchmal etwas länger nachdenken....immerhin glaube ich inzwischen zu wissen, dass man mit Ritalin durchaus Blut spenden kann.

Ausserdem meine ich mich zu erinnern, dass es irgendwann mal irgendwo was gegeben hat dazu, welche OP-Medikamente besonders häufig bei ADSlern "falsch" wirken. Habe es aber leider vergessen :-( - Dagmar, warst du das, die mal was dazu wusste? *in meinem chaotischen löchrigen Gedächtnis kram*

Der Hinweis mit dem Adrenalin ist schon mal prima.

Ansonsten sollte ich mich lieber mal abregen, schließlich handelt es sich ja um keine große Sache, ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der bei 49999 von 50000 Leuten ohne nennenswerte Schwierigkeiten läuft (und bei den 49999 dürften sicher noch mehr ADS ler dabei sein....). Ich denk mir nur, dass Infos über Verträglichkeit von Narkose-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln bei ADSlern sicher für mehr Leute interessant wären. Vielleicht schaffe ich es diesmal, mir die Sachen auch wirklich zu merken *kicher*. Wär ja auch mal was für die Elterngruppe.

Schöne Grüße
Petra

von Petra F. - am 14.05.2004 07:10
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